14. Mai 2006
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10 Täg Antigua
So, do wär i also, in Antigua Guatemala. Ich bi jetzt sit
10 Täg do. Es goht mer (abgseh vo 37 Mugge-Schtich) sehr guet, und es
gfallt mer do!
Mit minere Gaschtfamilie und mit dr Schuel bin i au sehr z'Friede.
Eigentlich lauft alles so wie's sött.
Bsunders spektakulärs chan i nonig brichte, schliesslich bin i momentan au
no ziemlich sässhaft. Am Vormittag gang i jewyls in'd Schuel, am Nomittag
unternimm i entweder mit de Lüt vo dr Schuel öppis oder ich häng im Park
oder in eim vo de dutzende Kafis ume, tue chli läse, spanisch lerne oder
gniess eifach chli s'eifache Läbe.
Mit em Spanischlerne lauft's au sehr guet, ich ha in de ledschte 10 Täg
öppe glich viel glernt wie in de ledschte 2 Johr. Und ich cha mi mit de
Yheimische doch scho ganz passabel unterhalte. Drum han i s'Gfüehl, dass i
nach dr zweite Schuelwuche wyterzieh. Schliesslich het das Land au no meh
z'biete als das schmucke Tourischte-Schtädtli.
Ledschte Mittwuch han i mit es paar Lüt us dr Schuel dr Vulkan Pacaya
beschtiege. Dä isch allerdings nume 2600m hoch, und me cha au nid ganz ufe,
wül er no aktiv isch. Es isch also eher e Spaziergang gsi (2.5h, 400
Höhemeter). Aber intressant isch es trotzdäm gsi. Schliesslich gseht me
nid jede Tag rotglüehendi Lava e Vulkan abefliesse oder cha uf emne
halbfrüsche, erhärtete Lavaschtrom go umeturne.
Nöchscht Wuchenänd mach i übrigens e grösseri Tour uf e Vulkan
Acatenango. Dä isch denn doch scho 3976m hoch. Er isch zwar nüm aktiv,
aber drfür chan i denn uf em Gipfel übernachte und hoffentlich e schöne
Sunneuntergang, -ufgang und dr semiaktiv Nochbervulkan Fuego
beschtuune.
Und denn pack i mini siebe Sache und zieh Richtig Lago De Atitlan...
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Guatemala
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25. Mai 2006
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Volcán de Acatenango
Offesichtlich bin i chli schriibfuul, aber ich ha scho
dänkt dass i nid allzu hüfig in mi Blog wird schriibe. Schliesslich git's
meischtens schöneri Ort als d'Internet-Cafes...
Tja, einiges isch passiert in ledschter Zyt. S'Highlight isch wohl scho
d'Tour uf e Acatenango gsi. Scho allei über das chönnt i e halbe
Roman schriibe (was i aber nid mach). D'Föteli cha me jo scho sit es paar
Täg beschtuune, und die säge doch au scho einiges us, aber guet, trotzdäm
no e chli Prosa...:
Es isch zwar Rägezyt in Guatemala, aber das isch nid sooo schlimm, wül's
jo immer erscht am Nomittag rägnet, und meischtens nid allzu lang. Wo'n i
an däm Samschtigmorge am 5i ufgschtande bi, het's allerdings bereits in
aller Herrgottsfrüehi zünftig abeprasslet. Usgrächnet am Tag vo dr
Tour...! Aber guet, es isch denn nid eso schlimm gsi, dr Räge het nach
wenige Schtund ufghört und dr gröschti Teil vo dr Tour händ mer bi
Trocheheit absolviert.
Gschtartet sind mer uf ca. 2400m, s'Ziel isch uf 3976m gsi. Dr Wäg isch
meischtens sehr steil gsi und vor allem s'schwere Gepäck het eim z'schaffe
gmacht. Ich ha wohl öppe 15kg uf em Rugge gha, Zält und Z'Nacht für
d'Gruppe und s'Wasser für mi sälber sind scho ca. 10kg gsi. Und
Campingmaterial und Chleider für Räge und Temperature bis 0º händ halt au
mitmüesse.
Jedefalls isch me denn so dr Hoger drufgschtapft. Z'erscht durch s'offene
Gländ mit de Maisfälder, denn dur e wunderschön grüen Näbelwald, wyter obe
isch denn dr teilwys verbrennti Bärgwald cho und zum Schluss die kargi
schwarzi Vulkanlandschaft. Seeehr ydrücklich und schön!
Mir sind e ganz glatti Truppe vo 8 Lüt gsi (2 Norwegerinne, 2 Israeli, 3
SchwizerInne und dr englischi Füehrer), und Spass hämer näb em Charampf
also au gha!
Campiere händ mer denn wäg em Wätter nid im Krater chönne, sondern ca 200m
unterhalb. Und denn sind mer erscht am nöchschte Morge uf e Gipfel. Uf em
Wäg dörthie het's denn e wunderbare Sunneufgang bi'n ere traumhafte
Kulisse z'beschtuune geh. Und aschliessend uf em Gipfel dr Nochbervulkan
Fuego wo vor sich ane rumplet, grollt und raucht.
Dr Abschtieg isch denn einiges schnäller gange als dr Ufschtieg. Dunde im
Minivan het's zur Belohnig es wohlverdients Bier geh und zrugg in Antigua
es feins Z'Morge. Jo, das isch definitiv nid die blödschti Wanderig gsi,
wo'n i je gmacht ha...
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Guatemala
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27. Mai 2006
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Lago de Atitlán
Nachdäm ich mi vo minere Familie verabschiedet ha, han i mi
uf e Wäg zum Lago de Atitlán gmacht. Und natürlich nimm ich für
mini Reise nid öppe die tüüre Tourischte-Büs, sondern s'lokale
Verchehrsmittel: dr Chicken-Bus. Es entspricht viel mehr mine
Vorschtellige vom Bereise vomene Land, wenn me s'gliiche Verchehrsmittel
bruucht wie die Yheimische, und ich find die Dinger nidemol unbequem. Und
bi Reisechöschte vo SFr. 1.- pro Schtund Busfahrt cha me jo au nüt säge.
S'Gepäck reist denn jewyls uf em Dach mit, und wenn dr Bus dur e
Gwitterfront fahrt, chlätteret dr Kondukteur au bi 80km/h uf's Dach und
deckt s'Gepäck schön zue. Allerdings mache das nid alli, und das bringt
denn während dr Rägezyt glägentlich e nasse Rucksack mit sich. Zum
Umschtiege, was me bi dene Büs öppedie mol mues, gäbe die überus
fründliche Chauffeure, Kondukteure und Passagier au sehr gärn Uskunft.
Aber wül eim jede Chauffeur in si Bus will locke wird me denn scho au mol
uf e indiräkte Bus g'lotst, obwohl's au e diräkte geh hätt. Jedefalls bin
i denn nach ere schöne Busfahrt inklusiv 3x umschtiege (schtatt 1x) in
Panajachel am Lago de Atitlan acho.
Dört het's mir abgseh vo dr Tourischte-Meile z'wenig z'gseh geh und drum
bin i per Schnällboot grad wyter nach San Pedro. Das isch zwar ganz okay
gsi, aber irgendwie het's mer doch nid 100%-ig passt. Es het dört so viel
Nid-Guatemalteke wo häbgebliebe sind; Usstieger, Hippies und viel
Möchtegärnhippies. Aber die Yheimische sind so unändlich fründlich, das
isch unglaublich! Die ärmschte wo chrampfe wie verruckt sind die
härzlichschte. Mängisch het me z'erscht s'Gfüehl, die wänd eim öppis
verchaufe oder sunsch Gäld erbättle, drby sind die eifach so fründlich und
schwätze gärn mit de Fremde wo verbylaufe. Und alli froge immer wie me
heisst, und denn grüesst eim am nöchschte Tag au mol öpper mit em Name.
Find i no schön. Me grüesst sich do sowieso viel meh als bi uns, au in de
grosse Ortschafte grüesst me sich, wie das bi uns höchschtens no uf em
Land dr Fall isch.
Und d'Lüt sind jo so unglaublich religiös. An jedem zweite Huus schtoht e
Satz wie "Jesús vive", "Jesús es la sola solución" oder "Dios te ama". Und
au in de Büs hets immer so Schprüch und s'beschte find i die krass tjuunte
Autos wo kei "Pioneer"- oder "Chiemsee"-Chläber of dr tönte Heckschiibe
händ wie bi uns, sondern e "¡Jesús es mi salvador!"-Chläber....
Ich ha denn uf jede Fall bald emol öppis ruhigers gsuecht und im chleinere
Küschtedörfli San Marcos gfunde. Dört läbt me im ene Wald vo
Avocado- Banane- und andere exotische Bäum. Glücklicherwys het's in dr
Rägesaison fascht keini Tourischte und me het sini Rueh. Me cha go bade im
schöne See, me cha chli läse und theoretisch chönnt me wohl au sis
schpanisch vertiefe...
Und irgendwie het's au gar nid gross gschtört dass für die ledschte
anderthalb Täg dr Strom usgfalle isch - usser villicht, dass denn die
warmi Duschi halt nüm so warm gsi isch.
Nach 2 Täg han i mi denn au im paradiesische San Marcos zämegrafft
zum wyterzieh. Es git glaub ganz viel Ort wo me chönnt hängeblybe, aber
das wär au schad um e Räscht wo me denn verpasst. Jedefalls goht's jetzt
ins Hochland, als nöchschts in d'Stadt Quetzaltenango, oder churz
in ere Maya-Schprooch Xela.
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Guatemala
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31. Mai 2006
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Quetzaltenango
Nach em Lago de Atitlan bin i wyter ufe ins
Hochland, in'd Stadt Quetzaltenango. Die nennt zwar niemer eso,
sondern eifach "Xela" als Churzform für ihre Name in der Sproch vo
de Quiché-Maya: Xelajú.
Das isch mit 120'000 Ywohner die zweitgröschti Stadt vo Guatemala und
befindet sich uf 2330 müM.
Dä Ort het mer ziemlich guet gfalle. Er bietet d'Vorteil von'ere grosse
Stadt: me bechunnt alles wo me bruucht, es het e grossi Uswahl an Hostals
und Restaurants und es lauft e chli öppis. Uf dr andere site isch Xela
aber doch relativ ruhig, nid vo Touris überloffe, d'Stadtluft isch nid
verpeschtet und es isch nie so gföhrlich wie in Antigua und
Guatemala-City.
Komischerwys het's do zur Zyt fascht gar keini Tourischte, obwohl's
eigentlich es Zentrum für Sproochschuele und Usflüg isch. Und es lauft au
nid würklich viel in dr Stadt, aber das het mi nid so gschtört.
Ich ha mi imene ziemlich schäbige Hostal von ere überus liebenswärte
Familie yquartiert, und ha mi imene feine (autentische) italienische
Restaurant verköschtigt.
Usflüg han i nid gross gmacht, obwohl dört in dr Nochberschaft dr
höchschti Hoger vo Zentralamerika, dr Volcán Tajumulco (4220m) uf
sini Beschtiegig gwartet hätt. Die Tour wär sehr ähnlich gsi, wie die uf e
Acetenango, und ich hätt für das no 5 Täg müesse warte. Das isch's
mer denn nid wärt gsi, und denn bin i nach 3 Täg wyterzoge.
Vorhär han i aber no e Abschtächer gmacht ins Dorf Zunil und zu de
heisse Quelle Fuentes Georginas. In Zunil isch es extrem
näblig gsi, höchschtens 50m Sichtwyti. Zum zu de Thermalquelle z'glange
han i denn es neus Verchehrsmittel müesse usprobiere: dr Pickup.
Allerdings han i s'Privileg gha, uf em Byfahrersitz z'reise und nid hinde
uf dr Ladeflächi. Dr Fahrer isch e höchschtens 16-jährige Bueb gsi vo de
Quiché-Maya, und er isch im Näbel dä Bärg ufegfahre wie dr Blitz.
Und wider emol - wie in JEDEM Restaurant wo'n i bi go ässe - bin i dr
einzig Bsuecher gsi bi de Quelle. Irgendwie isch glaub do Näbesaison.
Jedefalls isch es herrlich gsi im Näbelwätter im heisse Wasser go
plansche. Und zuefälligerwys han i denn dört no d'Anja us Israel wider
troffe, mit ihre han i in San Marcos die schöni Unterkunft teilt.
Schliesslich sind denn doch no es paar anderi Badegäscht cho und ich ha mi
vo mim Ralley-Pilot wider ins Tal lo abekutschiere.
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Guatemala
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2. Juni 2006
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Abseits!
Nei, das Mol goht's nid ums "Abseits" im Fuessball, sondern
um mini Erfahrige in dr Region Ixil, wo sich wyt absits befindet.
Nach Xela bin i also wyter Richtig Zentralguatemala, in dä Teil vom
Hochland, wo nid eso dicht bevölkeret isch wie dr Gürtel Atitlan-Xela.
Mit em Chickenbus bin i bis Santa Cruz de Quiché und vo dört mit em
Microbus ufe in'd Hügel nach Nebaj. So'n e Fahrt imene Microbus
isch ziemlich speziell, drum han i em Thema "Verchehr im Hochland" e
eigene Bytrag gwidmet.
Jedefalls bin i denn irgendwenn in Nebaj acho. Das isch es grössers
Dorf z'mittst in de schöne bewaldete Hügel. S'Dorf sälber isch keis Bijou,
es git abgseh vom Alltagsläbe vo dr Bevölkerig nüt z'gseh. Tourischte
het's villicht 2 oder 3 gha. Die Yheimische sind vo dr chleinschte
Bevölkerigsgruppe vom Land, de Ixil-Maya. Sie rede dört au ihri eigeni
Ixil-Schprooch, die wo spanisch chöne, rede's au nur als Fremdschprooch.
D'Meitli und d'Fraue träge alli ihri traditionelle Chleider - egal ob am
Suntig im Park, bim Basketballschpiele uf em Pauseplatz oder bim Schaffe
uf em Fäld. D'Buebe und d'Männer trage "normali" Chleider; T-Shirt und
Jeans oder so.
Mis gröschte Erläbnis isch e 2-tägigi Wanderig gsi, wo'n i mit emne
yheimische Füehrer gmacht ha. Mir händ unter anderem 2 typischi
Maya-Dörfli in dr Umgäbig bsuecht. Siedlige wo einzig durch e längere
Fuessmarsch erreichbar sind, ziemlich isoliert vom Räscht vo dr Wält.
D'Kultur vo de Ixil-Maya het dört nur wenigi Yflüss vo usserhalb erfahre
und s'Läbe isch praktisch no glych wie vor es paar hundert Johr.
Wo mer im Dorf Xeo acho sind, sind d'Chinder an Wäg anegschtürmt,
händ mit em Finger uf mich zeigt und "¡Gringo, Gringo!" gschroue. Das isch
doch sehr speziell gsi! Es het vielfältigi Reaktione uf mis Uftauche geh:
viel Neugierde, Freud, aber au einigi skeptischi Blick, Chinder wo vor
Angscht wäggrennt sind und Müeter wo ihri Chinder ins Huus gnoh händ.
S'Misstraue isch verschtändlich, schliesslich sind in dere Gegend vor ca.
5 Johr es paar Chinder vo Wisse entfüehrt worde.
Wo'n i denn emol mini Kamera zückt ha, händ alli afo kreische und sind
drvo grennt. Ha es paar bösi Blick g'ärntet und e Bueb het mi mit emne
Stock welle yschüchtere. "Aha, das händ sie also nid so gärn..." Jä guet,
denn halt keini Föteli vo de Lüt, oder nume im Verschteckte.
Ich ha denn in Xeo bi'n ere Familie z'Mittag g'ässe. Seeehr
ydrücklich, wie'n e Reis mit dr Zytmaschine! S'Huus isch eifach e
Brätterschlag mit emne Wällbläch obedruf. im Garte wacht dr Hund, es
wachst s'Gmües, es gackere d'Hüehner und es grunze d'Säuli.
D'Wohnig beschtoht us eim Ruum: zum choche (am offene Füür), ässe,
schloofe (ufe emne ufbockte Brätt mit es paar Deckene) und d'Hüehner sind
eim au zwüsche de Bei duregsecklet. S'Ässe isch sehr eifach gsi:
Mais-Tortillas und so'n e Art Suppe mit irgendwelche grüene Pflanze und
emne kochte Ei drin. Isch nid emol so übel gsi. Wo'n i gseh ha, was für
unidentifizierbari Tierteili überem Füür g'hange sind, bin i no froh gsi,
dass mis Ässe vegetarisch gsi isch. Bim Getränk weiss i nid, um was es
sich ghandlet het: heiss, schliimig und im Gschmack undefinierbar. Ich
schätz mol, so'n e Art Getreide-Schlabber. Eigentlich will i's jo gar nid
wüsse ;-) Aber es isch ufkocht gsi, also bezüglich minere Gsundheit emol
nid schlächt. Die hygienische Verhältnis in somene Huus sind natürlich
suboptimal, mit so vielne Viecher, so viel Dräck und ohni Strom- oder
Wasserversorgig. Ich bi den gspannt gsi, wie mi Verdauigstrakt druf
reagiert. Aber ich mues säge: s'erschte mol sit 4 Wuche funktioniert dä
wider wie'n er sött - trotz (oder wäge?) de Mahlzyte bi de Ixil-Familie.
Jedefalls isch dä Ufenthalt bi dene sehr arme lüt üsserscht ydrücklich gsi!
Sie läbe in eifachschte Verhältnis und ihres Läbe isch unglaublich hart,
die schufte dr ganzi Tag.
Nach wytere 3 Schtund Ufschtieg sind mer denn im zweite Dorf, in Cotzol
acho. Dört sind d'Reaktione vo dr Bevölkerung praktisch usschliesslich
positiv gsi. Am schönschte sind immer d'Reaktione vo de Chinder, die sind
so ehrlich, diräkt und sie zeige viel dütlicher was sie empfinde als die
Erwachsene.
Zum übernachte händ mer e Ruum für uns gha, wo mer Hängematte ufgschpannt
händ. Wo'n i mi probiert ha z'erhole, sind denn natürlich d'Chinder vom
Dorf cho yneluege, sie händ alli welle dr "Gringo" gseh. Ich ha denn
d'Idee gha, das ich se mit em Fotiapparat chönnt vertriibe. Tja, het voll
nid funktioniert! Die Kids händ e Schissfreud gha, händ alli welle
fotigrafiert wärde, und nomol, und nomol und nomol. D'Tatsach, dass me
d'Föteli uf em Display grad cha aluege, het's natürlich au nid besser
gmacht... Aber es isch härzig gsi.
Z'Nacht isch denn wider unter gliiche Umschtänd gsi wie z'Mittag. Au
s'Ässe isch s'gliiche gsi, usser dass es zuesätzlich no chli Teigware in
dr Suppe gha het, aber hey: al dente, im Fall! Also besser als die
mantschige Spaghetti in de meischte Restaurants!
Nach em guete Schloof in dr Hängematte han i denn bin ere andere Familie
z'Morge gnosse. S'Ässe isch wieder s'glyche gsi. Schynt also so'n e Art
Standard-Menü z'sy. Und denn isch es wider Höger durab und duruf gange,
bis mer am Nomittag wider in Nebaj acho sind.
Jo, au das wider es Erläbnis wo nid zu de blödschte Sache ghört, wo'n i je
gmacht ha. Guet so!
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Guatemala
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5. Juni 2006
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la hora oficial
E Kuriosität in Guatemala betrifft d'Uhrzyt. Do het me
nämlich in däm Johr zum erschte mol sit 15 Johr wieder d'Zyt uf Summerzyt
umgschtellt.
Praktisch die ganzi Bevölkerig findet das bescheuert und gseht kei Sinn
drhinter. Ich ha's scho es paarne probiert z'erkläre, aber überzügt sind
sie nid. Drby wird's do au mit Summerzyt bereits am achti dunkel - also
ich find d'Umschtellig ziemlich sinnvoll. Die meischte Lüt händ au kei
Ahnig, dass es in wyte Teil vo dr Wält üblich isch, dass me d'Zyt
umschtellt. So sind sie denn au sehr erschtuunt gsi: "¿Ah si, no hay sólo
en Guatemala?"
S'blöde isch jetzt nume, dass die Zytumschtellig vo viele Lüt schlicht und
eifach ignoriert wird. E grosse Teil vo dr Bevölkerig bruucht die
offizielli Zyt eh nid z'kümmere, sie läbe wyter wie vorhär, nach ihrer
bishärige Uhrzyt. Folglich weiss me nie, um weli Zyt es sich handlet, wenn
me öppis abmacht oder e Zytagob bechunnt: isch das jetzt die umgschtellti
Zyt oder die bishärigi?!?
Wo'n i zum Bischpiel in San Pedro ha welle wüsse wenn denn
s'ledschte Boot vo Santiago zruggfahrt han i zur Antwort becho,
dass es am fünfi sig, aber sie wüss halt au nid, ob am fünfi nach
bishäriger Zyt oder am fünfi 'hora oficial'. "Sabe, ahora hay dos horas en
Guatemala" (Wissen Sie, im Moment gibt es zwei Uhrzeiten in Guatemala").
Wie wohr, wie wohr!
Und au uf mi Füehrer für d'Wanderig in Nebaj han i wie abgmacht am
07:30 vergäbe gwartet. "¡Ah no, la hora oficial!" het er denn gmeint, wo'n
er fascht e Schtund schpöter uftaucht isch...
Dass dört im Hochland d'Zytumschtellig egal isch, han i denn au
verschtande, nachdäm i die Dörfli bsuecht ha. Dört schtoht me uf wenn dr
Güggel chreiht und goht go schloofe, wenn's dunkel isch. Wär bruucht do
scho la hora oficial...?!
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Guatemala
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5. Juni 2006
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Verchehr im Hochland
S'Verchehrswäse in
söttige Länder isch jo immer es intressants Thema. Ganz bsunders dr
öffentlichi Verchehr in so abglägene Gebiet wie in dr Region Ixil.
Scho mini erschti Fahrt het mi prägt: im Microbus vo Quiché nach
Nebaj. E Microbus isch eifach es Toyota-Büssli. Und wär so eis het,
verdient si Läbensunterhalt drmit, dass er Lüt vo A nach B chauffiert.
Nachdäm mi Rucksack uf's Dach bunde worde isch, han i also mit de andere
Passagier druf gwartet, dass mer abfahre. Und das passiert denn, wenn dr
Fahrer findet, dr Bus sig voll. Und das widerum mues sich nid zwingend mit
em Ydruck vo unsereim decke, wenn mir s'Gfüehl chönnte ha, dass s'Büssli
voll sig. Mir verwöhnte Mitteleuropäer hege jo irgendwie d'Vorschtellig,
dass imene Fahrzüg so viel Lüt Platz finde, wie's Sitplätz het. Das isch
natürlich falsch, absolut falsch! Die Büssli händ nämli nume 14 Plätz
(exkl. Fahrer), und für das lohnt's sich jo nid z'fahre.
Uf minere erschte Fahrt isch dr hinteri Teil vom Fahrzüg scho mol durch
allerlei Gepäck und Ware vom Märt belegt gsi. Und im räschtliche Ruum händ
mer uns so sardinebüchsemässig ynezwängt, dass no 3 Lüt meh Platz gha händ,
als zu däm Zytpunkt drin gsi sind, wo'n ich fälschlicherwys gmeint ha, dr
Bus sig voll. Knapp usserhalb vo dr Ortschaft het denn dr Fahrer no 2
wyteri Lüt gfunde, wo au hätte welle mitfahre. "Tja, scho voll", han i
dänkt. "Locker", het dr Fahrer dänkt, und die beide Lüt sind au no
zuegschtiege. Aber das isch normal do, es händ alli Verschtändnis drfür,
niemer närvt sich, dass jetzt do no 2 meh drzuechöme. D'Mentalität isch
glaub viel weniger egoistisch als bi uns. D'Lüt dänke nid, dass es
unbequemer wird, sondern, dass halt die andere Lüt au in ihres Dorf müend
gfahre wärde.
Und denn hockt me also entstellt in däm Büssli, mit dr Täsche uf em
Schoss, irgendwelche fremde Bei zwüsche de Füess und de am Märt erworbene
Ziebele vo dr Sitznochberin im Gsicht, und me holperet eso dr Bärg duruf.
Z'säge isch no, dass d'Landbevölkerig tendenziell eher es unhygienischers
Läbe füehrt als unsereins, es duftet also au nid immer nur nach Roseblüete
uf sonere Fahrt. Und dr Landarbeiter uf dr andere Site het halt e harte
Tag gha uf em Fäld, sini Machete druckt mer uf e Hüftchnoche, e chli
schtaubig und dräckig isch er halt scho worde bim Schaffe, und si Schweiss
wird zu mim Schweiss. So zämepfercht und duregschüttlet wird's au bald e
chli heiss, do han i mi no glücklich chönne schätze dass die Frau hinter
mir zwüschedure e Hueschte-Afall gha het, das git e schön chüehle Nacke...
Als Tüpfli uf em "i" isch denn no die musikalischi Untermalig drzuecho. Em
Fahrer sini Lieblings-CD isch e grotteschlächti Dancehit-Compilation gsi.
Ich bi mir nid ganz schlüssig worde, ob jetzt Modern Talking schlimmer gsi
isch als "There's a party" vo eusem gliebte DJ Bobo... und das am Arsch vo
dr Wält...!
Ich ha eigentlich mit ere Halbschtund Fahrt grächnet, wül i eh kei Ahnig
gha ha, wie wyt wäg das Nebaj isch. Schliesslich sind's denn volli
2 Schtund gsi. Aber me mues au s'Positive gseh: S'Erläbnis vom Acho isch
viel erfreulicher und intensiver wenn me so zämepfercht fahrt!
Sit denn han i no einigi Fahrte meh per Microbus unternoh. Und es isch
also immer in däm Stil gsi. Dr Rekord hämer gha mit 24 Lüt in somene
Microbus, die umghänkte Chleichinder nid mit ygrächnet. Also, wenn dir
wider emol so'ne Toyota Hiace gsehnd, so schtellet euch mol 24 Lüt drin
vor...!
Es cha au passiere, dass me irgendwelchi Chinder uf d'Schoss pflanzt
bechunnt, e Sack Härdöpfel oder e Chorb mit emne Güggel drin. Find i no
speziell.
Ei mol händ mer au s'Resärverad verlore unterwägs, s'Büssli ligt halt e
chli tief mit so viel Lüt, und d'Schtroosse sind sälte ebe. Bi jedefalls
froh, dass sich d'Fahrer mit em Fahrverhalte vo de überladene Fahrzüg uf
de schlächte Bärgschtroosse nie verschätzt händ. Das wär wohl keis
schpassigs Gepurzel gsi...
D'Schtroosse im Hochland sind, wie erwähnt, au nid die beschte. Eigentlich
verdiene sie die Bezeichnig gar nid. Sie unterscheide sich vom Gebiet näbe
de Schtroosse eigentlich einzig dodurch, dass es uf de Schtroosse keini
Bäum und Gebüsch het. Immerhin! Es het Schteibröcke bis zun dr Grössi vo
Wassermelone und Löcher wo me guet und gärn e unbeliebti Schwiegermueter
chönnt verschachere.
Also wenn öpper däm arme Land will Gäld schpände, wieso nid emol für
befeschtigti Schtroosse im Hochland? Also ich ha Momänt gha, wo'n i das
seeeehr sinnvoll gfunde ha...!
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Guatemala
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5. Juni 2006
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Kulinaritäte
Was bim Reise jo au immer zu de Bsunderheite ghört, isch
s'Ässe.
Mir schmeckt eigentlich die guatemaltekische Cuisine ganz guet, au wenn
sie nüt bsunders isch: Bohne, Härdöpfel, Platanos, Eier und Mais-Tortillas
mit chronischem Salzmangel sind d'Hauptkomponänte. Und denn git's
natürlich au diversi anderi Gmües, Fleisch bzw. hüfig Poulet.
Nachdäm ich während mim Familieufenthalt in Antigua s'eifache
guatemaltekische Ässe gnosse ha, bin i sithär meischtens in Restaurants
z'Gascht, wo'n e erwyteriti Menücharte füehre. Me wird denn immer wider
drzue verfüehrt, mol öppis anders als die lokale Schpiise z'bschtelle.
Allerdings isch es eso, dass nid alli lokale Chöch grossi Meischter in dr
internationale Chuchi sind.
Wenn aber es Restaurant e internationale Ydruck macht, cha sich's durchus
lohne, mol öppis bsunders z'bschtelle. So bin ich zum Bischpiel sehr
erfreut gsi, in Xela es feins italienischs Restaurant gfunde z´ha.
Mit emne italienische Patrone, mit autentischem Ambiente und italienischem
Wy. Und s'Ässe isch ganz fein gsi, wenn au es Spürli weniger italienisch
als bi söttige Restaurants in dr Schwiz. Aber Guatemala isch schliesslich
au es Spürli wyter ewäg.
Es anders mol han i imene eifache Bistro dr Fehler gmacht und Spaghetti al
Pesto bschtellt - die schlächtischte Teigware wo'n i je gha ha! Ich ha jo
kei Ahnig gha, was me bi Spaghetti alles cha falsch mache, unglaublich!
Geschter han i uf ere Schpiis-Charte "Fondue" gseh, also es isch Fondue
Chinoise gsi. Aber ich ha's denn nid probiert. Stattdesse han i
d'"Enchillada suiza" gnoh, het mi wundergnoh, was das schwizerisches isch.
Es isch denn eifach e Enchillada gsi mit viel Chäs druf. Aha, suiza! Aber
isch fein gsi.
Was mir do ässenstechnisch am beschte passt, sind die feine früsche Frücht!
Nid die gschmacklose tüüre Dinger wo me in dr Schwiz cha chaufe, sondern
s'gliiche eifach mit Gschmack und quasi gratis: Banane, Papayas, Mangos,
Melone, Wassermelone, Orange und Ananäser. Und denn cha me das Züüg au an
jedem Egge in Form vo früschpresstem Saft ha oder in jedem Café als Shake
mit Milch oder Joghurt. Superb! Do weiss i scho jetzt, dass i das wird
vermisse.
Uf was d'Lüt vo do sehr stolz sind, isch ihre Kaffi. Er söll zu de
wältbeschte ghöre. Leider isch das wo me vorgsetzt bechunnt meischtens
soso-lala bis mittelprächtig. Ich dänk mol, dass sie die beschte Bohne
händ, aber kei Ahnig, wie me se richtig röschtet. Aber es git au Ort, wo
dr Kaffi würkli super isch, zum Bischpiel in däm Hostal, wo'n i jetzt grad
bi. Und drum blyb i grad no 2 Täg länger!
S'schöne bim umereise isch, dass me an jedem Ort wider uf irgendöppis
saufeins schtosst: z.B. s'Bananebrot in Antigua, dr
Macadamia-Chueche in San Marcos, die Heissi Schoggi Melange in
Xela oder d'Rüeblitorte do in Cobán.
Was mi bsunders komisch dunkt, wenn i gang go ässe, isch, dass es
praktisch überall meh Restaurants het als Gäscht. Also hüfig bin i dr
einzig Gascht imene Lokal während anderi Beize ganz leer sind und die 3
Agschtellte die ganzi Zyt Dümli dreie. D'Arbeits-Chräft sind do halt
eifach sehr günschtig, aber ob me mit eim Gascht pro Tag dr Betrieb cha
finanziere? Bi Priise vo Fr.5.- für es aschtändigs Menü? Naja, isch do
halt eso...
Drfür wird me scho sehr früeh zum Lokal usegheit. Es chunnt also vor, dass
me am 20:30 bschtellt, am 20:45 s'Ässe bechunnt, am 21:00 die erschte
Schtüehl uf die räschtliche Tisch gschtellt wärde, am 21:15 ungfrogt
d'Rächnig chunnt und am 21:20 dr Chällner frogt ob er söll es Taxi
bschtelle...
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Guatemala
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5. Juni 2006
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Erläbnis Bankwäse
Gäld z'bsorge isch
jo grundsätzlich nid bsunders schwierig wenn me US-Dollars,
Traveler-Cheques, es VISA- und zwei Maestro-Chärtli het. Aber trotzdäm
git's immer wider Situatione wo eim überrasche, vor allem wül me sich's us
dr Schwiz e chli anders gwöhnt isch.
Zum Bischpiel d'Bancomate. Es het do würkli in fascht jedem Kaff
mindeschtens eine. Aber die meischtverbreitete Maestro-Automate akzeptiere
keini schwizerische Maestro-Charte. Drfür het's anderi Maschine, wo nume
sötte mit VISA funktioniere, und die verweigere mir Zuegriff uf mis
VISA-Chärtli, drfür gäbe sie mir gärn Gäld vo dr Maestro-Charte.
Und denn git's no dr manipulierti Bancomat in Antigua. Dä schaffts
irgendwie, s'Bankchärtli z'scanne, und denn cha irgend e Gauner (wohrschynlich
eine wo bi dere Bank agschtellt isch) es Duplikat vo dere Charte mache,
und Gäld bezieh! So isch die einti Schuelkollegin um 6'000 US-Dollar
betroge worde, und mi Füehrer vo dr Acetenango-Tour um 1'500 Dollar. Und
das ohni öpperem dr PIN z'zeige oder irgendwas falsch z'mache.
Unglaublich, oder nid?!
Ha mi mol mit minere Bank in dr Schwiz in Verbindig gsetzt. Sie kenne also
die Problem, aber wül Lüt vo innerhalb vo dene Banke beteiligt sind,
chunnt me nid drhinter was lauft. S'einzige wo me cha mache, isch
regelmässig dr Kontoschtand prüefe und falls nötig sofort s'Chärtli
sperre.
Und ich ha immer gmeint d'schwizer Banke sige Räuber...
Scho fascht filmrif isch s'Erläbnis vom Ylöse vomene 50$-Traveler-Cheque
in dr Bank vo Nebaj gsi. In dere Bank schynts üblich z'sy, dass
d'Chunde nid nochenand sondern mitenand bedient wärde. S'ewige Getippe vo
dr Bankagschtellte wird also mehrmols für es paar Minute unterbroche zum
de Wünsch vo andere Chunde grächt z'wärde. Zudäm sind zum Ylöse vo däm
Cheque 3 Telefonat nötig, sowie d'Hilf vomene Kurier wo irgendwohie goht
mi Pass go kopiere und irgendwelchi Formular bsorge. Und schliesslich het
sie sogar no d'Schribmaschine us em Schränkli gholt, zum au uf däm Grät no
chli in'd Taschte z'haue.
Und nach läppische 55 Minute han i denn mit 3 Formular in de Händ an
Schalter dörfe mis Gäld go in Empfang neh. :-)
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Guatemala
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5. Juni 2006
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¡La Copa!
S'ultimative Thema isch natürlich au do "La Copa Mundial" -
D'Fuessball-WM! Egal an welem Ort, egal mit wäm, schpötischtens nach es
paar Minute isch s'Gschpröch bi dr "Copa". Au wenn sie international kei
grossi Rolle schpiele, sind d'Guatemalteke - wie wohl alli Latinos -
extrem fuessballverruckt.
Obwohl d'WM z'Dütschland isch bin i also au do z'mittst drin. Jede Tag
schtoht in de Zytige wo und wie sich weli Mannschaft vorbereitet und dr
üblichi Tratsch. So het dr Journalischt us Weggis täglich brichtet, was dr
Ronaldinho und sini Kumpane grad eso tribe.
Und wenn's denn in es paar Täg losgoht, wird i wohl immer irgendwo e
Färnseh finde und e Hufe Lüt, wo sich drumume schare. Nume d'Euphorie um
d'Schwizer Mannschaft wird do wohl es bitzeli bescheidener sy...
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Guatemala
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7. Juni 2006
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Cobán
Nach wytere sehr holprige Fahrte dur e sehr schöni
Landschaft in sehr überladene Fahrzüg bin i in Cobán acho.
Ich bi do nüm ganz so in dr Höchi wie bishär. Es isch also scho es bitzli
heisser und d'Moskitos sind scho es bitzli grösser. Wenn ich denn morn in
die tieferglägeni Dschungelregion gang, wärde Luftfüechtigkeit, Hitz und
d'Moskitos wohl no dütlich grösser.
Do in Cobán han i an mim erschte Tag überhaupt kei Tourischt gseh,
was mi denn scho chli irritiert het, schliesslich bin i do wider an emne
Ort wo uf dr Landcharte und in de Reisefüehrer drin isch. Ha denn dä
Sunntig ganz "tranquilo" verbrocht, mit Umesitze im Park, Zytigläse und
Shopping. Zum unter dr yheimische Bevölkerig, wo am heilige Wuchetag
jewyls die schöne Sunntigs-Chleider treit, nid schlächt ufzfalle, han i
mir denn wider emol d'Schueh lo putze und poliere. Das isch in Guetemala
üblich, und es git au in jedem Kaff dutzendi vo Schuehputzer wo im Parque
oder uf dr Plaza für 35 Rappe dä Dienscht abiete.
Es isch scho fascht e chleinere Kulturschock, wenn me vo de
Hochland-Dörfli dohie chunnt. Es isch zwar au nume es chleises Schtädtli,
aber d'Fraue händ keini traditionelle Chleider meh a, alles isch
zivilisiert und usserdäm het's es grosses modärns Ychaufszentrum nach
amerikanischem Vorbild, wie'n i's in däm Land nonig gseh ha.
Am nöchschte Tag han i denn doch no einigi Touris gseh. Unter andrem han i
zwei Schwizerinne troffe, wo im glyche Hostal unterbrocht sind. Das Hostal
isch wunderwunderschön, und dütlich edler als mini ledschte. Do wärde
d'Zimmer täglich puzt, es het heisses Wasser und sogar WC-Papier! Dr
Innehof isch e Oase mit Orchidee, tropischem Gepflänz und umeschwirrende
Kolibris. Und s'Ässe isch au sehr guet. Es choschtet halt eifach alles e
chli meh, aber me mues sich jo zwüschedure öppis gönne.
Nach ihrem Fürobe händ uns denn die Agschtellte vom Hostal gfrogt, ob mer
nid au no mit ihne chli in Usgang wänd. (Natürlich isch die Yladig eher
wäge de beide Chicas z'Schtand cho als wäg mir, aber isch jo glych.) Uf
jede Fall sind mer denn zu dene 7 Guatemaltecos ins Auto gschtiege und
händ uns lo überrasche, wo mer hiegönd. Nach es paar Bier isch denn "Futból"
agseit gsi, allerdings nid zum luege, sondern zum schpiele. In ere durchus
aschtändige Fuessballhalle isch denn 5 gege 5 gschuttet worde. Ha mi lo
überschnuure, dass i au mitmach, trotz eher unpassende Chleider. Es isch
sehr schpassig gsi. Bi zwar nach dere Schtund ziemlich uf dr Schnuure gsi,
ha Blootere an de Füess gha und zuedäm het mis Team verlore. Aber au wenn
i bi wytem nid dr beschti Schpieler uf em Fäld gsi bi, han i doch
wenigeschtens eins vo unserne 5 Goal gmacht.
Für am nöchschte Tag händ mer e Tour buecht gha, für das sind denn halt
die neue Blootere an de Füess chli blöd gsi. Und au dass mer nochhär nid
ins Hostal zrugg-chauffiert worde sind, sondern in irgend es Lokal, isch
bezüglich em Früehufschtoh chli suboptimal gsi.
Die beide Guatemaltecos, wo uns wytergschleppt händ, sind ganz glatti Type
gsi, und mir händ's no super gha. Dr einti isch vo dr Reception gsi, dr
anderi dr Füehrer vo unserer Tour vom nöchschte Tag. Schliesslich händ mer
no schtundelang gschwätzt, trunke und tanzt. Vor allem trunke - das söll
jo au wichtig sy nach em Sport. Und Schlussändlich sind mer knapp nach em
04:00, nach wytere 12 Liter Bier ins Hostal zrugg. 3 Schtund bevor dr
Wecker wider glütet het.
D'Tour am nöchschte Tag isch trotz Schloofmangel, Kater und Blootere ganz
guet usecho. Mir sind nach Semuc Champey, dört het's e schöne Wald
mit Affe uf de Bäum und e schöne Fluss. D'Bsunderheit isch, dass sich bi
däm Fluss natürlichi Pools bildet händ mit türkisfarbigem Wasser und
chleine Wasserfäll drzwüsche. E schöne Ort zum go bade und zum sich
entkatere. Und aschliessend sind mer no in dr Tropfschteihöhli vo
Lanquin go umechlättere.
Natürlich händ's mir 3 SchwizerInne mit eusem Füehrer ganz schpeziell guet
gha. Und die andere Lüt vo dr Gruppe händ sich ame gfrogt wohär all die
Schprüch chöme.
Zrugg im Hostal het's denn numeno Z'Nacht und s'Bett geh. Aber es isch so
witzig, sit em Schüttele dr Kumpel vo sämtliche Hostal-Agschtellte z'sy.
Nach em Schulterchlopfe vom Rezeptionischt schnäll in d'Restaurant-Chuchi
go Schprüch chlopfe, uf em Wäg zum Zimmer chli schwätze mit däm wo dr Bode
putzt und bim Ässe sowieso "Miguel" do und "Miguelito" dört, Handschüttle
vo de Chällner, und die fuule Schprüch vom Choch bim Verbylaufe...
Do het's eifach ganz tolli Lüt, und es isch bsunders toll, wenn me se chli
cha kennelerne. Europäer trifft me überall, aber d'Guatemaltecos halt nume
do.
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Guatemala
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19. Juni 2006
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Sändepause
So, es isch einiges passiert in dr Zwüschezyt. Ich ha
unterdesse Guatemala hinter mir gloh und bi in Honduras. S'Land schynt e
chli ufgruumter und zivilisierter z'sy als Guatemala. Regelmässige Räge
schynt's do an dr Karibik au nüm z'geh und drum bin i nüm so in de
Internetkaffis. Usserdäm bin i momentan immer chli beschäftigt mit Bade,
Fuessball-Luege, Parties und Tauche. Ich schrib denn mol wider meh und
zeig d'Föteli, wenn's wüescht isch...
Also, nume churz:
In dr Dschungelregion Petén bin i die ydrückliche Mayatempel vo
Tikal go aluege, ha mi im Dschungel vo Affe lo abrülle und mi vo
Moskitos lo frässe. Und es isch e ziemlich chläbrigi Sauhitz gsi.
Nochhär bin i zur guatemaltekische Karibik-Küschte. Dört isch alles
komplett anders als im räschtlich Land: d'Lüt sind schwarz und rede e
kuriosi Karibik-Schprooch. Es het viel Rastas und völlig anderi
Umgangsforme, es isch wie Jamaica.
Unterdesse bin i uf dr hunduranische Karibik-Insle Utila. Do mach i
grad mis "Open Water"-Tauchbrevet, villicht hänk i denn no s'"Advanced" a,
schliesslich isch das dr billigschti Ort zum lerne Tauche, und
d'Unterwasserwält isch genial! Ich bi do am zweitgröschte Koralleriff vo
dr Wält, d'Unterwasserlandschaft haut eim us de Socke, s'Wasser isch
türkis und fascht unändlich klar.
