Michel Renggli

Reise Lateinamerika 2006/07


Reiseberichte Lateinamerika 2006/07

 

14. Mai 2006

 

10 Täg Antigua

So, do wär i also, in Antigua Guatemala. Ich bi jetzt sit 10 Täg do. Es goht mer (abgseh vo 37 Mugge-Schtich) sehr guet, und es gfallt mer do!

Mit minere Gaschtfamilie und mit dr Schuel bin i au sehr z'Friede. Eigentlich lauft alles so wie's sött.
Bsunders spektakulärs chan i nonig brichte, schliesslich bin i momentan au no ziemlich sässhaft. Am Vormittag gang i jewyls in'd Schuel, am Nomittag unternimm i entweder mit de Lüt vo dr Schuel öppis oder ich häng im Park oder in eim vo de dutzende Kafis ume, tue chli läse, spanisch lerne oder gniess eifach chli s'eifache Läbe.

Mit em Spanischlerne lauft's au sehr guet, ich ha in de ledschte 10 Täg öppe glich viel glernt wie in de ledschte 2 Johr. Und ich cha mi mit de Yheimische doch scho ganz passabel unterhalte. Drum han i s'Gfüehl, dass i nach dr zweite Schuelwuche wyterzieh. Schliesslich het das Land au no meh z'biete als das schmucke Tourischte-Schtädtli.

Ledschte Mittwuch han i mit es paar Lüt us dr Schuel dr Vulkan Pacaya beschtiege. Dä isch allerdings nume 2600m hoch, und me cha au nid ganz ufe, wül er no aktiv isch. Es isch also eher e Spaziergang gsi (2.5h, 400 Höhemeter). Aber intressant isch es trotzdäm gsi. Schliesslich gseht me nid jede Tag rotglüehendi Lava e Vulkan abefliesse oder cha uf emne halbfrüsche, erhärtete Lavaschtrom go umeturne.

Nöchscht Wuchenänd mach i übrigens e grösseri Tour uf e Vulkan Acatenango. Dä isch denn doch scho 3976m hoch. Er isch zwar nüm aktiv, aber drfür chan i denn uf em Gipfel übernachte und hoffentlich e schöne Sunneuntergang, -ufgang und dr semiaktiv Nochbervulkan Fuego beschtuune.

Und denn pack i mini siebe Sache und zieh Richtig Lago De Atitlan...

 

Guatemala

25. Mai 2006

 

Volcán de Acatenango

Offesichtlich bin i chli schriibfuul, aber ich ha scho dänkt dass i nid allzu hüfig in mi Blog wird schriibe. Schliesslich git's meischtens schöneri Ort als d'Internet-Cafes...

Tja, einiges isch passiert in ledschter Zyt. S'Highlight isch wohl scho d'Tour uf e Acatenango gsi. Scho allei über das chönnt i e halbe Roman schriibe (was i aber nid mach). D'Föteli cha me jo scho sit es paar Täg beschtuune, und die säge doch au scho einiges us, aber guet, trotzdäm no e chli Prosa...:

Es isch zwar Rägezyt in Guatemala, aber das isch nid sooo schlimm, wül's jo immer erscht am Nomittag rägnet, und meischtens nid allzu lang. Wo'n i an däm Samschtigmorge am 5i ufgschtande bi, het's allerdings bereits in aller Herrgottsfrüehi zünftig abeprasslet. Usgrächnet am Tag vo dr Tour...! Aber guet, es isch denn nid eso schlimm gsi, dr Räge het nach wenige Schtund ufghört und dr gröschti Teil vo dr Tour händ mer bi Trocheheit absolviert.
Gschtartet sind mer uf ca. 2400m, s'Ziel isch uf 3976m gsi. Dr Wäg isch meischtens sehr steil gsi und vor allem s'schwere Gepäck het eim z'schaffe gmacht. Ich ha wohl öppe 15kg uf em Rugge gha, Zält und Z'Nacht für d'Gruppe und s'Wasser für mi sälber sind scho ca. 10kg gsi. Und Campingmaterial und Chleider für Räge und Temperature bis 0º händ halt au mitmüesse.
Jedefalls isch me denn so dr Hoger drufgschtapft. Z'erscht durch s'offene Gländ mit de Maisfälder, denn dur e wunderschön grüen Näbelwald, wyter obe isch denn dr teilwys verbrennti Bärgwald cho und zum Schluss die kargi schwarzi Vulkanlandschaft. Seeehr ydrücklich und schön!
Mir sind e ganz glatti Truppe vo 8 Lüt gsi (2 Norwegerinne, 2 Israeli, 3 SchwizerInne und dr englischi Füehrer), und Spass hämer näb em Charampf also au gha!
Campiere händ mer denn wäg em Wätter nid im Krater chönne, sondern ca 200m unterhalb. Und denn sind mer erscht am nöchschte Morge uf e Gipfel. Uf em Wäg dörthie het's denn e wunderbare Sunneufgang bi'n ere traumhafte Kulisse z'beschtuune geh. Und aschliessend uf em Gipfel dr Nochbervulkan Fuego wo vor sich ane rumplet, grollt und raucht.
Dr Abschtieg isch denn einiges schnäller gange als dr Ufschtieg. Dunde im Minivan het's zur Belohnig es wohlverdients Bier geh und zrugg in Antigua es feins Z'Morge. Jo, das isch definitiv nid die blödschti Wanderig gsi, wo'n i je gmacht ha...