An d'Hitz han i mi scho fascht gwöhnt. An söttige Ort sind nid nume
gschlosseni Schueh und Fleece-Jagge Balascht im Rucksack, me bruucht
eigentlich überhaupt nüt usser de Badhose, em Necessaire und em
Portemonnaie. S'Läbe beschtoht hauptsächlich us Bade, Tauche und Parties.
Ich gib do also sicher chli meh Gäld us als vorhär in Guate, aber das isch
scho rächt so. Do uf dr Insle isch au alles grod nomol langsamer als uf em
Feschtland, und denn halt no die viele Fuessballschpiel wo eim zwüsche'n
em achti am Morge und am vieri am Nomittag so viel Zyt raube. So gönd
d'Täg schnäll verby. Ich blyb wohl no öppe e Wuche do.
Ich bi jetzt mit zwei Israelis unterwägs und me trifft sich au schtändig
mit de Lüt wo me scho an andere Ort kenneglernt het. Es gönd halt alli
chli an die glyche Ort und me kennt sich unter de Reisende.
D'Schwiz vermiss i also im Momänt härzlich wenig. Höchschtens
d'Fuessball-Euphorie! Uf dere Party-Insle bin i fascht dr einzig, wo am
achti ufschtoht zum verkateret Schwiz-Togo z'luege. Zum Glück isch denn dr
Korea-Match am zwei am Nomittag, denn sind d'Lüt wach.
Also, mues go Z'mittag ässe, und usserdäm het grad e Match agfange...
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Guatemala
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8. Juli 2006
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Guatemala-Retrospektive
Ha zwar Guatemala scho vor emne Zytli hinter mir gloh, aber
wül ich nie meh drüber brichtet ha, hol ich das jetzt no noche.
Nach Cobán bin i also in Nordoschte vo Guatemala wytergreist.
D'Schtrooss dörthie isch s'holprigschte wo'n i bis jetzt erläbt ha: mit
wassermelone-grosse Schtei und entschprächend tiefe Löcher.
D'Microbus-Fahrt mit 4 Mol umschtriege isch denn so lang gange, dass es in
Santa Elena kei Bus meh nach El Remate gha het, wo'n i
eigentlich ha ane welle. Glücklicherwys het mi denn öpper die 30 km mit
sim Pickup mitgnoh, wie sich's ghört hinde uf dr Ladeflächi. Und so han i
au das gängige Verchehrsmittel mol usprobiert.
In dr Dschungelregion Petén isch es ca. 10° heisser als in mine
bishärige Reisegebiet, und ziemlich chläbrig-füecht. Statt Avocado-Bäum
het's vor allem Kokos-Palme. Usserdäm sind alli Insekte und d'Schpinne
öppe 5 Mol grösser als bi uns, und es het au ziemlich viel drvo. Nach
Sunneuntergang isch bi de Schtroosselampe dr Bode voll zuedeckt vo
5cm-Chäfer, me lauft denn wie uf Popcorn: knirsch-knirsch...
Bi denn in El Remate e Dschungel-Spaziergang go mache und ha s'Läbe
am schöne türkisfarbige Lago Petén gnosse. Im Dschungel het's jo
sooo unändlich viel Moskitos gha! Und die händ sich au durch Repellent und
langärmligi Chleider nid drvo lo abhalte, mi z'frässe. Drfür han i dr
menscheleer Dschungel chönne erkunde, und ha Tucan und Brüllaffe chönne
beobachte. Die mache übrigens e sehr yschüchternde Lärm, tönt würkli nid
wie Affe sondern eher wie Tiger-Gebrüll.
Schliesslich bin i denn wyter nach Tikal, däm ultimative Highlight
vo Guatemala. Uf dr Fahrt dörthie bin i denn wider irgendwo schtecke blibe
und ha wider e Mitfahrtglägeheit bruucht. Schliesslich het mi e Armee-Jeep
die ledschte 17 km mitgnoh. Es isch immer guet, wenn me die Buebe kennt,
wo mit em Sturmgwehr uf em Pickup hocke und immer bös dryluege. Sie sind
denn schliesslich sehr fründlich gsi und händ mi bis in Garte vom Hotel
chauffiert.
D'Maya-Ruine vo Tikal sind denn sehr ydrücklich gsi. D'Pyramide
sind über es grosses Gebiet im Dschungel verteilt. Bi mol z'obe go luege -
praktisch ohni anderi Lüt - und denn am nöchschte Morge ab em 4:30, inkl.
Sunneufgang. Nid nume d'Tempel, au d'Dschungel-Szenerie isch super gsi.
D'Affe (Spider Monkeys) turne eim überem Chopf ume, me ghört
d'Grüschkulisse vo de viele Vögel und de Brüllaffe, und me gseht au sehr
viel intressanti Viecher wie Papageie, Nasebäre (oder sowas ähnlichs) und
ebe d'Affe. Nume e Jaguar oder es Krokodil han i nid z'gseh becho.
Nochhär bin i via Flores an Fluss Rio Dulce, mi go erhole.
Ich ha dört e tolli Unterkunft gfunde: e Asammlig vo Hüttli in dr
Fluss-/Sumpf-/Dschungellandschaft vom Rio Dulce. Alles super
ygrichtet und vo 3 Schwizer uf d'Bei gschtellt und g'managt. WM-bedingt
het's au e riesige Färnseh gha, und alles isch gschmückt gsi mit rote
Ballön mit em wisse Chrüz. E super Ort zum Fuessball luege!
Dört han i denn au die beide Israelis Kiki und Ariel zum zweite Mol troffe,
und sit denn bin ich mit dene beide am umereise.
Nach dr Bootsfahrt dr Fluss abe hän mer d'Karibik und dr Ort Livingston
erreicht. Dört isch alles komplett anders als im räschtlich Land: d'Lüt
sind schwarz und rede Garífuna, e kuriosi Karibik-Schprooch. Es het
viel bekiffti Rastas und es lauft an jedem Egge andauern Bob Marley. Es
sind komplett anderi Lüt und völlig anderi Umgangsforme als im räschtliche
Guatemala, es isch eher wie Jamaica. Einigi Lüt sind sehr unagnähm
ufdringlich und probiere eim schtändig uszneh.
Drum sind mir denn bald wyter Richtig Honduras...
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Guatemala
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9. Juli 2006
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Honduras-Retrospektive
Au Honduras ligt scho hinter mir, und es git drüber
z'brichte...
S'Land schynt im Verglich zu Guatemala chli wyter entwicklet und
zivilisierter z'sy. Alles isch ähnlich, aber doch liecht anders:
d'Schprooch, s'Schtroossebild, d'Lüt.... Und es git au keini richtige
Chicken-Büs. Zwar scho au die alte amerikanische Schuelbüs, aber ohni
bunti Bemolig und Schmuck, sondern eifach im originale gälb.
Usserdäm gilt Honduras als DIE Bananerepublik, d'Volkswirtschaft hängt
fascht usschliesslich drvo ab.
Als erschts sind mir also uf d'Karibikinsle Utila. Das isch e sehr
untypische Ort für Honduras, d'Bevölkerig beschtoht zum gröschte Teil us
schwarze Garífuna, und englisch isch genauso verbreitet wie spanisch. Es
isch e chleini Insle, ca. 15 km lang. Und dört isch d'Karibik denn würkli
so gsi, wie'n i mir se vorgschtellt ha: türkisfarbigs, fascht unändlich
klars Wasser, Palmeschtrand und alles isch tranquilo bzw. easy. Utila
ligt am zweitgröschte Koralleriff vo dr Wält, und gilt drum als
Tauchparadies - und zwar s'billigschte, wie me seit.
Und drum sind mir denn natürlich au go tauche. Ich ha s'Open Water
Tauchbrevet gmacht. Das isch superb gsi! Und es isch schwierig z'säge, was
s'beschte dra isch: s'Schwäbe im Wasser, d'Unterwasserwält mit de Koralle
oder d'Tier. Es isch wie im Aquarium; bunti Fisch in allne Farbe, Forme
und Grösse schwimme um eim ume. Und au Meeresschildchrot und Roche han i
gseh. Nume für d'Hai isch leider nid grad Saison gsi. Ich ha denn chli
Problem gha mit em Druck in mine Stirnhöhle oder so: bim Ufschtiege isch
mer immer Bluet us dr Nase in d'Maske gloffe, und ich ha nochhär über e
Wuche lang Bluet gschnützt. Aber unterdesse isch alles wider guet, und es
het sich definitiv glohnt! Ich ha denn wäge dene Komplikatione uf wyteri
Tauchgäng verzichtet. Mach villicht in Nicaragua wider es paar.
Näbscht em Tauche git's uf dr Insle vor allem Nüt-Mache, Parties,
Sunneschyn und zu unserer Zyt viel Fuessballmätsch. Und es isch
tatsächlich so, wie me's scho am erschte Tag ghört het: wenn me mol dört
isch, chunnt me fascht nüm wäg. Au mir sind denn schliesslich fascht 2
Wuche uf Utila blibe und händ d'Fähri erscht bim zweite Alauf
verwütscht. Me isch au chuum drzuecho, öppis us em Tag z'mache, bi dene
viele Fuessball-Schpiel wo eim zwüsche 8i und 4i so viel Zyt gschtohle
händ.
Aber am Schluss han i denn würkli wyter welle, es isch halt e chleini
Insle und es isch jede Tag s'glyche: die glyche Bars, die glychi Musig und
die glyche Lüt.
Uf dr Rückfahrt zum Feschtland sind mer denn no Züge von'emne bedrückende
Ereignis worde. Es het es schwer verletzts/chranks Meitli gha, wo mit dr
Fähri ans Feschtland transportiert worde isch. Ich weiss nid, was sie gha
het, aber es het gar nid guet usgseh; sie het ziemlich stark us dr Nase
und em Muul bluetet, het ghueschtet und gröchlet. Wül sich die arme Lüt
kei ordentliche Chranke-Transport chöne leischte, fahrt me halt eifach mit
dr normale Fähri. Sie isch also im normale Passagier-Ruum uf dr Bahre
gläge, wo wäge de Wälle duurend hi und här knallt isch, und het wohl rächt
glitte. Und sie het die anderthalbschtündigi Überfahrt schliesslich nid
überläbt, 5 Minute vor dr Akunft isch sie gschtorbe. Es isch sehr tragisch
gsi. Und am Hafe händ denn die Aghörige uf ihres Chind gwartet. Erscht wo
me dr zuedeckti körper vom Boot treit het, händ sie erfahre, dass sie's
nid gschafft het... Tragisch!
Die nöchschti Station isch den Copán Ruinas gsi. Das isch es
chleises härzigs Kolonialstädtli mit ere archäologische Maya-Fundstätt in
dr Nochberschaft. D'Maya-Ruine sind zwar ganz nätt gsi, aber mit de
Erinnerige an Tikal im Hinterchopf halt nume halb so spektakulär.
Uf em Wäg nach Nicaragua händ mer denn in dr Hauptstadt Tegucigalpa
no e Zwüschehalt yglegt. D'Stadt bietet usser Lärm, Gschtank und em
Verchehrs-Chaos nid sehr viel, isch halt e typischi latinamerikanischi
Millionestadt. Aber es het no e Nationalpark in dr Nöchi, und dä sind mer
denn go bewandere. Das isch allerdings chli enttüschend gsi: zwar het's e
sehr schöne Näbelwald, aber eifach keini Tier drin (usser Moskitos). Und
dr aprieseni 40-Meter-Wasserfall händ mer also au nid gfunde.
S'Highlight vom Tag isch wohl d'Panne mit em Bus gsi. Nach es paar Minute
Fahrt gits bim Afahre e Knall und es goht nüt meh. Dr Chauffeur und sini
Kumpane einige sich bim flueche uf ¨puta madre¨, näme s'Wärkzügchischtli
zur Hand und lige mol untere Bus. Nachdäm sie denn die brocheni
Atriebswälle näbe'n e Bus glegt händ, wird de Passagier klar, dass DÄ Bus
wohl nüm wyter fahrt. Warum dr Chauffeur no 15 Minute unter em Bus ligt
und mit Hammer, Zange und Schrubschlüssel hantiert und chlopft, weiss i
nid. Aber schliesslich gseht au er mol y, dass es ohni Wälle eifach nid
funktioniert, und organisiert e Ersatzbus...
Ebefalls zum Kapitel "Verchehr in Tegucigalpa" ghört unseri
Taxifahrt vom Busterminal ins Zentrum. Dr Taxifahrer het s'Prinzip vo dr
Einbahnschtrooss nid ganz verschtande und isch vo dr falsche Syte
duregfahre. Wül denn die Schtrooss immer änger worde isch, het's bim
dritte entgägekommende Auto halt dätscht. Glücklicherwys nume sytlich und
nid frontal. Au in däm Fall hilft flueche, und das wär's denn au scho gsi.
Hejo, wieso sött me nach em Unfall au ahalte solang s'Auto no fahre cha?
Es isch jo nume chli d'Syte ydruckt und dr Spiegel ab...
Ich bi denn no churz chli chrank gsi, was unsere Ufenthalt um e Tag
verlängeret het. Aber nochhär sind mer denn ändlich wyter nach
Nicaragua...
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Honduras
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10. Juli 2006
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León & Granada
So, ich bi also jetzt in Nicaragua. Das isch sogar im
Verglych zu Guatemala und Honduras es sehr es arms Land - s'zweitärmschte
in dr weschtliche Hemisphäre. Das merkt me aber nume zum Teil, vielfach
gseht s'Läbe und s'Tribe vo de Lüt ähnlich us wie in mine bishär bereiste
Länder. Me merkts aber an de extrem eifache Verhältnis uf em Land, an de
überall bruuchte Rosskutsche und an de viele Bättler und Schtroossechinder.
Nicaragua het e Gschicht wo mi fasziniert: d'Unterdrückig durch mehreri
Regime von'ere Diktator-Dynastie, dr übli Yfluss vo de USA (wie überall in
Zentralamerika), die erfolgrychi Revolution und dr Bürgerchrieg (bis
1990). Und d'Revolution läbt no immer! Sigs in dr Disco oder am Konzärt,
die beschti Schtimmig isch wenn die revolutionäre Lieder gschpielt wärde
(und sie wärde immer gschpielt!). Und die rot-schwarze Fahne vo de
Revolutionäre wäihe in León no immer über dr Stadt.
Unseri erschti Station isch denn au León gsi, d'Stadt vo de
revolutionäre Sandinista mit emne schöne Zentrum im Kolonialstil. Mir sind
denn scho am erschte Tag prompt an e Kundgäbig vo dr revolutionäre FSLN
anegloffe. Mit Fürwärk, Musig und Fahne isch dr Sturz vom Diktator und die
erfolgrychi Revolution vo 1979 gfyrt worde. Es isch no e ydrückliche
Ablick, und unsereins cha sich wohl nid vorschtelle, was Freyheit für
öpper bedütet, wo drfür so lang het müesse kämpfe. "¡Patria libre o muerte!"
Anderersyts het sich dr vergöttereti Ortega in de 90er-Johr denn au als
nid ganz 100%-ig suber entpuppt - Tja!
Wie au immer, León het mer guet gfalle, trotz dr sichtliche Armuet
isch es e schöni Stadt, und es het fascht keini Tourischte. Mir sind dört
no amene Live-Konzärt gsi: super Schtimmig. Schad händ mer d'Lieder nid
kennt, wär super gsi zum mitgröhle.
Unterdesse sind mer in Granada, dr Konkurränz-Stadt vo León.
Do isch es scho touristischer und d'Stadt isch meh useputzt. Drfür het's
au viel meh bättlendi Chinder. Aber schön sind sie ebe scho, die
Kolonialstädt mit em Zentrale Park, de Palme, de schöne Hüser und
Kathedrale!
Morn gön mer denn wohl Richtig Islas de Maíz, wider Insle in dr
Karibik wo me cha tauche und schnorchle :-)
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Nicaragua
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21. Juli 2006
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Islas del Maíz -
Corn Islands
So, ich bi vo mim 10-tägige Abschtächer uf die wyt
entfärnte Islas del Maíz zrugg. Ha mi vor däm Usflug vo mine
israelische Reisekumpane trennt und bi momentan wider meh oder weniger
allei unterwägs. D'Trennig het allerdings keini politische Gründ, sondern
isch eifach drum, wül ich uf die Insle ha welle, und sie sind diräkt nach
Panama. Falls es möglich isch, träffe mer uns nöchschtens in Costa Rica
wieder.
D'Reis zu dene Insle isch nid ganz eifach gsi, und sie het zweiehalb Täg
duurt. D'Fahrt per Nacht-Chickenbus nach Rama isch no ganz okay gsi.
Vo dört git's denn keini Schtroosse meh, wo wyter nach Oschte füehre, dr
Fluss isch dr einzig Verchehrswäg. Drum han i dört vom 3 bis am 6i müesse
uf es Boot warte und drby e extreeem schlächte mexikanische Film luege. Uf
dr Fahrt mit dene offene Schnällboot het me sich denn chönne entscheide,
ob me lieber vom heftige Räge durchweicht und uspeitscht will wärde, oder
ob me lieber probiert, sich chrampfhaft an ere Blache fescht-z'chlammere,
wo eim duurend gege'ne Schädel schloht. Die Bötli sind ebe scho rächt
rassig unterwägs - usser natürlich wenn uf halbem Wäg dr Motor kaputt goht,
wie das in mim Fall passiert isch. Und als Folg het denn die
70km-Flussfahrt au 5h statt 2h duurt und ich ha die längschti Zyt drmit
verbrocht, mi am ene andere Boot fescht-z'chlammere, drmit mir
mitgschleppt wärde (Hallo? Keis Seil an Bord?!?).
Bi denn jedefalls doch no nach Bluefields cho. Das isch es
ehemaligs Piratenäscht, wo sich sit denn offebar nie würkli
wyterentwicklet het: multikulti, düschter, dräckig und mit viele komische
Gschtalte. Und wie die isolierte Karibik-Ort in Guatemala und Honduras
isch's au do nid typisch zentralamerikanisch sondern kreolisch-karibisch.
Ha denn d'Nacht müesse dört verbringe - im schäbigschte Hotel vo minere
bishärige Reis.
Am nöchschte Morge bin i denn uf's Boot Richtig Insle. Und das Boot het
grockt! S'Meer isch nid würkli ruhig gsi, und d'2m-Wälle händ s'15m-Boot
ziemlich heftig gschüttlet. Mit em passende Soundtrack im Ohr han ich
d'Fahrt ziemlich gnosse (isch wie Achtibahn aber billiger), währenddäm bim
zweite Sturm öppe e Drittel vo de Passagier über dr Reiling ghange sind
und "d'Fisch gfüetteret" händ. Aber nach 5h isch es mir no so rächt gsi,
wo Land in Sicht cho isch: Big Corn Island.
Gross isch also au die grossi vo dene 2 Inseli nid: in 3-4 Schtund cha me
rundume laufe. Näbscht schöne, ziemlich einsame, Sandstränd mit Kokospalme
und türkisfarbigem Wasser het's au d'Möglichkeit zum Tauche geh. Und do
han i doch glatt drvo profitiert und bi mit emne ziemlich schräge
Guatemaltek go d'Riff aluege. Isch guet gsi, au wenn s'Meer no immer
ziemlich wild gsi isch und s'Bötli ziemlich chlei. Ha jedefalls erfreut
feschtgschtellt, dass Tauche au ohni Nasebluete und Chopfweh goht! :-)
Nach 2 Täg bin i denn wyter uf La Islita oder Little Corn Island.
Und die isch denn würkli chlei: chli meh als 1km lang und öppe e halbe
Kilometer breit. Es git keini Schtroosse, keini Motorfahrzüg, keis
fliessends Wasser und abgseh vo de Generatore (ca. 3h pro Tag) au kei
Strom. Drfür isch es DAS karibische Inselparadies mit würklich einsame
Palmeschtränd. Usserdäm het's e sehr härzlichi Multikulti-Bevölkerig und
Kokosnüss sowie Mangos an de Bäum, am Bode - im Überfluss.
Leider het's ziemlich viel grägnet und ich ha mini Zyt hauptsächlich mit
Umehange, Läse und Tauche verbrocht. S'Tauche isch würkli genial gsi!
Näbscht schönschte Koralleriff und de übliche bunte Fisch han i
riiiiiesigi Krabbe und monschtrööööösi Languschte gseh, sowie Roche und
tatsächlich 3 Haifisch. Und obwohl's e chleini Insle mit wenig Tourischte
isch, han i au einigi lässigi Lüt troffe. Wenn mer nid s'Bargäld usgange
wär, wär i wohl no chli blibe. D'Möglichkeit sich Gäld z'beschaffe git's
uf dene Insle nämlig nit.
Ich bi denn also zrugg uf Big Corn Island, und vo dört per Flugi uf
Managua - in nur wenige Schtund statt zweiehalb Täg. Allerdings bin
i denn dört am Flughafe vo'n ere fründliche Sicherheitsbeamte usenandgnoh
worde und ha mis ganze Gepäck müesse usenandbeinle und erkläre. Nach dr
erschte Halbschtund han i mi denn drmit abgfunde und ha mi sogar ziemlich
amüsiert. Sie het würklich alles welle gseh, und s'meischte sind Sache gsi,
wo sie no gar nie gseh het, und sich nid het chönne vorschtelle was es
isch. Ich ha denn des langen und breiten alles erklärt und au uf dutzendi
vo Froge Uskunft geh über mini Vergangeheit, mini Reiseplän und über
s'Läbe in dr Schwiz im allgemeine und im spezielle. Sie het denn e riesigi
Freud gha an mim Equipment, an mine Usfüehrige sowie an mine guete
Spanischkenntnis. Allerdings isch sie ziemlich verschrocke ab dr
Kakerlake, wo sich in mim Rucksack verschteckt gha het und bi dere
Glägeheit d'Flucht über e Tisch ergriffe het...
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Nicaragua
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29. Juli
2006
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Ometepe
Bevor i nach Costa Rica bi, han i z'erscht no welle die
grossi Insle Ometepe im grosse Lago de Nicaragua go bsueche.
D'Insle
beschtoht us 2 Vulkän, wo in dr Mitti zämegwachse sind, dr grösseri isch
ca. 1600m hoch, dr chleineri ca. 1300m.
Näbscht em Umehänge und ere Rundi mit em Chickenbus um d'Insle han i
wieder emol e Vulkan welle beschtiege. Es isch jo scho es Zytli här gsi,
sit i uf eine ufekraxlet bi. Wül ich mi im Nordteil vo dr Insle niedergloh
ha, han i beschlosse, dr nöcheri, nördlichi Bärg z'erklimme; das isch denn
also dr Vulkan Concepción gsi, 1600m Ufschtieg.
Ich ha denn e superguete und üsserscht sympathische Füehrer gfunde. Uf
eigeni Fuscht isch die Wanderig chuum z'mache, schliesslich git's nid
würklich Wanderwäg und e Beschilderig scho grad gar nid. Zuedäm het er mir
au sehr viel intressanti Viecher und Pflanze chönne zeige, Gschichte über
s'Läbe uf dr Insle verzelle und ich han ihn über d'Gschicht und die
politischi Situation vo Nicaragua usquetscht.
Währenddäm sind mir in 2 Schtund 1000m dr steili Bärg ufegsecklet, durch e
sehr dichte Näbelwald voller Papageie, Kolibris, Schmätterling, Eichhörnli,
Chröt und Brüllaffe. Au Pflanze han i ganz kuriosi und intressanti gseh.
Unglaublich, was für e Vielfalt vo Flora und Fauna sich uf dere Insle oder
sogar in däm Wald entwicklet het!
Wo mer denn us em Wald cho sind, händ mer müesse feschtstelle, dass
d'Wättersituation eher schlächt gsi isch: sehr windig und dr Gipfel in de
Wolke. Z'gföhrlich zum ganz ufe goh, und usserdäm au nid so lohnenswärt
wenn me d'obe kei Ussicht het. So simmer also nume bis 1000m, händ denn no
chli abgwartet und sind schliesslich us dr Chüehli wider dure Wald abe in
s'hitzige Flachland.
Es isch zwar au ohni Gipfel sehr schön gsi, aber irgendwie het mer
d'Rägesaison ebe doch wider e Schtrich durch d'Rächnig gmacht...
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Nicaragua
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10. August 2006
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Liberia / P.N.
Rincón de la Vieja
Dr riesigi
Unterschied zwüsche em arme Nicaragua und em relativ wyt entwicklete Costa
Rica het sich scho bim Gränzübertritt zeigt. Nach em normal-langwierige
Emigrations-Prozedere uf dr nicaraguensische Syte isch d'Immigration uf dr
Costa-Rica-Syte grad emol 10 Sekunde lang gange. Zack-Bumm, Schtämpel im
Pass - ohni dummi Froge, ohni Formular und ohni zahle.
Und es het sich denn schpöter au beschtätigt, was sich scho am
Gränzübergang und uf dr erschte Busfahrt abzeichnet het: Costa Rica isch
komplett anders als mini bishär bereiste Länder. Alles isch (relativ)
suuber und ordentlich, alles isch organisiert und funktioniert. Au die
arme Lüt wohne in Hüser und es git e Mittelstand mit schmucke Hüser und
dicke Autos. D'Ticos (=Costaricaner) schyne extrem fründlich, hilfsbereit,
offe und gschpröchig z'sy und händ fascht immer es Lächle im Gsicht.
Also alles super do! Usser villicht d'Tatsach dass es meh Tourischte het
(vor allem meh Amis, und öppis ganz neus: Familie) und dass alles es guets
Stück tüürer isch als im räschtliche Mittelamerika. An de Tourischteort
isch alles öppe 2 bis 3 mol so tüür wie z.B. in Guatemala. Aber drfür
git's jo do alli 100m e Bank mit funktionierendem Bancomat und me cha au
fascht überall mit Kreditcharte oder mit Dollar zahle.
Uf miner Reis vo Ometepe nach Liberia het sich mir es
französischs Pärli agschlosse, und isch denn au grad no chli in Liberia
blibe. Do ihres Änglisch no einiges schlächter gsi isch als mis (unterdesse
leider sehr ramponierte) Französisch, händ mer uns uf spanisch unterhalte,
was mir eigentlich viel besser passt als duurend mit allne Reisende
änglisch z'rede.
In Liberia het denn grad es 2-wüchigs Festival agfange mit Bars,
Restaurants, Discos, Chilbi, Live-Musig, Rodeo... die ganzi Region isch in
d'Stadt cho. Das isch denn würkli ganz glatt gsi, au wenn's eim vom viele
Bier und vo de Chilbibahne chli drümmlig worde isch und me am nöchschte
Tag chli Chopfweh gha het.
Und ich ha denn no Lüt wieder troffe, wo'n i vom Tauche vo dr Littele
Corn Island kenn. Dr einte isch denn leider no s'Täschli mit Gäld und
em Pass gschtohle worde, und ich ha se denn als Dolmätscher uf em
unändliche Poschtelauf zur Polizei und de dutzende zueständige Stelle
begleitet.
Am nöchschte Tag bin i denn - chli müed und nid ganz katerfrei - in
Parque Nacional Rincón de la Vieja. Dört gäb's wider e Vulkan wo me
relativ eifach cha beschtiege. Allerdings het d'Rägezyt e Beschtiegig scho
wider verunmöglicht. Dr Räge macht d'Pfad zu Bäch und d'Wolke näme eim
d'Ussicht. Es isch ganz kurioses Wätter gsi: jedi Schtund het's öppe 10
Minute heftigschtens gschifft und drzwüsche het d'Sunne gschune.
Und so bin i halt nid uf e Hoger ufe, sondern bi dur e schöni Wald all die
vulkanische Dampfquelle, Blubbernde Schlammlöcher, Lagune und Wasserfäll
go aluege. Isch jo au schön gsi!
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Costa Rica
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10. August 2006
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Playa Tamarindo
Es isch unglaublich, ich ha uf minere Reis bishär
tatsächlich no nie dr Pazifik gseh! Das han i natürlich müesse ändere, und
so bin i an d'Küschte vo dr Halbinsle Nicoya greist.
Als erschti Destination han ich mir Playa Tamarindo usgsuecht. Dört
het's zwar sehr viel Touris, vor allem viel amerikanischi Surfer, aber
drfür lauft e chli öppis.
Tatsächlich het's ganz aschtändig grossi, brächendi Wälle und dutzendi,
wenn nid hunderti vo Surfer. Das isch jo nid eso mini Wält, aber
zumindescht han i mit mine "Wavesick"-Klamotte irgendwie ins Bild passt.
Ha trotz em hoche Priisniveau es günschtigs Backpackers' gfunde mit ganz
viele glatte Lüt. Aber do ich nid bi go surfe und dr Strand nid bsunders
schön gsi isch, han i e Beschäftigung müesse finde. Eigentlich han i dört
welle de Leatherback-Schildchrote bim Eierleg-Spektakel go zueluege, aber
die händ grad nid Eierleg-Saison. Und so han i halt gmacht, was i in
söttige Fäll immer mach: ich bi go tauche!
Und das isch also nid die dümmschti Entscheidig gsi, au wenn's dört es
Stück tüürer isch als no in Honduras oder Nicaragua. Ha bi dr Insle
Catalina dr definitiv ydrücklichschti vo mine bishärige Tauchgäng
gmacht. Dört cha me e steilwandige Canyon durchtauche wo ca. 4m breit isch.
Und me isch vo Haifisch (Whitetip Reef Sharks) umgeh. Es isch nid so, dass
me eifach es paar gseht, sondern sie sind duurend um eim ume. Es sind zwar
keini monschtrös grosse, aber mit bis zu 2m doch ganz aschtändig langi.
S'absolute Highlight isch aber erscht schpöter cho: e riesige Schwarm vo
ca. 40-50 Roche (Spotted Eagle Rays). Die händ guet über e Meter Spannwyti
und bewege sich synchron - es isch wie e Vogelschwarm. Und do isch me
zmittst drin, unglaublich schön! Es het an däm Tauchspot so viel riesigi
Fischschwärm, zum Teil au vo grosse Fisch, do wird's plötzlich dunkel und
wenn me ufe luegt gseht me numeno Fisch. Fantastisch!
Und denn natürlich no ganz viel anderi faszinierendi Tier-Begegnige, wo
aber im Verglych zu de Hai und em Rocheschwarm fascht nid erwähnenswärt
sind...
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Costa Rica
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10. August 2006
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Playa Sámara
Nach em tourischteüberloffene Tamarindo han i denn
es Stückli wyter südlich welle mis Glück im Schildchrotebeobachte
probiere. In Ostional het's
nämlig grad anderi Schildchröt im Eierlegfieber und die ströme denn
glychzytig zu abertuusende an Schtrand und lege ihri Eier. Das Spektakel
findet allerdings nume jede Monet, nämlig bi Neumond statt, jewyls 3-4
Nächt. Ich ha denn gmerkt, dass grad Neumond isch, und me het mer gseit,
dass sit 2 Nächt d'Schildchrot dr Schtrand stürme. Ich ha also no eine bis
2 Täg Zyt gha, die paar Kilometer nach Ostional zrugg z'lege, was
gar nid eifach isch in dere Region per öV. Grad zur Rägezyt isch eh jede
Fluss unpassierbar (hey Ticos, bauet doch eifach richtigi Schtrosse und
glägentlich es paar Brüggli...!!!) und Busroute entlang dr Küschte git's
keini.
Ich bi denn also früeh uf und ha e ziemlige Umwäg gmacht zum in eme Kaff
3h vergäblich uf e Bus nach Ostional z'warte. Wieso dä nie uftaucht
isch, het mir au niemer chönne säge, er isch halt eifach nie cho. Denn bin
i halt no wyter ins Landesinnere in dr Hoffnig, es gäb vo dört irgend e
Bus an'd Küschte. Und tatsächlich het's eine geh wo mi zumindescht in'd
Nöchi vo minere Wunschdestination brocht het. Nach wytere 3h uf holprige
Schtroosse im klapperige Bus han i müesse feschtstelle, dass me dört nume
mit eigenem Auto wyterchunnt, es git nid emol Taxis oder öpper privats wo
mi chauffiert hätt. Es isch denn eh grad dunkel worde und ich bi vo dr
9-schtündige Reis zu kaputt gsi für e Nachtexkursion an e unbekannte Ort.
Ha denn also wohl oder übel uf d'Schildchrote verzichtet, bi e Unterkunft
go sueche und am nöchschte Morge wyter nach Playa Sámara.
In Playa Sámara bi'n i froh gsi, dass es nid so viel Gringos gha
het wie in "Tamagringo", sondern eher Touris us Costa Rica und es
paar Europäer. Es het dört au e ganz aschtändige Schtrand gha und ich ha
chli mini Rueh gnosse, bi prächtigschtem rägefreiem Wätter.
Bi denn am zweite Tag mit em Velo chli dr Küschte entlang gfahre und ha in
Playa Carillo e Traumschtrand gfunde, wo'n i mini Hängematte
zwüsche de Kokospalme ha chönne ufhänke...
Und 30m näbe minere Hängematte het's e Bach gha, wo sich tatsächlich ganz
aschtändig grossi Krokodil tummlet händ. Das isch zwar (glaub) nid
bsunders gföhrlich, aber doch chli erschreckend, wenn me nid drmit rächnet
und denn plötzlich so'n es Riesviech im Bach gseht...
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Costa Rica
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10. August 2006
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La Fortuna / Volcán
Arenal
D'Fahrt zum Volcán Arenal isch denn nid in eim Tag
machbar gsi - zumindescht nid wenn me het welle usschloofe - was mer e
Übernachtig in eme unbedütende Kaff beschert het. Das isch denn aber ganz
glatt gsi, wül i dört dr Spanier Pepe wiedertroffe ha, mi Zimmerkumpan us
Tamarindo und d'Amerikanerin Alyson, wo'n i in Liberia
kenneglernt ha. D'Wält vo de Backpackers isch chlei, me trifft immer wider
Lüt wo me vo früehner kennt. Ame nach ere Wuche im nöchschte Kaff, ame
nach emne Monet, es paar tuusig Kilometer wyter...
Bi denn mit dene beide nach La Fortuna zum Volcán Arenal
wytergreist. Dört git's näbscht em aktive Vulkan (wo me übrigens us
Sicherheitsgründ nid cha beschtiege), emne Wasserfall und Tourischte nid
bsunders viel z'gseh.
Dr Wasserfall isch tatsächlich ganz schön gsi und s'Bade im schön chüehle
Fluss au. Aber dr Vulkan het sich in dr Nacht in de Wulke verschteckt. Das
isch chli schad gsi, wül me die rotglüehendi Lava nume in dr Nacht cha
gseh. Au bim zweite Alauf isch es denn z'obe bewölkt gsi und mir händ
d'Zyt am Ussichtspunkt mit ässe und trinke statt mit Lava beschtuune
verbrocht. Das isch au no ganz glatt gsi und ich ha jo scho e besseri
Lavaerfahrig in Guatemala gmacht gha.
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Costa Rica
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10. August 2006
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Sta. Elena &
Monteverde
Au in Santa Elena bim Nationalpark Monteverde
han i es Wiedergseh gha. Ich bi im glyche Zimmer glandet wie die beide
Italienerinne Benedetta und Raffaella, wo'n i vo de erfolglose Versüech
vom Lavabeobachte am Arenal kennt ha.
Und so sind mer denn zäme go dr Näbelwald und sini Tier beschtuune.
Z'erscht händ mer e Nacht-Tour gmacht, wo's Schlange, Fuultier, Agoutis,
Tarantle und viel Insekte z'gseh geh het.
Und au bi Tag isch dr Näbelwald sehr schön und voller Viecher. Näbscht de
Brüllaffe, wo me do in Mittelamerika hüfiger gseht als bi uns zB
Eichhörnli, het's au Totechopf-Äffli, e Unmängi an schöne bunte Vögel (seeehr
viel Kolibris) und viel intressanti Pflanze gha. Zum dr Wald nid nume vom
Bode us, sondern au uf dr Höchi vo de Baumchrone chönne gseh, het's im
Wald au Hängebrugge wo eim durch'd Baumwipfel füehre.
Die rasanteri Möglichkeit, dr Wald us dr Höchi z'erläbe, isch e sogenannti
"Canopy-Tour". Drby hangt me mit emne Gschtältli an ere Rolle wo ziemlich
schnäll amene Stahlseil entlangbraust. Die Seil sind bis zu 600m lang und
zum Teil fätzt me durch d'Baumchrone duure, zum Teil isch me 30m über de
Baumwipfel und flitzt über e wunderschön Näbelwald. Das isch würkli
genial! D'Kombination vo Adrenalin und Naturschönheit... Ei Höhepunkt vo
dere Tour isch dr "Tarzanschwung" gsi: Me gumpt von ere hoche Plattform
und nach emene Stück freie Fall isch s'Seil gschtreckt und me schwingt
tarzanmässig amene riesige Baum hängend hie und här...!
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Costa Rica
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22. August 2006
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San José, Karibik
und (fascht) dr ganzi Räscht
Nach Monteverde
bin i denn in d'Hauptstadt: nach San José. Dört han i mit mine
israelische Reisekumpane Ariel & Kiki abgmacht gha. S'Rendez-vous het denn
tatsächlich au klappt, aber es het e chli e bittere Bygschmack gha wül
sich die beide deräwäg mitenand verkracht händ, dass sie gar nüm mitenand
gschwätzt händ. Trotzdäm hän mer denn es paar Usflüg zäme unternoh, und
die beide het's wohl umso meh gfreut wül sie mit mir wieder öpper zum
schwätze gha händ.
Als erschts sind mir in Nationalpark Tortuguero an dr
Karibikküschte. Mir sind denn schliesslich e ziemlich grossi Gruppe worde,
was ich mir jo au nüm so gwöhnt gsi bi. Zuedäm no e Gruppe wo us eim
Schwizer und us 5 Israelis beschtande het. Es sind jo keini schlächte Lüt
gsi, gar nid. Aber e grossi Gruppe isch halt ziemlich träg, und wenn denn
die einte immer koschers Ässe sueche, dr anderi schtundelang um e Rabatt
vo 10 Rappe verhandlet und dr dritti andauernd luthals an allem umemotzt,
jo denn han i ame scho dänkt dass es ganz guet isch, wenn me allei reist.
Aber es isch also nid so schlimm gsi, mir hän's au ganz guet gha.
Scho uf em Wäg nach Tortuguero hän mer uf dr Flussfahrt es fuuls
Fuultier, verschiedenschti Affe, Schildchröt und es riesigs Krokodil gseh.
Im Nationalpark sälber hän sich denn d'Viecher nid eso welle zeige. Nume
es paar Vögel und Affe, aber die zähle scho gar nüm wül me die in Costa
Rica fascht uf jedem Baum gseht.
Aber natürlich sind d'Hauptattraktion d'Schildchröt gsi. Und die hän mer
in dr Nacht tatsächlich bim Eierlege chönne beobachte, was seeehr
ydrücklich gsi isch. Die Schildchröt sind riesig und öppe 150kg schwer.
Sie chöme denn us em Meer, schleppe sich über e Strand, buddle es Loch,
lege dört über 100 Eier und kämpfe sich denn wider zrugg ins Meer. S'ganze
duurt 6 Schtund und isch für die Viecher extrem aschträngend. Sie tüend
eim richtig leid, wenn me se so gseht chrampfe.
Wo mer denn wider nach San José zruggcho sind, han i gmeint, ich
heig mi ledschti Tag. Die Taxifahrt zum Hotel het also alles in Schatte
gschtellt, was ich bishär an risikofreudigem Autofahre erläbt ha. Mit
Höchschtgschwindigkeit durch d'Quartier und kei Abchürzig het dr Fahrer
usgloh. Drby isch weniger d'Bräms als viel meh s'Gas und d'Huupi zum Ysatz
cho. Ich ha glernt, dass me au innerorts cha im 5. Gang fahre, und nid
emol bi rote Ample und Stoppschilder isch dr Fahrer ab em Gas. Aber mir
sind denn nach 10 Minute Fahrt tatsächlich wohlerhalte acho - 8 Minute vor
em zweite Taxi wo wohl chli vernünftiger gfahre isch...
Dr nöchschti Usflug isch zum Rio Pacuare wo mir sind go river-rafte
(Klass III-IV, für die wo sich uskenne).
D'Fahrt dörthie isch chli müehsam gsi: erschtens het's 12 extrem
bescheuerti Amis im glyche Büsli gha und zweitens het unterwägs s'Büsli e
Platte gha was uns e eischtündigi Radwächselpause beschert het.
S'Rafte isch denn e sehr spassigi Aglägeheit gsi. Mir hän e Capitano gha,
wo uns ziemlich het lo paddle, und so sind mer öfters nach ere
Stromschnälle wider zruggpaddlet und hän uns nomol in Strudel lo zieh, ame
4-5 mol hinterenand. Das het zwar rächti Blotere geh an de Händ, aber isch
sauglatt gsi. Und au d'Landschaft isch extraordinär gsi; ame wild und
nass, ame ganz ruhig, ame im Wald, ame unter Wasserfäll dure und ame in
ere schöne, tiefe Schlucht.
Nach emne gschtohlene Tag mit Nütmache und Shopping han i mi denn
definitiv vo de beide Israelis verabschiedet und bi nach Puerto Viejo,
au das wider an dr Karibikküschte.
Dört isch es wider so richtig heiss gsi, aber au sehr schön. Es isch e Ort
wo au viel Ticos gönd go es Wuchenänd verbringe. Und so han i denn au es
paar Ticas und e Tico us San José troffe und ha mit dene d'Nacht
duregfeschtet. Usserdäm han i je zum dritte Mol dr Spanier Pepe (Tamarindo,
La Fortuna), d'Israeli Shani (Monteverde, S.J.) und dr Ami Yuri
(Tamarindo, S.J.) wiedertroffe. Es isch eifach unglaublich, wie
viel Mol me de glyche Lüt übere Wäg lauft...!
Als nöchschts han i denn welle im Nationalpark Braulio Carillo go
wandere und dört dr Kratersee vom Vulkan Barva go beschtuune.
Zum dört ane cho, bin i in'd Stadt Heredia, wo'n i wohl grad dr
einzig Tourischt unter de 80'000 Awesende gsi bi. Drum het's au kei
Tourischte-Information gha, aber ganz viel hilfsbereiti Lüt, wo alli öppis
komplett anders verzellt händ. Sie hän wohl kei Ahnig gha wele Bus in die
Richtig goht. Und so bin i denn am 6i am Morge tatsächlich wie bschtellt
und nid abgholt an dere Bushalteschtell gschtande und es isch eifach kei
Bus cho. Ich bi denn zrugg in mis Hotel (übrigens es Hotel wo alli andere
Gäscht jewyls nume schtundewys buecht händ und nid grad für e ganzi Nacht)
mi Grümpel go hole und ha beschlosse statt dr Barva dr höchschti
Bärg vo Costa Rica z'beschtiege.
Ich bi denn no am glyche Tag mit 3 Büs bis ins verschloofene Bärgdorf
San Gerardo am Fuess vom Cerro Chirripó (3820 müM).
Dört im Hotel han i denn zwei Norwägerinne troffe wo au uf e Hoger hän
welle. Ich bi also scho wider in gueter Gsellschaft gsi. Am nöchschte Tag
sind denn no zwei Schwizerinne drzuecho. Hm, immer wenn's uf die hoche
Bärge goht, bin i in Begleitig vo Schwizer- und Norwägerinne...
Es isch e ziemlich lange und harte Ufschtieg gsi: bis zum Nachtlager 16km
und 2000 Höhemeter, am zweite Tag nomol 500 Höhemeter uf 6km. Aber mir
händ uns Zyt gnoh und hän au dr schöni Näbelwald, d'Bärglandschaft und
s'Vogelgezwitscher gnosse. Schliesslich isch es scho bald dunkel worde, wo
mer im Centro Ambientalista uf 3400m acho sind. Es isch denn au
sehr schnäll chalt worde und in dr Erschöpfig und em Heisshunger het das
schlichte Lagerhuus yladender gwürkt als jedes 5-Stärn-Hotel je zuvor. Und
au s'Znacht, wo mer uf em Gas-Chocher gmacht händ isch sooo guet gsi:
Spaghetti mit Tomatesauce, Thon und schwarze Bohne. Näbscht de Wulldeckene
het au dr Rum schön warm geh, wo'n i im Flachmaa mitgnoh ha. Und nach em
Ässe und dr Wärmi isch s'Schloofe s'nöchschte Bedürfnis gsi. Unglaublich,
mit wie wenig me cha glücklich sy!
Am nöchschte Tag isch denn am 04:30 Tagwach gsi, dr Gipfel vom Cerro
Chirripó het gwartet. Nach emne 2h-Spaziergang mit Chappe und
Faserpelz durch die schöni Hochebeni und dr Chlätterpartie am Schluss sind
mer d'obe gsi: uf 3820 Meter. Was für es super Gfüehl! D'Sunne isch
fürecho und d'Ussicht isch phänomenal gsi. Und nid wie in dr Schwiz wo's
immer no es paar höcheri Bärge rundume het, sondern eifach uf em höchschte!
:-)
Nach dr Fotosession und em Ytrag ins Gipfelbuech sind mer denn nach ere
Schtund wider abegschtiege. Chli under em Gipfel hän mer denn dr Verlockig
von ere schöne Wiese im Sunneschyn nid chönne widerschtoh und hän es
längers Päuseli gmacht. Dr Drang nach de wärmende Sunneschtrahle und dr
Schloofmangel hän schliesslich drzue gfüehrt, dass mer ygschloofe sind -
in dr pralle, vertikal schynende Sunne am Mittag uf 3700 Meter. So blöd
simmer denn wider. Es het uns natürlich gottsjämmerlich verbrennt. Aber
schön isch es gsi!
Mir sind denn nomol e Nacht im Centro Ambientalista blibe und händ
uns erholt. Allerdings isch s'Ässe langsam knapp worde und ich ha müesse
rationiere dass es längt.
Und am nöchschte Tag isch es denn im Duurräge wider 2000 Meter abwärts
gange. Und ich ha mir in San Isidro es guets Hotelzimmer mit warmer
Duschi gönnt zum mi vo de Strapaze erhole.
Und denn isch es Zyt gsi zum zrugg go uf San José, ha schliesslich
e Flug gha wo'n i uf kei Fall ha welle verpasse...
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Costa Rica
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30. August 2006
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Abschtächer in
d'Schwiz
Also, zum's grad emol vorwäg neh für all die wo's nid
gwüsst hän: ich bi ledscht Wuche 5 Täg in dr Schwiz gsi! Dr Grund warum
ich mini Reis unterbroche und churz zwei mol übere Atlantik jettet bi,
isch wül d'Nathalie, mis Schweschterhärzli, ghürotet het. Und das han i
natürlich uf kei Fall dörfe verpasse!
Wäg dr churzfrischtige Buechig vom Flug isch nume no d'Route via USA und
London Heathrow möglich gsi, was jo sit de ledschte terroristische
Aktivitäte chli umschtändlich worde isch. Jedefalls han i aber
d'Immigration in'd USA und all die Security-Checks überschtande und ha au
kei Flug verpasst. Für mi Rucksack gilt das allerdings nid, er het 2 Täg
länger für d'Reis nach Chlote bruucht.
Mini Zyt in dr Schwiz isch seeehr schnäll verby gange. Näbscht em Jetlag,
dr Hochzyt und em Verwöhneloh vo dr Familie isch nüm viel übrig blibe.
Trotzdäm han i no es paar wenigi vo mine liebe Lüt chönne mit minere
Gsellschaft beglücke und es paar Bierli, Kaffi, Wy oder Schoggigipfeli
zäme chöne gnähmige.
Ich ha natürlich au mol wider richtigs Brot chönne ässe und schwizer Chäs
und richtigi Schoggi. Au dr feini Wy han i gnosse und s'Rehschnitzel mit
de Spätzli und em Öpfelschtrudel zum Dessert!
Und ändlich emol han i mini Chleider richtig chönne wäsche und tröchne,
d'Hälfti vom mim Rucksack han i grad dört gloh und es paar Sache han i neu
chönne bsorge. Also eigentlich e perfekte Boxestopp!
Aber jetzt zum Wichtigschte und zum Grund vo mim Schwiz-Intermezzo: Dr
Hochzyt!
Es isch wunderschön gsi, und ich ha mi riesig gfreut! Nid nume s'feine
Ässe und d'Fiir, sondern au dr Ablick vom Brutpaar isch prächtig gsi. Zu
allem ane het d'Sunne gschune und es isch eifach e Freud gsi!
Als Abschluss han i denn im Hotel z'Basel im Mässeturm übernachtet - die
definitiv edelschti Unterkunft vo minere Reis. Und au s'Zmorgebuffet isch
nid z'verachte gsi!
Unterdesse han i mi vo mine Liebe wider verabschiedet und bi scho wider
zrugg in Latinamerika. D'Reis nach Kolumbie isch au wider ziemlich lang
gsi, und au do wider mit all dene Schikane in Heathrow und Miami.
Wo sich dr Start in London um anderthalb Schtund verzögeret het,
hani scho g'ahnt, dass es in Miami knapp wird. Aber mit dr
prioritäre Behandlig und Eskorte an jedere Warteschlange verby het's grad
juste uf e Aschlussflug glängt. Mir scho, aber mim Gepäck aschynend nid.
Scho wider nid. Aber ich ha's scho g'ahnt gha, und so bin i in Bogotá
nid überrascht gsi, wo'n i no kei Rucksack gha ha wo sie s'Gepäckband
abgschtellt hän. Jetzt wart i halt no chli, me gwöhnt sich jo langsam dra...
Die 5 Täg in dr Schwiz schyne scho wider wyt entfärnt, scho fascht
unwirklich - als wär i gar nie dört gsi sondern nur ufgwacht us emne
Traum. Aber ich ha jo es paar Föteli wo bewiese dass i dehei gsi bi - und
e fehlende Rucksack ;-)
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Schweiz
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5. September 2006
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Bogotá
E ganzi Wuche han i schliesslich in Bogotá verbrocht.
Eigentlich viel länger als i dänkt ha, aber es het sich halt so ergeh.
Es isch e riesigi Stadt mit irgendöppis zwüsche 7 und 12 Millione Ywohner
(je nach Quelle). Im Verglych zu mine bishär bereiste Grossstädt gfallts
mer do definitiv am beschte, das isch e super Stadt. Ich bi sehr
überrascht wie wyt entwicklet Bogotá isch. Es isch ordentlich und
relativ suber, es het e guet funktionierends System vo öffentlichem
Verchehr, d'Lüt sind sehr gschäftig, fründlich und glych aaschtändig
agleit wie bi uns, und was es do au sehr viel git isch Kultur. So viel
Museeä, Theater und Konzärt und au schöni Kafis mit Bilder an de Wänd und
Jazz-Musig statt Reggaeton. Das han i in Mittelamerika chuum gseh.
Vor allem d'Altstadt isch sehr schön, in die wyter entfärnte Quartier
verirrt me sich besser nid, dört gseht's denn wohl au e chli anders us. Es
ghört halt nume e Minderheit zu dr wohlhabende Oberschicht.
Armuet gseht me natürlich au sehr viel. Und Kriminalität git's au gnueg.
Pro Joor wärde in de Strosse vo dere Stadt 11'000 Lüt usgraubt, und es het
au scho mänge Reisende verwütscht wo'n i atroffe ha. Aber wenn me die
wärtvolle Sache im Hostal loht und weiss, wo me nid anesött, denn goht das
guet. Dört wo'n ich mi beweg fühl i mi jedefalls sicher, sogar in dr
Nacht.
Es het schliesslich 3 Täg duurt bis mis Gepäck acho isch. Ha halt denn es
paar Sache müesse go poschte, aber so chli Shopping in Bogotá isch
au no ganz glatt.
Nach de erschte 2 Täg imene aschtändige, und für mini Verhältnis zu tüüre
Hotel, bin i in es tolls Hostal, wo'n i wider emol öppe es Dutzend lässigi
Lüt kenneglernt ha. Es isch au no ganz schön, emol nüm vo 18- bis
30-jährige umzinglet z'sy, sondern eher vo 25- bis 45-jährige. Es het do
uf jede Fall e ganz guete Mix und saugueti Lüt.
Ich frog mi grad, was i überhaupt so gmacht ha in de ledschte 7 Täg. D'Zyt
isch sehr schnäll umegange. Bi am Afang halt no einiges im Züüg
umespaziert, zum d'Stadt chli aluege und ha chlineri Erledigunge gmacht.
Denn bin i mol no uf e Ussichtsbärg Monserrate, ins Goldmuseum und
natürlich isch viel Zyt (und Gäld) für e Usgang drufgange. Do isch me
immer bis Sunneufgang uf dr Gass, und denn isch dr nöchschti Tag au scho
fascht gloffe.
Es git e riesigs Usgangsquartier wo me sich ganz guet d'Nächt cha um
d'Ohre schloh. Mir sind au emol in so'n ere Schikimiki-Disco gsi, im 41.
Stock vomene Wolkechratzer. Dört händ sich denn hauptsächlich die junge us
dr stinkriiche Oberschicht vergnüegt und sich s'Kokain grad hufewys
ynezoge. Tja, mues jo so sy in Kolumbie...
Am Sunntig Nomittag bin i denn mol wider an e Fuessballmatch. "Mir" händ
zwar 4:1 verlore aber es isch glatt gsi, zum au emol e Match in Kolumbie
z'gseh. S'Niveau isch allerdings grotteschlächt gsi, öppe so wie in dr
schwizer 1.Liga. Und warum dr Schiri erscht nach 105 Minute abpfiffe het,
weiss wohl au nume dä wo'n en gschmiert het. Aber 10 vo dene 1000
Polizischte händ en denn beschützt und us em Stadion begleitet.
D'Zueschauer sind ziemlich lut, und bösi Komentär über d'Gegespieler und
d'Mueter vom Schiri sind bi allne Altersgruppe seeehr verbreitet. Aber
d'Lüt sind sehr friedlich gsi - friedlicher als in dr Schwiz.
Geschter bin i denn mol chli Bus gfahre, zum im Städtli Zipaquirá e
unterirdischi Kathedrale go aluege. S'Spezielle dra isch, dass das imene
Salzbärgwärk isch, und die Kathedralle eigentlich e grossi Grotte im
Schteisalz isch. Es isch also alles us Salz, und so schmeckt's denn au
wenn me zum Bischpiel d'Wänd abschläckt (für die wo wänd).
In 2 Schtund fahrt mi Bus nach Santa Marta an dr Nordküschte. So,
wider emol chli Schtrand und Karibik. Dört isch es denn also wider heiss
und chläbrig - e Abwächslig zum chüehle Klima vo Bogotá (2600müM).
Und dört gang i denn wohl au e chli in d'Sierra Nevada de Santa Marta
go die "verloreni Stadt" sueche. Ich bi denn also 5 oder 6 Täg unterwägs
im Dschungel und in de Bärge. Also kei Panik wenn i mi es Zytli nid mäld!
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Colombia
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19. September 2006
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Santa Marta /
Taganga
S'erschte erwähnenswärte vo minere Wyterreis betrifft
d'Busfahrt. Scho s'Busterminal in Bogotá het klar druf hiedütet,
dass in Kolumbie s'Busfahre e dütlich höchere Standard het als ich's
bishär kennt ha. Das Terminal isch eher mit emne Flughafe z'verglyche als
mit de Busterminals in Mittelamerika. Natürlich choschte denn die
Busfahrte au viel viel meh als z.B. d'Holperfahrte in Guatemala. Und do
wäre mer scho bi dr Kuriosität vom Billettchaufe: d'Priise sind nämlich
verhandelbar. Dr Priis isch zwar scho offiziell, isch au so agschlage und
im Internet abrüefbar, aber zur Näbesaison goht das eso: ich säg, dass i
es Billett nach Santa Marta will. Denn seit dr Typ am Schalter,
dass das 100'000 Pesos choschtet. Druf säg ich widerum, dass mer das viel
z'tüür isch und dass i nume 60'000 will zahle. Und denn seit er ohni
d'Miene z'verzieh, okay. Und so bechum i denn s'Billet fascht zum halbe
Priis (was immer no sehr tüür isch: 33.-).
Dr Bus isch denn au dr komfortableschti gsi, wo'n i je beträte ha:
topmodärn, suber, mit ere Beifryheit vo fascht emne Meter, Sitz wo me het
chönne wyyyyt abeklappe, und denn natürlich WC, TV und AirCondition. Aber
das bruucht's au, wenn me 20 Schtund unterwägs isch. Was die Fritze do in
Kolumbie aber nid schnalle, isch dass für die meischte Lüt 18° z'chalt
isch für e 20h-Busfahrt. Und drum nähme d'Lüt denn au Wulldeckene mit oder
händ Jacke a und zum Teil sogar Chappe und Händsche.
Ich ha ghört, dass no vor es paar Johr Nachtfahrte in Kolumbie sehr
gföhrlich gsi sind wäge Überfäll. Unterdesse schynt das aber absolut okay
z'sy. Uf dr Strecki nach Santa Marta het's denn au alli 300m e
Soldat mit em Sturmgwehr, wo d'Strooss bewacht, und alli 5km stoht e
Panzer.
Ich bi denn jedefalls guet usgschloofe in Santa Marta (vo dört
chunnt übrigens dr Johan Vonlanthen) acho. Wider an dr Karibik, 34° heiss.
Ha mi denn im benochbarte friedliche Fischerdorf
Taganga
niedergloh. Das isch denn au mini Heimbasis gsi während mine Abstächer in
dr Region.
Die erschti Exkursion, isch dr 6-Tages-Trek zur verlorene Stadt
Ciudad Perdida
gsi. Mir sind mit 15 Lüt zwar e sehr grossi Gruppe gsi, aber e glatte
Hufe. Und au unsere Füehrer und sini Ghilfe sind super gsi.
D'Wanderig isch zwüschedure no rächt aschträngend gsi, es isch halt
ziemlich heiss gsi, hüfig steil und ame sehr pflotschig. Aber
d'Tagesetappe sind relativ churz gsi, im Schnitt öppe 5 Schtund. Und me
het nid allzuviel müesse schleppe, dr Food isch vo Muultier treit worde.
Gschloofe händ mer jewyls in Hängematte, und unseri Füehrer händ superguet
kocht für uns.
Und so sind mer 6 Tag lang durch d'Hügellandschaft zoge, meischtens durch
e Dschungel. S'Gebiet sig zwar schynts vo Guerilla oder Paramilitär
kontrolliert, aber vo däm händ mir nüt mitbecho. E Teil vom Tour-Priis
fliesst denn au in dene ihri Kasse, wohl als so'n e Art Schutzgäld. Mir
sind denn am 2. Tag e "Kokainfabrik" go aluege. Das isch aber kei Fabrik
oder Labor gsi, sondern eifach e Blache-Unterstand im Dschungel, wo'n es
alts Mannli us de Kokablätter in dräckige Chübel und Fässer Kokainpaschte
härschtellt (mit Chalk, Salz, Benzin, Javel und no irgendemne andere
Pulver). Und hin und wider chöme denn die bewaffnete Drogeschmuggler verby
und chaufe'n ihm das Züüg ab. Mir händ denn jedefalls dr ganzi
Härschtelligsprozäss genauschtens erklärt und demonstriert becho.
Mir sind au no bi Dörfer vo Indígenas verbycho, wo mir ihri
Lehm-Palmedach-Hütte händ chönne beschtuune. Mir händ in schöne klare
Flüss badet und sind vo Wasserfäll abegschprunge. Trunke hän mer vo de
chleine Bächli wo's überall gha het, und wenn mer irgendwo unterwägs e
churzi Pause gmacht händ, sind unseri Begleiter schnäll in'd Büsch
gschprunge und mit es paar Kilo Orange oder Banane frisch ab de Bäum
zruggcho.
Vor dr verlorene Stadt hän mer dr einti Fluss 7 Mol müesse durchwate, und
dä isch doch immerhin hüfttief gsi. Und zum Schluss sind die tuusige (würkli!)
Schtägetritt zur Ciudad Perdida z'erklimme gsi. Und die sind
unglaublich steil, mit Moos bewachse und sehr unglychförmig gsi. Vo dr
Stadt sind numeno d'Schtäge, es paar Muure und vieli Terrasse übrig. Isch
aber sehr schön.
Wie au immer, die Tour isch definitiv au jede Peso, jede Schweisstropfe
und jede Muggeschtich wärt gsi!
Nach 2 Täg Erhole und Material-Retabliere zrugg in Taganga isch es
denn uf e zweiti Abstächer: ins Strandparadies vo
Tayrona
gange. Das isch nit wyt wäg gsi, dört wo s'5800m hoche Gebirge uf's Meer
trifft, dört wo dr Dschungel uf e Sandstrand trifft. Wider emol es
karibischs Strandparadies mit klarem Wasser, Palmestränd und Übernachtig
in dr Hängematte.
Als erschts han i denn dört mol gmacht, was i an söttige Ort meischtens
mach: öppis feins ässe, gärn öppis us em Meer, in däm Fall sind's feini
Shrimps gsi.
Nachdäm i denn am schöne einsame Strand bi go schwimme isch es Gwitter
ufcho. Ich ha au das sehr gnosse. Isch sehr agnähm gsi und het super
passt, wül's dört kei Duschi git. Wo'n i aber zrugg cho bi zu mim
Unterstand wo'n i mini Hängematte ufghänkt ha, han i leider müesse
feschtstelle, dass alles vollschtändig durchnässt gsi isch: Rucksack,
Hängematte und Schloofsack. Tja, bi Sturm und Wolkebruch isch halt so'n e
Palmedeckte Pavillion uf emne 10m hoche Fels überem Meer nid soo
optimal...
Und öppe 20min schpöter het mir denn mi Mage unmissverschtändlich
klargmacht, dass er die feine Shrimps wo'n i vorhär gässe ha, nid will
bhalte. Schliesslich han i denn öppe 4 Schtund uf mim Fels verbrocht, im
Gwitterräge über em Gländer beugt, am chotze und würge und Galle spucke.
Wieder und wieder und wieder. Immerhin isch d'Ussicht phänomenal gsi. Die
han i während de erschte paar Würge-Gäng sogar au würkli gnosse, isch jo
einiges besser als e durchschnittlichi kolumbianischi WC-Schüssle. Aber
denn irgdendwenn han i dä Optimismus verlore und bi mit dr Gsamtsituation
nüm so z'friede gsi...
Ich bi denn so froh gsi, wo mi Körper ändlich glaubt het, dass es nach 4
Schtund würge bestimmt keis einzigs Molekül vo dene Shrimps meh in mim
Mage het. Und denn bin i erschöpft in mini nassi Hängematte gsunke, ha mi
mit mim nasse Schloofsack zuedeckt, und ha dr Schloof vo de Gerächte
gschloofe.
Und wo'n i am 5i am Morge ufgwache bi, han i mi wider ganz guet gfüehlt -
abgseh vom Hungergfühl, vom Muskelkater in dr Halsmuskulatur und vom üble
Gschmack im Muul. Und mini geili Hängematte isch bereits wider troche gsi
und mi super High-Tech-Schlofsack au. Ta-taa, Happy-End! :-)
Und so han i denn dä verfluchti Ort wider hinter mir gloh und bi wider
zrugg nach Taganga und denn wyter nach Cartagena...
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Colombia
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30 September 2006
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Cartagena
Cartagena
isch e Stadt an dr Karibik mit ere sehr intressante Gschicht vo
Kolonialschätz, Eroberige und Pirate. Es isch eigentlich DIE Piratestadt
schlächthin! Um d'Altstadt het's mächtigi Feschtigsmuure mit Kanone in
alli Himmelsrichtige. Me cha sich d'Pirateschiff grad vorstelle wenn me vo
dr Stadtmuur uf d'Karibik useluegt. Es isch denn au no sauglatt gsi, wo'n
i an däm Ort dr Film "Pirates Of The Caribbean" wieder gseh ha. Es würkt
eifach anders wenn me in so'n ere Stadt isch.
Und sunscht het Cartagena die wohl beschterhalteni Altstadt im
Kolonialstil vo Südamerika. Es isch es regelrächts Museum: jedes Huus isch
no genau im alte spanische Kolonialstil erhalte. Und das isch würkli
sauschön.
Allerdings isch grad d'Altstadt sehr touristisch. Es wimmlet vo riiche
Kolumbianer und alles isch extrem übertüürt. Zuedäm chunnt an söttige Ort
dr Kontrascht zwüsche riich und arm viel mehr zur Gältig: Bijouterie und
Bättler, Glanz und Dräck sind ganz noch binenand. Und denn au all die Type
wo eim irgendwelche Ramsch wänd verchaufe.
Ich ha mini Unterkunft im üssere Ring vo dr Altstadt gha. Au dört sind
d'Hüser im Kolonialstil, aber es isch nid alles so useputzt, sondern
d'Hüser zerfalle langsam. Eigentlich es ziemlich schäbigs Quartier. Es
isch aber viel sympathischer und authentischer, wül's keini
Tourischtefalle het, sondern eifach s'normale Läbe vo de arme Lüt
stattfindet. Und z'obe uf em Platz schpiele d'Fraue mit de Chinder "lueget
nid ume, dr Fuchs goht ume" während d'Männer umehocke und s'Fürobebier
trinke.
Es isch e schöne Ort, aber das usserhalb vo dr Stadtmuur cha me ignoriere.
Und nach 2 Täg han i denn d'Altstadt au gseh gha...
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Colombia
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1. Oktober 2006
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Medellín
Medellín
isch vor allem für s'verflossene Drogekartell vom mächtige Pablo Escobar
berüehmt und berüchtigt. Unterdesse isch das allerdings Gschicht, und
Medellín isch e modärni, vielsytigi Grossstadt mit pulsierendäm Läbe.
Es git dört zwar kei sehenswärti Altstadt, aber trotzdäm isch es e super
Ort. D'Lüt sind wohl die fründlichschte vo minere bishärige Reis. Sie sind
sehr offe und intressiert. Me het so viel Kontakt mit de intressierte
Yheimische, sig's im Park, im Kafi oder im Usgang. Ich ha scho
schtundelang mit irgendwelche liebenswürdige Yheimische gschwätzt.
Usserdäm het's e genetische Mix zwüsche Indigénas, Wisse und Schwarze, wo
die schönschte Mensche hervorbringt, wo me sich cha vorstelle. Und als ob
das nid scho gnueg wär, het's au eini vo de höchschte Rate vo
Schönheits-Operatione pro Ywohner. Es isch jedefalls es schöns Luege!
Mis Hostal isch eis vo de schöne grosse Hüser gsi im Villequartier, wo die
Riiche wohne. Es het dört e riesige Supermarkt, wo's eifach alles git.
ALLES! Au schwizer Schoggi, Tilsiter und sogar Gerber-Fondue... Allerdings
alles ziemlich tüür. Jedefalls han i immer sälber kocht, statt uswärts go
Riis und Poulet ässe. Das isch zwar einiges türer, drfür han i mol wieder
wie dehei in dr Schwiz g'ässe. Zum Zmorge han i wieder emol Brot, Anke und
Gomfi mit emne Nesquick gha, statt Riis und Bohne. Und mini Späckröschti
isch im Hostal also unterdesse legendär, und au dr dekorierti
Tomate-Mozarella-Salat mit früschem Basilikum het me niidisch zur Kenntnis
gnoh.
Irgendwie han i tatsächlich über e Wuche in dere Stadt und ihrer Umgäbig
verbrocht. Ha sunscht eigentlich nid so viel für Grossstädt übrig, aber in
Medellín het's mer eifach super gfalle, und es git au so viel
z'gseh und z'tue.
Eigentlich isch scho allei d'Metro e Attraktion. Topmodärn, blitzschnäll
und viel suuberer und sicherer als unseri schwizer Züg. Und als Näbelinie
git's e Gondelbahn wo eine vo de hoche Hügel erschliesst. Isch wie in de
Skiferie, aber eifach in ere 2-Mio-Stadt und ohni Schnee.
Am einte Tag bin i am Stadtrand go paraglide. Isch lässig gsi, und mit
32.- sicher au chli günschtiger als z.B. in dr Schwiz. Trotzdäm sicher und
mit ere schöne Ussicht uf die 1000m tiefer liegendi Stadt. Näbe'n em schön
gmüetliche Landschaft-Gniese händ denn d'Sturzflugmanöver für e guete
Adrenalinschub gsorgt; isch no schräg, wenn dr Bode plötzlich über em
Gleitschirm und dr Himmel unter de Füess isch...
E wyteri Attraktion isch sicher dr Usgang gsi. Vo Donnschtig bis Sunntig
lauft extrem viel, und d'Täg drzwüsche gönd halt für d'Erholig und e Kater
druf. Vor allem dr einti Club im Stil vom'ene Western-Saloon isch ganz
bsunders gsi. Zwar ganz normali Latino-Musig, aber alles drumume isch
extrem schräg gsi: Cowboys, scharfi Tänzerinne und Tänzer,
Liliputaner-Show, Michael-Jackson-Imitator, Mister Bean uf dr
Grossliinwand, e Clown wo Glacé verchauft und e Chrankeschweschter mit
Drinks us dr Sprütze...
Ich bi denn aber au mol no richtig us dr Stadt use. Und zwar zum Städtli
Guatapé, wo 2h vo Medellín am ene See vo unglaublicher
Schönheit liegt. Eigentlich isch es e ganzi See-Landschaft mit hunderte vo
Siteärm, chleine einsame Buchte, grüene Hügel und emne 200m hoche runde
Felse wo alles überragt. Bi z'erscht emol als Tagesusflug uf de Felse go
d'Ussicht gniesse, und denn het mer die Landschaft so guet gfalle, dass i
grad nomol für zwei Täg bi go entspanne in die Region.
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Colombia
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1. Oktober 2006
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Colombia im
allgemeine...
Ich bi jetzt scho fascht 5 Wuche in däm Land. Und
wohrschynlich wird i mis 60-tägige Tourischte-Visum fascht usgschöpft ha,
bis i usreis.
Es isch do einiges komplett anders als in mine bishär bereiste Länder in
Mittelamerika. Zum Bischpiel lauft s'Läbe einiges gregleter und
ordentlicher ab. Vor allem d'Städt sind einiges wyter entwicklet,
ordentlicher und zivilisierter als i mir das vorgschtellt ha.
Es git aber au es riesigs Gfäll zwüsche Arm und Riich. Die zahlriiche
Wohlhabende leischte sich alles und drum git's au überall
Ychaufsmöglichkeite vo höchschtem Standard. Aber denn git's au sehr viel
extrem armi Lüt wo gar nüt händ, und drzwüsche die "normali" Bevölkerig wo
eigentlich au sehr arm isch und in sehr eifache Verhältnis läbt.
Gföhrlich isch es für e Reisende eigentlich nid. Sit chürzlich sind
d'Überlandschtroose vo dr Armee gsicheret und sogar d'Nachtfahrte sind
keis Risiko meh - abgseh vo es paar wenige Regione. D'Präsenz vo Polizei
und Armee isch unglaublich: in de Städt gseht me vo jedem Winkel
mindeschtens zwei Uniformierti, und uf em Land hets all paar hundert Meter
e Poschte und immer mol wider e Panzer. Trotzdäm git's no einigi Winkel wo
me usgraubt wärde cha, aber die git's jo in jedere europäische Grossstadt
au.
D'Sicherheitsmassnahme in däm Polizeistaat nähme hüfig au komischi Forme
a. Sige's d'Plakatkampagne wo zum Verpetze vo korrupte Beamte uffordere,
die unändlich viele Polizeikontrolle oder dr Soldat wo vor dr Busfahrt in
Bus chunnt und vo jedem Passagier e Video-Ufzeichnig macht.
Uf em Land git's riesigi Gebiet, wo absoluts Tabu sind. Dört het nid dr
Staat d'Kontrolle, sondern d'Guerilla oder d'Paramilitärs. Aber die
Regione sind bekannt, und dört het me als Tourischt halt eifach nüt
verlore - meischtens.
Und wie'n i au scho brichtet ha, sind d'Lüt do vo de fründlichschte uf däm
Planet. Me chunnt viel mit irgendwelche Yheimische in Kontakt und mues
denn sehr viel über s'Läbe in dr Schwiz verzelle.
Uf politischer Ebeni lauft einiges falsch in däm schöne Land. Aber das wär
jetzt z'viel zum ganau uf das y'zgoh. Und als Tourischt bechunnt me au
praktisch kei Durchblick, und d'Lüt do wänd au gar nid drüber rede.
Vo dr Landschaft här isch es es extrem vielsytigs und faszinierends Land.
Es git Hochgebirge bis 5800m, es git Dschungel, paradiesischi
Karibikschtränd, Hügelgebiet, Seeä und au schöni Städt.
Wie au immer. Es gfallt mer super, und ich blyb wohl no e chli do...
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Colombia
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14. Oktober 2006
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Manizales
Manizales
isch mini nöchschti Station gsi. Das isch eini vo de 3 grössere Städt in
dr Kaffi-Region. D'Stadt sälber isch zwar keis Bijou, aber sie liegt
spektkulär uf emne Bärgkamm uf 2000m in dr schöne Hügellandschaft. Und
grad näbedra throne die hoche, duur-verschneite Bärge. Und genau die "Nevados"
(=verschneite) sind au dr Hauptgrund gsi, warum ich nach Manizales
gange bi.
S'Hostal isch sehr familiär gsi, es isch eigentlich eifach e grossi Wohnig,
e WG gsi. Z'erscht sind mer 2 Gäscht gsi und nochhär meischtens z'dritt.
Und so fühlt me sich au eher dehei als imene Hostal, me chocht, luegt DVDs,
liest im Wohnzimmer oder schwätzt e chli mit dr sympathische Bsitzerin.
Aber als erschti Priorität han i jo dr Nevado de Ruiz welle
erklimme. Das isch nid nume e aktive Vulkan, sondern mit 5300m au mi
höchschti Hoger bishär. Allerdings het me grad nid bis ganz ufe chönne,
wäg em Schnee und de Dämpf, sondern "nume" bis 5100. Und das gnze isch au
gar nid so spektakulär wie's tönt, schliesslich cha me mit em Jeep bis
4700m ufefahre. Allerdings händ's denn die ledschte paar Höhemeter in sich
gha! D'Luft dört obe isch so dünn, dass i ohni Akklimatisiere scho
ziemlichi Müeh gha ha. Also nach jede 10 Schritt han i e Minute müesse
pausiere. Bi dr gringschte Beweging gumpt dr Puls uf 180 und es wird eim
schier schwarz vor de Auge. Schliesslich isch denn de Spaziergang bis uf
5100m doch anderthalb Schtund gange. Aber es isch lässig gsi. D'obe han i
wider emol chli chönne im Schnee umerutsche und d'Mondlandschaft bi
Schneeturm chönne gniesse. D'Temperature sind halt in dere Höchi au in
Kolumbie unter Null.
Am nöchschte Tag sind mer denn in Park Recinto del Pensamiento.
Dört wird eim vom sehr fründliche Personal die kolumbianischi
Pflanzevielfalt erklärt, me bewanderet e Orchidee-Pfad, fahrt mit emne
knallbunte Sässelilift über e Näbelwald und lernt viel über e berüehmt
"Café de Colombia".
S'Highlight vom Tag isch denn aber öppis ganz anders gsi. Und zwar het's
dört grad es Team vom ene kolumbianische Färnsehsänder gha, wo umbedingt
es Interview mit uns het welle mache. Natürlich händ mer uns denn lo
überschnuure, und so bin i tatsächlich e Minute lang völlig unvorbereitet
Red und Antwort gschtande - und das natürlich no uf spanisch. Naja, ha mi
glaub nid schlächt gmetzget, aber bi jo extrem nervös gsi. Und am
Samschtig druf bin i denn am Färnseh cho, landeswyt. Aber sie händ s'ganze
Interview ziemlich zämekürzt, hejo wär intressiert das scho, was e
schwizer Tourischt in Kolumbie so tribt?!
Und z'obe sind mer denn in d'Thermalquelle, unseri Haxe im heisse Wasser
go strecke und drzue e Piña Colada go trinke.
Und denn het das agfange, wo drzue gfüehrt het, dass i no einigi Täg
länger in Manizales blibe bi: ich bi chrank worde. Ha ziemlich
hochs Fieber becho mit de übliche Näbe-Effekt wie Apetitlosigkeit,
Schwindel, Gliederschmärze und Chraftlosigkeit. Glücklicherwys isch no e
Israelin im Hostal gsi, wo mer ame isch go poschte, wo mer Joghurt und
Frücht ans Bett brocht het und wo mi nach 2 Täg au zum Dokter gschleppt
het. Dört im Spital het me mer gseit, es sig irgend e Virus. Denn han i no
e Infusion becho und es Rezäpt für e Sack voller Medikamänt.
S'Fieber isch denn bald mol verschwunde, aber ich bi no sehr lang sehr
schwach gsi und vor allem schwindlig.
Und so isch no über e Wuche vergange bis i wider halbwägs fit worde bi und
nach insgesamt 12 Täg Manizales wider verloh ha - no immer mit
Chopfweh und mit es paar Kilo weniger Fleisch uf de Rippli.
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Colombia
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16. Oktober 2006
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Salento
Salento
isch es Bärgdorf in dr Kaffi-Region, wo ziemlich ruhig und verschloofe
isch - zumindescht unter dr Wuche. D'Landschaft isch au do sehr schön. Me
isch uf em Land, me wird vo allne Lüt im Dorf fründlich grüesst und au do
sind alli üsserscht höflich, härzlich und offe. Nume S'Wätter isch nid so
super gsi: sit ich acho bi, het's 3 Täg lang fascht duregschifft.
Trotz dr füechte Witterig bin i denn mol zu dr Finca vom Don Elias
gwanderet. Das isch e ganz e chleini Kaffiplantage wo am ene alte Mannli
ghört. Und dä kultiviert dört no immer - wie sit eh und je - si Kaffi. Und
er het au immer Freud, wenn öpper verbychunnt, und er denn sini chleini
Plantage cha zeige und was er mit de g'ärntete Bohne macht.
Und am ene andere nume halbverrägnete Tag han i mi ins Tal Valle de
Cocora ufgmacht. Zum dörthie z'cho fahrt me 45min mit emne alte Jeep
über holprigi Schtroosse s'Tal duruf. Und es isch also keis Problem, 14
Persone uf so'n e chleine Jeep z'lade. Schliesslich händ jo au 2 uf em
Dach platz und 4 schtönd uf dr Stossstange und hange eifach hindedra...
S'Tal isch denn würkli sehr schön gsi, und mir händ e schmucki Wanderig
gmacht. D'Spezialität dört sind die riesig grosse sogenannte Wachspalme,
eine vo de gröschte Bäum uf Erde. Und au sunscht isch s'grüene Tal,
teilwys mit Näbelwald, uf jede Fall e Bsuech wärt. Au wenn's uns denn uf
em Rückwäg wieder mol chli verschifft het.
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Colombia
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31. Oktober 2006
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"In 4 Tagen nach La
Paz..."
Puh, ich chum im Momänt überhaupt nid drzue, mini Föteli vo
Cali, Popayan, Pitalito und San Agustin
ufez'lade...
Ich bi grad am ene Renne: in 4 Täg vo Popayan (Kolumbie) bis nach
La Paz (Bolivie). Für die wo im Geografie-Unterricht e
Fänschterplatz gha händ: do lige 2 Länder und einigi hundert Kilometer
drzwüsche. Ich seckle also soz'säge grad durch Ecuador und Peru, zum in de
nöchschte 6 Wuche Bolivie z'bereise und aschliessend nach Chile und
Argentinie wyter z'goh. Dr Grund isch, dass es dört im Süde langsam Summer
wird, und dä will i uf kei Fall verpasse. Schliesslich will i in
Patagonie chli go wandere und trekke. Und wenn's denn im Herbscht
(März/April) langsam wider chalt wird, denn chum i zrugg in'd Ande und
bereis die übersprungene Länder Ecuador und Peru. Und wohrschynlich gang i
bi dere Glägeheit grad nomol zrugg uf Kolumbie. Mä cha halt eifach nid
gnueg becho drvo. Aber das hängt denn au no chli vo de Finanze ab.
Schliesslich het's no viel Versuechige an mim Wäg, wo zum Teil relativ
tüür sind, zum Byschpiel e Antarktis-Exkursion oder so...
Vorgeschter am Morge bin i no in Pasto (Kolumbie) gsi, d'Nacht druf
in Quito (Ecuador), jetzt bin i in Lima (Peru) und morn
z'Nacht bin i denn in La Paz (Bolivie). Und denn rueh i mi mol e
Tag us und mues mi an die neui Höchi vo 3900m gwöhne.
Tatsächlich verbring i momentan mini ganzi Zyt in irgendwelche Büs, chum
z'obe irgendwo a, schloof es paar Schtund und am Morge früeh goht's wider
uf e Bus. Aber ich ha jo d'Abentüür gsuecht...
Die viele verschiedene Sinnesydrück sind jedefalls enorm. So viel
unterschiedlichi Landschafte, Klimas, Lüt und Kulture. Ame weiss i gar nüm
in welem Land i eigentlich bi, und mit welere Währig dass i mues zahle.
Aber es goht mer super, ich ha immer Ruggewind und Sunneschyn, bi
glücklich und voller Freyheit...!
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Colombia
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13. November 2006
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Cali / San Cipriano
Also e bsunders schöni Stadt isch Cali nid, aber
drfür sind au do d'Lüt extrem fründlich, höflich und härzlich. Und Cali
het näbscht em Ruef, dass es do die schönschte Fraue git - au do zum ene
unglaublich grosse Teil durch plastischi Chirurgie - au dä Ruef, dass
d'Parties die beschte sind. Ich bi allerdings nid am ene Wuchenänd do gsi,
und drum han i ch vo dr grossartige "Rumba" vo dere Salsa-Hauptstadt nid
so viel mitbecho.
Wie gseit het d'Stadt sälber nid eso viel z'biete, und drum bin i denn als
Tagesusflug Richtig Pazifikküschte nach San Cipriano. Ich ha dä
Usflug mit em Bruce zäme gmacht, er isch e Ami vo dr sältene, nid närvige
Sorte. Er isch Archeolog im Ruehestand, gueti 20 Jöhrli älter als ich, und
mir sind uns in Medellin s'erschte Mol übere Wäg gloffe, und denn in
Salento wider.
S'Dorf San Cipriano ligt irgendwo z'mittst im Dschungel, und es git
kei Schtrooss wo dörthie füehrt. Es git aber e Isebahnlinie wo dra
verbyfüehrt, und so cha me die ledschte 8 Kilometer bis zum Dorf per
Schienefahrzüg zrugglege. Und die Gfährt sind also alles andere als e
normali Isebahn; das sind eifach zämezimmereti Holzplattforme mit Rädli wo
öppe grad uf d'Gleis passe. Als Atrieb dient e alte Töff wo uf dr Platform
befeschtigt isch, und s'Hinterrad uf dr einte Schiene het. Und so heizt me
mit dr Höchschtgschwindigkeit vom jewylige Töff uf de Gleis dur e
Dschungel. Ame wär's eim lieber, es wär chli langsamer, die Schiene sind
nid immer schön grad, und es goht über alti Brugge über Flüss und an
kuriose Hüttli vo Yheimische verby. Aber es isch e ganz fätzigi, spassigi
Fahrt! Dass me als Tourischt vo de Buebe, wo dä Transportservice betriebe,
über's Ohr ghaue wird, verschtoht sich jo vo allei. Mir händ sicher
s'fünffache vom Priis für Yheimischi zahlt... Und ei Schtund nachdäm mer
im Dorf acho sind, händ mer gseh, dass uf dere Schtrecki tatsächlich no
richtigi Züg verchehre (2 pro Tag). Ich bi jedefalls froh, dass während
minere Fahrt mit dr Schiene-Seifechischte nid plötzlich eine entgegecho
isch!
S'Dorf beschtoht us sehr eifache Hütte, wie gseit git's kei richtigi
Schtrooss und au keini Autos. Aber irgendwie isch es eim dört nid eso
ghüür. Es isch halt scho eso, dass d'Mehrheit vo dr schwarze
Küschtebevölkerig de fremde gegenüber eher mistrauisch und zum Teil au
unfründlich isch. Mir sind denn dört chli dur e Wald spaziert, im schöne
klare Fluss go bade und händ chli Forälle gässe. Zum uns nid nomol über's
Ohr lo haue händ mer denn die 8 Kilometer entlang dr Bahnlinie z'Fuess
zrugggleit, das isch grad nomol e schöni Wanderig gsi.
Wo mer denn z'obe wider zrugg in Cali gsi sind, het grad d'Polizei
d'Schtrooss abgschperrt wül 20m näbem Hostel eine uf dr Schtrooss
verschosse worde isch... Aber das git's jo z'Basel uf em Märtplatz oder
z'Züri in dr Langschtrooss glägentlich au.
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Colombia
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13. November 2006
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Popayan
Popayan
isch e sehr spezielli Stadt, sie isch wie kei anderi in Kolumbie. D'Hüser
vo dr Altstadt sind alli schneewyss und in sehr guetem Zuestand, bis ins
chleinschte Detail isch dr Kolonialstil bybhalte worde. Es git kei
Lüüchtreklame und keini Schaufänschter, nume schneewyssi Hüser mit schwere
Holztüre. Vor allem in dr Nacht, wenn d'Pflaschterschtei-Schtroosse leer
sind und d'Latärne lüüchte, gseht das umwärfend us!