 

Guatemala

27. Mai 2006

 

Lago de Atitlán

Nachdäm ich mi vo minere Familie verabschiedet ha, han i mi uf e Wäg zum Lago de Atitlán gmacht. Und natürlich nimm ich für mini Reise nid öppe die tüüre Tourischte-Büs, sondern s'lokale Verchehrsmittel: dr Chicken-Bus. Es entspricht viel mehr mine Vorschtellige vom Bereise vomene Land, wenn me s'gliiche Verchehrsmittel bruucht wie die Yheimische, und ich find die Dinger nidemol unbequem. Und bi Reisechöschte vo SFr. 1.- pro Schtund Busfahrt cha me jo au nüt säge. S'Gepäck reist denn jewyls uf em Dach mit, und wenn dr Bus dur e Gwitterfront fahrt, chlätteret dr Kondukteur au bi 80km/h uf's Dach und deckt s'Gepäck schön zue. Allerdings mache das nid alli, und das bringt denn während dr Rägezyt glägentlich e nasse Rucksack mit sich. Zum Umschtiege, was me bi dene Büs öppedie mol mues, gäbe die überus fründliche Chauffeure, Kondukteure und Passagier au sehr gärn Uskunft. Aber wül eim jede Chauffeur in si Bus will locke wird me denn scho au mol uf e indiräkte Bus g'lotst, obwohl's au e diräkte geh hätt. Jedefalls bin i denn nach ere schöne Busfahrt inklusiv 3x umschtiege (schtatt 1x) in Panajachel am Lago de Atitlan acho.
Dört het's mir abgseh vo dr Tourischte-Meile z'wenig z'gseh geh und drum bin i per Schnällboot grad wyter nach San Pedro. Das isch zwar ganz okay gsi, aber irgendwie het's mer doch nid 100%-ig passt. Es het dört so viel Nid-Guatemalteke wo häbgebliebe sind; Usstieger, Hippies und viel Möchtegärnhippies. Aber die Yheimische sind so unändlich fründlich, das isch unglaublich! Die ärmschte wo chrampfe wie verruckt sind die härzlichschte. Mängisch het me z'erscht s'Gfüehl, die wänd eim öppis verchaufe oder sunsch Gäld erbättle, drby sind die eifach so fründlich und schwätze gärn mit de Fremde wo verbylaufe. Und alli froge immer wie me heisst, und denn grüesst eim am nöchschte Tag au mol öpper mit em Name. Find i no schön. Me grüesst sich do sowieso viel meh als bi uns, au in de grosse Ortschafte grüesst me sich, wie das bi uns höchschtens no uf em Land dr Fall isch.
Und d'Lüt sind jo so unglaublich religiös. An jedem zweite Huus schtoht e Satz wie "Jesús vive", "Jesús es la sola solución" oder "Dios te ama". Und au in de Büs hets immer so Schprüch und s'beschte find i die krass tjuunte Autos wo kei "Pioneer"- oder "Chiemsee"-Chläber of dr tönte Heckschiibe händ wie bi uns, sondern e "¡Jesús es mi salvador!"-Chläber....
Ich ha denn uf jede Fall bald emol öppis ruhigers gsuecht und im chleinere Küschtedörfli San Marcos gfunde. Dört läbt me im ene Wald vo Avocado- Banane- und andere exotische Bäum. Glücklicherwys het's in dr Rägesaison fascht keini Tourischte und me het sini Rueh. Me cha go bade im schöne See, me cha chli läse und theoretisch chönnt me wohl au sis schpanisch vertiefe...
Und irgendwie het's au gar nid gross gschtört dass für die ledschte anderthalb Täg dr Strom usgfalle isch - usser villicht, dass denn die warmi Duschi halt nüm so warm gsi isch.
Nach 2 Täg han i mi denn au im paradiesische San Marcos zämegrafft zum wyterzieh. Es git glaub ganz viel Ort wo me chönnt hängeblybe, aber das wär au schad um e Räscht wo me denn verpasst. Jedefalls goht's jetzt ins Hochland, als nöchschts in d'Stadt Quetzaltenango, oder churz in ere Maya-Schprooch Xela.