Ich ha von ere kolumbianische Bekannte, wo'n i an dr Hochzyt vo mim
Schweschterhärzli kenneglernt ha, d'Telefonnummere vo ihrer beschte
Fründin becho. Sie wohnt in Popayan und so han i denn mol aglüte
nachdäm i dört acho bi. Glücklicherwys het sie grad Zyt für mi gha, und so
han i die 3 Täg in dere schöne Stadt nid allei oder mit anderne Gringos,
sondern mit minere persönliche Reisefüehrerin verbrocht. Das isch
natürlich immer super, wenn eim öpper wo d'Stadt kennt, chli umefüehrt,
d'Sache zeigt und weiss, wo's alli gastronomische Spezialitäte z'probiere
git!
Mir sind an es Comedy-Festival wo grad stattgfunde het, an Konzärt vo
klassischer Musig, zu Fründe vo ihre und ins Museum vom ene yheimische
Künschtler. Es het sehr viel Kultur und viel Studänte in dere Stadt.
Es het au grad es Rock-/Ska-Konzärt gha, wo'n i dört gsi bi. Und zwar zu
Ehre vo däm Studäntefüehrer us Cali wo churz zuvor vo dr Regierig(!)
zum Schwiege brocht (=verschosse) worde isch. D'Studänte in Kolumbie
kritisiere grad e chli d'Regierig, wül die alles Gäld in Polizeiapparat
steckt und alli Gälder für d'Bildig gschtriche wärde. Am Tag nach däm
Konzärt - es isch chuum z'glaube - isch denn au dr Studäntefüehrer vo
Popayan verschosse ufgfunde worde. Das isch e unglaublich schrecklichi
Aglägeheit; offesichtlich wird eifach nid duldet, dass me in däm Land sini
Meinig üsseret falls sie sich nid mit dere vo dr Regierig deckt. Natürlich
isch aschliessend an allne Fakultäte in dr Stadt d'Höll los gsi; einersyts
Truur, anderersyts Fruschtration und au Aggressione. Es het unzähligi
wyteri Proteschtveraschtaltige, Konzärt, Trurmärsch aber au
Schtroosseschlachte mit dr Polizei geh. Und an de schöne wysse Wänd vo dr
Stadt schreye jetzt unzähligi Plakat und Grafittis nach Meinigsfreyheit
und Gerächtigkeit. Und um e Ermordeti wird truurt und er wird gehrt: "Los
grandes heroes no los silencia ni la muerte"...
Tja, so schön Kolumbie au isch, es lauft ebe bi wytem nid alles wie's
sött!
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Colombia
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13. November 2006
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Pitalito / San
Agustín
Mit dr Hypothek von ere schlooflose Nacht han i mi uf e
beschwerlichi Wäg nach Pitalito gmacht. Das isch in ere Region, wo
sich in dr Regel keini Tourischte ane-verirre. Dr Grund, wieso ich dörthie
gange bi, isch, dass ich d'Milena und d'Camila bi go bsueche. Für die wo
das damals nid mitbecho händ: Vor 4 Johr händ mir z'Uschter d´Milena, die
damaligi Fründin vo mim Mitbewohner, und d'Camila, ihri 5-jährigi Tochter,
für 3 Mönet z'Bsuech gha. Die beide sind denn nochhär zrugg uf Kolumbie,
wohne unterdesse in Pitalito, und ebe dört bin ich sie jetzt go
bsueche.
D'Gegend zwüsche Popayan und Pitalito isch es Niemandsland
wo sich Fuchs, Haas und Guerillero "Guet Nacht" säge. Es isch e
wunderschöni Hügellandschaft, aber mit ere schrecklich, sehr schrecklich
holprige Schtrooss. Also zwüscheduure han i mi würkli müesse am Sitz
feschtchlammere, damit's mi nid im Bus umegschpickt het! Ich ha mi nid
bsunders wohl gfüehlt drby, aber irgendwie hani die 6 Schtund überschtande.
Am Busterminal in Pitalito isch mi denn d'Milena mit ihrem Scooter
cho abhole und vo denn a han i es paar Täg grandiosi Gaschtfründschaft
gnosse. Ich ha mi weder um Unterkunft no um's Ässe müesse kümmere und
natürlich bin i au do immer umegfüehrt worde und ha immer e yheimischi
Reisefüehrerin an minere Syte gha.
In Pitalito sälber git's genau überhaupt nüt z'gseh. Aber nid allzu
wyt drvo entfärnt ligt San Agustín: die bedütendschti
archeologischi Fundstätt vo Kolumbie und au sunscht e sehr schöne Ort in
ere malerische Landschaft. Und so bin i denn, mit dr chleinere Schweschter
vo dr Milena als Reisefüehrerin, San Agustín go bsueche.
Z'erscht sind mer die unzählige Steifigure go aluege, wo San Agustín
so berühmt mache. Die sind würkli sehr intressant, und zum Teil au
usserordentlich witzig. Aber nach öppe 50 söttige Figure chunnt langsam e
gwüssi Sättigung uf, und me schänkt sich denn die räschtliche 116.
Als nöchschts isch e Pferderitt agseit gsi. Ich ha natürlich en alte,
störrische Gaul becho, wo no irgend e Verletzig am einte Scheiche gha het.
Ich bi jo weder Rit-Wältmeischter no Pferdeflüschterer, und das het denn
die ganzi Sach au e chli spannend gmacht. Nach de erschte hundert Meter wo
dr Gaul eifach in irgend e Richtig trottet isch, ohni dass mini
Interventione au nume dr gringschti Yfluss gha hätte, han i mer dänkt,
dass i villicht z'erscht e persönlichi Beziehig zum Ross mues ufbaue. Ich
han ihm denn des langen und breiten uf schwyzerdütsch und spanisch
erklärt, dass ich si Fründ bi, dass ich keini bsundere Leischtige vo ihm
erwart, dass ich ihn entgäge n'em Rotschlag vom Vermieter nid wird mit em
Stöckli malträtiere und han ihm zur allgemeine Anöcherig au no es paar
Anekdote us mim Läbe verzellt. Vo denn a isch es insofärn besser gange,
dass ich d'Richtig ha chönne beschtimme, und mi Gaul het beschtumme, wie
schnäll dass es vorwärts goht, oder ob mer grad e Pause mache. Ich hätt
eigentlich d'Pause gärn dört gmacht, wo's die feine Brombeeri gha het und
wo d'Ussicht so extraordinär gsi isch, aber es isch halt jetzt eifach eso
gsi, dass mer Pause dört gmacht händ, wo s'Gras am grüenschte gsi isch.
Trotzdäm isch dä Usritt erfolgrych gsi. Ich ha es paar schöni
Ussichtspünkt gseh, und d'Mayra uf ihrem agile, ghorsame Rössli isch für
mi au flissig go Brombeeri pflücke.
Aschliessend sind mer denn no per Jeep an e schöne Fluss gfahre. Es het
wider emol öppe 28 Lüt uf däm Fahrzüg gha, allei 8 uf em Dach. Ich ha
mer's denn stehend uf dr Stossstange bequem gmacht, ha d'Ussicht und dr
Staub gnosse.
Bis mer denn wider im Dorf gsi sind, isch scho dunkel gsi und es het keini
Jeeps meh nach Pitalito gha. Drum sind mer denn zu dr dritte
Schweschter, wo dört am Dorfplatz wohnt, gange. Mir händ dört es feins
Z'Nacht becho und au dört chönne übernachte.
Zrugg in Pitalito het's denn bald gheisse, Abschied neh. Mis Visum
vo Kolumbie isch grad no 3 Täg gültig gsi, und es isch einewäg Zyt worde,
dass i nach 2 Mönet wyterzieh. Dr Abschied isch nid usserordentlich schwer
gfalle, aber es isch scho e gfreuti Sach gsi, die beide wiederzgseh - vor
allem die Chleini isch halt scho herrlich. Unterdesse 4 Johr älter und
sehr rif, aber no immer verschmitzt, schlau, gschwätzig, extrem härzig und
au immerno die beschti bim Memory-Schpiele!
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Colombia
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13. November 2006
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La Paz (1)
Nach dere lange harte Reis vo Pitalito bis nach
Bolivie bin i also nach 4 Täg (drvo 38 Schtund in irgendwelche Büs, Flugis
oder Taxis) in La Paz acho.
Das isch e wahnsinnigi Stadt! Scho allei d'Lag isch so speziell: La Paz
ligt im ene Talchessel mit steile Felswänd und erstreckt sich vo 3200müM
bis an Rand vo däm Chessel uf 4100müM. Rundume sind es paar verschneiti
Spitze vo de über 6000m hoche Bärge z'gseh. Au d'Lüt sind ganz anders als
in mine bishär bereiste Länder, es het sogar in dr Stadt öppe 50%
Indigenas mit ihrne traditionelle Chleider: chleini dicki Fraue mit
farbige Röck, komische Hüet, bunte Tüecher und ihrne Chinder uf em Rugge.
An d'Höhelag mues me sich z'erscht emol gwöhne. Am Afang goht eim immer
d'Puschte us, wenn me scho nume es paar Stägetritt mues ufe laufe oder e
steili Schtrooss. Und au laufe und glychzytig schwätze isch fascht
unmöglich. Aber me gwöhnt sich mit dr Zyt langsam dra, und wenn me "Mate
de Coca" (Tee us Koka-Blätter) trinkt, cha me sich nach es paar Täg wider
relativ normal bewege. Koka-Blätter sind do nid als Droge-Rohstoff
verfluecht wie in allne andere Länder, sondern ghöre zum Alltag und wärde
konsumiert wie bi uns Pfäffermünztee. Koka hilft würkli, zum sich in dere
Höchi normal chöne bewege. Und wenn me in d'Apothek goht zum öppis gege
d'Höhechrankheit z'bsorge, mahnt eim dr Apotheker au als erschts, immer
schön brav "Mate de Coca" z'trinke.
Ich ha do mit dr Martina abgmacht gha, ere Ängländerin, wo'n i us
Nicaragua kenn. Do im Hostal händ mer denn no zwei zwägi Schotte troffe,
und mir wärde wohl die nöchschte paar Wuche z'viert durch Bolivie reise.
Vo La Paz us cha me sehr viel Tagesusflüg und Exkursione unterneh:
vo Mountainbike-Toure und Wanderige über Exkursione in d'Salzwüeschti, in
Dschungel oder an Titicacasee bis zu Bärgtoure uf die verschneite 6000er
näbe dr Stadt.
Nachdäm mer uns an d'Höchi gwöhnt händ, isch die erschti Exkursion
agschtande: e öppe 5-stündigi Abfahrt per Mountainbike uf dr sogtenannte "Carretera
de la muerte", odr uf dütsch "Todesstrasse". Das sig schynts die
gföhrlichschti Schtrooss vo dr Wält, jedefalls wenn me's an de Todesopfer
vo de Unfäll misst. Ich weiss nid, ob's würkli schtimmt, oder ob me's nume
seit, wül's Tourischte azieht, aber die Schtrooss isch tatsächlich
ziemlich angschtyflössend. Es isch e Naturschtross, wo uf dr einte Syte e
fascht sänkrächti Felswand nach ufe und uf dr andere Syte meischtens e
fascht sänkrächti Felswand nach abe het. Tatsächlich goht's uf dere Syte
300 bis 1000 Meter ziemlich grad s'Loch durab. Leitplanke het's natürlich
keini und es isch ame au e chli äng für d'Büs und d'Laschtwäge zum Chrüze.
Zuedäm isch es kurvig, unübersichtlich und entweder pflotschig oder
staubig. S'laufende Johr isch es ziemlich schwarzes, es sind bishär 136
Persone um's Läbe cho. Grad ledscht Auguscht isch e Bus mit 66 Persone
s'Loch durab. Aber es sind praktisch keini Mountainbiker umcho, sondern
immer Buspassagier und Laschtwage-Chauffeure.
Also, denn händ mer uns mol lo usrüschte - mit würkli guete Mountain-Bikes
mit würkli guete Brämse, mit Helm und mit Rägechleider. Und denn isch es
abgange, gschtartet sind mer uf 4700müM, uf ere teerte Schtrooss. Leider
isch es dört obe nid nume chüehl und näblig gsi, sondern es het
tatsächlich no afo rägne. Und d'Rägechleider händ sich als nid wasserdicht
erwiese. Nach em ziemlich rassige Teil uf dr teerte Schtrooss isch es denn
uf die furchterregendi Naturschtrooss gange. Wäg em Näbel händ mer aber
gar nid chönne gseh, wie wyt dass es uf dr lingge Syte abe goht, und so
het me sich halt uf's Fahre konzentriert und d'Abfahrt gnosse. Es het nid
allzuviel Verchehr gha, und me het de Laschtwäge ganz guet chönne uswyche,
aber wenn me zwei het gseh chrüze, het me verschtande, wieso dass es
soviel Abschtürz git... Und es het au bi fascht jedere kritische Kurve es
Chrüz mit Plastikblueme gha.
Je wyter dass mer cho sind, desto wärmer isch es worde, desto näbelfreyer,
trochener und staubiger. Und denn het me langsam au e'n Ahnig becho wie
tief de Abhang isch. Aber me het au die wunderschöni Landschaft afo
gniesse und die lässigi Abfahrt. Bis mer denn d'unde gsi sind uf 1600müM
sind mer alli so richtig dräckig gsi vom Schlamm und Staub und händ
ziemlich viel Staub gschluckt. Aber es isch e Heidespass gsi!
Und uf dr Rückfahrt mit em Büssli händ mer erscht so richtig gseh, wie
gföhrlich die Schtrecki würkli isch. Bim Chrüze isch s'üssere Fahrzüg nume
Zentimeter näbe dr Kante. Und wenn me chli umeluegt, gseht me ziemlich
viel Fahrzüügteil und usbrennti Wracks im Tal unde... Scho chli
unheimlich!
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Bolivia
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18. November 2006
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Copacabana / Isla
del Sol
Nach dr erschte Nacht in Copacabana am Titicaca-See
händ mer es eher schwierigs Erwache gha. Pisco-Sour isch dr Nationaldrink
vo Peru, und dä git's halt au uf dr bolivianische Syte vom Titicaca-See.
Und es paar vo dene händ mer denn au müesse probiere. Wo sich denn aber es
paar Schtund schpöter no ganz üble Durchfall, Fieber und Gliederschmärze
zum Schädelbrumme drzuegsellt händ, isch klar gsi, dass es kei Kater
sondern irgend e Läbensmittelvergiftig oder e Mage-Darm-Grippe isch. Jo
guet, denn sind halt wider emol es paar Täg im Bett bzw. uf em WC agseit
gsi.
Vier Täg schpöter, mit wiederemol es paar Kilo weniger, händ mer uns denn
ändlich zu dr Isla del Sol ufgmacht. Abgseh vo de Israelis uf em
Boot isch das sehr schön gsi. Dr Titicaca-See isch so gross, er gseht us
wie'n es Meer. Es isch fascht wie uf ere griechische Insle, usser dass me
uf 3800müM isch. Die Yheimische schaffe uf ihrne Fälder und bringe mit de
Esel und de Lamas ihri Härdöpfel ins Dorf. Nid alli gsehnd gärn Tourische
und es git tatsächlich au es paar alti Fraueli wo d'Gringos mit Schtei
bewärfe... isch uns zum Glück nid passiert.
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Bolivia
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18. November 2006
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La Paz (2)
Wieder zrugg in
La Paz han i e Tagesusflug zum Valle De La Luna und zum Bärg
Chacaltaya gmacht. S'"Mondtal" isch e chleini Wüeschti am Stadtrand
mit kuriose Tonschtei-Formatione. Es gseht chli ähnlich us wie dr
Bryce-Canyon in de USA, für die wo's kenne.
Viel ufregender isch denn aber dr Chacaltaya gsi. Mit 5393müM e
beachtliche Hoger. Und übrigens s'höchschtglägene Skigebiet vo dr Wält -
allerdings het's do in de ledschte Johre nie meh gnueg Schnee gha zum dr
Skilift z'betriebe, d'Klimaerwärmig isch au do bemerkbar.
Aber d'Beschtiegig isch eigentlich nume e Spaziergang gsi. Mit em Jeep
fahrt me bis zu dr Skihütte uf 5100müM und nach ere Halbschtund Ufelaufe,
Keuche und Nach-Luft-Japse, isch me uf em verschneite Gipfel uf 5393müM.
Jo, d'Luft isch scho rächt dünn uf dere Höchi, aber nach 2 Wuche
Akklimatisation isch das ganz guet gange. Und d'Ussicht isch phänomenal
gsi: me het die ganzi Hochebeni chönne überblicke, vo La Paz bis
zum Titicaca-See, all die andere Schneegipfel rundume und s'Wolkemeer über
em Dschungel uf dr andere Syte.
Uf dr Rückfahrt isch denn wider emol dr Bus kaputt gange, und mir händ e
öV-Bus müesse charte, aber das isch do jo normal.
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Bolivia
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19. November 2006
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Huayna Potosí -
6088müM
S'gröschte Abentüür uf minere bishärige Reis isch definitiv
d'Beschtiegig vom Huayna Potosí gsi. Dä Bärg isch 6088müM hoch, und
das Mol isch es nid nume e Spaziergang gsi! D'Beschtiegig macht me als
3-Tages-Tour, und sie beinhaltet nid nume Gletscherwandere sondern au e
grosse Teil Iis-Chlättere...
Als erschts händ mir uns emol lo usrüschte: Schtieg-Iise, Iis-Pickel,
Schaleschueh, Gschtältli und warmi Chleider. Und denn isch es per Jeep zum
Basislager uf 4800müM gange. Das isch e schöni, guet usgschtatteti
Bärghütte gsi, ähnlich wie irgendwo in de schwizer Alpe, usser dass
d'Musig us em Radio kei Hudigägeler isch und dass me Mate de Coca trinkt.
Aber d'Lag am ene Stausee mit Ussicht uf verschneiti Bärggipfel, die
grosse Ässensportione und d'Lüt sind öppe glych wie irgendwo sunscht in de
Bärge.
Am Nomittag sind mer denn emol go üebe Iis-Chlättere, schliesslich han ich
Flachland-Helvetier no nie Schtiegiise an mine Füess gha. Drum sind mer
also zum Gletscher und dört bin i mit em Iispickel e öppe sänkrächti, 8m
hochi Iiswand durufklätteret. Das goht erschtuunlich guet und isch
sauglatt - wenn au rächt aschträngend!
Denn am nöchschte Tag sind mer bis zum Höhelager uf 5150müM gwanderet. Das
isch nid allzu wyt gsi, aber mit dr ganze Usrüschtig, Ässe und de warme
Chleider im Rucksack het me scho 12kg Bagage drby gha. Und zwüschedure het
me richtig müesse chlättere, was in dere Höchi au es guets Bitzli
aschträngender isch. S'Höhelager isch e eifache Blächverschlag gsi mit es
paar Matratze. Dört het's denn mol e warmi Suppe geh, und bim Ydunkle sind
mer go schloofe.
Aber scho am Mitternacht sind mer wider ufgschtande, händ so ziemlich alli
Chleider azoge, wo mer gha händ, Schtiegiise an'd Schueh, Iispickel in'd
Hand und los. Mir sind e chleini Gruppe gsi, nume e 3er-Seilschaft: dr
Bärgfüehrer, d'Martina und ich. Uf em Gletscher im Dunkle isch es denn
ufwärts gange, und das isch zeimlich hart gsi. Es isch immer steiler worde
und immer chälter und windiger, zwüschedure sind mer in e Schneesturm cho
und denn het's wider ufklärt und me het dr schönschti Stärnehimmel und
d'Liechter vo La Paz in dr Färni gseh. Nach ere Schtund händ denn 2
vo unserne 3 Stirnlampe dr Geischt ufgeh, und mir sind mit nume einere
Lampe im Dunkle wyter.
Und es isch immer schwieriger worde; jede Schritt isch aschträngender gsi
als dr vorhärig. Oberhalb vo 5500müM han i immer meh Müeh gha, gnueg Luft
z'becho, dr Puls isch immer schnäller worde und ame bin i numeno torklet,
gschtolperet und ha mi probiert mit em Iispickel abzschtütze. Und denn
isch die erschti Chlätterpartie cho: e öppe 50m hochi Iiswand vo ca.
70-80º Neigig. Und die z'Erchlättere isch unter dene Umschtänd au einiges
härter gsi als bim Üebe am Vortag. Aber irgendwie isch denn au das gange,
Stück für Stück... Und nach ere Halbschtund sind mer d'obe gsi.
Wenigschtens isch s'Iis hart gsi, dass me mit em Pickel und de Schtiegiise
guete Halt gfunde het.
Aber es het viel Subschtanz koschtet, und zum immer schlimmer wärdende
Chräfteschwund sind no Schwindel und Übelkeit drzuecho. Trotzdäm händ mer
uns no wyterkämpft, bis mer zu dr nöchschte Iiswand cho sind. Mit de
Chräft am Ändi und mit praktisch numeno Chlätterpartie vor uns isch es
Wytergoh schlicht und eifach nid möglich gsi. Schliesslich händ mer uns
druf g'einigt, ufzgeh.
Mir sind also uf 5700müM gsi, am 03:30h in dr chalte Nacht. Am liebschte
wär i eifach in Schnee ghockt und hätt uf e Sunneufgang gwartet. Aber das
isch kei Option gsi, für das isch es viel z'chalt gsi. Die einzigi
Möglichkeit isch also gsi, umzchehre bis zum Höhelager. Und do isch scho
bald wider s'nöchschte Hindernis vor uns gsi: genau die Iiswand, wo mer
uns vorhär durufkämpft händ. Mit Abseile händ mer die zwar einiges
schnäller überwunde als bim ufechlättere, aber in däm Zueschtand isch au
das e riesigi Aschträngig gsi. Und denn sind mer alles wider
zrugg-gschtapft, bis mer am 06:00 wider in unserem Blächverschlag acho
sind. Übelkeit und Schwindel sind zwar bim Abschtieg wieder zrugg gange,
aber d'Chräft sind nid eso schnäll wider cho. Jedefalls händ mer uns no 2
Schtund Schloof gönnt, bevor mer mit Vollpackig wider zum Basislager
abgschtiege sind.
Es isch würkli sauhart gsi, aber öppis wie'n ich's no nie gmacht ha im mim
Läbe. Natürlich isch es e riesigi Enttüschig gsi, dass i's nid bis zum
Gipfel gschafft ha. Ich ha sit Tage numeno dä Bärg im Chopf gha und ha
dänkt: "Das isch mi 6000er!". Und ich ha mi unändlich druf gfreut, uf em
Gipfel dr Sunneufgang z'gseh. Und au wo mi oberhalb vo 5500müM doch no
d'Höhechrankheit verwütscht het, han i ums Verrecke uf e Gipfel welle...
aber es het halt eifach nid passt.
Nachdäm d'Enttüschig wider chli verschwunde isch, chan i säge dass es sich
trotzdäm glohnt het und dass es e wahnsinnigi Erfahrig gsi isch, das
z'erläbe. Aber dr Bärg isch halt eifach 390 Meter z'hoch gsi...
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Bolivia
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4. Dezember 2006
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Uyuni
Do händ mer doch dänkt, mir sige schlau und lönd unseri
Tourischte-Visa in La Paz verlängere statt irgendwo in dr Pampa.
Schliesslich sind d'Behörde in La Paz zumeindscht es bitzli
organisiert, und uf em Land weiss me jo nie. Mini drei britische
Reisekumpane händ denn ihre Pass mit em neue Stämpfel es paar Stunde
schpöter wider chönne go abhole, während ich es komplizierters Verfahre ha
müesse durchlaufe. Als Schwizer bechunnt me nämlich nume 30 Täg Ufenthalt.
Wenn me meh will, choschtets. Aber das wär jo no egal gsi, wenn i nume nid
Ewigkeite uf mi Pass hätt müesse warte. Schliesslich sind denn die andere
scho mol nach Uyuni wytergreist, während ich wyteri 2 Täg uf mi
Pass gwartet ha. D'Bürokratie in Bolivie isch unglaublich, so öppis han i
no nie gseh. Zum s'Visum verlängere han i an 5 verschiedene Schalter
müesse aschtoh; do Dokumänt verifiziere, dört Formular hole, do Formular
bringe, dört zahle, und denn do nomol e Schtämpfel hole und schliesslich
dr ganzi Hufe am Schalter mit dr ganz lange Schlange abgeh. Und wenn denn
dr Pass am nöchschte Tag nid wie verschproche parat isch, intressiert das
überhaupt niemer. "Villicht morn" und "Reklamatione am Schalter Nr.11",
isch s'einzige gsi, wo'n i em Drache hinter dr Glasschiibe ha chönne
entlocke.
Aber irgendwenn han au ich mis rote Büechli mit em wysse Chrüz und em
langersehnte Stämpfel zruggbecho, und ha de andere chönne nochereise. Und
do han i mir doch für die agnähmi Zugfahrt sogar es 1.-Klass-Billet
gleischtet.
Chuum in Uyuni acho, isch es denn au scho uf die 3-tägigi Tour
durch d'Wüeschtelandschaft vo Südbolivie gange. Zu unserer Gruppe het sich
no e zwäge Irländer und e bescheuerte (aber zum Glück sehr introvertierte)
Australier gsellt. Und denn sind mer z'sächst 3 Täg lang imene Jeep durch
d'Gegend gfahre, immer wider mol usgschtiege, chli umegwatschlet und händ
Föteli gmacht. Hunderti vo Föteli! Ich möcht mi an dere Stell au bi dene
entschuldige, wo vo dr Bilderfluet glangwylt wärde. Aber es isch in aller
Bescheideheit scho chli e Glanzleischtig vo mir, die 3 Täg uf 32 Föteli
z'reduziere...!
Ich will gar nid gross uf die einzelne Ort ygoh, wo mer uf dere Tour
bsuecht händ. Es isch eifach einzigartig gsi, fremd wie en andere Planet,
unglaublich faszinierendi Landschafte. Für e genaueri Beschriebig fehle
schlicht und eifach d'Superlativ. Aber me cha jo zumindescht d'Bilder
aluege...
Ganz bsunders isch natürlich dr Salar, die grossi Salzwüeschti: riesig,
extrem bländend hell, irgendwie unwirklich, halt eifach e riesige Hufe
Salz.
Wyter isch es denn durch anderi Wüeschtelandschafte, zum Teil mit Kakteeä,
zum Teil absolut läblosi Wyti. Ame isch me aber au vo hoche Vulkän
umzinglet gsi, und Geysir oder Thermalquelle het's au gha. Au ganz
speziell sind d'Seeä wo's z'mittst im Nirgendwo het, Seeä mit Flamingos
und zum Teil mit ganz kurios farbigem Wasser. Dr einti isch, wenn's
windet, knallrot. E'n andere wird ganz grüen (wäge Alge und Mineralie,
wo's im Wasser het).
Am Schluss isch denn d'Überfluetig mit fantastische Landschafte wohl
eifach z'viel worde. D'Ufnahmefähigkeit isch erschöpft gsi, me isch müed
und gsättigt gsi. Uf dr Rückfahrt nach Uyuni het me die umwärfende
Landschafte numeno zum Teil wohrgnoh, und scho nume es Föteli z'mache wär
bereits z'viel verlangt gsi.
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Bolivia
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4. Dezember 2006
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Potosí
Mit ere 6-stündige Busfahrt vo dr eher unagnähmere Sorte
sind mer nach Potosí glangt - e 100'000er-Stadt uf über 4000müM.
Z'erscht het Potosí e ziemlich schäbige Ydruck gmacht, aber
d'Innestadt isch doch ganz schön gsi. Und usserdäm git's dört dr
wohrschynlich beschti Schoggichueche vo ganz Südamerika!
Die offizielli Hauptattraktion und au dr einzigi Wirtschaftsfaktor in dr
Stadt isch aber dr Bärg mit em Silber und em Zinn. Potosí isch e
Bärgbaustadt, und wenn me im Bärg e neui Silber-Adere entdeckt het, findet
me kei Handwärker in dr Stadt zum zB e Rohrbruch z'flicke, wül denn alli
in dr Mine sind am Silber oder Zinn scheffle.
Mir sind denn natürlich au in d'Mine gange, zum uns das ganze mol a'zluege.
D'Bedingige dört sind miserabel bis schrecklich. Es wird no sehr viel vo
Hand gschafft, es isch extrem staubig und dräckig. D'Lüftige - falls
vorhande - sind sehr bescheide dimensioniert. Dass es pro Johr "nume" 12
Toti git, chan i gar nid glaube, nachdäm i d'Mine gseh ha. S'Gschtei isch
sehr brüchig, und d'Sicherigsmasnahme händ nid würklich hochi Priorität.
Nid z'vergässe isch au, dass nid nume dr Staub die harti Arbet erschwert,
sondern au die dünni Luft uf 4200m - das goht nume mit Kokablätter-Chaue.
Scho nume dr Bsuech vo dr Mine isch sehr aschträngend, mir sind öppe 70m
klapperigi Leitere ufegschtiege, es paar ängi Stelle het me nume kriechend
chönne passiere, und denn ebe all dä Dräck und Staub. Aber wenn me d'Lüt
dört gseht schaffe, beklagt me sich nid. Und me chunnt sich als Bsuecher
au ziemlich schlächt vor; me macht Föteli während d'Mineure schufte und
unter de miserable Bedingige liide. Aber doch profitiere sie vom
Tourismus, wo 'ne chli Gäld für besseri Infrastruktur bringt, und
d'Bsuecher verteile au Getränk und Kokablätter.
Zum Schluss händ mer denn no s'Dynamit chönne verchlöpfe, wo mer vorhär am
Märt kauft händ. E spassigi Sach, aber ebe doch e chli e Tourischtefalle...
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Bolivia
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4. Dezember 2006
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Sucre
Wyter nach Sucre isch es denn per Taxi! Das
choschtet für e 2-schtündidgi Fahrt au nume 4 Franke pro Person - also
easy!
Sucre isch zwar nid so gross wie La Paz und au nid dr
Regierigssitz, aber eigentlich die offizielli Hauptstadt. Es isch e
wunderschöni, schneewyssi Kolonialstadt, viel wältlicher als die andere
bolivianische Städt, e schöne Ort zum Verwyle. Und nach 4 Wuche ändlich
mol wider unterhalb vo 3000m z'sy, isch au ganz schön. So händ mer - mir
sind übrigens no immer z'vierte unterwägs - au relativ viel Zyt uf unserer
tolle Dachterrasse verbrocht oder mit Flaniere und Käfele.
Und wül's uns denn mol wider nach öppis aktivem dürschtet het, sind mer
wider uf d'Mountainbikes gschtiege. D'Tour het sich zwar als technisch
ziemlich aschpruchsvoll usegschtellt, aber isch super gsi:
Flussdurchquerige, Bade bi de 7 (bruune) Wasserfäll und e wunderschöni
Landschaft!
Wyter händ mer d'Zyt in Sucre drzue gnutzt, mol wider e chli in
Usgang z'goh, sich mit irgendwelche Sache y'zdecke, wo's in de chleinere
Ort nid git, feine Wy z'trinke, viel extrem feini Schoggi z'ässe und
s'beschte Steak (6 Franke, ca.500g) wo'n i bisher jemols gha ha!!! Lang
wird die Marke allerdings chuum verhebe, schliesslich bin i ab Mitti
Dezämber bereits in Argentinie. Und dört git's denn numeno söttigi
Steaks...! :-)
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Bolivia
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10. Dezember 2006
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Tupiza
So, ich bi jetzt sit knapp 7.5 Mönet unterwägs. Und wenn i
mini Finanze konsultier, heisst das: Halbzyt! Also wenn i keini extrem
grosse Sprüng mach, wird d'Luft im Portemonnaie öppe Juli/Auguscht dünn.
Das isch zwar no ziemlich wyt wäg, schynt mer aber im Momänt doch viel
z'gli. Aber no isch es jo nid eso wyt, und es isch jo au nid in Schtei
gmeisslet, dass i denn tatsächlich mues zruggcho, nume wül mini Ersparnis
sich erschöpfe.... "¡Vamos a ver!" ;-)
Unterdesse bin im ene Städtli namens Tupiza. Wider sind eher
unagnähmi 12h im ene Bus nötig gsi, zum das Etappeziel z'erreiche, aber me
gwöhnt sich langsam an dä Standard.
Tupiza gseht e chli us wie'n es Wildwescht-Städtli: d'Hüser, die
staubige, eher leere Schtroose, die rote Bärge im Hintergrund und
d'Cowboyhüet in dr Stadt. Und denn händ mer halt au eine uf Cowboy gmacht;
händ uns passendi Hüet poschtet und sind uf e 3-tägige (!!!) Pfärde-Usritt.
Uf de Spure vo "Butch Cassidy & The Sundance Kid" (für d'Fründe vom
Wildweschtfilm: 1969; Paul Newman, Robert Redford) sind mer also durch die
südbolivianischi Landschaft gritte. Durch e Landschaft wo meh nach
Wildwescht usgseht als dr wildi Weschte sälber. Atemberaubend! Und vor
dere Kulisse isch wohl würkli einzig es Ross s'richtige Transportmittel,
alles andere würd eifach dr Landschaft nid gerächt wärde.
Im Gegesatz zu minere Pfärde-Erfahrig vo San Agustin, han i dasmol
es Ross becho, wo weder alt no lahm gsi isch. E schöni Abwächslig! Nei, es
isch e grosse, prächtige, schwarze Hängscht gsi, knapp so hoch wie mini
Schultere. Und er het immer welle galoppiere, ha tatsächlich Blotere an dr
Hand wül en ständig ha müesse zrugghebe. Er het also zwüschedure würkli
sini Spinnerphase gha, wo'n en chuum ha chönne vom Renne abhalte! Aber
wenn en denn ändlich ha lo goh und mer galoppiert sind, isch er eifach
grossartig gsi - und natürlich dr schnällscht vo allne. Ich bi jo nie e
bsundere Rössli-Fründ gsi, aber mit däm Ross im gschtreckte Galopp (en
uuuunglaublichi Gschwindigkeit!) über s'sandige Flussbett z'rase, isch
schlicht und eifach dr füdleblutt Wahnsinn!!! So berauschend und purs
Freyheitsgfüehl. Und denn die Landschaft rundume - wenn au teilwys nume im
Tunnelblick... atemberaubend! Durch die rote Bärge mit de Kakteeä, durch
d'Flüss, über Fälder und durch chleini Lehmhütte-Dörfli.
Jedefalls händ mer's super gha; mit de Ross, mit de Guides, mit de Chinder
vom Dorf wo mer übernachtet händ und natürlich mit enand.
Aber das ganze isch doch au ziemlich schmärzhaft gsi. Mir sind jede Tag 5
bis 6 Schtund im Sattel gsi. Do sind d'Blotere an de Händ nüm
erwähnenswärt. Jede Muskel tuet weh, d'Oberschänkel sind vertätscht und am
Arsch han i zwei Fläcke, wo'n i effektiv kei Hut meh ha. Aber es isch es
definitiv wärt gsi!
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Bolivia
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22. Dezember 2006
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Salta
Us Bolivie nach Argentinie z'reise isch wider emol e
zünftige Kulturschock gsi. Plötzlich isch me us de Ande mit ihrne
Indigenas usegrisse und in es schynbar europäischs Land verpflanzt worde.
Statt de chleine dicke Fraueli mit ihrne Zöpf und Hüet findet me modärn
kleideti Lüt, praktisch alli wysshütig. Sie gsehnd alli us wie Spanier und
Italiener, und das sind sie jo eigentlich au. Uf em zentrale Platz wähnt
me sich irgendwo in Südeuropa. Es isch suber und s'Läbe funktioniert. Au
dr Kaffi isch plötzlich wider sauguet und d'Glace au. Zuedäm het's
Ychaufs-Schtroosse mit hunderte vo Läde und mit riesige Supermärkt und
Ychaufszentre. Es isch würkli e völlig anderi Wält. Natürlich isch au
alles viel türer als in Bolivie, aber drfür bechunnt me alles und
d'Qualität isch einiges höcher. Ich ha natürlich dr hochi Läbensstandard
in Salta au wider gnosse nach 5 Wuche Bolivie.
Und es herrscht au in Argentinie s'Wiehnachtsfieber. Es vermag mi zwar nid
a'zschtecke, aber d'Lüt sind am Shoppe wie d'Wältmeischter. Und währenddäm
me in Shorts und T-Shirt durch d'Schtroose schlenderet, ghört me vo allne
Syte die kitschigi Wiehnachtsmusig, gseht hunderti vo Tannebäumli,
unzähligi Santichläus lache eim a, und in dr Nacht lüchte d'Lämpli in
allne Farbe... Dr Wiehnachts-Hype im Summer - no viel schräger als das
ganze Theater bi uns einewäg scho isch! Anderersyts isch es scho no es
schöns Luege, wenn die knackige Verchäuferinne ihri Wiehnachts-Aktione in
Santichlaus-Chäppli und knappschtem Miniröckli präsentiere.
Und ich ha nach 5 Wuche Reise in dr Gruppe au wider chli mini Rueh welle,
und Zyt für mi allei, ohni müesse uf anderi z'luege und ohni Kompromiss.
So han i mi denn vo mim Grüppli verabschiedet zum es paar Täg uf eigeni
Fuscht wyter z'reise. Ich ha also en andere Wäg ygschlage und triff mini
Kumpane denn an Wiehnachte an dr chilenische Pazifikküschte wider. Statt
wyter südwärts bis nach Mendoza han i also d'Ande wyter nördlich
überquert und bi diräkt nach Chile an's Meer. Es paar gmüetlichi Täg mit
Strand, Büecher und Fisch - das isch genau das gsi wo'n i ha welle...!
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Argentina
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22. Dezember 2006
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dr Norde vo Chile
Ich ha vorhär gar nid gwüsst, wie gross d'Wüeschti
Atacama im Norde vo
Chile isch. Ich bi unterdesse in dere Region öppe 25h lang Bus gfahre, und
me isch immer in dr Wüeschti. S'ganze Land nördlich vo La Serena
isch ei riesigi Wüeschti, so breit wie s'Land und über 1000km lang! E sehr
faszinierendi, schöni Landschaft, aber nach es paar Schtund het me's denn
öppe gseh: nume Sand, Stei, Felse, Kakteä und ab und zue es paar
Schtrüücher.
Mini erschti Station isch denn
Antofagasta
gsi. Es chleini Stadt, wo's nid viel z'gseh geh het. Aber ich ha's eifach
gnosse, sit 3 Mönet wider emol am Meer z'sitze, de Wälle z'lausche und de
Pelikan bim Fische zuez'luege.
Vom Standard isch es ähnlich wie in Argentinie, halt eifach alles nomol
50% tüürer. So choschtet mi jetzt e Übernachtig im ene eher schäbige Ort
Fr.13.-, gegenüber de Fr.4.- wo'n i in Bolivie no zahlt ha für e Nacht im
ene schmucke Hostal.
Ich bi denn gli wyter nach
Caldera;
es chleises Fischerdorf 7 Schtunde wyter südlich. Au dört isch rundume
nume Wüeschti und im Weschte dr Pazifik. Bi denn dört chli an benachbarti
wyssi Sandstrand go us-schpanne. S'Meer isch mer mit 16° aber doch es
bitzli z'chalt zum längeri Zyt im Wasser z'sy. Und zuedäm isch es immer
sehr windig und gar nid eso warm wie me chönnt meine wenn me d'Wüeschti
ume eim ume gseht. Aber es isch definitiv guet gnueg zum es paar
friedlichi Täg z'gniesse und es git guete Fisch!
Dr ledschti Zwüschehalt vor Santiago isch denn
La
Serena
gsi. E schöni Stadt voller Läbe und fründliche Lüt. Han e ganz tolli
Unterkunft bin ere härzliche Familie gfunde und au es paar ganz gueti Lüt
troffe.
Do han i au zum erschte mol mit Yheimische über e Pinochet, si Tod und
sini Diktatur gschwätzt. Wenn me jetzt in däm wyt entwicklete Land
umereist, cha me sich chuum vorschtelle dass es vor es paar Johr no unter
so'n emne schreckliche Diktator glitte het. Ich ha jedefalls niemer troffe
wo'n ihn nid abgrundtief hasst und nid uf dr Schtrooss isch go fiire wo'n
er gschtorbe isch. "Pero se fue sin pagar", säge sie do, er sig aber gange
ohni sini Rächnig z'zahle. Wie au immer, es isch wohl eifach guet dass er
wäg isch.
Vo La Serena us han i e Tagesusflug zum ene Pinguin-Reservat gmacht.
In däm
"Reserva
Nacional Pingüino Humbold"
gits nid nume die chleine, tappige Humbold-Pinguin z'gseh, sondern au
dutzendi vo wytere Vögel wie Pelikan, Albatros, und all die andere wo'n i
d'Näme nid kenn.
Es het au Seeleue und See-Elefante wo dört umelümmle. Und als Zückerli
händ uns zwüschezytlich no zwei Gruppe vo neugierige Delfin uf dr
Bootsfahrt begleitet.
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Chile
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13. Januar 2007
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Santiago /
Valparaíso
Churz vor Wiehnachte bin i us em Norde nach Santiago
cho. Das isch e erschtuunlich schmucki, ziemlich suuberi und
hochentwickleti Grossstadt. Chunnt mer jedefalls ziemlich europäisch vor.
Ich bi am Morge früeh mit em Nachtbus acho, und öppe 10 Minute nach minere
Akunft het mir in dr Metro eine s'Portemonnaie gschtohle. Do bin i also
tatsächlich doch no Opfer vom ene kriminelle Akt worde - nach 232 Täg
reise. Nach Länder wie Guatemala, Honduras und Kolumbie het's mi
usgrächnet im höchschtzivilisierte Ort verwütscht... ts-ts-ts. Aber das
alte Mannli het sini Sach ganz gschickt gmacht: e vortüschte Schwächeafall
in dr Metro, und ich han em wider uf d'Bei gholfe nachdäm er vor mini
Füess gheit isch. Und denn han i 5 Sekunde bruucht bis i gluegt ha, ob i's
Portemonnaie no im Hosesack ha. Aber bis denn isch d'Metro scho wider
abgfahre und s'Mannli isch uf em Perron gschtande, mit mim Portemonnaie in
sim Sack... Aber es isch jo nume Gäld gsi - nid emol bsunders viel. Aber
es närvt mi trotzdäm, dass er mi übertölplet het...!
Am nöchschte Tag bin i denn bereits wyter nach Valparaíso. Im Bus
han i zuefälligerwys dr Alessandro widertroffe. Ihn han i uf dr
Wildwescht-Tour in Tupiza kenneglernt und sit Salta nüm gseh.
Mir sind denn z'zweite chli d'Stadt go aluege, und nachdäm er zrugg nach
Santiago gange isch, han i mi wider mit dr Martina, em Steve und em
Billy troffe.
Valparaíso isch zwar au e ziemlich grossi Stadt, aber mit dene ganz
viele chleine Hügel mit Ussicht uf's Meer, mit de schöne bunte Hüüser und
de schmucke Gässli chunnt's eim viel chleiner vor. Und es isch würkli
üsserscht sympathisch.
Unseri Wiehnachte isch super gsi! Definitiv emol öppis anders! Mir händ
zwar au es Tannebäumli gha, und es paar chleini Gschänkli het's au geh,
aber dr Ort, s'Meer und die hochsummerliche Temperature sind doch eher
untypisch gsi.
Am 25. sind mer jedefalls ziemlich arg verkateret ufgschtande, und denn
het's grad emol es Champagner-Z'Morge geh. Aschliessend sind mer an Strand
- es isch jo so'n e extrem heisse Tag gsi! Natürlich händ mer unses
Tannebäumli mitgnoh und händ denn e glatti Foto-Session duregeh - sehr zum
Amusement vo de Yheimische.
Wider zrugg in unserem Hostal het uns d'Martina 2 gschtopfti Güggel als
Wiehnachtsässe zuebereitet. Und so wär denn au das mit em viele viele
feine Ässe an Wiehnachte abghoogt gsi.
Nach Wiehnachte sind denn die beide Schotte wider ihrne eigene Wäg noche,
das heisst: zrugg nordwärts nach Perú. D'Martina und ich händ uns
entschlosse, bis Neujohr in Valparaíso z'blybe. Schliesslich isch
das in Chile DÄ Ort, zum Silveschter z'verbringe. Und au das Johr sind
wider anderthalb Millione(!!!) Tourischte für Silveschter nach Valparaíso
cho. D'Priise für e Übernachtig schtiege über die Täg jewyls bis uf's
achtfache vom Normalpriis.
Unseri Hostal-Bsitzer händ sich während dene Täg chli Ferie gönnt.
Schliesslich isch es jo eh scho sit Tage usbuecht gsi, und so het's kei
Recepcionischt meh bruucht. Und das isch au no rächt schräg, wenn me imene
Hostal 3 Täg lang schturmfrey het!
Vor em Johresändi sind mer no in de Sanddüne nördlich vo Valparaíso
go Usrytte. Zur Abwächslig han i mol es guet erzognigs Ross gha, wo immer
schön brav gmacht het, was i ha welle. Und galoppiere het's au chönne, am
Strand entlang isch das extrem fätzig gsi. Wenn au niemols eso unglaublich
schnäll wie dr "Oscuro" in Bolivie...!
Mir händ uns denn sehr guet mit dere Familie, wo die Ross-Toure macht,
verschtande, und sie händ uns für e Silveschter zu ihne yglade. Sie händ
es wunderschöns, grosses Huus (mit 70 Ross und 50 Chüeh) uf em Hügel mit
Super-Ussicht uf's Meer und die ganzi Bucht. Und so händ mer beschlosse,
dr Silveschter nid wie d'Sardine in dr Büchse mit de räschtliche 1.5
Millione Tourischte in Valparaíso z'verbringe, sondern mit dene Lüt
und ihrne Fründe. Das isch denn zwar nid eso extrem partymässig abgange
wie d'unde in dr Stadt, aber mir händ e glatte'n Obe gha mit rund 30 Lüt,
grossem Füür, Grilliere und ere Top-Ussicht uf's "gröschte
Silveschter-Füürwärk vo Südamerika".
S'Neue Johr isch denn wieder emol liecht verkateret losgange. Mir sind
grad zrugg nach Santiago, wül d'Martina am nöchschte Tag in aller
Hergottsfrüehi ihre Rückflug nach Nicaragua gha het. Die nöchschte Täg
sind denn es ziemlichs Januarloch gsi. Nach em Kater als erschts wider
emol e Abschied, denn die bis im März usbuechti Fähri nach Südpatagonie
und schliesslich s'Feschtsitze in Santiago und die leidigi Gschicht
vom Päckli. Und ledschteri goht folgendermasse....:
S'Mami het mer afangs Dezämber s'Zält und es paar wyteri Campingutensilie
poschtlagernd nach Santiago gschickt. Aber au afangs Januar isch
das Teil no immer nonig dört acho. In Abetracht vo de vergangene Fiirtig
han i dänkt: "jo guet, warte mer doch no es Bitzli." S'Päckli sig sit 2
Wuche bim Zoll am Flughafe vo Santiago, han i denn es paar Täg schpöter
dank em Verfolgigsdienscht vo dr schwizer Poscht in Erfahrig brocht. Aber
wo denn die chilenischi Poscht au nach ere wytere knappe Wuche das Päckli
nid becho het, han i d'Hoffnig ufgeh. Normalerwys sig's nid länger als 5
Täg bim Zoll... Tja, so isch es wohl schlicht und eifach klaut worde, am
chilenische Zoll.
Ich ha mer unterdesse es schöns neus Zält kauft und au es Campingmätteli,
Chocher, Pfanne und all dr anderi Grümpel wo mer no gfehlt het. Und jetzt
chani nach 10 Täg Santiago ändlich verloh! Es isch jo nid eso, dass
i die Stadt ghasst hät, aber es git halt eifach soooo viel Ort in däm Land
wo viel viel schöner sind. Zum Byschpiel s'Seä-Gebiet, und genau dörthie
füehrt mi mini Reis als nöchschts...
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Chile
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28. Januar 2007
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Araucanía:
Pucón / P.N. Huerquehue
Schön isch es in dr Region Araucanía! Es het viel
schöni blaui Seeä, Hügel, Wälder, Wiese mit grasende Chüeh, Bärge,
verschneiti Vulkän und natürlich vieli vo dene schöne Bäum wo dr Region dr
Name geh händ: Araukarie.
Ich ha mi denn als erschts mol im Ort
Pucón
niedergloh. Das isch es schöns Dorf mit Holzhüser und ligt am ene schöne
See. Und bsunders ydrücklich isch dr verschneiti aktivi Vulkan
Villarica, wo ständig dampfend über em Dorf thront. Dr Ort isch leider
sehr touristisch; näbscht sehr viele Chilene, Argentinier und Brasilianer
wimmlets vo Amis, Dütsche, Holläner und Schwizer. Jo, und Israelis het's
natürlich au do. Aber es isch trotzdäm schön!
Je südlicher dass me goht, desto meh gschpürt me dr Yfluss vo de Dütsche
Ywanderer, wo sich im vorledschte Johrhundert do niedergloh händ. So
findet me sehr vieli dütschi Näme (z.B. "Bäckerei Holzapfel"), und
au in dr Alltags-Schprooch het's viel Wörter wo eigentlich dütsch sind. So
git's in jedem Café "Kuchen" und s'zapfte Bier nennt me "Schop"
(vo Schoppen).
Aber es git au es "Hotel Interlaken", es paar schwizer Restaurants,
Fondue an jedem Egge und Schoggi sowieso...
Als erschti Aktivität han i denn d'Beschtiegig vom Vulkan
Villarica in Agriff gnoh. Das
goht zwar au steil duruf für 5 Schtund uf Schnee und Iis, mit Schtiegyse
und Iispickel, aber im Verglych zu andere Toure isch es eigentlich nid meh
als e Spaziergang!
Aber d'Ussicht - bsunders bim Sunneufgang - isch phänomenal! Wie immer
het's kei einzigi Wolke gha am Himmel - schynbar Top-Bedingige zum
Beschtiege vom Vulkan. Schliesslich isch mer s'Wätterglück nid immer hold
gsi bi de Vulkän in Mittelamerika. Und tatsächlich het's mer au dasmol e
Strich durch d'Rächnig gmacht: dr Wind isch so stark worde, dass mer 2h
vor em Gipfel wider händ müesse umchehre. Es het eim dört obe eifach vo de
Füess bloose!
Als Troschtpflaschter isch uns denn im Hostel drfür chli Gratis-Bier
usgschänkt worde - viel Gratis-Bier...!
Als nöchschts bin i denn uf e 4-tägigi Trekkingtour im
Parque Nacional Huerquehue.
Dr Rucksack mit allem Ässe für die 4 Täg isch scho no ziemlich schwer gsi!
Eigentlich beängschtigend schwer, wenn i bedänk, dass i no bis 10-tägigi
Toure uf miner Wunschlischte ha! Aber das goht denn scho...! Am erschte
Tag isch es denn grad emol ziemlich steil duruf - aber mit ere wahnsinnige
Ussicht über e nöchschti See und uf e dampfende Villarica.
Zuefälligerwys han d'Catherine troffe, e Irländerin wo'n i vom Hostel in
La Serena und vo dr Pinguin-Tour kenn. Wieder emol e chleini Wält!
Und so bin i am erschte Tag mit ihre chli durch die schöne Wälder um die
ruhige Seeli gwanderet. Sie isch aber eini vo dene Tagesusflügler gsi und
isch am Nomittag wider zrugg, währenddäm ich tiefer in Nationalpark
vordrunge bi. Dört het's denn plötzlich gar keini Lüt meh, und me isch
allei in dr Natur, in de Araukariewälder mit de rotchöpfige Spächte und
so. Nach 10 Wuche uf em bolivianische Altiplano und in dr Wüeschti Atacama,
wo's eifach kei einzige Baum git, han ich's sooo gnosse in dene schöne
Wälder! Aber au "Tábanos" het's gha, das sind ziemlich läschtigi Rossbräme.
Vo dene het's zur Zyt extrem viel: usserhalb vo dä Wälder chöme sie immer
öppe z'sächste uf eim los. Zum Glück sind sie relativ plump, und me cha se
guet z'Tod schloh. Am einte Nomittag han i mol 130 Tábanos
niedergschtreckt, bis i nach 4 Schtunde wider mit em zähle ufghört ha.
S'einte Mol vier uf ei Streich - scho fascht so guet wie s'tapfere
Schneiderlein...!
Bim Campiere im Park han i denn dr Ueli und d'Martina troffe, es schwizer
Pärli wo uf em gliche Wäg gsi isch. Und so sind mer denn z'dritte wyter.
Uf dr andere Syte vom Nationalpark händ uns die Yheimische nid nume e
Platz zum Zälte chöne abiete, sondern au es grooosses, chalts Bier und die
schönschte Thermalquelle! Isch jedefalls herrlich gsi! Und denn isch es in
2 Täg wider zrugg an Usgangspunkt und nach Pucón.
Mini so oft gflickte Wanderschueh händ bi däm Trek definitiv dr Geischt
ufgeh und sind total usenandgheyt. Aber nach 12 Johr isch es viellicht au
Zyt worde zum neui chaufe. Und so han i mir denn in Pucón es Paar
neui erschtande und erfreu mi sitdäm an de Fortschritt und Errungeschafte,
wo d'Wanderschueh-Forschig in de ledschte 12 Johr hervorbrocht het.
Bevor i Pucón wider verloh ha, han i doch no dä trotzendi Vulkan
Villarica welle
beschtiege. Ich ha also e zweite Alauf gnoh...
Au das Mol isch dr Himmel wolkelos gsi. Und das Mol het's chuum Wind gha.
Und so isch die Expedition au ganz locker über d'Bühni gange. Leider cha
me zur Zyt d´Lava im Krater nid gseh blubbere, dr Lavaspiegel ligt grad
relativ tief. Aber au ohni Lavasicht isch es es tolls Erläbnis gsi! Und dr
Abstieg isch au ganz glatt gsi: uf em Hosebode rutscht me die steile
verschneite Häng durab. Und au dasmol het's im Hostel wieder Gratis-Bier
geh. Nid als Troschtpflaschter, sondern als... ähm... jo, wieso au nid!?!
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Chile
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28. Januar 2007
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Seeägebiet: Puerto Varas / P.N. Vicente Pérez Rosales
D'Región de los Lagos isch, wie dr Name loht lo
vermuete, vor allem durch schöni Seeä prägt. Eigentlich gseht's ziemlich
ähnlich us wie in Araucanía. Au do het's verschneiti Vulkän, schöni
Wälder, Wiese und Chüeh.
Als Heimbasis han i s'Städtli Puerto Varas usgwählt. Au das Kaff
ligt amene schöne See, und dr Nationalpark Vicente Pérez Rosales
isch ganz in dr Nöchi. Und in däm Park han i mi nöchschti 3-Tages-Trek
plant gha.
Ich ha mi denn mit em Andreas, emene bayrische Zimmermaa - natürlich mit
traditioneller dütscher Zimmermaakluft unterwägs - Richtig Nationalpark
ufgmacht. Zum an Startpunkt vo dr Wanderig z'glange, händ mer mit emne
Boot über e See in e bestimmti Bucht müesse gfahre wärde. Und die asässige
Böötler händ es halbs Vermöge drfür welle. Glücklicherwys händ mer denn
dört an däm See dr Franzos Nico troffe. Dä het zwar gar nid vor gha,
irgend e Trek z'mache. Aber wül mer so geili Sieche sind, händ mer ihn
schnäll drvo überzügt gha, mitz'cho. So händ mer dr Priis für d'Überfahrt
schliesslich chönne durch 3 teile. Er het zwar sis ganze Gepäck drby gha -
einiges zum 3 Täg lang schleppe - aber jä nu.
Und so sind mer denn über e See; zweiehalb Schtund vo unerbittliche
Tábanos verfolgt, beläschtigt und gschtoche. Und denn isch es z'Fuess
wyter dur e Wald, über chleini, extrem waggligi Holz-Hängebrugge. Hüfig
händ sie riesigi Löcher zwüsche de Bodebrätter und keis Gländer gha. Aber
es söll jo au es bitz es Abentüür sy...
Mir sind chli schpoot dra gsi, und so isch es scho ziemlich dunkel gsi,
bis mer am Zältplatz bi de Thermalquelle acho sind. Aber au do isch
s'Thermalbad super gsi - das Mol in Form vo 2 Holz-Badwanne. Denn, unter
emne atemberaubende Stärnehimmel het's Lagerfüür, Z'Nacht und schliesslich
e ruhegi Nacht mit guetem Schloof geh.
Am zweite Tag het's grägnet. Dr ganz Tag. Nid allzu fescht, aber stetig.
Nachdäm mir uns uf Wanderwäg vorwärtsgschafft händ, wo eigentlich meh Bäch
als Wäg gsi sind, sind mir bald bim nöchschte Zältplatz acho. Am ene
malerische chleine See, bi dr abgschiedene Farm vo dr fründliche Büürin
Iris, wo sich über jedes Gschpröch mit Wanderer freut (und ihne gärn as
paar Pesos für's Zältle abchnöpft). Aber mir sind froh gsi, dass mer im
Unterstand unseri Sache händ chönne tröchne, Schärme gha händ zum Choche
und früsches Brot händ chöne chaufe.
Am dritte Tag het d'Sunne wider duredruckt. Und nach chli Räge und chli
Sunne sind mer bald wider in dr Zivilisation gsi.
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Chile
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29. Januar 2007
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Päckligschicht: dr
ledschti Akt
D´Päckligschicht isch mit em Ufgeh vo dr Hoffnig und dr
Abreis us Santiago Mitti Januar nonig abgschlosse gsi...
Es isch unglaublich: nach 42 Täg het die chilenischi Poscht mis Päckli
doch no becho! Es isch also doch nid klaut worde, sondern eifach 4 Wuche
lang bim Zoll umegläge. Und denn, nachdäm i mir in Santiago es Zält kauft
ha, und 900km wyter südlich greist bi, han i's in Santiago chönne go
abhole...!!! Tja, voll suboptimal gloffe.
Telefonisch wyterleite oder vo öper anderem lo abhole han i's nid chönne,
und so bin i halt wohl oder übel wider emol nach Santiago gfahre. Nid mini
Lieblingsstadt!
Mission Päckli: Schnäll mit emne Nachtbus in 12h uf Santiago ufe, Paket bi
dr Poscht hole und mit em nöchschte Nachtbus in 12h wider zrugg uf Puerto
Varas. Vo dört mis neue chilenische Zält in d'Schwiz schicke. Und abgseh
vo viele verschlampte Täg und es paar verlorene Batze isch es, als wär die
ganzi Päckligschicht gar nie passiert...
- E N D E –
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Chile
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19. Februar 2007
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Ushuaia / Tierra del
Fuego
Us em Seeägebiet in
Chile han i e Flug gnoh nach Ushuaia uf em argentinische Teil vo
Füürland. Eigentlich han i d'Reis in färne Süde jo mit em Schiff welle
mache, aber die händ irgend e Havarie gha, und so het das ebe nid klappt.
Aber mit em Flugi isch das au ganz guet gange und erscht rächt no viel
schnäller.
Ushuaia sig die südlichschti Stadt vo dr Wält, säge d'Argentinier.
Das stimmt irgendwie au, aber irgendwie ebe doch nid. Es chunnt e chli uf
d'Definition vom Begriff "Stadt" a. Es git nämli no es Kaff uf ere
chilenische Insle bitzli wyter südlich, aber das isch denn halt kei Stadt
sondern es Dorf... Naja, d'Argentinier säge no viel. Es het au bi jedem
Gränzübergang do unde es Schild wo druf stoht "Las Malvinas son Argentina"
("Die Falklandinseln sind Argentinien"). Aber sowyt ich mi cha erinnere,
händ d'Engländer dr Falklandchrieg gwunne und die Insle sind halt ebe in
britischem Bsitz...
Ushuaia isch an sich nüt bsunders schöns. Aber d'Lag am
Beagle-Kanal mit de Inseli und de verschneite Bärge rundume isch scho
no speziell. S'Klima isch sehr rauh, es isch chüehl und es windet sehr
stark. Me cha d'Nöchi zu dr Antarktis würkli gschpüre. Allerdings het,
wo'n ich acho bi, d'Sunne gschune und es isch herrlichs T-Shirt-Wätter gsi.
Ich ha denn schpöter aber au dr alltäglichi Räge, die schwarze Wolke, dr
Schnee und dr unglaublich starki Wind vo Füürland kenneglernt.
Es het sehr viel Tourischte in Ushuaia; Rucksäckler wie au die eher
wohlhabendere Tourischte wo mit de Chrüzfahrtsschiff verbychöme oder die
wo sich e Usflug in d'Antarktis chönne leischte (2500-5000 US$). Es zieht
halt alli a, s'"Endi vo dr Wält" z'gseh.
Für mi het Tierra del Fuego au e ziemlich spezielli Bedütig gha.
Ich bi in de ledschte 9 Mönet ständig südwärts greist, immer richtig
Füürland. Es isch ständig es Ziel gsi, irgendwo hinter em Horizont. Und
denn bin i plötzlich dört... Es isch e Ort, wo mir bsunders bewusst worde
isch, was für e Traum ich mir mit dere Reis erfüll. Tja, und was macht me
nachdäm sini Träum in Erfüllig gange sind?!? Ich ha mi halt eifach um 180º
dreiht, und reis unterdesse nordwärts. Do git's no ganz viel anderi Ort,
wo'n i cha apeile und wo genauso e Inbegriff vo mim Reisetraum sind.
Schliesslich bin i e Wuche lang in Ushuaia blibe. Ich ha es paar
ganz gueti Lüt troffe und ha es paar Usflüg gmacht.
Dr Pflichtusflug isch e Bootstour uf em Beaglekanal. Das isch dä
Meeresarm wo Ushuaia dra ligt. Ich ha die Tour nid wie die meischte
andere mit eim vo de grosse Katamaran gmacht, sondern in ere chleine
Gruppe uf emene Segelboot. S'Sägle isch genial gsi: dr Wind het peitscht,
d'Wälle händ gschprützt und es isch chalt gsi. Genau so sött's jo au sy am
Endi vo dr Wält!
Und denn natürlich no dr Nationalpark "Tierra del Fuego", wo me cha
entlang vo schöne Buchte, durch Wälder und an Seeä wandere. Me gseht
Biberdämm, viel Habichte, Spächte und uuunglaublich viel Chüngel.
D'Wyterreis isch denn wider uf chilenisches Gebiet nach Puerto Natales.
Dr Bus het öppe peruanische Standard gha, d'Schtross isch so holperig wie
in Bolivie und d'Distanze sind so gross wie in Kolumbie. Nid die beschti
Kombination! Schliesslich het die Fahrt denn langi 17 Schtund duurt.
Bi dr Magellan-Schtrooss, wo d'Insle Füürland vom Feschtland
trennt, het dr Bus uf d'Fähri müesse - e gueti Glägeheit zum ändlich mol
d'Bei z'schtrecke. Dr Wind dört isch so stark gsi, dass es eim würkli
schier vo de Füess ghaue het. Und denn immer böig, dass me ständig am
torkle isch und effektiv all paar Meter fascht umgheyt. Isch wie bsoffe sy,
aber weniger glatt.
Ich bi denn mol uf d'Fähri, wo sie ändlich cho isch, und ha erscht uf dr
andere Site gmerkt, dass mi Bus gar nid mit druf gsi isch. Und so bin ich
also uf em Feschtland ghockt, während dr Bus mit mim Rucksack no uf
Füürland gsi isch. Aber e gueti Schtund schpöter het's denn au mi Bus uf
d'Fähri gschafft und d'Reis isch wytergange.
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Argentina
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19. Februar 2007
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Puerto Natales /
Torres del Paine
Als nöchschts bin i also nach Puerto Natales,
s'Sprungbrätt in berüehmt Nationalpark Torres del Paine. Mit em "Paine"
isch mer definitiv wider eis vo de grosse Highlights vo minere Reis
bevorgschtande. Für mi isch dä Nationalpark jedefalls scho länger e grosse
Traum gsi, und s'einte oder andere Bild vo dört het im Büro au mi
Bildschirmhintergrund ziert gha.
Am Tag bevor i in Nationalparkark bi, bin i schpontan no go Kajak fahre.
Eigentlich han i mit einere abgmacht gha zum Z'Mittagässe, aber denn het
uns uf dr Schtrooss eine gfrogt, ob mer nid Luscht heige uf 2 Schtund
gratis Kajakfahre. Das isch irgend e Organisator gsi vom ene
Abentüür-Kajak-Triathlon-Dingsbums, und dä het welle es paar Föteli mache
für sini Flyer und Homepage. Und do het er halt no zwei bruucht wo im ene
Kajak uf em Fjord umepaddle. Ich bi jo bishär no nie im ene Kajak ghockt.
Und s'iis-chalte Wasser bi ziemlich chüehlem Wätter het mi au nid bsunders
agmacht... Aber hejo, Kajakfahre im Fjord bi Puerto Natales mit es
paar verschneite Bärge im Hintergrund, wieso au nid?! Isch würkli ganz
cool gsi! Das mues i wider emol mache, villicht emol e mehrtägige
Kajaktrek in Skandinavie oder sowas...?!
So, jetzt aber zrugg zum Torres del Paine. Dä cha me churz gseit uf
zwei Arte durchwandere: entweder e ca. 4-tägige W-förmige Trek oder e 7-
bis 9-tägige Circuit, wo s"W" beinhaltet. Es git zwar au Lüt wo nume für
ei oder zwei Täg gönd, aber das isch fertige Gugus, do gseht me gar nüt.
Für mich isch natürlich dr grossi Circuito uf em Programm gschtande.
Und so han i mi mol uf 9 Täg vorbereitet, und ha min einewäg scho guet
gfüllti Rucksack no mit knapp 10kg Food gschtopft. Läck isch das Teil
schwer gsi!!! Ich schätz: öppe 25kg, am Afang! Wül's in Puerto Natales
weder Polenta no Couscous z'chaufe git, isch 9x Pasta uf em Schpiisplan
gschtande. Und wül mer d'Sauce denn definitiv z'schwer gsi isch, het's die
Pasta denn ame blutt geh. D'Abwächslig het dodrin beschtande, dass es
einisch Macaroni geh het, denn mol Spirale und es anders mol Krawättli.
Wül mini potenzielli Trekkingpartnerin churzfrischtig en andere Wäg
ygschlage het und ich in Puerto Natales fascht keini
Circuito-Trekkers troffe ha, han i mi mol allei uf e Wäg gmacht. Es het in
däm Park immer sehr viel Trekker, und me trifft jo unterwägs au immer
zwägi Lüt.
D'Wätterprognose händ mi im Vorfäld no chli skeptisch gschtimmt. Nach eim
Tag wächselhaft sind 3 Täg Rägewätter agseit gsi. Aber Wätterprognose in
dere Region sind eh unmöglich, wül s'Wätter do immer sehr wächselhaft isch,
und hinter jedem Bärg het's wider es eignigs Mikroklima.
Scho am erschte Tag het sich das bewohrheitet: am Afang isch es bewölkt
gsi und es het so extrem gschtürmt, dass es eim schier umbloose het. E
Schtund schpöter isch dr Himmel mehrheitlich blau gsi, null Wind und
d'Sunne het abebrätscht, heiss! Und churz vor Akunft bim erschte
Campingplatz het dr Schneefall ygsetzt. Tja, Patagonie: die 4 Johreszyte
innerhalb vo eim Nomitag. Me glaubt's nid wenn me's nid sälber erläbt het.
Aber während all dere Zyt im Torres del Paine han i würkli extrems
Wätterglück gha: meischtens chli Sunne, nume 2 Täg bedeckt und 2 Täg
wolklelose blaue Himmel (git's doch dört offiziell gar nid!), grägnet
het's nume eis einzigs Mol es bitzli und das nume in dr Nacht.
Nach em erschte Abstächer, uf eim eigentliche Circuito bin i immer
chli im gliiche familiäre Kreis unterwägs gsi. Es gönd alli dr glychi Wäg
und so het me enand immer wieder z'obe uf em nöchschte Campingplatz
atroffe und au uf em Wäg öppedie gseh. Und denn het me z'obe au mol es
Wyli oder Bierli zäme gnoh (wird dört zu Wucherpriise verchauft) und me
het's guet gha... Mini Lüt sind alles Chilene, Brasilianer, Argentinier
und e Spanier gsi. Das het mer au viel besser passt, als
englisch-schprochigi Gringos.
Landschaftsmässig isch dä Trek absolut spitzemässig: jede Tag e anderi
Landschaft, und immer wider gseht me Sache, wo me numeno cha schtuune.
Drum het's halt au fascht nume Landschaftsföteli uf dr Foto-Website. Das
isch villicht chli oed, aber schön isch es ebe doch!
Zu de Highlights ghöre sicher d'"Torres", die turmartige Bärgspitze
wo am Park dr Name geh händ; die unglaublich bluemige Bluemwiese bim
Rio Paine; d'Ussicht uf e riesige Grey-Gletscher und
s'donnernde Chalbe vo däm Gletscher in graui Lago Grey; dr Ablick
vo de Cuernos über em extrem türkisfarbige Lago Pehoé;.....
und und und...
Bsunders cool isch d'Überquerig vom John-Gardner-Pass gsi. Ich ha
mi dört extrem uf die vielbeschwärmti Ussicht uf e Grey-Gletscher
gfreut und bi drum hochmotiviert und voller Vorfreud und hoche Erwartige
gege'n e Sturm s'steile Gröllfäld durufgrennt. Genau über em Pass händ
d'Wolke wie'n e Strich ufghört und me het scho vo unde dr blaui Himmel uf
dr andere Syte chöne erahne. Und wenn me denn uf d'Passhöchi chunnt,
d'Sunne schtrahlt, und unter em stahlblaue Himmel dr riesigi, ydrücklichi
Gletscher liegt, denn gheyt eim scho dr Unterchiefer abe... Gletscher
sowyt me gseht, vo gaaaaanz links bis gaaaaanz rächts... Das han i würkli
s'absolute Highlight vom ganze Trek gfunde!
Am 7. Tag han i em Circuito schpontan no e chleini Extraschlaufe
aghänkt. Z'erscht absyts vo de grosse Tourischteschtröm dur e schöni wyti
Wieselandschaft und am nöchschte Tag drfür mit all de Tagestusflügler,
Oldies, Praliné-Tourischte und Refugio-Schöggeler per Katamaran wider
zrugg.
Tja, es het würkli eifach alles passt uf däm Trek! 10 Täg sind's
schlussändlich worde, und es isch dr absolut Wahnsinn gsi! :-)
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Chile
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15. März 2007
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El Calafate
Es isch zwar unterdesse au scho e Monet här, sit i dört gsi
bi, aber bi halt e chli wäg gsi vom Fänschter für längeri Zyt.
El Calafate isch e sehr touristische Ort. Es goht wohl jede
Argentinie-Reisendi dört verby zum dr groossi Gletscher Perito Moreno
go aluege. Drum het's dört denn au viel eher tüüri Restaurants und
Touri-Shops. Anderersyts git's denn halt au die riesige feine Steaks,
guete Kaffi, huusgmachti Glace und gluschtigi Torte...
Wo'n ich dört gsi bi, het's grad no es Gratis-Openair-Konzärt geh.
Irgendwelchi Rockbands, wo'n i zwar nid kennt ha, wo aber in Argentinie
schynts ganz gross sind. Ich bi denn mit zwei Schwizer, wo'n i Mitti
Januar im Huerquehue-Nationalpark kenneglernt ha, dört chli go
d'Sau useloh. Aber für Openair isch es eigentlich scho no rächt chalt gsi
in dr Nacht.
Und denn bi natürlich au ich die groossi Attraktion go aluge: dr
Perito-Moreno-Gletscher. Dä isch nid nume durch sini Grössi (dopplet
so gross wie unsere Aletschgletscher) beydruckend, sondern vor allem wül
sis untere Ändi e 60 Meter hochi sänkrächti Iiswand darstellt. Das isch
übrigens so hoch wie'n es 20-stöckigs Gebäude, also scho no ydrücklich.
Und denn stürze vo dere Wand immer wieder grösseri Iisbrocke in Lago
Argentino. Ich ha zwar nume es paar chleini Stückli gseh gheye, aber
wenn me s'Donnergrolle drvo ghört, realisiert me, dass au die "chleine"
Stückli e Grössi händ vo irgendwas zwüsche Autobus und Eifamiliehüsli. Me
verliert dört würkli dr Bezug zu dr Grössi.
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Argentina
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16. März 2007
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EL Chaltén
/ P.N. Los Glaciares
Vo El Calafate isch es, wenn me uf dr Charte luegt,
au nume e Chatzesprung bis nach El Chaltén. Aber effektiv wärde's
denn doch 4 Stunde Busfahrt. Es isch do halt alles chli wyt ewäg vonenand.
El Chaltén isch es ziemlich schrägs Dorf. Es isch erscht 1985
gründet worde, aber wachst in rasantem Tempo. Sehr viel Trekker und
Bärgschtyger chöme in dr Hochsaison dohie zum im Nationalpark Los
Glaciares ihrne Freyzyt-Aktivitäte z'fröhne. Im Winter schrumpft denn
d'Bevölkerig vo 1000 Ywohner wieder uf 200 Seele. Alles het irgendwie no
chli Pionier-Charakter, Lüt chöme do use zum e neui Existänz ufbaue; e
Bäckerei, es Kaffi, es familiärs Hostal... Aber e Bancomat oder
Wächselschtube git's no genausowenig wie'n e Poscht. Näbscht de schöne
Holzhüüsli het's sehr viel Baustelle und Rohbaute. D'Schtroosse sind Kies
und Sand, und drum het's bi däm ständige starke Wind au immer reichlich
Staub in dr Luft und folglich au in de Auge.
Aber mir het's sehr guet gfalle do. Irgendwo im Nirgendwo mit Sicht uf
d'Bärge Fitzroy und Cerro Torre. D'Lüt sind wider viel
härzlicher als im vom Tourismus verwöhnte El Calafate, und die
huusgmachti Schoggi und Glace wo's do git, isch also au nid z'verachte!
Au wenn ich mi in däm komische Dorf so wohl gfühlt ha, han i doch im
Nationalpark wider es paar Täg welle go trekke. Und so han i mi wider emol
ufgmacht mit mim Rucksack, zum bi blauem Himmel und Sunneschyn die schöne
Bärge go beglotze. Und wie scho im P.N. Torres del Paine han i au
do reichlich Wätterglück gha. Die beide Vorzeigebärge vo dere Region, dr
Cerro Torre und vor allem dr Fitzroy zeige sich nämlich sehr
sälte ohni Wolkeschleyer. Drum heisst dr Cerro Fitzroy in dr
Indianerschprooch au Chaltén, was "rauchender Berg" bedütet. Wie au
immer, ich ha die Höger jedefalls scho am erschte Tag z'gseh becho. Dr
zweiti Tag isch denn aber so extrem windig gsi, dass i mi fascht nid zum
Zält use getraut ha. Wäg em Wind het's so viel Staub, Sand und sogar
Chieselsteinli in dr Luft gha, dass me regelrächt sandgstrahlt worde isch.
Und dört, wo am Vortag no e Gletscher und dr Cerro Torre gsi sind,
isch numeno e graui Wolkewand gsi. Wo'n i denn aber am dritte Tag dr Chopf
zum Zält usegschtreckt ha, isch s'Wätter schlicht perfekt gsi: wolkelos,
warm und absolut windstill. Dir chönet wohrschynlich gar nid nochvollzieh,
wie schräg das isch. Aber so ganz ohni Wind het me eifach s'Gfüehl, öppis
stimmt nid...
Wo'n i uf em Wäg zum Fitzroy gsi bi, isch mer en alte Bekannte
entgegecho: dr Andreas, mi bayrische Zimmermaa, Zimmergenosse us Pucón
und Trekking-Compañero vo Puerto Varas. Mir sind denn grad mol am
Wägrand abghockt und händ enand bis churz vor Sunneuntergang verzellt, was
mer so gmacht händ in de ledschte 4 Wuche.
Dr nöchschti Tag het wider mit Wind, Räge und dicke Wolke agfange. Aber
vor em Mittag isch d'Sunne vürecho, und ei Gipfel nach em andere het sich
zeigt. Wie'n es inszenierts Theater mit em grosse Fitzroy als
Hauptdarsteller. Inklusive Rägeboge, bis schliesslich au dr gröschti Bärg
mit sine Star-Allüre sich sine ledschte Wolkefätze entledigt het, und sich
alli vor em blaue Himmel präsentiert händ. Und das, mini liebe, macht also
dr Sir Fitzroy nid jede Tag! D'Bärgschtyger warte meischtens wuchelang uf
guets Wätter, ame au über e Monet...! Es isch jedefalls herrlich gsi:
sünnele, schtuune und die grosse Kondore beobachte, wo do scho fascht in
Masse am Himmel umekurve.
Und vom nöchschte Tag a isch es sehr chalt worde. Ich bi denn im
Schneesturm wider zrugg nach El Chaltén, und ha mer dört immer mol
wider es Stück Öpfelstrudel und e heissi Schoggi ynezoge. E sehr chalte
Altwybersummer isch das gsi!
Als nöchschts han i denn z'Fuess vo El Chaltén über die chilenischi
Gränze welle. Das heisst: mit emne Bus an e See wo me mit emne Bötli cha
überquere, denn 22km z'Fuess über d'Gränze, bis me wider an e See chunnt.
Dört gits 2x pro Wuche es Boot wo eim uf d'Nordsyte bringt. Und vo dört
sind's denn nume no es paar wenigi Kilometer bis nach Villa O'Higgins,
s'südlichschte Dorf an dr chilenische Carretera Austral.
Am schöne See uf dr argentinische Syte, em Lago del Desierto, han i
denn no e Nacht zältet bevor i mit em Boot überegsetzt ha. Uf dr Nordsyte
het's es Hüüsli, wo die argentinische Gränzwächter ihres Büro händ. Vo
Hand sind dört mini Personalie uf irgendwelchi Notizblätter gschriebe
worde, und denn het's mit sehr viel Sorgfalt und Liebi dr Usreisestämpfel
in mi Pass geh. Wül dört s'Läbe als Gränzwächter au nid grad dr ultimativ
Stress isch (ca. 4 Reisendi pro Tag - zur Hochsaison), quatscht me au e
chli mitenand und bechunnt früsch bacheni Brötli mit Kaffi offeriert. Sehr
fründlichi Lüt!
Ich ha denn e Schtund vergäblich uf das Ross gwartet, wo'n i es paar Täg
vorhär bschtellt ha zum mir s'Gepäck abneh. Und denn han i wohl oder übel
mini 30kg Gepäck gschulteret, und ha mi uf e Wäg gmacht... wider emol nach
Chile, das Mol z'Fuess.
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Argentina
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17. März 2007
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Villa O'Higgins
Nach rund 2 Schtund
Fuessmarsch han i scho d'Passhöchi erreicht. Dört isch d'Gränze, und es
grosses Schild heisst eim in Chile willkomme. Vo dört a het's au an jedem
zähnte Baum es Schild mit dr chilenische Flagge, e Hiwys uf die ewige
Gränz-Stritigkeite zwüsche Argentinie und Chile. Dr Gränzverlauf in däm
Gebiet isch sit Johrzähnte umstritte, und erscht sit 1994 ghört z.B. dr
Lago del Desierto offiziell zu Argentinie.
Chli schpöter han i denn irgendwo z'mittst im ene gschpängschtig einsame
Wald s'Zält ufgschlage, wo's hunderti Büsch voller Calafate-Beeri gha het.
Die ässbare Beeri git's in ganz Patagonie, und d'Legände beseit, dass wär
vo dene isst, beschtimmt wider nach Patagonien zrugg goh wird. Naja, wei
emol luege...! Ich ha mir jedefalls ziemlich viel drvo pflückt und mer e
feine Calafate-Kompott brutzlet.
Am nöchschte Tag han i denn bald dr Lago O'Higgins erreicht, ha bi
de Carabineros schön brav mini Yreis gmäldet und ha uf's Boot gwartet. Bim
Stäg han i denn die paar verruckte Velofahrer wieder troffe, wo'n i scho
uf em Wäg gseh ha. Und bi Süppli, Kaffi und Bisquit het me quatscht und
uf's Boot gwartet.
D'Überfahrt isch sehr wild gsi. Hätt nid dänkt, dass es uf eme See so rauh
cha sy. S'Boot isch uf de Wälle so fescht umegschlage worde, dass es bim
einte vo de Velos sogar dr Stahlrahme verbüült het!
Und öppe in dr Hälfti vo dr Fahrt isch s'Boot nöcher ans Ufer gfahre, und
zwei Besatzigsmitglieder händ per Ruederboot e Schachtle zum Buurehof
brocht, wo's dört z'mittst im Nirgendwo gha het. Und nach ere Viertelstund
sind sie wider zrugg gruederet und händ es paar gschlachteti Schoof
mitbrocht.
Churz nach em Ydunkle han i denn s'Dorf Villa O'Higgins erreicht.
Und somit han i mi also persönlich drvo überzügt, dass em Kolumbus sini
Theorie richtig gsi isch: Wenn me am einte Ändi vo dr Wält (z.B El
Chaltén) no wyter goht, chunnt me am andere Ändi vo dr Wält (z.B.
Villa O'Higgins) wider use. Und beidi Ort sind definitiv es Ändi vo dr
Wält. "Quod erat demonstrandum!"
Wie au immer, ich ha es seeehr gmüetlichs Hostal gfunde. Und
schlussändlich sind mer alli zäme wo uns uf em Wäg vo El Chaltén
kenneglernt händ, dört glandet und händ's guet gha.
Warum läbe Mensche in Villa O'Higgins? Ehrlich gseit, ich weiss es
nid! Es isch scho schön gläge,... aber es git do eifach nüt! Läck, es isch
so s'ledschte Kaff! Das isch definitiv s'Ändi vo dr Wält - viel meh als
Ushuaia oder irgend e Ort in ere Wüeschti oder im Dschungel. Es het
nume es paar Hüüsli, und die 300 Seele wo do läbe, zeige sich au nid uf de
Schtroosse. S'Highlight vo dr Wuche isch jewyls, wenn dr Laschtwage chunnt
wo Frücht und Gmües bringt. Und rundume git's jo au nid viel, zu dr
nöchschte Siedlig sind's über 100km, und das isch nume e Militärposchte.
Zum nöchschte Bancomat sind's 219km und zu dr nöchschte Stadt 551km.
Erschlosse isch s'Dorf durch die sogenannti Carretera Austral, die
1350km langi südlichi Färnschtrooss vo Chile. Die Schtross isch unter em
Pinochet ab 1976 erbaut worde (mit Hilf vo 10'000 Soldate), und
1997 het d'Carretera Austral schliesslich Villa O'Higgins
erreicht. Und do hört jetzt s'chilenische Schtroosenetz uf, bzw. es fangt
do a, wenn me vo Süde här chunnt. E Verchehrsverbindig zum isolierte
färnschte Süde git's nume per Boot oder über d'Ande via Argentinie.
Und do bin i also an däm südlichschte Punkt vom Schtroossenetz und ha vor,
dere unglaublich abgschiedene Carretera Austral entlang Richtig
Norde z'reise. Dr Bus fahrt ab Villa O'Higgins nume 2x pro Wuche.
Drum und wül's eifach besser passt, han i's mit Autostöpple probiert. Aber
nachdäm i 2 Täg(!!!) lang vergäblich am Schtroosserand gwartet ha, han i's
vorerscht mol ufgeh und ha doch dr Bus gnoh. Ganzi 3 Autos händ in dere
Zyt Villa O'Higgins verloh; 2 sind voll gsi, und dr dritt isch
offesichtlich asozial gsi.
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Chile
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18. März 2007
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...por la carretera...
Ich bi denn also per Bus die 220km nach Cochrane
gfahre. Dört wo mer mit dr Fähri über e Fjord sind, het's e Militärposchte
gha, aber sunscht git's kei Zivilisation: nume Seeä, Hügel, Wälder,
verschneiti Bärge, Gletscher... Ach, es isch so wunderschön do! Es isch jo
nid eso, dass i in dere Abgschiedeheit chönnt läbe. Aber zum durereise
isch es super!
Die Region do (Aysén) isch zweiehalb mol so gross wie d'Schwiz, und
es git nume grad 10 Gmeinde! Es wohne in däm ganze Gebiet öppe nume so
viel Lüt wie z.B. in Winterthur, und d'Hälfti drvo in dr Hauptstadt
Coyhaique. Also die räschtliche 100'000 Quadratkilometer sind quasi
menscheleer!
Cochrane
isch also mi nöchschti Halt gsi. Es 4000-Seele-Dorf wo do d'Wichtigkeit
von ere grössere Stadt het. Nach zweiehalb Wuche han i wider emol e
Bancomat gha, Internet und e Supermarkt wo dere Bezeichnig au gerächt
wird. Z'obe isch denn au dr Belgier Dirk, dr schnällscht unter de
Velofahrer, im Dorf acho, und mir händ es grosses Geköche über em
Lagerfüür veraschtaltet.
Nachdäm i mi mit Nahrigsmittel für d'Reis ufmunitioniert ha, het's wider
gheisse "dr Finger mache", "hacer dedo" wie me do em Autostöpple seit.
Nach 2 Schtund warte han i denn mini erschti Mitfahrglägeheit becho.
S'erschte Fahrzüg wo in die gwünschti Richtig gfahre isch und Platz für mi
gha het. Es isch e Buur gsi, wo es paar Dutzend Kilometer entfärnt sini
Estancia het und mi bis zu dr Abzwygig het chönne mitneh. Dört bin i denn
ziemlich ab vom Schuss gsi. Aber für im schlimmschte Fall hätt i jo s'Zält
und Ässe für mehreri Täg drby gha. Das isch denn allerdings nid nötig gsi.
Chuum het sich dr Staub vom ledschte Fahrzüüg wider glegt gha, isch scho
s'nöchschte am Horizont uftaucht. Und so z'mittst im Nirgendwo loht eim jo
niemer lo sitze, do müesst me nid emol dr Duume strecke. Und so bin i mit
ere Familie us Santiago wyteri rund 100km bis zum nöchschte Dorf gfahre.
Dr 8-jährig Samuel het mir denn ziemlich viel Räubergschichte verzellt,
und die fründliche Eltere sind wohrschynlich au ganz froh gsi, dass emol
öpper anders het müesse zuelose.
Und so bin i denn in
Puerto Guadal
am schöne Lago General Carrera acho. Ich bi denn z'erscht emol dr
Campingplatz go sueche, aber dä isch absolut verwahrlost gsi: e Kiesgruebe
mit metertiefe Baggerspure, ohni Trinkwasser oder Latrine. Im Kies hätt i
nidemol d'Hering vom Zält chönne yneschloh.
Ich bi denn in es Hostal - wohl s'einzige im Dorf. Und das isch jo ganz
geil gsi: es het usgseh wie'n es alts verlassenes Hotel, wo sit Johre
keini Gäscht me gseh het und sini beschte Johr wyt hinter sich het. Es
alts Huus am See, verrieglet und verrammlet. Ha denn im Huus näbedra dr
Bsitzer gfunde; es alts Mannli vo härzlichschter Fründlichkeit und voller
Humor. Natürlich het er allei für mich sis Hostal ufgmacht. Er het mi im
erschte Stock durch e langi düschteri Gang mit de gschmacklose Bilder und
em usgschtopfte Kondor gfüehrt, zum Zimmer mit dr schönschte Ussicht uf e
See. Er het im Schpiissaal s'Tuech vom einte vo de zuedeckte schwere
Holztisch wäggnoh, dr Tisch schön deckt und mir e feini währschafti Suppe
serviert und e Täller Chirsi zum Dessert. Zur Unterhaltig het er es
Kassettli mit Tango-Musig gha, und vor de Fänschter isch d'Sunne über em
See untergange. So extrem schräg! Aber mir händ guet quatscht mitenand,
und er het mir au einigi Tipps geh zum Autostöpple. Er het eifach alles
dra glegt, wie sich's für e stolze Hotelier ghört, dass ich mich füehl
wie'n e König.
D'Nacht ganz allei in däm alte schräge Hotel isch fascht e chli gfürchig
gsi. Dr knarrendi Bode, die schrecklichi Dekoration und kei anderi
Menscheseele im Huus... Ich ha denn jedefalls d'Zimmertüre abgschlosse und
ha mer s'Klappmässer uf's Nachttischli glegt... aber ich ha guet gschloofe,
und am halbi siebeni het s'alte Mannli im Schpiissaal s'Z'Morge uftischt.
Und no bevor s'Dorf erwacht isch, bin i mit mim Rucksack am Dorfusgang
gschtande, und ha uf mini nöchscht Mitfahrglägeheit gwartet. Au do het dr
erschti aghalte, wo verbycho isch. Und er het mi in sim grosse, guet
gfäderete SUV die 220km bis Villa Cerro Castillo mitgnoh. Wider
durch e wunderschöni und abwächsligsriichi Landschaft, verby am Lago
General Carrera, über d'Hügel, durch saftig grüeni Wälder und ins
breite Tal vom Rio Ibañez.
Es sind no keini 5 Minute vergange sit minere Akunft in
Villa Cerro Castillo,
wo mi irgend e Typ uf dr Schtrooss aquatscht het, und mi zum ene Mate
yglade het. Mate isch en Art Tee, wo vor allem in Argentinie,
Uruguay und Paraguay sehr populär isch, aber au do im Süde vo Chile
hufewys trunke wird. Nach em Mate het er mir denn no z'Morge uftischt, und
mir händ plauderet... Bis z'obe am nüüni han ich vom Dorf no immer nid meh
als die einti Schtrooss gseh gha, und bi no überhaupt nid drzue cho, e
Unterkunft z'sueche. Bi nämlig dr ganzi Tag mit ihm, er heisst übrigens
Jorge, in dr Gegend ume kutschiert. Z'erscht händ mer si Schwigervater hei
chauffiert, über schmali Fäld- und Waldwägli zum ene chleine Hüüsli ca. ei
Schtund ewäg im ene Sytetal. Und denn sind mer si Fründ Umberto go bsueche,
wo z'hinderscht hinde im ene Tal sis Buurehöfli het. Er läbt dört in
absoluter Abgschiedeheit mit sinere Frau und het sini Schoof, Hüehner,
Chüeh, sis Gmüesgärtli und es sehr härzigs, aber mit allem notwändige
usgschtattete Hüüsli. Wenn me nid es Ross oder e grosse Jeep mit
4-Rad-Atrieb het, chunnt me gar nid dört hindere. Es goht durch Flüss und
über steili Höger, bis me zum extrem abglägene Hööfli vom Umberto chunnt.
Dört het's denn natürlich z'erscht wider Mate geh, me het viel plauderet,
und denn isch bald z'Mittag uftischt worde. Aschliessend händ mer 500kg
Schoofswulle uf e Pickup glade und sind wider zrugg nach Villa Cerro
Castillo. Aber nume zum d'Wulle wider ablade und e Fischerruete ypacke.
Denn isch es wider wyter zum ene Awäse vom ene riiche Gringo, wo dr Jorge
druf ufpasst. Dört sind mer mit em Motorboot uf em private Seeli umekurvt,
händ gfischt, und nachdäm mer bim luxuriöse Hüüsli vom Gringo es paar
zuesätzlichi Ybruchsicherige montiert händ, sind mer wider zrugg ins Dorf.
Und denn bin i ins Hostal.
Am nöchschte Tag bin i denn mit em Jorge und emene Typ wo'n e alte
Laschtwage het, zu'n ere Sägerei go Holz hole. Mit dere alte Ruchle vom
ene Laschter händ mer über e Schtund gha pro Wäg. Und unterwägs isch au
mol no d'Benzinzuefuhr kaputtgange, aber das isch denn schnäll repariert
gsi.
Zum Z'Mittag und zum Z'Nacht bin i au wider bi dr Familie vom Jorge zum
Ässe yglade gsi. Und s'Schoof wo'n er vom Umberto becho het isch also fein
gsi! Ich ha bim Z'Nacht denn wider e wyteri regionali Kuriosität erfahre.
Wo'n i "¡Buen provecho!" ("E Guete!") gwunsche ha, händ sich die andere
frogend agluegt und händ afo lache. Ob me denn das do nid sägi, han i
welle wüsse. "Scho, aber nid vor em Ässe, sondern natürlich nochhär." Und
denn han also ich müesse lache...
Die nöchschte 3 Täg han i wider emol trekkend verbrocht. Für das het dr
Bärg
Cerro Castillo
gueti Glägeheit bote. Das isch e Trek, wo's cha sy, dass me während 3 Täg
keinere Menscheseele begägnet. Das isch denn bi mir au so dr Fall gsi, und
das passt mer eigentlich besser als die überloffene Nationalpärk wo's
sunscht eso git.
Nach emne ganz passable erschte Tag, het's z'obe grägnet gha, es isch sehr
chalt worde, und d'Bärge het me wäge de Wolke au nid gseh. In dr Nacht
het's denn gschneit, und ich ha in Erwägig zoge, am nöchschte Tag
eventuell wider um-z'chehre.
Aber wo'n i mi am Morge ändlich drzue überwunde ha, us em warme
Schloofsack z'chrieche, het d'Sunne gschune, und die früsch bepuderete
Bärge händ super usgseh. D'Witterigsbedingige sind also guet gsi, aber
s'Terrain isch drfür üsserscht müehsam worde: nume Gröll. Loses Gröll in
allne Forme und Grösse. Mol rund, mol kantig, mol fuschtgrosse Schotter,
mol losi 30kg-Schtei und mol Blöck so gross wie Autos. Und denn e extrem
steili Abbruchhalde duruf, wo bi jedem Schritt dr Bode unter de Füess
wägrollt, -kippt oder -rutscht. Nid mis Lieblingsterrain!
Aber es isch doch e schöni Tour gsi! Trotz em Gröll. Trotz dr Chälti, wo
mer über Nacht sogar die füechte Wanderschueh gfrore het. Trotz em steile
Abschtieg und em Durekämpfe durch e wäglose Wald.
Jo, me merkt scho, dass dr Summer langsam verby isch, und es wird langsam
aber sicher Herbscht. D'Wälder verfärbe sich gälb-orange-rot, d'Täg wärde
merklich chürzer, es wird immer chüehler und d'Uhre händ mer ledscht
Wuchenänd au wider uf Winterzyt umgschtellt. Wenigschtens isch
d'Zytumschtellig do in Chile vo dr Bevölkerig akzeptiert, S'ledschte Mol
(in Guatemala) het me jo denn plötzlich 2 Uhrzyte gha.
Jo, e ganz spezielli Zyt han i gha in Villa Cerro
Castillo.
Dr
Jorge het mi überall hie mitgnoh, und het mir e Yblick in e Region und in
es Alltagsläbe geh, wo me als Tourischt normalerwys nid bechunnt.
Üsserscht fründlich het mi die ganzi Familie bewirtet, und das ganze
natürlich nid zum drfür Gäld verlange, sondern wül's eifach gueti,
fründlichi Lüt sind.
Trotzdäm isch es denn Zyt worde, dass i wider es Huus wyter gang. Und so
bin i wider emol an Schtrosserand gschtande und ha de Autofahrer mi Duume
präsentiert.
Über 3 Schtund han i müesse warte, aber denn händ mi Vater und Sohn im ene
uralte Datsun mit modärnschtem Soundsystem die 100km bis Coyhaique
mitgnoh.
Coyhaique
isch d'Hauptstadt und mit Abstand die gröschti Ortschaft vo dr Region
Aysén. Do git's zwei riesigi Supermärkt und jedi Art vo Lade wo me
halt so chönnti bruuche. Do han i wider mol tolli Ässware chönne poschte
und sit i El Chaltén verloh ha, zum erschte Mol wider Camping-Gas
für mi Chocher.
Im Ort gseht me extrem viel Uniforme. Die einte sind vom Militär, aber dr
viel grösser Ateil mache d'Schueluniforme us. Alli Teenies vo dr ganze
Region chöme dohie in d'Sekundarschuele, zum Teil vo mehrere hundert
Kilometer wyt ewäg. In dene chleine Käffer git's halt die Schuele nid, und
d'Dischtanze sind riesig.
Ich bi do bin ere sehr fründliche Familie abgschtiege, wo es paar Zimmerli
vermietet. Sehr härzlichi Lüt. Im allgemeine sind d'Lüt do extrem
fründlich. Alli sind härzlich, intressiert und sehr höflich. Es erinneret
mi an Kolumbie.
Wo'n i vorgeschter durch d'Schtroosse gschlenderet bi, het mer plötzlich
eine zuegruefe. Es isch dr Dirk gsi, dr verruckti Belgier wo mit em Velo
unterwägs isch. Mir sind denn zäme es paar Bier go neh... Es isch immer
lässig, alti Bekannti am ene andere Ort wider azträffe und enand
z'verzelle, was me erläbt und wär me wo wider troffe het. Wenn me zur
glyche Zyt uf dr Carretera Austral unterwägs isch, kennt me enand,
und me trifft sich ständig wider.
S'Wätter isch wider wärmer worde. Jetzt isch es e richtige Altwybersummer
mit bunte Wälder, blauem Himmel und T-Shirt-Temperature.
Ich bi do in Coyhaique chli schtecke blibe. Dass i per Stöpple vo
do an mis nöchschte Etappeziel chum, isch unwohrschynlich. Es isch wyt
wäg, ligt für die meischte Fahrzüg nid nid am Wäg und zuedäm het's do meh
konkurenzierendi Autostöppler als vorhär. Drum mach i die nöchschti Etappe
per Bus. Und dä isch für 4 Täg usbuecht gsi! Das isch ebe kei richtige
Bus, sondern halt nume es chleises Büsli.
Aber so han i wenigschtens gnueg Zyt gha zum ändlich wider mini Föteli uf
d'Homepage z'lade und zum mi Reisebricht z'schribe. Jetzt händ dir jo
wider einiges z'läse, aber es goht wohl au wider es Zytli bis i wider am
Nabel vo dr Wält hang und mol wider online bi. Es isch no e wyte Wäg bis
Bariloche...
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Chile
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24. April 2007
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Chile fertig
Wie gseit bin i
denn vo Coyhaique usnahmswys mol mit em Bus wyter. Die 220km langi
Fahrt het denn zu mim Erschtuune 8h lang duurt, aber d'Carretera Austral
isch halt schmal, kurvig, holprig und zum Teil sumpfig. Nördlich vo
Coyhaique herrscht es völlig anders Klima als bishär. D'Carretera
Austral isch dört nöcher am Meer, also uf dr Weschtsyte vo de Ande. Und do
schiffts fascht duurend, was me au an dr sehr üppig grüene Vegetation und
am Rägewald gseht.
Grad vor em Ydunkle bin i denn im chleine Dörfli Puyuhuapi am
glychnamige Fjord acho. Irgendwie rächt verschloofe, das Kaff. Aber mol
wider extrem fründlichi und hilfsbereiti Lüt! Gründet worde isch die
Siedlig vo zwei dütsche Brüeder namens Hopperdietzel, und dene ihre Name
isch no allgegewärtig im Dorf. D'Hauptschtrooss heisst Calle Otto Uebel,
und au dr Baustil isch vielfach europäisch.
Ich ha denn vo Puyuhuapi e Tagesusflug in 30km entfärnt
Nationalpark Queulat gmacht. Es sich mol wider nid ganz eifach gsi
zum dörthiecho, öffentliche Verchehr git's nid jede Tag. Glücklicherwys
han i denn mit de Arbeiter von ere Fischzucht chönne 25km mitfahre, und dr
Räscht bin i halt gloffe. D'Wolke sind sehr tief ghange und es het
glägentlich gnieslet. Es isch aber trotzdäm e schöne Usflug gsi; dur e
menscheleer Rägewald spaziere, Wasserfäll und Gletscher beschtuune. Zum
Zrugg-goh han i fascht 3 Schtund am Schtroosserand müesse warte bis mi
öpper mitgnoh het, bzw. bis i es paar doofi Amis zwunge ha, mi mitzneh.
Am nöchschte Tag han i insgesamt au wider fünf Schtund mit Autoschtöpple
verbrocht. Es het halt eifach kei Verchehr uf dere Schtrooss! Und wenn mi
öpper mitgnoh het, isch es meischtens nume es paar Kilometer gsi bis zu dr
nöchschte Abzwygig oder bis zu ihrem Buurehof. Aber denn han i mit emne
ganz zwäge chilenische Pärli us Valparaíso für 100km chönne
mitfahre. Mit dene zwei han i's sauguet gha, und mir händ au hüt no
E-Mail-Kontakt.
Im Kaff Santa Lucía bin i denn aber abgschprunge, wül i Richtig
Futaleufú ha welle. Ich ha dört also d'Carretera Austral schliesslich
verloh. Es isch es tolls Abentüür gsi uf dere Schtrooss, in dere ganz
spezielle, abgschiedene Gegend. 900km sind's insgesamt gsi vo Villa
O'Higgins bis nach Santa Lucía und ich ha 3 Wuche drfür bruucht
(inkl. Trekking). S'Autostöpple, die bsundere Lüt wo me trifft - Reisendi
wie au Ahalter oder Yheimischi - die abwächsligsriichi Landschaft und
d'Tatsach dass es in dere sehr ländliche Gegend au nid allzu viel
Tourischte het, händ die Zyt an dr Carretera Austral zu öppis ganz
Speziellem gmacht. Es isch super gsi!
Wyter isch es also nach Futaleufú. Und wül's uf dere Route no viel
weniger Verchehr het, han i dr Bus gschnappt, wo denn grad dört ufe gfahre
isch. Während em Warte uf e Bus han i denn es paar gueti Lüt troffe: z.B.
dr Ami Ben, wo in Puyuhuapi bi dr gliche Famile wie ich untercho
isch, oder die 3 spanische Velofahrer, wo'n i sit em Morge 6 Mol gseh ha,
wenn entweder sie an mir verbygradlet sind oder ich sie im ene Fahrzüg
überholt ha. Wie gseit, me kennt sich gly emol, wenn me zur gliche Zyt uf
dr Carretera Austral unterwägs isch.
In Futaleufú han i denn im chleinschte Zimmerli vo minere bishärige
Reis übernachtet. Es isch genau so gross gsi wie s'Bett: 2.0m x 0.9m. Und
denn no in dr Dachschrägi, aber schtoh het me jo eh niene chönne.
Futaleufú het nid nume e kuriose Name, sondern es isch au
wunderschön und het es Schönwätter-Mikroklima! D'Temperature vo über 20°
und dr konstanti Sunneschyn sind denn für mi e schöni Abwächslig gsi. Und
ich ha jo kei Ahnig gha, dass das für mich dr Afang von ere wuchelange
absolut usnahmemässige Schönwätterperiode sy söll. Es isch schliesslich
Herbscht in Patagonie.
Ich ha dr schöni, warmi Tag in dere extrem idyllische Gegend mit Spaziere
und Sünnele verbrocht. Wül i us mim chleine Chämmerli ha welle uszieh und
die 2. Nacht uf em schön glägene Campingplatz am Fluss verbringe, han i dr
Bsitzer vo däm Campingplatz müesse sueche. D'Saison isch nämlich
eigentlich verby, es het praktisch keini Tourischte, und dr Campingplatz
isch scho zue. Mit Umefrooge und Huusiere han i dä Typ nach öppe 2
Schtunde gfunde, und ha an schönschter Laag s'Zält ufgschlage.
Z'Obe han i denn es groosses Füür gmacht und die 3 Spanier hän es paar
Kilo Fleisch und es paar Liter Bier brocht. Es sind denn no dr Ami Ben, e
Chilen und e Dütschi drzuegschtoosse, und schliesslich händ mer es super
Grillfescht gha.
Am nöchschte Tag han i denn zum 6. Mol die chilenisch-argentinischi Gränze
überquert und drby Chile ändgültig hinter mir gloh. Wie schad!!! Ich ha
insgesamt 80 Täg in däm faszinierende Land verbrocht. Und es isch mer scho
chli ans Härz gwachse in dere Zyt. So'n es vielsytigs Land, mit dr schier
unändliche Wüeschti Atacama im Norde, mit em rauhe Füürland und dr
Antarktis im Süde, em wunderschöne Patagonie, de hoche, verschneyte Ande
und em wilde Pazifik...
Jo, ich loh Chile nid gärn zrugg, aber Argentinie het jo genauso viel
z'biete. Und usserdäm git's uf dr argentinische Site vo de Ande ändlich
mol wider aschtändige Kaffi (in Chile praktisch nume Nescafe) und die
groooosse, feine, butterzarte, billige Steaks...!
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Chile
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25. April 2007
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Bariloche
Vo Bariloche seit me, es sig d'Schwiz vo Südamerika.
Es het dört tatsächlich e Schwizer Kolonie (Walliser), es git huusgmachti
Schoggi und Fondue-Schtube an jedem Egge, und d'Landschaft mit em See und
de Bärge isch halt au e chli ähnlich wie bi uns. Aber eigentlich isch es
z'erscht vo Dütsche und Öschtriicher besidlet gsi.
Es isch e sehr touristische Ort, im Summer es Wanderparadies und im Winter
es Skigebiet. Und au Ändi März, im Herbscht, wimmlet's no vo Tourischte.
Und für d'"Semana Santa", d'Feriewuche vor Oschtere gönd tuusigi vo
Argentinier dörthie, und chaufe tonnewys Schoggi-Eier und Oschterhase.
Dr Ort sälber het mir nid bsunders gfalle, es isch halt eifach e
touristischi Stadt mit Chalets und Betonblöck. D'Umgäbig gseht aber sehr
schön us! Und s'Wätter isch mol wider phänomenal gsi! E perfekte
Altwybersummer mit wolkelose Täg über Wuchene und Temperature über 20º.
Am einte Obe händ mer e Stromusfall gha in dr ganze Stadt. Keini Liechter
händ meh brennt, keini Ample meh funktioniert, keini Bancomate, Kasse oder
Computer. Die ganzi Stadt isch im Dunkle gsi, abgseh vo de
Auto-Schynwärfer und de Cherzli in de Restaurants.
Wül mer Hunger gha händ, aber d'Restaurants ohni Strom sehr ygschränkt gsi
sind, het's nume ei Lösig geh: Fondue! Vier vo unserem 5er-Grüppli sind eh
Schwizer gsi. Und bi son'ere Konstellation in Bariloche mues me
sowieso go Fondue ässe. Es isch denn würkli e sehr glatte Obe gsi. Mir
sind e Jurassierin, e Unterwalliser, e Franzos und zwei Baselbieter gsi.
Und gschwätzt händ mer hauptsächlich spanisch und ame chli französisch.
S'Fondue isch denn übrgens scho nid so gsi wie me sich das gwöhnt isch.
Halt nid dr richtigi Chäs, und s'Brot isch au nid dr Hit gsi. Aber dr
Chopfweh-Wysswy het also genau so gschmeckt wie'n e originale Wallisser
Fendant. Jo, isch sauglatt gsi. Und nach em Wy-Schwipps sind mer denn no
s'husgmachte Bier vo'n ere örtliche Cervezeria go probiere. "Bier auf
Wein...." äh, isch jo gliich!
Schliesslich han i nume grad 4 Schtund gschloofe, wo dr Wecker ab isch. Es
isch dr 3-tägig Trek über e
Paso de las Nubes
("Wolkepass") uf em Programm gschtande. Und wäg em Stromusfall und em
spontane Fondue-Plausch han i nid emol z'Ässe ykauft gha.
Im Bus zum Usgangspunkt han i dr pakistanischi Ängländer Naweed troffe,
und mir händ dr erschti Tag z'zweit in Agriff gnoh. Es riesigs Highlight
isch gsi, wo 3 Kondore zu uns gfloge sind, und im Tiefflug für e
Viertelschtund über unsere Chöpf kreist sind. Dr gröschti het gege 3m
(!!!) Spannwyti gha, und isch mehreri Mol weniger als 10m entfärnt über
eusi Chöpf gfloge. Es Rieseviech! Do wird's gard churz dunkel bim Überflug
und me ghört d'Luft um d'Flügel pfyffe. Isch sehr ydrücklich gsi, scho
fascht angschtyflössend. Aber do mir jo nid tot usgseh händ und glaub au
nid wie Aas gschmeckt händ, het kei Gfohr beschtande.
S'Wätter het an däm Bärg mol churz eine uf wüescht gmacht. D'Wolke sind
cho, und wo mir bim Refugio Otto Meiling acho sind, het's gschneyt.
S'Ässe in dere Bärghütte isch sensationell gsi! Wie im beschte Restaurant
in Bariloche! Und es isch halt au sooo gmüetlich in so'n ere Hütte
wenn's dusse schneyt und windet! Unterdesse sind d'Nächt halt scho sehr
chalt - dört obe einiges unter null. Ich bi jedefalls froh gsi, han i im
Refugio gschloofe und nid zältet.
Am nöchschte Tag bin i allei wyter über e Pass. Es isch e wolkelose ruhige
Tag gsi, und es het es paar Gletscher und e schöni Ussicht vom Pass z'gseh
geh. Ich bi mol wider keim Mensch begägnet, und au uf em schön glägene
Campingplatz het's kei Seele gha.
Dr dritti Tag isch extrem sumpfig gsi, e groosse Teil im chnöcheltiefe
Matsch. Dr Rägewald isch scho schön, aber es isch halt chli müehsam, wül
ziemlich viel hartnäckige Bambus dr Wäg versperrt und me zuesätzlich
chräfteraubend unter ca. 30 umgheyte Bäum mues undedure chrieche und über
ca. 50 drüberschtiege. Grad s'Undedurechrieche in Kombination mit em
Sumpf... Aber die tüüri Bootsfahrt zrugg uf Bariloche isch drfür
wider sehr schön gsi - bi däm Prachtswätter ganz bsunders!
Das viele Getrekke in de ledschte Mönet het mer ärnschthaft d'Chnüü
ramponiert. Vor allem s'Gwicht und die steile Abschtieg. Drum han ich nume
no ei ledschte Trek in Patagonie welle mache. Ich ha's irgendwie langsam
au chli gseh. Ich find's zwar unändlich schön do, aber ich bi langsam chli
müed vom trekke.
Ich ha mi nach em Paso de las Nubes 2 Täg in Bariloche
erholt, und ha mer denn als ledschti Expedition d'Nahuel
Huapi Traverse
vorgnoh. Das isch e 5-tägigi Tour, wo me jedi Nacht cha im ene Refugio
übernachte. So cha me sich s'Schleppe vo Zält, Chocher und vielem Ässe
spare. Aber drfür isch s'Terrain nid so eifach. Die dritti Tagesetappe
isch usschliesslich Trekker mit gueter Bärgerfahrig vorbehalte, wül's dört
keini markierti Wäg git und's Chlätterpartie beinhaltet.
Ich ha mi denn mit em Pakistani Naweed und mit ere Ängländerin namens
Maria uf e Wäg gmacht.
S'Wätter isch mol wider schlicht perfekt gsi, und d'Wälder sind in
bluetroter Herbschtpracht gschtande. Es isch ame scho no hart gsi, immer
so steil ufe un abe. Über ei Bärgchetti nach dr andere, und meischtens
über loses Gröll. Aber d'Landschaft, d'Ussicht und s'Wätter sind schlicht
wahnsinnig gsi. Und ich ha de Trek wohrschynlich au chli meh gnosse als
anderi, wül i gwüsst ha, dass es mi ledschte isch.
D'Refugios sind scho nid so super gsi wie s'Otto Meiling vom
ledschte Trek und s'Ässe scho grad gar nid. Aber trotzdäm sind's heimeligi
warmi Unterkünft, wo me e schöne Obe verbringt. Und sie sind au immer
wunderschön gläge, am ene chleine Seeli, vo hohe Bärge umgeh.
Am erschte'n Obe händ mer im Refugio Frey dr Ami Nick troffe. Er
het sich uns agschlosse, und mir sind es guets 4er-Grüppli gsi. Am zweite
Tag sind mer im ene iis-chalte Bärgseeli churz(!) go bade. Und z'obe grad
nomol im ene andere See. S'Wasser isch jo sooooo chalt gsi.
Und denn isch d'Froog im Ruum gschtande, ob mer die schwierigi 3.
Tagesetappe mache, oder ob mer ins Tal zrugg gönd. Es het Lüt gha, wo
beruhigt händ, es sig nid so schwierig, und es het au anderi Lüt gha, wo
verzellt händ, wie krass dass es sig. Unter andere ei Bärgfüehrer wo gseit
het, dass er die Etappe sälber nid macht, wül's steile Chlätterstück
eifach z'gföhrlich isch. Ich bi z'obe denn dä Bärg mol go aluege, und han
en als machbar ygschtueft. Schliesslich sind am dritte Tag dr Naweed und
ich wyter ufwärts, d'Maria isch s'Tal durab, s'nöchschte Tal wider duruf
zum uns im Refugio Italia wider z'träffe, und dr Nick isch us
Zytgründ zrugg uf Bariloche.
Und die dritti Tagesetappe het sich als dr beschti Part vo däm Trek
entpuppt. Es isch nid ganz ohne gsi, aber nid so krass wie gwüssi Lüt
verzellt händ. Zwar scho extrem steil, me het müesse chlättere, und falls
me gheyt, gheyt me tief. Aber s'Chlättere het Spass gmacht, me het immer
guete Halt gfunde, und dr Wäg isch eigentlich au guet markiert gsi. Ich ha
mi denn chli ufgregt über die Panikmache. Schliesslich het mi dä sogenannt
Bärgfüehrer fascht um e bescht Teil vo dere Gegend brocht. Dä Schisshaas!
Es isch also e super Tag gsi mit schönem Wätter, mit phänomenaler
360º-Ussicht, Aberutsche uf em Schneefäld, Durekämpfe durch Dickicht und
am Schluss nomol e müehsame 350m-Ufstieg zum Refugio Italia, wo
d'Maria bereits uf uns gwartet het. Bier!!!
Am vierte Tag sind mer also wider z'dritt unterwägs gsi. Es het wider zwei
hochi, extrem steili Gröllbärge im Wäg gha. Aber d'Ussicht isch au do
wider spektakulär gsi.
Am ledschte Tag händ mer denn usgschloofe, sind gmüetlich ins Tal
spaziert, sind churz bin ere chleine Bierbrauerei hangeblibe und nochhär
mit em Bus zrugg uf Bariloche.
Dört mol wider dusche, rasiere, d'Wösch zum wäsche bringe und in Usgang dr
abgschlosseni Trek go begiesse.
Und mit em Ändi vo dere Tour wär mini Zyt in Patagonie abgschlosse. 12
Wuche sind's gsi sit dr Akunft im chilenische Pucón. E traumhafti
Zyt! Aber es isch au guet, wider chli in wärmeri Gefilde z'zieh. Zrugg in
Norde...
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Argentina
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26. April 2007
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Intermezzo: "Der
Praliné-Tourist"
Man trifft ihn häufig an hier in Patagonien. Eigentlich in
ganz Chile und Argentinien und unterdessen auch in Teilen Perus und
Ecuadors: den Praliné-Touristen (englisch: chocolate box tourist;
spanisch: turista bombón).
Der Praliné-Tourist, wie ich diese bestimmte Spezies von Reisenden nenne,
unterscheidet sich deutlich vom Rucksäckler (englisch: backpacker;
spanisch: mochilero). Während letzterer für einen meist längeren
Zeitraum mit bescheidenem Budget unterwegs ist, reist der Praliné-Tourist
in der Regel nur für wenige Tage oder Wochen und wirft mit Geld meist
geradezu um sich. Häufig tritt er in Scharen auf; dekoriert mit buntem
Sonnenhut und stets sichtbar getragener Foto- oder Videokamera. Zu
Dutzenden ergiessen sie sich aus Bussen in die Innenstädte, manchmal
überfallen sie eine Stadt sogar zu hunderten von einem Kreuzfahrtsschiff
aus.
Der Praliné-Tourist sucht stets jene Orte auf, an welchen Souvenirs,
Mahlzeiten, Uebernachtungen, Exkursionen und dergleichen am teuersten
erworben werden können. Selbst mit seiner vollprofesionellen Ausrüstung
wirkt er oft unbeholfen. Mit der teuersten Trekkingausrüstung bewandert er
auf seinem einstündigen Spaziergang gerade mal den einfachsten Teil des
flachsten Wanderweges. Die GoreTex-Jacke hat er bloss gekauft, weil ihn
der hohe Preis beeindruckt hat. Bei nasser Witterung zieht er den
hoteleigenen Wellnesbereich dem Nationalpark vor.
Auf den Rucksäckler wirkt der Praliné-Tourist oftmals störend. Vor allem
in Gebieten, wo letzterer scharenweise auftritt, sieht der Rucksäckler
seinen Lebensraum bedroht. Seine spontane Art und Weise des Reisens wird
verunmöglicht, da durch das massenhafte Auftreten des Praliné-Touristen
Reservationen und Vorausbuchungen von Unterkünften und Verkehrsmittel bis
zu Wochen im Voraus zwingend nötig werden.
Wo der Praliné-Tourist hinströmt, weichen die einfachen und günstigen
Comedores und Hostels den prunkvollen 5-Sterne-Etablissements.
Plastikstühle verschwinden, weisse Tischtücher tauchen auf. Massenlager
verschwinden, Suiten werden eingerichtet.
Wo's vor wenigen Jahren noch einsame Waldpfade gab, führt heute eine
asphaltierte Strasse in den Nationalpark. Wo man kürzlich noch den
rotköpfigen patagonischen Specht hämmern hörte, dröhnen heute die
Reisecars, welche den Praliné-Touristen zu hunderten ins Zentrum des
Nationalparks chauffieren. Der Genuss des Panoramas am Aussichtspunkt nach
5 Stunden Wanderung wird einem verdorben durch die Ankunft des
Touristenbusses, welcher 2 bis 3 Tonnen Praliné-Touristen ablädt. In
gewissen Orten wird der Praliné-Tourist unterdessen überall hin gekarrt:
auf die hohen Gipfel, in die einsamen Buchten und auf die entferntesten
Gletscher.
Eine "Pralinisierung", wie sie in Costa Rica, Patagonien, Cusco etc.
bereits stattgefunden hat, droht ganz Lateinamerika einzunehmen.
Heutzutage muss man an gewissen Orten mehrere Tage lang trekken, um in
Gebiete vorzodringen, wo der Praliné-Tourist noch nicht hinkommt. Viele
der schönsten Orte haben durch die "Pralinisierung" Charme und Schönheit
eingebüsst. Wahre Perlen zu finden wird immer schwieriger. Aber es gibt
sie noch: Naturschönheiten ohne asphaltierte Zufahrtsstrassen ohne
Restaurant und ohne Souvenirladen, authentische Ortschaften ohne
Touristenmeile, ohne Lederwarengeschäfte, englische Schilder in den
Strassen und ohne Restaurants mit 4-sprachiger Menükarte.
Die Natur ist wunderschön hier im Süden von Südamerika, trotzdem freut
sich der Rucksäckler, danach wieder weg von den grossen Touristenströmen
zu kommen. Raus aus Disneyland, wieder zurück nach Lateinamerika! Wieder
an authentische Orte wie z.B. Salta, wieder zurück in Länder wie
Bolivien oder Kolumbien....
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Argentina
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27. April 2007
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Mendoza
Ich bi mit dr Maria
zäme nach Mendoza greist, und unterwägs händ mer dr Ben widertroffe,
wo'n ich us Futaleufú kenn. Es isch schön, mol wider in ere
richtige Stadt z'sy. Nöime wo s'Läbe pulsiert. Es isch e schöni grüeni
Stadt, es het viel Pärk, und jedi Strooss isch e'n Allee. Mendoza
isch scho es guets bitzli wärmer als Bariloche. Ich bi froh, bin i
nid im Summer do, denn mues es unerträglich sy.
D'Landschaft isch öschtlich vo Mendoza topfebe, und weschtlich
erhebe sich die verschneyte Ande mit em höchschte Bärg vo dr weschtliche
Hemisphäre, em Aconcagua (6962müM). Und die hoche Gìpfel gsehnd
also scho sackstark us, wie sich sich vo dr wyte Ebeni abhebe.
Nach emne Tag Umehange und Spaziere in dr Stadt und ihrne Pärk, isch e
Velotour uf em Programm gschtande. Mir sind z'vierte gsi, und mir händ uns
am Stadtrand Velos gmietet zum drmit es paar Wychällereye go bsueche. Das
isch sehr intressant gsi, au sehr fein, und zum Schluss s'Zruggfahre scho
fascht abentüürlich. Au d'Landschaft isch schön gsi mit de herbschtliche
Allee und de verschneyte Ande im Hintergrund. Uf jede Fall e gueti Art, es
paar schöni Bodegas z'besichtige und Wy z'deguschtiere. Bi all däm Wy, em
Velofahre und em Sunneschyn mues me nume ufpasse, dass me nid uströchnet...
River-Rafting händ mer am nöchschte Tag gmacht. Ich ha's aber chli
enttüschend gfunde, wül das Rafting wo'n i in Costa Rica gmacht ha, viel
besser gsi isch. Es het das mol eifach z'wenig Wasser gha im Fluss. Und
drum isch es mir zu gemächlich zue und här gange. Aber es isch halt
Herbscht, im Früehlig mit em Schmelzwasser mues das schynts e ganz krasse
Fluss sy... Aber guet, chli Böötlifahre in ere schöne Landschaft isch jo
au ganz nätt!
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Argentina
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28. April 2007
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De Ande
entlang vo San Juan bis Salta
Als nöchschts händ
mer nach Barreal welle. Das isch es chleises Dörfli am Fuess vo de
Ande. Me het uns gseit, dass es dört sehr schön sig. Es isch aber nid ganz
eifach gsi, dörthie z'cho. Wo mer in dr nöchschtgrössere Stadt San Juan
acho sind, hän mer erfahre, dass es grad keini Büs nach Barreal git.
Aber dr Jorge fahri immer mol wider mit sim Kombi dört ufe... Und do han i
doch däm Jorge mol aglüte, und tatsächlich händ mer denn am nöchschte Tag
die wyti Fahrt durch d'Wüeschti ufe in'd Bärge chönne mache. Nach knapp 8
Schtund sind mer denn in Barreal acho. Es ligt halt scho nid grad
am Wäg.
Es isch en Oase im ene Hochtal zwüsche de höchschte Gipfel vo de Ande (Aconcagua,
6962m) und dr vorglagerete Präkordillere. Rundume isch e Wüeschti mit
kuriose Felsformatione in allne Farbe. Aber s'Dorf isch sehr grüen, und
jedi Schtrooss isch e'n Allee mit Pappele, Wyde oder Oepfelbäum. Trotz dr
Höhelaag und obwohl's Herbscht isch und d'Pappele ihri gälbe Blätter
langsam verliere, isch es no immer heiss gsi dört im argentinische Norde.
Am Tag gege 30º, in dr Nacht chüehli 12º.
Mir händ dört e sehr ruhigi Zyt verbrocht. Mir sind in de Hügel vo dr
Präkordillere go wandere oder sind go rytte. Leider het's nid klappt, zum
s'grosse Observatorium go bsueche, wo's dört in dr Nöchi het. Die händ
grad wichtigi Forschigs-Delegatione z'Bsuech gha. Aber au ohni Teleskop
isch dr Stärnehimmel dört obe in dr trochene Luft klarer als irgendwo
sunscht.
Es sind sehr schöni 3 Täg gsi in Barreal, wyt wäg vom Räscht vo dr
Wält und ohni anderi Tourischte.
Wyter isch es de Ande entlang nordwärts gange, durch e Hufe vo chleine
Dörfli und schöne Landschafte. Via Tucumán sind mer nach Tafí
del Valle. Au das isch es chleises Dörfli in de Hügel. Das Mol aber
umgeh vo grüene Hügel. Und das Mol e sehr populäri Wuchenänd-Destination
für vieli Argentinier us dr Region.
Dört sind mer chürzeri Wanderige go mache in de grüene Hügel, wo's Dorf
umgäbe.
Und denn sind nach Quilmes, d'Ruine vo de gliichnamige Indios go
aluege. Dä Stamm het dr Invasion vo de Inkas chönne trotze, isch aber denn
churz schpöter vo de Spanier usgrottet worde. Tja, immer die gliiche
Gschichte mit de Spanier... Und hützutags isch drfür s'argentinische
Nationalbier nach däm Stamm benannt. Cerveza Quilmes, "¡Salud!"
D'Ruine beschtönd nume us rekonstruierte Steimuure in ere Wüeschti am
Fuess vo de Ande. Näbscht Sand und Stei het's ganz viel Riesekakteeä und
zwei Lamas für d'Tourischte.
Mir sind per Bus und Pickup bis zu de Ruine gfahre, händ eusi Rucksäck
hinter es paar grosse Kakteeä versteckt und sind in dr Mittagshitz d'Ruine
go erkunde. Nachdäm sich das erschöpft het, sind mir uf e nöchscht Bärg
kraxlet, und ich bi fascht uf e Schlange trampt. Die isch aber genauso
verschrocke wie ich und het sich zischend zwüsche de Schtei verchroche.
Dr wyteri Wäg bis zur nöchschgrössere Ortschaft händ mer per Auto
zruggglegt. Es fründlichs dütsches Pärli het uns bis Cafayate
mitgnoh.
Cafayate isch es schmucks, chleises Städtli, zwar au ziemlich
touristisch, aber d'Lag bi de Bärge, umgeh vo Räbe und Kakteeä isch sehr
schön. Eigentlich händ mer vo dört eifach mit em Bus abe uf Salta
welle. Aber wo uns dr Pedro sini Tagestour für weniger als e halbe Priis
abote het, händ mer zuegschlage und sind per Touri-Büsli durch all die
winzige, härzige Dörfli und durch atemberaubendi Wüeschte-Landschafte mit
kuriose Felsformatione gfahre. Mir sind e'n alti Bodega go bsueche,
s'malerische Dörfli Cachi und denn schliesslich durch e Rägewald
und d'Wüeschti abe nach Salta.
In Salta bin i jo scho mol gsi. Und zwar Mitti Dezämber, nachdäm i
Bolivie hinter mir gloh ha. Es isch schön gsi, wider zrugg z'sy. Ich lieb
die Stadt!
Es isch aber rächt schräg gsi, dass mini Ydrück, wo'n i im Dezämber becho
ha, jetzt absolut anders gsi sind. Nach Bolivie isch mir damals dä Ort so
extrem europäisch und wältlich vorcho. Jetzt aber, nachdäm i im würkli
mitteleuropäische Patagonie gsi bi, isch mer Salta sehr andin oder
bolivianisch vorcho. Es het sehr viel dunkelhütigi indigena-stämmigi Lüt
und au vermehrt Armuet und Bättler. Und im Dezämber sind mer d'Priise do
in Salta jo so extrem tüür vorcho, aber eigentlich isch es eine vo
de billigschte Ort, wo'n i in Argentinie gsi bi.
Und fascht hätt i die köschtliche "salteñas" vergässe! So bezeichnet me
nid nume d'Ywohnerinne vo dere Stadt, sondern au die feine Empanadas (gfüllti
Teigtäsche). Und die trage au in Bolivie die Bezeichnig wo uf ihri
Härkunft hiwiest. Ich bi würkli gärn in Salta, es isch so'n e
lebändigi Stadt mit tuusige vo Lüt in de Schtroosse, mit Fuessgängerzone
und emene Usgangs-Quartier, wo me jede'n Obe gueti Live-Musig findet und
au s'feine Bier namens "Salta".
Ich ha mi ändlich vo mim unnütze Balascht trennt. Patagonie ligt hinter
mir, und mini Chnüü flehe mi a, vo wytere Trekkingtoure abzgseh. Drum
verzicht i vo jetzt a druf, mini Camping- und Trekking-Usrüschtig mit mir
umezschleppe. Das het es ziemlich grosses Päckli geh, und mi Rucksack isch
jetzt so chlei und liecht wie no nie. Fascht 10 Kilo han i hei gschickt!
Allerdings isch dört au es ganzes Kilo "Dulce de Leche" drby. Das isch die
caramelisierti Kondänsmilch, wo in Chile und Argentinie dr Status vom
National-Brotufschtrich het. Aber au in jedere Torte, in Bisquits, im
Schoggigipfeli und uf em Bananesplit findet me das chläbrige süesse Züüg.
Ich ha nach zögerlichem Yschtieg mit dr Zyt e Sucht entwicklet, wo'n i
meischtens numeno mit emne 250g-Dösli und emne Löffel cha befriedige. Es
Läbe ohni "Dulce de Leche" - unvorstellbar!
Und denn het's wider emol gheisse: Abschied neh. D'Maria isch wyter
nordwärts nach Bolivie, und ich bi Richtig Südoschte nach Buenos Aires.
Sit em Trek uf dr Nahuel Huapi Traverse sind mer z'zweite unterwägs
gsi. Villicht schaffe mer's jo, uns irgendwo in Bolivie oder Peru wider
z'träffe.
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Argentina
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9. Mai 2007
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Buenos Aires
Dass d'Luft dört gar nid eso guet isch wie dr Name
Buenos Aires verspricht, han i scho gwüsst gha. Aber drfür dass es
so'n e riesigi Stadt mit so viel Verchehr isch, han i's gar nid so schlimm
gfunde.
Buenos Aires isch sehr europäisch, es chönnt em Aschyn a au
irgendwo in Italie oder Spanie sy. Und das wo mir unter mediterranem
Lebensstil verschtönd, isch in Buenos Aires no viel extremer. Zum
Bischpiel dass dr Obe sehr schpoot afoht: Z'Nacht gässe wird zwüsche 23h
und Mitternacht, in Usgang goht me meischtens erscht nach em 3 am Morge
und wenn's es Wuchenänd isch, chöme denn d'Lüt au erscht nach em nöchschte
Mittag vom Usgang hei. Und unter dr Wuche schloofe glaub d'Argentinier
eifach sehr wenig.
Kulinarisch gseh isch me in "BsAs" au ganz guet bedient, näbscht de
übliche riesige feine Steaks git's au ganz viel gueti Pizzas und Pasta,
oder für zwüschedure Empanadas. Me trinkt au do sehr viel Mate, und
im krasse Gegesatz zu Chile git's do an jedem Egge sehr guete Kaffi.
Grad am zweite Tag vo mim Ufenthalt bin i an e Fuessballmatch. Die
legendäre Boca Juniors händ in dr Copa Libertadores - em
Pendent zu dr europäische Champions League - gege'ne bolivianische
Verein Bolívar gschpielt. Dr Match isch leider nid im Boca-Stadion
gsi (als Schtroof für Krawall) und drum au bi wytem nid usverchauft. Aber
trotzdäm isch e super Atmosphäre gsi, dört singt ebe nid nume d'Fankurve
sondern s'ganze Stadion. S'Niveau vom Schpiel isch zwar no wyt wäg vo dr
Champions League gsi. Ich würd eher säge: dr Schwizer Superleague
ebebürtig, aber villicht han i nach eim Johr reise au eifach d'Bezüg
verlore... Boca het denn jedefalls 7-0 gwunne und alli sind happy
gsi.
S'alte Hafequertier La Boca isch eins vo de Armeviertel vo dr
Stadt. Aber es het dört au e sehr schöne Egge mit schmucke Schtroosse und
viele bunt agmoolte Hüüser. Z'wyt ewäg vo dem für d'Tourischte ufgmotzte
Egge sött me sich als Gringo allerdings nid in La Boca verirre. Es
isch würkli es arms Quartier, und dört wo d'Hüser nüm schön bunt sind,
fallt me als Gringo ziemlich uf.
Es anders bsunders Quertier isch San Telmo. Es isch so öppis wie dr
früehnerig Stadtchärn und het viel schöni alti Hüser. Am ene
Sunntignomittag isch dört rächt viel los. Es het e Künschtler-Märt und au
e groosse Antiquitäte-Märt, wo zum Teil chli zum Ramsch- und Flohmärt
usartet. Es wird Musig gschpielt in de Schtroosse, und wäm grad drnoch
isch, tanzt Tango drzue. Sicherlich au alles für e Tourismus, aber es het
doch au viel Argentinier.
Oder denn git's no s'elegante Viertel La Recoleta, wo zu dere Zyt
entstande isch, wo Argentinie zu de riichschte Länder vo dr Wält ghört het
und Buenos Aires "Paris vo Südamerika" gnennt worde isch. In däm
Viertel het's au e bsundere Friedhof, wo eis Mausoleum näbe'nem nöchschte
stoht. Es isch wie'n e chleises Dorf - eifach mit Mausoleä statt Hüüser.
D'Hauptatraktion isch dört s'Grab vo dr Eva "Evita" Perón. Naja, also ich
weiss nid, warum alli Lüt das Grab wänd gseh. Es isch würkli nid
spektakulär.
8 Täg bin i schliesslich in Buenos Aires blibe. Bsunders viel han i
eigentlich nid gmacht in dere Zyt. Hauptsächlich bin i in dr riesige Stadt
umespaziert. Und glägentlich bin i arg verkateret gsi.
Als nöchschts bin i denn über e bruun Rio de la Plata nach Uruguay
übere. Bi dr Usreis han i mi 8. argentinisch Schtämpel in Pass becho, und
das dörft wohl dr ledschti argentinischi sy.
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Argentina
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10. Mai 2007
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Uruguay
Mini Gschicht vo
Uruguay isch schnäll verzellt. Es isch es chleises Land, und es git
(glaub) au nid so viel z'gseh. Ich bi denn nume 3 Täg dört gsi, was däm
Land sicher nid gerächt wird. Aber me cha jo au nid schtändig in jedem
Kaff hangeblybe...
Vo Argentinie här bin i z'erscht im schöne Städtli Colonia
gschtrandet. Nomes est Omen, tatsächlich e ganz schöne Stadtchärn im
Kolonialstil - das Mol sind's zur Abwächslig emol d'Portugiese gsi und nid
d'Spanier, wo do ihre Yfluss gha händ. Jojo, isch würkli ganz nätt. Aber
nach es paar Schtund het me's denn scho gseh.
Also bald wyter in d'Hauptstadt Montevideo. Mit anderthalb Millione
Ywohner (fascht d'Hälfti vo Uruguay) eigentlich e richtigi Grossstadt,
aber viel z'gseh git's au dört nid. Und ich ha mi also grad überhaupt nüm
in Südamerika gfüehlt; es git dört fascht meh blondi und hellhütigi Lüt
als dunkli.
Uffallend isch, dass d'Uruguayaner no viel meh Mate (so'n e Art
Tee, wo me mit emne Metallröhrli us emne spezielle Gfäss trinkt) trinke
als d'Argentinier. Au in de Schtroosse, im Bus, im Auto, unterwägs z'Fuess,...
die händ ständig ihre Mate in dr Hand und e Thermosfläsche unter em
Arm. Vieli trage au schtändig ihre Läder-Tornischter mit sich, wo sie ihri
Thermos und s'Mate-Equipment grad drby händ. Rächt schräg!
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Uruguay
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11. Mai 2007
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Florianópolis
Ich ha jo
eigentlich nie vor gha, Brasile richtig z'bereise. Für das Land allei
bruucht me glaub scho öppe 3 bis 4 Mönet, es isch soooo gross. Ich ha mi
aber entschlosse, uf em vo Wäg Uruguay zu de mächtige Iguazú-Wasserfäll,
durch Brasilie durezfahre und mol no e Abstächer ans Meer z'mache.
Und so han i in Montevideo dr Bus nach Florianópolis
gschnappt. Mit 22 Schtunde mol wider e längeri Busfahrt. Isch aber sehr
komfortabel gsi, ha kei Sitznochber gha und drum ganz viel Platz. Dr
Stuttgarter Max, wo'n i in Colonia troffe ha, isch au im glyche Bus
gsi, und au er isch nach "Floripa". Und wül es Bett in dr Jugi
gliich tüür isch wie'n es Apartement, händ mer unseri eigeni Wohnig gha
für 2 Täg.
Florianópolis isch e grossi Stadt wo hauptsächlich vom Tourismus
läbt. Es ligt uf ere Insle grad vor dr Küschte, und dört het's ganz viel
schöni Stränd, viel Hotels, Apartements, Bars und s'übliche Schaiawaia, wo
zu soneme grosse Badeferienort halt eifach drzueghört. D'Saison isch aber
au do scho fascht verby, und drum het's au nüm viel Lüt. Aber warm isch es
no gsi. 30° sind e schöni Abwächslig gsi zu dr eher chüehlere Zyt wyter
südlich. Dr Atlantik isch au no schön warm (und au nid zu warm!) gsi, e
perfekte Tag am Strand!
Aber ich bi mir au fascht e chli verlore vorcho an däm neue Ort. Do bin i
also uf e Tag genau sit eim Johr unterwägs, und plötzlich verschtand i
d'Lüt nüm. Portugiesisch! Läck, das isch jo kei Schprooch! Und au wenn me
guet spanisch cha, verschtoht me also vom Portugiesische nid würkli viel -
je nach Dialäkt überhauptnüt. Und die verschtönd au nid viel vom
Spanische, also d'Verständigung isch plötzlich ufwändiger worde. Aber in
somene Tourischteort chöne viel Lüt änglisch, und so isch es denn au wider
gange.
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Brazil
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12. Mai 2007
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Foz do Iguaçu
Die zweiti Station
in Brasilie isch Foz do Iguaçu gsi. D'Stadt bi de riesige
Iguazú-Wasserfäll. Dört befindet sich au grad s'Dreyländeregg
Brasilie-Argentinie-Paraguay. D'Wasserfäll befinde sich uf dr Gränze
zwüsche Argentinie und Brasilie.
Wo'n i acho bi, het's grad afo rägne. Tropische Räge, es isch ziemlich
warm gsi. Aber de Räge het eifach nid ufghört, au am nöchschte Tag nid.
Und denn isch es chalt worde. E richtige Chälteybruch, mir sind also mit
Faserpelz, Chappe und Händsche umegloffe. Normalerwys het's dört zu dere
Johreszyt 25º-30º.
Wül ich die tolle Waserfäll bi Sunneschyn ha welle gseh, han i z'erscht e
Tagesusflug in die paraguayanischi Stadt Ciudad del Este gmacht.
Die isch grad uf dr andere Syte vo dr Brugg, und wenn me mit em städtische
Bus übere goht, haltet me am Zoll nid emol a, und mues dr Pass gar nid
zeige. Dr Grund wieso me in die Stadt goht, isch Shopping. Es git dört
alli Elektronische Grät und au Chleider zu Spottpriise. Drum gönd dört au
jede Tag tuusigi vo Brasilianer und Argentinier go poschte. Me cha sich
das wie'n e Mediamarkt vorstelle: Kameras, Computer, Telefon, Stereoalage,
Autoradios, Handys, LCD-Fernseh, Mischpult, Föhn, Mikrowälle,
Stromgitarre, Friteuse,... es git eifach alles. ALLES! Und alles sehr
günschtig, ich würd säge: öppe halb so tüür wie bi uns. Es git uf dr
Schtrooss au allerlei Ramsch z'chaufe, gfällschti Produkt und Elektrogrät
wo denn halt eifach nid funktioniere. Aber das Züüg us de Ychaufs-Gallerie
isch meischtens ächt und funktioniert.
Ich ha mer denn tatsächlich au e neui Kamera kauft. Die wo'n i gha ha,
isch innerlich verschmutzt, und drum han i immer irgendwelchi Fläcke uf de
Föteli gha. Das isch extrem närvig, versaut eim die schöne Bilder, und
d'Optik reinige cha me schynts do nid. Jetzt bin i jedefalls wider
usgrüschtet und cha Föteli vom blaue Himmel mache ohni Fläcke und
Schtrieme.
Am Nomittag bin i denn s'Wasserchraftwärk Itaipú go aluege. Es isch
s'gröschte vo dr Wält - zumindescht bis dr 3-Schluchtedamm in China sini
maximali Produktionsleischtig erreicht. Und es isch tatsächlich
RIEEEEEESIG! Es Wasserchraftwärk wo so viel Strom produziert wie 12-14
Atomchraftwärk. Dr Staudamm isch 7.7km lang und 196m hoch. Es isch eifach
alles riesig gross! Für die wo sich chli uskenne: d'Fallrohr zu de Turbine
händ 10.6m Durchmässer, d'Grössi vo dr Generatorehalle isch 970m x 100m x
110m...
Dr dritti Tag isch denn ändlich sunnig gsi. Zwar no immer unter 20º, aber
wenigschtens sunnig. Die Glägeheit han i gnutzt, zum d'Iguazú-Fäll vo dr
argentinische Site us go aluege. Das isch s'mächtigschte wo unsere Planet
an Sache Wasserfäll z'biete het. Und me mues es glaub eifach sälber gseh
und ghört ha, zum e richtige Ydruck drvo z´becho. 2.7km breit und 75m hoch
sind sie, und wül's vorhär 2 Täg grägnet het, sind au es paar tuusig
Kubikmeter Wasser jedi Sekunde s'Loch durab. Wieder emol e Ort wo eim bim
Beschriibe d'Superlativ usgönd. Drum probier i's gar nid erscht, gönd doch
eifach mol sälber go luege. Es lohnt sich also!
Und wenn me's richtig macht, wird me bi däm Bsuech au ziemlich nass. Es
het so'n e extremi Gischt, dass me au in reichlicher Entfärnig so richtig
pflotschnass wird. Mir händ denn au no e churzi Tour gmacht, wo me mit
emne ziemlich guet motorisierte Boot unter de Wasserfäll umekurvt. Sehr
spassig und e wyteri ydrücklichi Perspektive vo de Wasserfäll. Dass me
dodrby genauso nass wird wie z.B. bim Dusche, Schnorchle oder
Unterwasser-Schachspiele, verschtoht sich vo sälber. In wyser Vorussicht
han i trocheni Chleider mitgnoh, und ha drum nid dr Räscht vom Tag müesse
schlottere. Aber ich dänk, dass bi de übliche 30º die Duschi e willkommeni
Abchüehlig isch.
Am vierte Tag händ mir denn das ganze Spektakel no vo dr brasilianische
Site agluegt, wo en anderi, mindeschtens so ydrücklichi Perspektive
bietet. Eigentlich han i mir vorgnoh, mi nid wider voll lo durchnässe.
Aber ich ha däm Schtäg, wo z'mittst in'd Gischt usegfüehrt het, nid chönne
widerschtoh, und so bin i halt wider triefend nass zruggcho. Aber am
beschte isch es halt scho, wenn me ganz noch dra isch!
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Brazil
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4. Juni 2007
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Paraguay
Zwüsche de
Iguazú-Wassefäll, wo'n i gsi bi, und Bolivie, wo'n i ane ha welle,
liegt Paraguay. Es Land, wo die meischte nid viel drüber wüsse, es Land,
wo keini grosse Schlagzyle macht. Ich mues ygeschtoh, dass i mir au nid
würklich viel Zyt gnoh ha zum das Land besser kenne z'lerne. Ich bi eifach
in 3 Täg duurezoge.
Ich ha's sehr agnähm gfunde, wider im ene Land z'sy, wo nid alles peinlich
suuber und ordentlich isch. Nöime, wo in de Schtroosse allerlei Food,
Getränk und Ramsch verchauft wird, wo's nach Fritieröl schmeckt und me an
jedem Egge billigs Ässe bechunnt. Wo ghuupt wird in de Schtroosse und's
nach Dieselrauch schtinkt. Wider zrugg im "richtige" Südamerika!
Und nach mim Brasilie-Abschtächer han i mi au wider mit de Lüt chönne uf
Spanisch unterhalte. Au wenn de Paraguayos mol öpper sött bybringe, dass
me im Spanische s'"R" rollt und nid so usschpricht wie'n e Amerikaner.
Aber guet...!
Dr einzigi Halt wo'n i gmacht ha, isch d'Hauptstadt Asunción gsi.
In dr Innestadt isch überhaupt nid viel los gsi. Viel weniger als rund
um's Busterminal, wo'n ich mini Unterkunft gha ha. Öppe 4 Restaurants
het's gha, und es paar wenigi Lüt in de Schtroosse. Aber das isch villicht
dr örtlichi Samschtignomittags-Effekt gsi. Nachdäm i mir im
Tourischte-Büro ha lo säge, dass grad alli Museeä und Sehenswürdigkeite
zue gmacht händ, und au am Sunntig und am Mäntig (Nationalfyrtig) zue
blyybe, bin i chli ziellos in de Schtroosse umegwatschlet und ha diversi
Kaffi und Fruchtsäft trunke. Tja viel z'tue het's würkli nid geh dört.
Mi Bus nach Santa Cruz (Bolivie) isch erscht am Sunntig z'Obe
gafahre, und so han i au no dr ganz Sunntig müesse z'Tod schloh. Und au
denn isch nid viel los gsi im Stadtzentrum. Es Spektakel isch allerdings
gsi, wo bim Intenetkaffi, wo'n i gsi bi, plötzlich Rauch ydrunge isch, und
denn d'Füürwehr mit Blauliecht vorgfahre isch, mit ca. 10 Polizischte und
dr örtlichi Press im Schlepptau. Nachdäm sie s'halbe Lokal usenand gnoh,
aber schlicht und eifach keis Füür entdeckt händ, sind denn alli wider
abmarschiert.
Für mini Busfahrt nach Santa Cruz isch offiziell e Fahrtduur vo 24
Schtund veraschlagt gsi. D'Fahrt füehrt durch e praktisch unbewohnti
Chaco, es tropisches Savanne-Tiefland. Wie'n i erfahre ha, chunnt's au
öppedie vor, dass me unterwägs stecke blybt, und d'Reis bis zu 3 Täg duurt.
Aber das isch glaub eher zur Rägezyt dr Fall. Ich ha mi denn bim Chauf vom
Billett au mol erkundet, um was für e Bus es sich denn handlet. "Buen bus,
semicama!", het me mir gseit, e Liegebus. Ich bi wohl chli verwöhnt nach
de Superbüs in Chile, Argentinie, Uruguay und Brasilie. Aber ich ha scho
fascht müesse lache, wo'n i dr Bus gseh ha. Es isch tatsächlich e
bolivianische Bus gsi, und nüm dr Jüngscht. D'Sitz händ sich um
höchschtens 5° lo neige und d'Beifreyheit isch öppe zwei Handbreitene gsi.
"Buenaventura" (="Gutes Abenteuer") isch vorne uf em Bus gschtande. "So
wird's wohl sy...", han i dänkt, "Jä guet, wenn's guet goht, sind's jo
nume 24 Schtund!"
Es het offebar nid viel anderi Fahrgäscht gha, und so han i ghofft, dass
d'Sitz näbe, vor und hinter mir frey blybe. Denn sind zwei typisch
bolivianischi Huet&Zopf-Fraue ygschtiege; ca. 1.50m gross, 1.50m breit und
1.50m dick. "Wenn eini vo dene näb mir sitzt, denn bin i tot bevor mir
überhaupt im Chaco sind", isch es mer dur e Chopf. Die erschti het
sich durch d'Sitzreihe an mir verbydruckt und hinter mir uf die beide Sitz
quetscht. Die anderi het d'Reihe vor mir beaschprucht. "Puh, nid ganz so
schlimm!" Aber die vor mir het denn natürlich d'Sitz müesse abeklappe,
damit si cha schnuufe, und wenn ich mi Sitz abklappt ha, het die hinter
mir afo röchle. Also doch nid ganz optimal. Aber glücklicherwys isch dr
Sitz näb mir frey blibe und so han i chönne anelige, wenigschtens so guet
wie das uf 1.20m Längi und 40cm Breiti möglich isch. Do händ's die
churzgwachsene Indigenas scho eifacher. Nachdäm das Fraueli hinter mir mol
ygschloofe isch, hani ganz heimlifeiss mini beide Sitz au abeklappt (es
sind würkli nume 5° gsi), und ha schliesslich gar nid schlächt gschloofe.
Am Morge am 3:00 händ mer irgendwo aghalte und sind gweckt worde:
paraguayanischi Usreiseformalitäte. Mir sind zwar no hunderti Kilometer vo
dr Gränze wäg gsi, aber wyterhinde im Chaco git's nüt und niemer.
Und drum isch dr ledschti Poschte vo dr Immigración halt z'mittst
im Land. S'Büro vo de Gränzbeamte isch glychzytig au ihres Schloofzimmer
gsi. Do sind mer also z'mittst in dr Nacht vor däm Hüttli Schlange
gschtande und ein nach em andere in dä Ruum. Dört het's drei Bett gha, in
zweie drvo sind irgendwelchi Type in de Unterhose gläge, dr dritti het
sich e Trainer azoge, isch ziemlch verpennt am Pult ghockt und het nach de
übliche 3 Frooge dr Usreisestämpel in Pass druckt. Naja, wenigschtens händ
sie für e Nachtbus s'Büro ufgmacht, und mir händ nid bis am Morge müesse
warte.
Denn isch es wider wyter: wider e halbwägs bequemi Position finde, warte
bis s'Fraueli hintedra schlooft, d'Sitz abeklappe und Schööfli zelle.
Es isch 8:00 gsi, wo mir erneut gweckt worde sind: Gränze, bolivianischi
Yreiseformalitäte. Und dört het's eso usgseh: z'mittst im einsamschte
Chaco, e Barriere, es Hüttli mit bolivianischer Fahne, es dicks Huet&Zopf-Fraueli
wo Gäld gwächslet het und es dicks Huet&Zopf-Fraueli wo früsche Orangesaft
verchauft het. Bolivie! Und so han i mis Gäld gwächslet, mi bolivianisch
Yreisestämpfel gholt und mer e früschpresste bolivianische Orangesaft
ynezoge. Denn händ mer unses Z'Morgepäckli becho (Schoggidrink, Saft und 5
verschiedeni Sorte trocheni Bisquits) und wyter isch d'Fahrt durch e
bolivianischi Chaco. Das Unterland isch völlig anders als das
Bolivie wo'n ich vor emne halbe Johr gseh ha. Do isch es viel grüener,
tropischer, fruchtbarer als uf dr Hochebeni. Au do beschtoht d'Bevölkerig
fascht nume us Indigenas, aber die do schtinke nid eso wie die vom
Altiplano.
Jedefalls sind mer ganz guet vorwärts cho, und nach nume 21 Schtund Fahrt
sind mer in Santa Cruz ygfahre.
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Paraguay
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5. Juni 2007
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Santa Cruz
Santa Cruz
isch mit anderthalb Millione Ywohner die gröschti Stadt vo Bolivie.
Trotzdäm isch s'Stadtzentrum überschaubar und eigentlich sehr schön. Es
glycht eher en ere Chleistadt. D'Stadt schynt einiges entwickleter und
modärner als d'Städt uf em Altiplano, wo'n i vo mim ledschte Bsuech in
Bolivie kenn. Es isch scho richtig kosmopolitisch, aber trotzdäm definitiv
Bolivie!
Ich ha ganz vergässe, wie günchtig in däm Land alles isch. Während mi
d'Übernachtig im brasilianische Foz do Iguaçu no Fr.13.- koschtet
het, zahl i do no Fr.4.50. Und au s'Klima isch mit de heisse Täg und de
laue Nächt sehr agnähm. Es isch jdefalls schön, wider zrugg z'sy!
Trotzdäm bin i gly wyter. Schliesslich het's in Santa Cruz sälber
doch nid so viel z'gseh. Und usserdäm isch d'Maria, mini Reise-Compañera
us Argentinie, grad in Cochabamba gsi, und das sind jo nume
läppischi 10 Schtund Busfahrt.
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Bolivia
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6. Juni 2007
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Cochabamba &
Torotoro
Au
Cochabamba
isch e Grossstadt. Aber usser em gröschte Open-Air-Märt vo Südamerika und
dr gröschte Jesus-Statue vo dr Wält (1m höcher als die in Rio de
Janeiro) git d'Stadt sälber nid viel här.
Drum bin i, nachdäm i mi wider dr Maria agschlosse ha, uf nach
Torotoro.
Das isch es chleises Dörfli mit em glychnamige Nationalpark rundume. Es
het zur Trochezyt grad zwei Mol pro Wuche e Bus dörthie, vo Novämber bis
Februar erreicht me das Dorf einzig mit emne mehrtägige Fuessmarsch. Als
die einzige Gringos sind mir denn mit 30 Indigenas in däm Bus über Stock
und Stei, über wyti Strecke im Flussbett durch malerischi Landschafte nach
Torotoro gfahre.
D'Lüt in däm Dörfli sind überus fründlich, und es het extrem viel Chinder.
Als Gringos sind mer dört ziemlich ufgfalle. Grad als Blondine und lange
Glatzchopf wird me vo allne intressiert gmuschteret, und vor allem
d'Chinder sind ständig am luege und kichere.
Do uf em Land isch alles nomol viel günschtiger als sunscht in Bolivie:
d'Unterkunft het uns Fr.2.50 koschtet, und es Z'Nacht inklusiv Suppe
bechunnt me für Fr.1.-. Warms Wasser git's do halt nid - und au chalts
het's nid immer. Me läbt halt do sehr bescheide.
Mir sind denn mit eme Yheimische go Dinosaurierspure aluege, wo's in dere
Gegend in Unmänge git. Sie sind erstuunlich guet erhalte und es het ganz
viel verschiedeni Type. Dr gröschti Fuessabdruck isch ca. 1.50m lang.
Aschliessend sind mer e Tropfschteihöhli go aluege. Das het sich als
einiges abentürlicher usegschtellt als erwartet. Es het kei Liecht gha,
isch sehr glitschig gsi, und vor allem het's einigi Passage gha, wo me
sich im Dunkle het müesse abseile, abe rutsche oder am Seil ufechlättere.
Und au die änge Passage sind krass gsi; an einere Stell isch es so äng gis,
dass me nid emol dr Chopf het chönne dreihe. Und es unterirdisches Seeli
het's no gha mit blinde Fisch.
Dr nöchschti Usflug isch zun ere schöne tiefe Schlucht gange, mit
Papageie, Wasserfäll und emne schöne Ort zum Plansche. Es isch jo e sooo
ne heisse Tag gsi.
Und denn händ mer wider dr Bus gschnappt, zrugg nach Cochabamba,
und vo dört nach 2 Täg wyter nach La Paz.
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Bolivia
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7. Juni 2007
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La Paz (3)
Nach La Paz zrugg z'cho, isch fascht wie heicho! Es
isch zwar e chli anders als wo'n i vor emne halbe Johr do gsi bi. Vor
allem isch es chälter. In dr Nacht und am Morge früeh gheye d'Temperature
unter e Gfrierpunkt. Was für e Kontrascht zu dr Hitz in Santa Cruz
oder Torotoro. Aber au e riesige Kontrascht zu dr starke
Nomittagssunne, wo eim au im T-Shirt loht lo schwitze.
Au mi Verdauigstrakt het gmerkt, dass i wider in Bolivie bi. Nach em
wytgehend bakteriefreye Ässe in Chile und Argentinie, isch mi Körper wohl
wider sensibler worde, und het über es paar Wuche wider müesse lerne, wie
me mit dene Bazille umgoht. Unterdesse funktioniert alles fascht wider
wie's sött, und ich gniess wider s'feine versüüchte Ässe wo uf dr Schtross
und an de Märt verchauft wird.
Mir händ nid viel gmacht in La Paz. Nach emne Tag Shopping sind mer
scho wider wyter: über d'Cordillera Real nach Rurrenabaque
im bolivianische Dschungel.
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Bolivia
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8. Juni 2007
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Rurrenabaque:
Dschungel & Pampas
Zum vo La Paz
s' 3600m tiefer glägene Rurrenabaque z'erreiche, muess me irgendwie
dr hochi Bärgkamm Cordillera Real überquere. Das cha me entweder
mit em Flugzüg mache oder per Bus. Bi dr Bus-Variante füehrt dr Wäg
allerdings die berüchtigti "Todesschtross" durab, die gföhrlichschti
Schtross vo dr Wält. Ich ha das vor 5 Mönet mit em Mountainbike gmacht,
was nid allzu gföhrlich isch. Aber mit emne öffentliche Bus kriege mi
keini 10 Ross dört abe! D'Kombination vo bsoffene Chauffeure, klapprige
Büs mit schlächte Brämse und ere instabile Lehmschtrooss entlang vomene
schier unändlich tiefe Abgrund find i nid sehr yladend. Au d'Tradition
dass vom 96-prozäntige(!!!) Alkohol ei Schluck für "Pachamama" (Mueter
Ärde) gopferet wird, es paar Gütsch bruucht wärde, zum die vier Räder
z'sägne und dr Räscht in dr Chehle vom müede Chauffeur verschwindet, macht
das ganze Unternähme nid sicherer. 260 Läbe het die Schtrooss allei im
vergangene Johr gforderet, es sind es paar Büs s'Loch durab... Ich ha mir
jedefalls e 65$-Flug gleischtet und es Läbe gschpart.
Nach 50 Minute sind mer uf dr Graspischte im Dschungel glandet: tropischi
Hitz, viel Grüen und e Flughafe chleiner als mängi Tramhaltestell.
Rurrenabaque isch schön, wenn au sehr touristisch - um nid z'säge sehr
israelisch. Es git wohl öppe 30 Abieter vo Toure in Dschungel und in
d'Pampas. Drum chöme d'Tourischte dohie, drum sind au mir dohie cho.
S'Städtli isch vo grüen überwucherete Hügel umgeh und uf dr einte Site
ligt dr breiti bruuni Fluss Rio Beni. In de Schtroosse wimmlet's vo
Töff und Töffli, es het viel Palme, Banane-Schtuude, und au Stärnfrücht
hänge an de Bäum.
Wo mer unseri 2-tägegi Dschungel-Tour agfange händ, het unglücklicherwys
grad s'Wätter umgschlage: es isch rägnerisch worde und dütlich chüehler.
Mir sind denn als 4er-Grüppli (natürlich mit 2 Israelis) dr Rio Beni
duruf bis mir nach knapp 4 Schtund unses Dschungel-Camp erreicht händ. Es
isch e Holzhütte gsi mit Palmedach und Moskitonetz in de Fänschter und
über dä Bett. Zum Glück, die het me würklich bruucht!
Uf unsere 3 Spaziergäng het uns unsere Füehrer vor allem viel über die
spezielle Pflanze vom Dschungel erklärt und zeigt. Aber mir händ au e
Siedlig vo Indigenas bsuecht und Affe, viel Papageie, Schmätterling,
Agoutis und vor allem Moskitos gseh. Dr Jaguar het nume sini Fuessabdrück
welle priisgeh, aber villicht isch das jo au besser eso. Sehr sumpfig isch
es übrigens gsi. Aber definitiv faszinierend isch er, dr Dschungel!
Nach em ne Zwüschetag zur Erholig und zum Wäsche sind 3 Täg in de
Pampas uf em Programm gschtande. Das isch es Flachland wo näbscht
Savanne vor allem us Sumpf- und Flusslandschafte beschtoht.
Vo unserer Agentur sind mer 3 Gruppe gsi, ca. 35 Lüt im Ganze. Drvo sind
31 Israelis gsi, 4 Brite und ich. wenigschtens sind in unserer 10er-Gruppe
alli Non-Israelis zämegfasst worde plus 5 Israelis vo dr agnähme Sorte.
Nach ere fascht 4-schtündige, extrem holprige Fahrt sind mer uf e Fluss
Rio Yacuma umgschtiege. Per Motorbötli hän mer nach wytere 2 Schtund
unses Camp erreicht. Abgseh drvo dass mer das mit de beide andere
üsserscht lärmige rein-israelische Gruppe händ müesse teile, isch es ganz
nätt gsi. Es het sogar Duschene gha, und mir sind vorzüglich bechocht
worde.
An de nöchschte beide Täg sind mir vor allem viel uf em Fluss umekurvt
oder durch e Sumpf gschtieflet. Immer uf dr Suechi nach spektakuläre
Viecher. In dr Nacht sind mir mit Taschelampe in Busch go lüchte, und
wenn's rot zruggglüchtet het, denn sind das d'Auge vo de Alligatore gsi.
Mir händ aber au einigi vo dene Kaimane bi Tagesliecht gseh, drunter au
grösseri 3m-Exemplar.
Speziell isch au d'Schlangesuechi gsi. In Gummischtiefel wo 3 Nummere
z'chlei gsi sind, sind mir im chnüütiefe Sumpf umegschtieflet zum im
Schilf oder in de Büsch irgendwo e Anakonda ufzschpüre. Das isch mit bis
zu 9m Längi und ziemlich dickem Körper die gröschti Schlangenart wo git's.
D'Haupterschwernis bi dere Tätigkeit sind gsi: Erschtens dass me immer
wider e Handbreiti tiefer im Sumpf ygsunke isch, als d'Gummischtifel hoch
sind, und sich denn d'Schtiefel bis zum Rand mit ere schwarze Suppe gfüllt
händ. Zweitens d'Moskitowolke, wo eim ständig begleitet het und wo bi
jedem Schritt um 10 wyteri Bluetsuger gwachse isch. Und drittens dass sich
wäge'n em churze Chälteybruch (25º statt 35º) d'Schlange nid händ welle
zeige. Schliesslich händ mer kei mächtigi Anakonda z'gseh becho, aber
drfür e 1.5m langi Kobra. Die armi Schlange het sich denn jede vo dr
Gruppe dörfe um e Hals hänge zum für es paar Schlangejäger-Föteli
z'posiere. Das arme Viech isch schliesslich ziemlich groggy gsi, vo däm
viele Umereiche und Halszämedrucke. Aber d'Kobra isch denn wider
freyglohworde und het sich im schwarze Sumpf hoffentlich vo de Strapaze
chönne erhole!
Als wyteri Aktivitäte sind s'Bade mit de rosarote Flussdelfin und
Pirañafische agseit gsi. Hm, Bade und denn Pirañas, sind das nid zwei
Sache wo sich sozsäge bysse?!? Unsere Füehrer het gseit, dass es an däm
Ort weder Pirañas no Alligatore heig, und so sind mer tatsächlich go bade.
Die rosarote Flussdelfin händ sich leider nume us dr Färni zeigt, und so
händ mer halt e chli allei planscht.
S'Fische vo de Pirañas het denn nid allzu wyt wäg vom Badeort stattgfunde,
aber offesichtlich bysse d'Pirañas keini Mensche, oder nume wenn sie Bluet
schmecke. Mir sind jedefalls verschont blibe. Was allerdings nid heisst,
dass mir d'Pirañas au verschont händ. Aber die gierige Fleischfrässer händ
uns öppe es Kilo Rindsflisch vo de Fischerhögge gfrässe, ohni dass mer se
händ chönne fange! Aber es bitzli Erfolg händ mer doch gha: 5 Stück händ
mer us em Fluss zoge und aschliessend frittiert zum Z'Mittag verschpise.
Es isch zwar nid würkli viel Fleisch dra an emne Piraña, aber es isch also
usgschproche fein gsi!
Die räschtliche Highlights vo de Pampas sind die unzählige
spezielle Vogelarte, Totechopf-, Kapuziner- und Brüllaffe sowie die
unglaubliche Sunne-Uf- und -untergäng gsi.
Zrugg in Rurrenabaque isch es als erschts drum gange, dass mer uns
eine vo de umkämpfte Plätz im ene Flugzügli nach La Paz sichere.
Het schynbar guet klappt - allerdings nume schynbar. Wo mer 2 Schtund vor
Abflug bi dr Airline atanzt sind, händ mer müesse erfahre, dass unseri
Reservierige irgendwie us em System verschwunde sind. Verschlampt, heisst
das! Und es het alles Schimpfe nüt gnützt, mir händ uf d'Wartelischte
müesse. Das heisst: druf hoffe, dass zwei anderi Passagier nid uftauche.
Unglaublicherwys isch das denn tatsächlich dr Fall gsi, und mir händ's
doch no uf La Paz gschafft.
D'Ussicht während em Flug isch super gsi! Dr Übergang vom
Dschungel-Flachland zu dr über 6000m hoche Andekordillere und s'Hochland
uf dr andere Syte isch phänomenal. Uf dr einte Syte gseht me bis zum
Titicacasee in dr Färni, uf dr andere dr Bärg Huayna Potosí. Dä
ydrücklich 6-Tuusiger wo'n ich vor emne halbe Johr z'beschtyge versuecht
ha. Dr Unbezwingbari. Sogar mit em Flugzüg isch mir d'Höchi vo sim Gipfel
verwehrt blibe. Er isch so hoch, dass mer nid drüber gfloge sind, sondern
uf niedriger Höchi knapp dra verby...
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Bolivia
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9. Juni 2007
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vierhundertsibzig
S'Konto isch fascht leer, dr Rückflug isch buecht, d'Täg vo
minere Reiserei sind zählt: 470 wärde's schliesslich sy! 402 drvo liege
hinter mir, 68 blybe mer no. Dr Countdown lauft...!
Am 17. Auguscht wird i also in Basel yfliege, mir wider es Dehei und vor
allem e Gäldquelle müesse sueche. Also, stellet scho mol s'Bier in
Chüehlschrank und leget dr "Stutz für d'Notschliifi" für mi bereit! ;-)
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20. Juni 2007
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Titicacasee
Puno
uf dr peruanische Syte vom Titicacasee isch nid würkli e Juwel.
Aber e Absprungpunkt zu de Inseli und de chleine Dörfli wo's dört
z'bsueche git.
Es het mer graut vor em Bsuech vo de schwimmende Insle
Uros;
e Tourischtefalle sonderglyche mit hunderte vo Touris jede Tag,
Rucksäckler wie au Praliné-Tourischte. Aber wägloh han i die spezielli
Attraktion denn doch nid welle. Und ich ha's au sehr intressant gfunde.
S'Volk vo de Uros, wo's scho vor de Inka geh het, baut sich die Inseli
sälber. Und agfange het's dodrmit, dass sich das Volk vo de chriegerische
Inka het welle verbärge. Baumaterial für d'Insle isch s'Totora-Schilf,
wo's im Titikakasee hufewys git. Die Schilfrohr sind au Baumaterial
für ihri Hüüsli, Boot, Matte, Möbel und dr weichi Teil vo däm Schilf wird
u gässe.
Aber touristisch isch es ebe scho. Und die Ygeborene versueche allerlei
Kunschthandwärk (und Ramsch) an die viele Bsuecher z'verchaufe. Aber
s'beschte isch dr Bleischtifthandel. Und zwar wärde de Tourischte in
Puno hufewys Bleischtift verchauft, wo me denn de arme Chinder uf de
Insle, wo in dr Schuel chuum Schriibmaterial händ, söll schänke. Das isch
wohl ursprünglich e gueti Idee gsi, aber unterdesse zu'n ere Farce worde.
Wenn i ahnimm, dass jede fünfti vo de schätzigswys 500 tägliche Tourischte
es 6er-Päckli Bleischtift chauft, git das JEDE TAG 600 Bleischtift für die
arme Chinder uf dene Insle. Und sooo viel Chinder git's dört au wider nid.
Und zuedäm gönd sie nachdäm sie 10i sind, sowieso in Puno uf em
Feschtland in d'Schuel. Drum gäbe denn d'Chinder die Bleischtift ihre
Eltere, und die verchaufe se in Puno wider de Tourischte. So goht
das!
Aber wenigschtens wird die riesigi Tourischtemasse guet uf die zahlriiche
Inseli verteilt, so dass es nid meh als eis bis zwei Grüppli glichzytig uf
ere Insle het.
Als nöchschti Station han i mir e Ort usgsuecht, wo vom Tourismus bishär
wytgehend verschont blibe isch: s'Dorf
Llachón
uf dr Halbinsle Capachica. Ich bi widerum per Boot gange, s'glyche
Boot wo au die eher vo Tourischte bsuchti Insle Amantani agfahre
het. Und näbe es paar Touris und em ne Hufe Yheimische wo nach Amantani
sind, bin i dr einzig Passagier nach Llachón gsi. Churz vor dr
Akunft isch denn dr Capitano zu mir cho, und het mer verzellt, dass mer
doch nid nach Llachón fahre, wül ich dr einzig bi, wo dört ane
will. Und denn het er mir e Unterkunft bi sinere Familie welle ufschwätze.
Nach ca. 10 Minute diskutiere han ich ihn denn aber chönne drzue bringe
dass er mi doch irgendwo uf dr Halbinsle absetzt.
Wo'n i an Land gange bi, han i kei Ahnig gha, wo'n i eigentlich genau bi.
Aber es het Schoof, Säu und au es paar Lehmhüüsli mit Schilfrohrdächer gha.
Ich ha mi denn mol zwüsche dene Viecher dure dr wäglos Hoger ufekämft. Es
isch zwar nid wyt ufe gange, aber das isch halt mit em schwere Rucksack uf
3850müM doch puuschteraubend. Nach 10 Minute han i denn e Bueb troffe,
wo'n i ha chönne frooge, ob er e Familie kennt, wo me cha übernachte. Und
er het mi zum Don Tomás gschickt. Dr Tomás het sogar es usgschproche
schöns Cabaña gha, härzig mit Totora-Yrichtig und Blick uf e Titicacasee
für grad emol Fr.6.-. Und so han i als einzige Gringo dr Nomittag im
authentische Dorf und am Ufer vom riesige silbrigblaue Titicacasee
verbrocht. Me läbt dört no sehr eifach und traditionsverbunde. D'Fraue und
Meitli trage die traditionelle Trachte mit de kuriose bunte Hüet, sie
hüete d'Schoof während d'Männer uf em Fäld schaffe oder gönd go fische.
Schtroosse git's dört keini, nume Wäg und Trampelpfad. D'Lüt sind zum
gröschte Teil fründlich, aber es chönne nid alli spanisch. Natürlich bin i
wider emol ziemlich ufgfalle als lange Gringo. Zum Teil het's au Lüt gha,
wo mir z'verschoh geh händ, dass mini Awäseheit nid bsunders gschätzt
wird. Ich verschtand zwar kei Quechua, aber es isch ziemlich offesichtlich
gsi, dass es sich eher um Beschimfige ghandlet het als um e
Willkommensgruess.
Zum am nöchschte Tag wider zrugg in'd Zivilisation z'glange, han i es
Büssli müesse neh, wül's nume 2x pro Wuche es Boot nach Puno het.
Bim Warte uf e Bus han i de Huet&Zopf-Mädels bim Volleyballschpiele chönne
zueluege. Und das han i ziemlich schräg gfunde. Mit ihrne traditionelle
Röck und zum Teil mit de bunte Hüet händ sie gschpielt. Aber mit
Sport-Trikots mit Ruggenummere. Und ihre schwarze lange Zöpf sind
umegfloge.
D'Fahrt im Büssli het denn Erinnerige an Guatemala gweckt: wider emol mit
21 andere Lüt imene Toyotabüssli zämepfercht. Und natürlich alles dicki
Indigenas mit ihrem Körpergruch wo nid unbedingt an Roseduft erinneret.
Und au in däm Büssli händ offesichtlich nid alli mini Awäseheit gschätzt.
Aber es isch jo villicht gar nid schlächt, au mol Opfer vo Rassismus z'sy.
Das isch j au e Erfahrig...
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Perú
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21. Juni 2007
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Cusco / Machu Picchu
Cusco
isch d'Hauptstadt vom Inka-Imperium gsi. Und no immer gseht me Spure us
dere Zyt in dr ganze Stadt. Vor allem die alte Steimuure wo no immer
s'Fundamänt vo praktisch jedem Huus in dr Innestadt bilde. Und uf dene
alte Muure händ denn d'Spanier ihri au sehr schöne Kolonialbaute
drufgschtellt. Cusco isch also würklich e sehr, sehr schöni Stadt,
sicher eini vo de 5 schönschte vo minere Reis.
Aber wäge dene schöne Baute, wäge dr intressante Gschicht und wäge dr
Nöchi zu dr lang vergässene Inkastadt Machu Picchu isch Cusco
halt bi allne Tourischte sehr beliebt. Es gilt als d'Gringo-Hauptstadt vo
Südamerika. Drum han i bi minere Akunft am 05:30 am Sunntigmorge d'Gunscht
vo dr Schtund grad gnutzt zum die schöne Gasse menscheleer und vor allem
gringoleer z'bewandere.
Wo'n i am Nomittag die in Fuessmarschdistanz liegende archäologische
Stättene
Saqsayhuamán
und
Qenqo
bsuecht ha, bin i mit es paar Peruaner ins Gschpröch cho. Also eigentlich
het's drmit agfange, dass mi eine zu'n ere Tour het welle überschnuure,
ich dankend abglehnt ha, und er mi schliesslich zum ene Bier yglaade het.
Das ganze het sich denn so wyterentwicklet, dass zum einte Bier no e ganze
Huffe wyteri drzuecho sind und i schliesslich dr ganzi Obe mit 5 Peruaner
umegsumpft bi. Statt in Gringo-City mit andere Backpackers in tüüre
Touri-Spunte Bier z'trinke, bin i also mit dene Peruaner in versteckti
Chäller abegschtiege, wo me für je 20 Rappe es grooooosses Glas Chicha
bechunnt. Das isch es typisch peruanisches fermentierts Maisgetränk,
Bier-Ersatz us dr Inka-Zyt.
Trotzdäm bin i am nöchschte Tag bi Zyte uf und ha mi ufgmacht ins "heilige
Tal" vo de Inkas. Z'erscht mit em Bus nach Pisaq, dört es paar
ziemlich umfangsrychi Inkaruine go aluege. Denn wyter uf e nöchscht Bus
nach Ollantaytambo und dört zur Abwächslig mol wider es paar
Inkaruine go aluege. Z'Obe uf e Zug nach Aguas Calientes, em Dorf
am Fuess vom berüehmte Machu Picchu. Und dört han i d'Nacht
verbrocht.
Am 04:45 bin i denn scho wider ufgschtande. Zum de grosse Tourischtemasse
wenigschtens halbwägs chönne entcho, mues me früeh sy. Ich bi denn bereits
am 5i als dritte bim Billetschalter für e Bus abgschtande, und bald het
sich hinter mir die langi Schlange bildet. Es sind wohl öppe 150 Lüt gsi,
wo dört 2 Schtund vor Sunneufgang ahgschtande sind. Ich ha's denn
natürlich uf e erschte Bus gschafft, und bi am 6i als eine vo de erschte
zu de no menscheleere Ruine.
Ich ha's tatsächlich ziemlich ydrücklich gfunde. Die alte Inkas händ scho
no einiges druf gha. D'Baukunscht, d'Grössi vo dere Inkastadt und dr
astronomischi Hintergrund sind beydruckend. Aber s'faszinierendschte han
ich d'Lag gfunde: uf emne Sattel hoch über em Tal, zwüsche de Bärge
Machu Picchu und Huayna Picchu in ere sehr schöne
Bärglandschaft.
Wo denn langsam meh Lüt ynegschtrömt sind, bin i uf e Bärg Huayna
Picchu gflüchtet. Vo dört hoch obe isch d'Ussichicht uf d'Inkastadt
und die umliegendi Landschft absolut sensationell. Und wül's so schön und
unbevölkeret gsi isch, bin i anderthalb Schtund dört obe blibe - bis
d'Masse cho sind. Aschliessend bin i nomol chli durch die mehrheitlich
leere Ruine gschlenderet (es sind jo jetzt alli uf em Huayna Picchu
obe gsi). Und wo am 11i die unglaubliche Menschemasse, wo mit em Zug vo
Cusco acho sind, d'Ruine überschwemmt händ, han i mi us em Staub
gmacht... Zrugg abe nach Aguas Calientes und vo dört mit em Zug
nach Cusco.
Bemerkenswärt find i no d'Art wie dr Zug s'Gfäll abe in d'Stadt Cusco
überwindet: nämlig im Zick-Zack. Aber nid mit Kurve, sondern richtigs
Zick-Zack: ahalte, Weiche umstelle, ruckwärts, ahalte, Weiche umstelle,
vorwärts, ahalte, Weiche umstelle.... und so wyter, bis me d'unde im Tal
isch. Au e Möglichkeit.
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Perú
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22. Juni 2007
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Arequipa / Colca
Canyon
Arequipa
gilt als die wyssi Stadt, und viel Lüt händ mir vo ihrer Schönheit
vorgschwärmt. Ich bi denn allerdings chli enttüscht gsi. Es het scho es
paar nätti wyssi Kolonialstilhüser, und d'Plaza de Armas isch ganz
schmuck. Aber us de Socke haue het's mi also nid welle. Do han i einigi
viel schöneri Städt gseh. Und DIE absolut unschlagbari wyssi Stadt
isch no immer Popayan in Kolumbie!
Aber es het wenigschtens nid ganz so viel Gringos wie in Cusco. Und
me cha sich am Märt die arg verlöcherete Hose lo flicke, für nume 70
Rappe.
Nachdäm ich uf em Machu Picchu dr pakistanischi Ängländer Naweed,
mi Trekkingpartner us Bariloche, wider troffe ha, händ mer beschlosse,
dass mer zäme dr
Colca Canyon
bi Arequipa gönd go bsueche.
Das isch die zweittiefschti Schlucht vo dr Ärde, dopplet so tief wie dr
Grand Canyon. Und usserdäm bekannt für d'Kondore wo me dört cha
beobachte.
Im nochhinein mues i aber zuegeh, dass i au do es bitzli meh erwartet ha.
Unsere 3-Tages-Trekk isch zwar ganz nätt gsi, mir händ e glatti Gruppe und
e sehr sympathische Guide gha. Aber dr Canyon isch also dütlich weniger
ydrücklich als dr Grand Canyon in de USA. Und dass i wohl niemeh e
Kondor so nooch wird gseh, wie damals in Bariloche, han i scho im
vorus gwüsst gha.
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Perú
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23. Juni 2007
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Nazca & Huacachina
Die nöchscht Station isch
Nazca
gsi. Das isch dört wo's die mysteriöse Linie und die groosse Figure het,
wo die alti Nazca-Kultur mol in Wüeschtebode zeichnet het. Dört wo
em Erich von Däniken sini Usserirdische glandet sy sölle. Abgseh vo dene
Zeichnige in dr Wüeschti git's dört allerdings nid viel z'gseh.
Ich bi denn mit emne Öschtriicher und ere Peruanerin zum Flugplatz
pilgeret, mir händ uns e vertrauenswürdige Pilot und e vertrauenswürdigi
Cessna usgsuecht und denn sind mer e Halbstund über dr Wüeschti umekurvt.
Jäwohl, Kurve het dr Pilot ganz viel gmacht - vor allem sehr ängi, damit
me d'Figure am Wüeschtebode au schön gseht. Isch jedefalls guet gsi, dass
das vor em Z'Morge gsi isch; mit leerem Mage het me nüt zum s'Chotztüütli
z'fülle...
Wyter nordwärts, immer durch die wyti Wüeschti, bin i nochhär nach
Huacachina.
Das isch e chleini Oase. E ächti Oase! Z'Mittst vo sehr hoche Sanddüne
het's e Teich mit Dattelpalme und es paar Hüser rundume. Es isch wie in dr
Sahara. Faszinierend!
Grad nach minere Akunft bin i denn mit emne Sandbuggy durch d'Wüeschti
gheizt. E super Kombination vo schöner Dünelandschaft und Adrenalinkick!
Das isch wie Achtibahn, aber nid an Schiene bunde. Und es bitzli
staubiger. Die Düne sind zum Teil sehr hoch und seeeehr steil gsi! Und als
wär das nid scho spassig gnueg, händ mir no 5 Mol uf ere hoche Düne e
Zwüschehalt gmacht zum Sandboarde. Das isch wie Snowboarde aber halt ebe
uf em Sand statt im Schnee. Dass Schnee und Sand ziemlich unterschiedlichi
mechsanischi Eigeschafte händ, üsseret sich denn bim Versuech, uf emene
Brätt stehend e Düne abezrutsche. Ehrlich gseit: es funktioniert nid
würkli. Me sinkt y, het 10 Kilo Sand uf em Brätt, löst ständig Sandlawine
us und wenn me mol diagonal d'Düne abegleitet, cha me nid schtüüre.
Chlättverschluss um Turnschueh isch halt kei feschti Bindig, und Sand isch
halt au kei Schnee. Aber flexibel wie'n i bi, han i denn umgschtellt und
bi eifach büüchlings chopfsvora uf em Brätt dr Hang durab. Und das goht ab
wie's Bisiwätter... rapido!
Natürlich het me denn kilowys Sand in de Hosesäck, in de Schueh, in de
Ohre, im Buuchnabel, in de Bruschthoor. Schpööter isch s'Hotelzimmer
voller Sand, s'Bett und dr Rucksack. Aber das ghört sich so!
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Perú
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3. Juli 2007
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Lima
Lima
het kei bsunders guete Ruef, und drum han ich mir überlegt, ob i überhaupt
Zyt söll ufwände zum die Stadt go aluege. Ich han ere denn schliesslich
doch e Chance geh, und han e Zwüschestopp yglegt. Aber im Nochhinein mues
i säge, dass i nüt verpasst hätt, wenn i's grad usgloh hätt. ich ha's zwar
nid so übel und gföhrlich gfunde wie die meischte andere Reisende, aber es
isch halt eifach nüt bsunders. Nume e riesigi Stadt, wo's usser es paar
Chirche und ere schöne Plaza de Armas nüt z'geh git. Nachdäm i an
eim Tag 15km durch fascht die ganzi Stadt gloffe bi, han i mi scho wider
ufgmacht zum nöchschte Ort.
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Perú
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4. Juli 2007
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Cordillera Blanca
D'Cordillera Blanca isch e sehr schöne Teil vom
peruanische Hochland. Es het vieli verschneiti Sächstuusiger, unzähligi
türkisfarbigi Bärgseeli und chleini Dörfli. Wie au Patagonie isch es es
absoluts Paradies für Bärgschtieger und Trekker. Für mi isch es chli
schräg, do z'sy. Ich wird vo dere Landschaft und ihre Trekkingmöglichkeite
azoge, aber das Mol mach ich bi däm Getrekke gar nid mit. D'Chnüü wänd nüm,
und ich ha au absolut kei Usrüschtig meh, sit i nach Patagonie alles
heigschickt, verchauft und verschänkt ha. Nid emol d'Wanderschueh han i
meh drby. Und jetzt schtand i do z'mittst in dr hoch-andine
Traumlandschaft und weiss nid was mache. Ich chum mer fascht chli fehl am
Platz vor. Damit i nid ständig all die Trekkers und Tour-Agebot aluege
mues ohni chönne mitmache, han i mi gar nid erscht im Hauptort Huaraz
niedergloh, sondern bi diräkt wyter ins chleine Dorf Caraz. Dört
het's fascht keini Tourischte, aber me cha es paar sehr schöni chürzeri
Usflüg und Tageswanderige mache.
Ich bi denn chli go spaziere und ha chleineri Wanderige gmacht. Und wül
i's doch nid ganz ha chönne lo sy, han i mir mol no es Zält, Mätteli und
Schloofsack gmietet und bi für 2 Täg zu dr wunderschöne Laguna Parón
uf 4200müM. Sehr idyllisch isch es dört obe; e türkisfarbigs Seeli mit
ydrückliche, verschneyte Bärge rundume. Am Tag isch es in dr Sunne sehr
heiss, aber wenn sie untergoht gheye d'Temperature innerhalb vo wenige
Schtunde unter Null. Mit emne warme Schloofsack isch das aber keis
Problem. Und ich ha wider emol gmerkt: mit em Zält in de Bärge isch es
halt eifach am schönschte!
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Perú
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5. Juli 2007
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Trujillo
Eigentlich han i mi scho chli uf d'Küschte bi Trujillo
gfreut; uf e warmi Norde, uf Sunneschyn und Strand. Aber au in Trujillo
isch es grad Winter. Das heisst zwar nid, dass es chalt isch, gar nid.
Aber es schynt eifach nie d'Sunne. Dr Himmel isch jede Tag grau, vom Morge
bis z'Obe. Ich find's irgendwie bedrückend, e ganze Tag d'Sunne nid z'gseh.
D'Stadt Trujillo isch überhaupt nüt bsunders. Und die einzige
Attraktione sind es paar archäologischi Stätte us dr Prä-Inka-Zyt. Trotz
minere allmähliche Sättigung vo Ruine han i e ganztägigi Tour gmacht, zum
die Ort go aluege. Und es isch zu mim eigene Erschtuune doch no ganz
intressant gsi. Es het Ruine vo zwei verschiedene Prä-Inka-Kulture dört in
dr Nochberschaft. Im Gegesatz zu de Steihüfe vo de Inka und de Linie vo de
Nazca het sich's dasmol um Lehmhüfe ghandlet. Lehmhüfe, wo früehner
Pyramide mit Molereie oder grossi Tempel gsi sind. Sogar e ganzi Stadt us
Lehm het me gfunde, 20 Quadratkilometer gross.
Nochdäm dä kulturell-historischi Teil abghooggt gsi isch, het mi au nüt me
in Trujillo ghalte, und ich bi wyter in nördlichschti Norde, zum
ändlich mol wider d'Kombination vo Strand und Sunneschyn chönne gniesse.
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Perú
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6. Juli 2007
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Punta
Sal / Tumbes
Wo'n
i am 5i am Morge in irgend emne Kaff an dr Panamericana us em Bus
usgschtiege bi, han i sofort gwüsst, dass i gfunde ha, was i gsuecht ha!
Es isch zwar no dunkel gsi, und
s'menscheleere Kaff het au nid grad wie s'Paradies usgseh. Aber dr warmi
Wind vo knapp 20º und s'Salz in dr Luft händ ziemlich uf summerlichs
Badevergnüege hiedütet.
E Schtund schpöter bin i denn in Punta Sal acho. E leeri Schtrooss
mit es paar leere Hotels und leere Bungalows, drhinter dr leeri Schtrand
und dr wyti Pazifik, drüber d'Sunne und dr blaui Himmel. Das isch am Morge
früeh so gsi und het sich au über e Nomittag bis z'Obe nid würklich
gänderet. Es isch definitiv grad nid Saison. Und abgseh vo de Wuchenänd
isch do praktisch niemer z'Gascht. Mir isch es no so rächt gsi. Ich ha'n
es schmucks Zimmer im ene schmucke Hospedaje diräkt am Schtrand gha. Und
dä 3km langi Sandschtrand han i mit 3 bis 5 andere Lüt müesse teile.
Mis Läbe het sich für 3 Täg reduziert uf Sünnele, Plansche, Ässe, Schloofe
und Läse. Und die Aktivitäte händ sich - abgseh von emne churze
Spaziergang am Strand - uf sehr begränztem Ruum abgschpielt. Es isch gsi
wie "Mikado": jo nüt bewege!
Aber nach 3 Täg han i erschtuunlicherwys doch au chli gnueg gha vom
Fuul-Sy. Und so bin i wyter nach Tumbes, dr nördlichschte Stadt vo
Peru. Die 80km sind für e Bus offebar z'viel gsi. Er het unterwägs dr
Geischt ufgeh. Aber bald isch dr nöchschti verbycho, wo uns Gschtrandeti
ufgablet und nach Tumbes brocht het.
Ich bi vor 8 Mönet scho mol churz do gsi. Und scho denn han i gmerkt, dass
es in däm Städtli absolut nüt z'tue oder z'gseh git. Und drum gang i,
sobald i morn mini Kontaktlinse becho ha, wyter nach Ecuador. Ich ha
nämlig dr Fehler gmacht, dass i in miner Langwyli neui Linse poschtet ha.
Und das heisst do halt: bschtelle und 2 Täg warte...
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Perú
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16. Juli 2007
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Zaruma
Mini erschti Station in Ecuador isch s'Dorf Zaruma
gsi. Das isch es chleises Dorf in ere schöne Hügellandschaft, wo dr Ruef
het, dass d'Lüt sehr fründlich und d'Fraue sehr schön sind. Und ich mues
säge: beides isch absolut wohr! Es isch mer sofort ufgfalle, dass es in
dere Gegend so ganz extrem anders isch als in Peru! D'Schtroosse sind
suber, meh gseht kei Armuet, keini düschtere Gschtalte und es het au meh
hellhütigi Lüt als an de andere Ort. Das ligt dodra, dass Zaruma e
Goldgräberort isch. Es het es paar Goldmine, und die händ scho vor über
hundert Johr Lüt vo Nordamerika und Europa aglockt. Und s'Gold beschert em
Dorf offesichtlich au meh Riichtum als anderne Gegende. D'Hüüser im Dorf
gsehn würklich au so us, wie me sich es Goldgräberstädtli vorstellt:
schöni Holzhüüser wo eim meh an wilde Weschte erinnere als an Spanie.
Zuefälligerwys isch an däm Tag wo'n i acho bi, grad s'alljährliche
Dorffescht gschtiege, ha also mol guets Timing gha. Bi mim erschte
Erkundigs-Spaziergang durchs Dorf bin i bi paar Yheimische hangeblibe, und
mit dene bin i denn z'obe au ans groosse Dorffescht. D'Lüt sind würkli
ganz anders do! Während me z.B. in Peru immer mues ufpasse, wenn me mit
Yheimische unterwägs isch, dass sie eim nid wänd usneh oder über's Ohr
haue, mues me sich do in Zaruma fascht heftig wehre, dass me nid
alles vo de Yheimische zahlt bechunnt. Es sind würkli extrem fründlichi
Lüt mit ganz vernünftige Asichte vo dr Wält!
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Ecuador
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17. Juli 2007
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Vilcabamba
Nachdäm i weder im Norde vo Peru, no in Zaruma
irgendwelchi anderi Gringos atroffe ha, han i nüt drgege gha, wider emol
es paar anderi Reisendi z'träffe. S'idyllische Bärgdörfli Vilcabamba
isch bi Tourischte ziemlich beliebt, und drum bin i als nöchschts dörthie.
Also allzuviel Touris het's au dört nid gha, aber doch gnueg, dass me mol
mit es paarne ins Gschpröch chunnt. All die wo'n i kenneglernt ha, sind
Lüt wo dört hangeblibe sind: Lüt wo sich dört es Hüüsli oder a Buurehof
kauft händ, e dütsche Zimmermaa wo uf sinere Wanderschaft sit es paar
Mönet dört schafft oder eifach Rucksäckler wo nüm wäg wänd. Und ich cha's
irgendwie scho nochvollzieh; es isch extrem schön dört! Agnähms Klima,
schöni Hügel und Bärge mit grüene Wiese wo schwarz-wyss tschäggeti "Fribourger-Chüeh"
grase... also wenn's nid all die Bananeschtuude und die schier unändlich
viele Orange und Zitrone an de Bäum hätt, chönnt's fascht in dr Schwiz sy.
Au s'Dörfli sälber isch sehr schön, und die Yheimische sind sehr fründlich.
Ich bi denn aber nach 2 Täg Umespaziere, Käffele und Plaudere wider wyter.
Bevor s'Dorf au mi fesslet und i nüm ewäg chumm...
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Ecuador
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18. Juli 2007
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Cuenca
Au uf dr Fahrt nach Cuenca isch d'Bärglandshaft sehr
schön blibe. Also dr ganzi Süde vo Ecuador, entland vo dr Ande-Kordillere
isch würklich usgschproche schön!
Am Afang het's mi gschtört dass im chleine Ecuador (wo aber doch öppe so
grooss isch wie Italie) d'Distanze so churz sind, dass me keini Nachtbüs
cha neh. Me reist also immer dur e Tag und verliert so e Tag. Aber
d'Landschaft isch drfür so schön, dass me ganz gärn bi Tagesliecht reist
und drby cha die hoche Hügel und die tiefe Täler beschtuune.
Au Cuenca isch e ziemlich schöni und suuberi Stadt mit
pfläschterete Schtroosse und Kolonialstilhüüser. Und do fallt mer doch uf,
dass do d'Taxifahrer eim grad uf Ahieb dr richtigi Priis verlange. Nid eso
wie in Peru wo 9 vo 10 Taxifahrer z'erscht probiere, eim s'dreifache
abzchnöpfe.
Grad näb mim Hostal het's es kolumbianischs Kaffi gha, wo'n i mir mol
wider Spezialitäte us dr Region vo Medellín ha chönne z'Gmüet
füehre. Erschtuunlich, wieviel Erinnerige mit Ässe oder ere beschtimmte
Biermarke zämehänge!
E halbe Block wyter het's es schwizer Kaffi gha, wo me au Älplermagrone,
Rösti oder Fondue cha ha. Es het allgemein ziemlich viel schwizer
Lokalitäte in Ecuador, und in Cuenca han i au einigi Schwizer
atroffe. Unter anderem e ziemlich schräge aber sehr sympathische Bieler vo
jensyts vom Röstigrabe. Bi ziemlich viel mit umeghange und ha mol wider dr
hoffnigslos Versuech unternoh, mis Französisch ufzbessre - ich ha denn
schliesslich wider uf spanisch gwächslet.
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Ecuador
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19. Juli 2007
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Alausí
Dr Grund wieso, dass i nach Alausí bi, isch die
spektakuläri Zugsfahrt über die sogenannti Tüfelsnase "Nariz del Diablo".
Zum die schöni Ussicht rundume chönne z'gniesse, hockt me bi dere
Zugsfahrt am beschte uf's Dach. Aber sit vor es paar Mönet zwei Japaner
abegheyt sind, isch das leider nüm möglich.
Wo'n i am Morge zum Bahnhof gange bi, han i müesse feschtstelle, dass grad
gschtreikt wird, und dass es drum also kei Zug het. Tja, schad, es söll e
schöni Zugsfahrt sy. Aber das cha halt scho mol passiere am ene Fritig dr
13.
Dr nöchschti Zug wär gemäss Fahrplan am Sunntig gfahre. Aber wül me jo eh
nid weiss, ob denn wider gschtreikt wird, han i nid welle 2 Täg warte,
sondern bi wyter Richtig Baños.
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Ecuador
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20. Juli 2007
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Baños
Baños
isch dr touristischti Ort in Ecuador, wo'n i bishär gseh ha. Es isch halt
sehr schön gläge, het Thermalquelle und e 5000m hoche Vulkan näbedra, und
usserdäm cha me go bike, rafte, wandere, rite, fische und alles wo
d'Tourischte sunscht no gärn mache.
Dr Vulkan Tungurahua isch aktiv, und isch in de ledschte Johr grad
in ere ziemlich heftige Phase. Ledschte Auguscht sind bin ere groosse
Eruption es paar Lüt umcho, Lavaschtröm händ die einti Zuefahrtschtroos
nach Baños komplett zerstört und die zweiti teilwys. Die isch au
hüt nonig richtig gflickt. Aber momentan beschtoht grad kei Gfohr.
Ich ha leider chli Wätterpäch gha in Baños, es het immer chli
gschifft. Zwar het ame au wider d'Sunne gschune, aber immer wider het's
grägnet. Und so han i - bequem wie'n i unterdesse worde bi - uf die plante
Wanderige und Spaziergäng verzichtet und bi nach 2 Rägetäg wytgehend
unverrichteter Dinge wider abgreist.
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Ecuador
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21. Juli 2007
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Latacunga
D'Region um e Vulkan Cotopaxi ladet für viel Usflüg,
Toure, Bärgbeschtygige und anderi Aktivitäte y. Zum minere chürzliche
Lethargie chli entgege z'würke, han i denn e Tour zum Cotopaxi
gmacht. Allerdings han i nid d'Beschtygig vom 5897m hoche, aktive Vulkan
in Agriff gnoh, sondern ha nume e eitägigi Schöggeler-Tour gmacht. Die
isch nume bis uf 4800m, und s'meischte drvo per Jeep. Sooo speziell isch
die Tour denn au nid gsi, aber ich ha zwei Holländerinne kenneglernt, und
mit dene bin i am nöchschte Tag denn wider uf e andere Tagesusflug.
Dä zweiti Usflug isch durch schöni Hügellandschaft zum
Bilderbuech-Kratersee Quilotoa. Vom Kraterrand sind mer bis zum See
abespaziert, händ dört e Ananas gschlachtet und sind per Muultier wider
bis zum Kraterrand ufe gritte.
D'Rückfahrt nach Latacunga isch denn scho fascht chli abentüürlich
worde, mit Hardcore-Hagelschturm, kaputter Autobatterie, schtoosse vom
Jeep bis zum nöchschte Abhang und am Schluss händ mer doch müess e Bus neh.
Aber es isch trotzdäm ganz glatt gsi!
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Ecuador
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13. August 2007
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Quito
Nach dr eher ruhige
Zyt in Ecuador isch für Quito wider emol e chli Party agseit gsi.
Ich ha mis Hostel nid in dr schöne aber usgschtorbene Altstadt gha,
sondern im Usgangsquartier wo me au "Gringolandia" chönnt nenne. Dört
reiht sich eis Backpacker's Hostal ans andere und sunscht het's eifach
Bars, Discos, Restaurants und no meh Bars Discos und Restaurants.
Zwüsche Usgang, Schloofe, Ässe und Kater han i mi mol no um e Abschtächer
uf d'Galápagos-Insle müesse kümmere. Eigentlich han i e
4-Tages-Bootstour welle mache, wo zwüsche de verschiedene Insle umekurvt,
und denn sunscht no chli uf ere Insle blyybe zum e chli sy, s'gniesse und
go tauche. Dummerwys isch Juli und Auguscht grad übelschti Hochsaison. Das
heisst, dass vieli Sache usbuecht sind, und was es no het isch es guets
Stückli tüürer als sunscht. Es isch denn schliesslich so gsi, dass es
numeno tüüri 8-Tages-Toure (1500$) gha het. Und ich ha weder so viel Zyt,
no so viel Gäld welle inveschtiere. Schliesslich summiere sich Flug,
Nationalpark-Ytritt und 2 Täg Tauche allei au scho uf rund 800$. Am
Schluss han i denn nume s'Flugbillett poschtet, zum mi denn sälbschtändig
chli uf de Insle durez'schloh.
Und die räschtliche 2 Täg in Quito sind denn zum gröschte Teil
wider em wilde Partyläbe zum Opfer gfalle...
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Ecuador
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14. August 2007
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Galápagos
Die erschti Insle
uf de Galápagos isch Santa Cruz gsi. Das isch so quasi
d'Hauptinsle. Dört wo's e Flughafe het, und wo me im Hauptort Puerto
Ayora die meischte Tourveraschtalter und Tauchshops findet. Aber es
isch bi wytem weniger vo Touris überschwemmt, als ich das befürchtet ha.
D'Praliné-Tourischte sind uf ihrne Luxus-Bootstoure, und die paar
Ecuadorianer, Backpacker, Hinzes und Kunzes, wo's het, sind dur e Tag au
alli irgendwo unterwägs. Wo'n i also acho bi, isch es quasi usgschtorbe
gsi. Ohni Problem han i e Unterkunft gfunde, und mit dr Dütsche Kirsten es
Reisegschpänli mit ähnliche Vorschtellige drvo, wie me de Archipel chönnti
erkunde.
Vo May bis Oktober isch leider Nieselsaison. Das heisst, d'Sunne zeigt
sich nid immer, hüfig isch es grau und es nieslet. Aber für e Sunnebrand
längt's trotzdäm, und es isch au agnähm warm.
Bereits bim Umespaziere im Dorf Puerto Ayora gseht me die erschte
Echse uf em Trottoir, die bekannte Darwin-Finke, unzähligi Pelikan wo uf
de Bäum schloofe und Seelöie wo im Wasser umekurve.
Am nöchschte Tag händ mer zwei Halbtagestoure gmacht; die einti zum ene
vorglagerete Inseli und die zweiti ins näblige Hochland vo Santa Cruz.
Bim Schnorchle han i vieli grossi bunti Fisch und e Wasserschildchrot gseh,
und vom Land us es paar Hai und unzähligi Meerechse. S'Bsundere uf de
Galápagos sind definitiv d'Tier. Es het so viel so spezielli Viecher!
Und die meischte Arte chöme nume dört vor, meischtens au nume uf einere vo
de viele Insle. Und ganz speziell isch halt, dass die Tier praktisch kei
Angscht vo de Mensche händ und drum bis uf Armlängi an ein ane chöme.
Im Hochland tummle sich die viele Galápagos-Rieseschlidchrote. Und die
sind würklich riesig! Bis über 1m Panzerlängi und es Gwicht vo über 250kg
händ die. Die ältischte sind über 150 Johr alt. Au bi de Rieseschildchrote
het's uf jedere Insle ei eigeni Unterart, wo sich unabhängig vo de andere
wyterentwicklet het.
Am Tag druf bin i denn zum erschte Mol sit emne Johr wider go tauche. Es
isch zwar sehr tüür do, aber es lohnt sich uf jede Fall! Während me an de
meischte andere Ort immer mol wider es speziells Tier erschpäht, gseht me
uf de Galápagos bi jedem Tauchgang es Dutzend vo bsundere Viecher!
Bereits bim Uftriebs-Check, wo me in ere Bucht in seichtem Wasser macht,
chöme die neugierige Seelöie cho luege. Und mit dene cha me denn würklich
umeschpiele. Sauglatt, im Fall! Und denn bim Tauche het's no meh Seelöie,
Wissspitze-Riffhai zu Dutzende, tolli verschiedeni Roche,
Wasserschildchrote und natürlich all die luschtige, bunte, kuriose Fisch
und Pflanze wo's halt so git. Au die riesige Fischschwärm find i
beydruckend. Do wird's regelrächt dunkel um eim ume oder es glitzeret
überall vo silbrige Fischli. Im Verglych zu mine bishärige Taucherfahrige
in dr Karibik isch do halt eifach d'Sichtwyti mit rund 12m eher schwach.
Und s'Wasser isch mit 17º-20º arschchalt. Während i in dr Karibik in de
Badhose bi go tauche, schlotteret me do au mit emne 7mm-Neopren-Azug. Aber
schöööön isch es!!!
Als nöchschts bin i uf d'Nochbersinsle Isabela. Das isch zwar die
gröschti Insle, aber wül's keis würklichs Schtroossenetz git, cha me nume
dr Südzipfel erkunde. Dr riesigi Räschte isch unberüehrti und au
unberüehrbari Wildnis. S'einzige Dörfli wo's het isch Puerto Villamil,
und das isch jo soooo tranquilo! Chlei und nid würklich touristisch.
Es het e schöne Sandstrand mit verschpielte Seelöie, Meerechse, Pelikan
und Fuessball schpielende yheimische Chinder. Und ame chöme
d'Blaufuesstölpel verby zum Ässe, was es sehr spektakulärs Schauspiel isch!
Blaufuesstölpel sind ganz witzigi Wasservögel, wo's au nume uf de
Galápagos git. Und die händ tatsächlich knallbunti blaui Füess.
Jedefalls chunnt denn e riesige Schwarm vo dene, also hunderti! Sie kurve
über dr Bucht ume und denn stürze sie sich alli glychzytig ins Wasser zum
Fisch frässe. Es gseht us wie e krasse Kollektiv-Suizid, wenn sie alli
mit- und nochenand zum Sturzflug asetze und chopfsvora im Meer
verschwinde. Und bi dere Glägeheit chöme denn no es paar Dutzend Pelikan
und Fregattvögel drzue, wo bim groosse Frässe au wänd mitmache. Und nach
ere Halbschtund Flugakrobatik, Chöpfler und Geschnatter isch dr ganzi Spuk
verby und d'Tölpel verschwinde wider.
Mir händ uf Isabela au no zwei Toure gmacht. Die einti het uns per
Jeep in d'Nieselzone und aschliessend per Pfärd zum Vulkan Sierra Negra
gfüehrt. Dört obe schynt wider d'Sunne und es isch e richtigi Sauhitz.
D'Landschaft isch typisch vulkanisch, mondähnlich und praktisch ohni
Vegetation. Und dr riesig Krater isch au sehr ydrücklich, es isch dr
zweitgröschti vo dr Wält.
Die zweiti Tour het uns uf s'chleine Nochberinseli Tintoreras
gfüehrt. Dört git's - wie überall - schier unändlich viel Meerechse, wo uf
de Schtei umelümmle, und e Seelöiekolonie. Im Wasser gseht me wider
Wissspitze-Riffhai und bim Schnorchle Seelöie, Wasserschildchrote, Pinguin
und vieli Fischli. Wo me au hiegoht, es het eifach überall vo dene
spezielle Viecher.
Nach 3 Täg händ mer s'Boot gnoh wider zrugg nach Santa Cruz. Dört
bin i nomol chli go tauche, und wider isch es ähnlich spektakulär gsi wie
bi de ledschte mol.
Dr nöchschti Tagesusflug het uns uf d'Insle Bartolomé gfüehrt. Au
die Insle cha ihre vulkanische Ursprung nid verlügne: die kargi
Landschaft, die kuriose Farbe und Forme... E schöni Insle! Aber Tier git's
nid viel bsunderi z'gseh. Zumindescht nid an Land. Drfür umso meh im
Wasser. Am einte Strand wimmlets vo Riffhai, me gseht jewyls nume e
Schatte im Wasser und d'Flosse mit de wysse Spitze wo zum Wasser useluege.
Und s'Schnorchle isch sensationell! Näbscht dr tolle Unterwasserlandschaft
und de bunte Fisch han i e Wasserschildchrot gseh, wo sich grad verpflegt
het, e Pinguin uf Fischfang, es paar Hai und Seelöie. Und das alles
innerhalb vo 20 Minute. Mit em einte Hai bin i öppe 5 Minute mitgschwumme.
Und plötzlich isch us em Nüt e Seelöi ins Wasser gschprunge und het em Hai
in d'Schwanzflosse bisse. Und denn isch dr Hai ab wie'n e Rakete und dr
Seelöi hintedry. Normalerwys schpiele die junge Seelöie so unterenand; sie
schnappe sich gegesytig an de Flosse und jage enande hintenoche. Dä Seelöi
het halt mol mit emne Hai welle schpiele, aber dä het offebar weniger
inträsse gha. Es isch unglaublich wie flink und gschickt sich Seelöie und
au d'Pinguin im Wasser chöne bewege. An Land sind die jo so unbeholfe und
tappig.
Als ledschte Usflug sind mer uf d'Insle Floreana. Au dört isch
wider Schnorchle uf em Programm gschtande - und au do sind wider emol
d'Seelöie im Mittelpunkt gschtande. Es isch sogar die beschti Seelöie-Show
gsi vo allne. Z'zweite sind sie gsi, händ enand in d'Flosse bisse, enand
gjagt oder eifach Freud gha an de eigene Luftblöterli, wo sie gmacht händ.
Aber au uns Schnorchler händ sie neugierig umschwumme, sind uf uns
zuegschosse zum im ledschte Momänt doch no uszwyche oder sind eifach bis
zu 30cm noch ane cho zum eim us dr Nöchi ins Gsicht z'luege. Unglaublich
witzig!
E Landspaziergang het's natürlich au no geh. Näbscht em Strand und emne
Museum vo dr Familie Wittmer, de einzige Siedler, wo's bis hüt uf dere
Insle usghalte händ, sind mer nomol Seelöie go bsueche. Das mol aber an
Land. Und au das isch super gsi! Z'mittst in de Seelöie het me chönne am
Strand hocke und se beobachte, was übrigens sehr unterhaltend isch. Die
sind jo so zuetraulich, dass me mues ufpasse, dass sie eim nid berüehre,
sunscht wird nämlig s'Obermotz-Männli aggresiv. Dä het sini rund 15 Wybli,
und wenn do irgendöpper nach eim vo sine Wybli schmeckt, denn wird er
agressiv - egal ob das e Seelöi-Rival oder e Mensch isch. Und so'n e
Seelöiebiss vom 250kg-Obermotz isch glaub no unagnähm.
Am nöchschte Tag isch es denn zrugg gange uf's Feschtland. 12 Täg bin i uf
de Galápagos-Insle gsi. Das isch wohl meh Zyt als dr
Durchschnittstourischt het, aber es hätt wie immer doch au es bitzeli meh
dörfe sy...
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Ecuador
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15. August 2007
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Puerto López /
Montañita
Wider zrugg uf em ecuadorianische Feschtland, sind mer grad
an dr Pazifikküschte blibe. Und zwar sind mer z'erscht nach
Puerto López.
Das isch es nid würklich schöns Dorf, wo's eigentlich absolut nüt z'gseh
git, usser das zur Zyt grad d'Buckelwal vor dr Küschte umekurve. Und die
sind mer go aluege, drum sind mer dörthie gange.
Und mir händ se au z'gseh becho. Zwar meischtens würklich nume dr Buckel
oder e Flosse. Und meischtens au nume us ere Distanz vo über 20m. D'Boot
dörfe ebe nid nöcher als 100m ane, was i ganz guet find. Und wenn denn
d'Wal kei Luscht händ, nöcher zum Boot z'choh, isch d'Distanz ebe scho
riesig. Au uf Kapriole und krassi Uftauchmanöver händ sie an däm Tag eher
weniger Luscht gha. Aber scho dr Ablick vom Buckel oder von ere
Schwanzflosse isch ydrücklich und loht eim d'Gsamtgrössi vo somene riesige
Wal erahne.
Mini ledschti Station in Ecuador isch
Montañita gsi,
wo ebefalls an dr Pazifikküschte ligt. Das isch dä Surfer-, Backpacker-,
Party-, und Kiffer-Hotspot in Ecuador. Es sind zwar nume grad 2 Blocks, wo
s'touristische Zentrum mit Hostals, Bars, Restaurants und Surfshops bilde.
Aber dört isch scho alles uf Schaiwaia trimmt. Und wül mir grad am ene
Samschtig acho sind, isch d'Musig 24 Schtund gloffe. Und wül jedi Bar will
die lutischti sy, isch dr Lärmpegel ziemlich hoch.
Trotzdäm händ mer's 2 Täg extrem "tranquilo" gha. Eigentlich isch es
einzig drum gange, in welere Reihefolg Ässe, Schloofe, Piña Colada und
Hängematte söll abgwächslet wärde.
Und denn han ich langsam aber sicher wyter nordwärts müesse, dass i bi
Zyte nach Kolumbie chum und mi verfluechte Rückflug nid verpass...
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Ecuador
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16. August 2007
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dr Räscht
Jo, nach
Montañita betracht ich mini Reis eigentlich als beändet. Dr Räscht
isch quasi Heimwäg. Aber au dr Heimwäg isch jo nid nüt...
Mit Zwüschehalt zum übernachte in Santo Domingo und Ipiales
bin i denn mol in Popayán in Kolumbie acho. Dört han i mi wider mit
dr Alejandra, minere "Tourischte-Füehrerin" troffe, wo mi scho vor 9 Mönet
in Popayán umegfüehrt het. Die wyssi Stadt isch immerno glych schön
- usser dass es jetzt immer mol wider Grafittis und Protescht-Plakat an de
wysse Wänd het. Wie scho vor 9 Mönet sind d'Studänte uf Chriegsfuess. Über
Monate händ Professore und Studänte in ganz Kolumbie gschtreikt. Me mues
sich das mol vorschtelle, dass im ganze (riesige) Land über mehreri Mönet
jedi öffentlichi Uni gschlosse isch, us Protescht gege d'Landesregierig.
Brocht het's allerdings nid allzu viel, vor einere Woche isch dr
Uni-Betrieb wieder ufgnoh worde.
Und denn isch es wyter zu minere ledschte Station in Südamerika, wo vor
langer Zyt scho mini erschti gsi isch: Santa Fé de Bogotá.
Viel han i dört au nüm gmacht. Ich ha mir eifach nomol das welle ynezieh,
wo's dehei denn nüm git. Und zwar soviel wie ynemag! Zum erschte isch das
dr feini kolumbianischi "Café Juan Valdez"; zum Z'Morge, zum Z'Nüni, zum
Z'Mittag, zum Z'Vieri und zum Z'Nacht. Und denn natürlich all die geile
Fruchtsäft, wo'n i beschtimmt seeeehr vermisse wird. Alles "normale" Züüg
han i grad emol ignoriert. Wär will denn scho Orangesaft, Zitrone-,
Mandarine-, Erdbeer-, Brombeer-, Pfirsich-, Aprikose- oder Rüeblisaft? Nei
zum Abschied numeno s'Exotische! Und zwar nid nume altbekannti Fruchtsäft
wie Ananas, Mango, Maracuyá, Papaya, Melone oder Kokusnuss, sondern so
Frücht wo me bi uns nid emol kennt: Lulo, Tomate de Arbol, Feijoa, Guayaba
und Guanábana! Nid mit gfülltem Buuch ins Flugzüüg z'schtyge wär schlicht
und eifach falsch!
Apropos Buuch und Flugzüüg.... Do han i doch no e Anekdote zum Schluss.
Wo'n i am Flughafe in Bogotá am Gate druf gwartet ha, bis me cha
yschtiege, isch e jungi, hübschi Kolumbianerin uf mi zuecho. Die erschti
Froog wo sie mir gschtellt het, isch denn gsi, ob ich ihre mi Pass cha
zeige. Das han i chli schräg gfunde. Schliesslich froge die Chicas sunscht
ame eher won i här bi, was i do mach oder ob i verhürotet bi. Aber sie het
sich denn als Polizischtin vo dr Drogefahndig usgwyse, und so han i ihre
natürlich mi Pass geh. Sie het mir denn au e Unmängi vo Frooge gschtellt:
über mis Gepäck, wie lang und wenn i wo gsi bi, mis Geburtsdatum, was i so
mach und allerlei andere Quatsch. Obwohl i bereitwillig Uskunft geh ha,
han i's offebar nid gschafft, mi vo jeglichem Verdacht z'befreye. Ich bi
als Drogekurier verdächtigt worde! Und do het au es charmants Lächle nüt
gnützt. Schliesslich han ich 10 Minute vor dr offizielle Abflugzyt dr
Warteruum bim Gate müesse verloh, und dere Señorita in es Büro vo dr
Drogefahndig folge. Dört han i no es Formular müesse usfülle und denn händ
sie mir dr Buuch gröntgt! Ich ha denn dere Lady vorhär no dr Deal
vorgschlage, dass ich d'Röntgebilder darf mitneh, falls sie keini
verschluckte Drogepäckli finde. Aber sie isch leider nid druf ygange. Und
tatsächlich het's halt nume s Z'Mittag, viel kolumbianbische Kaffi und
Fruchtsäft in mim Buuch gha. Und als ledschte han i denn doch au no ins
Flugi dörfe, wo schliesslich mit 20-minütiger Verschpötig mit Destination
Barcelona in kolumbianisch Nachthimmel gschtartet isch...
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Colombia
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17. August 2007
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Fertig!
So, fertig luschtig! S'Reisli isch verby, ich bi wider
zrugg im Land vo Schoggi, Chäs und Bankgheimnis.
13 Länder han i bereist, und 45 Stämpel händ sich drby im Pass zämetreit.
470 Täg bin i ewäg gsi, drvo rund 1150 Schtund (entspricht 48 Täg)
unterwägs in irgendwelche Büs, Boot, Züg, Flugzüg und sunschtige Vehikel…
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Schweiz
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