 

Guatemala

31. Mai 2006

 

Quetzaltenango

Nach em Lago de Atitlan bin i wyter ufe ins Hochland, in'd Stadt Quetzaltenango. Die nennt zwar niemer eso, sondern eifach "Xela" als Churzform für ihre Name in der Sproch vo de Quiché-Maya: Xelajú.
Das isch mit 120'000 Ywohner die zweitgröschti Stadt vo Guatemala und befindet sich uf 2330 müM.
Dä Ort het mer ziemlich guet gfalle. Er bietet d'Vorteil von'ere grosse Stadt: me bechunnt alles wo me bruucht, es het e grossi Uswahl an Hostals und Restaurants und es lauft e chli öppis. Uf dr andere site isch Xela aber doch relativ ruhig, nid vo Touris überloffe, d'Stadtluft isch nid verpeschtet und es isch nie so gföhrlich wie in Antigua und Guatemala-City.
Komischerwys het's do zur Zyt fascht gar keini Tourischte, obwohl's eigentlich es Zentrum für Sproochschuele und Usflüg isch. Und es lauft au nid würklich viel in dr Stadt, aber das het mi nid so gschtört.
Ich ha mi imene ziemlich schäbige Hostal von ere überus liebenswärte Familie yquartiert, und ha mi imene feine (autentische) italienische Restaurant verköschtigt.
Usflüg han i nid gross gmacht, obwohl dört in dr Nochberschaft dr höchschti Hoger vo Zentralamerika, dr Volcán Tajumulco (4220m) uf sini Beschtiegig gwartet hätt. Die Tour wär sehr ähnlich gsi, wie die uf e Acetenango, und ich hätt für das no 5 Täg müesse warte. Das isch's mer denn nid wärt gsi, und denn bin i nach 3 Täg wyterzoge.
Vorhär han i aber no e Abschtächer gmacht ins Dorf Zunil und zu de heisse Quelle Fuentes Georginas. In Zunil isch es extrem näblig gsi, höchschtens 50m Sichtwyti. Zum zu de Thermalquelle z'glange han i denn es neus Verchehrsmittel müesse usprobiere: dr Pickup. Allerdings han i s'Privileg gha, uf em Byfahrersitz z'reise und nid hinde uf dr Ladeflächi. Dr Fahrer isch e höchschtens 16-jährige Bueb gsi vo de Quiché-Maya, und er isch im Näbel dä Bärg ufegfahre wie dr Blitz.
Und wider emol - wie in JEDEM Restaurant wo'n i bi go ässe - bin i dr einzig Bsuecher gsi bi de Quelle. Irgendwie isch glaub do Näbesaison. Jedefalls isch es herrlich gsi im Näbelwätter im heisse Wasser go plansche. Und zuefälligerwys han i denn dört no d'Anja us Israel wider troffe, mit ihre han i in San Marcos die schöni Unterkunft teilt. Schliesslich sind denn doch no es paar anderi Badegäscht cho und ich ha mi vo mim Ralley-Pilot wider ins Tal lo abekutschiere.

 

Guatemala

2. Juni 2006

 

Abseits!

Nei, das Mol goht's nid ums "Abseits" im Fuessball, sondern um mini Erfahrige in dr Region Ixil, wo sich wyt absits befindet.
Nach Xela bin i also wyter Richtig Zentralguatemala, in dä Teil vom Hochland, wo nid eso dicht bevölkeret isch wie dr Gürtel Atitlan-Xela. Mit em Chickenbus bin i bis Santa Cruz de Quiché und vo dört mit em Microbus ufe in'd Hügel nach Nebaj. So'n e Fahrt imene Microbus isch ziemlich speziell, drum han i em Thema "Verchehr im Hochland" e eigene Bytrag gwidmet.
Jedefalls bin i denn irgendwenn in Nebaj acho. Das isch es grössers Dorf z'mittst in de schöne bewaldete Hügel. S'Dorf sälber isch keis Bijou, es git abgseh vom Alltagsläbe vo dr Bevölkerig nüt z'gseh. Tourischte het's villicht 2 oder 3 gha. Die Yheimische sind vo dr chleinschte Bevölkerigsgruppe vom Land, de Ixil-Maya. Sie rede dört au ihri eigeni Ixil-Schprooch, die wo spanisch chöne, rede's au nur als Fremdschprooch. D'Meitli und d'Fraue träge alli ihri traditionelle Chleider - egal ob am Suntig im Park, bim Basketballschpiele uf em Pauseplatz oder bim Schaffe uf em Fäld. D'Buebe und d'Männer trage "normali" Chleider; T-Shirt und Jeans oder so.
Mis gröschte Erläbnis isch e 2-tägigi Wanderig gsi, wo'n i mit emne yheimische Füehrer gmacht ha. Mir händ unter anderem 2 typischi Maya-Dörfli in dr Umgäbig bsuecht. Siedlige wo einzig durch e längere Fuessmarsch erreichbar sind, ziemlich isoliert vom Räscht vo dr Wält. D'Kultur vo de Ixil-Maya het dört nur wenigi Yflüss vo usserhalb erfahre und s'Läbe isch praktisch no glych wie vor es paar hundert Johr.
Wo mer im Dorf Xeo acho sind, sind d'Chinder an Wäg anegschtürmt, händ mit em Finger uf mich zeigt und "¡Gringo, Gringo!" gschroue. Das isch doch sehr speziell gsi! Es het vielfältigi Reaktione uf mis Uftauche geh: viel Neugierde, Freud, aber au einigi skeptischi Blick, Chinder wo vor Angscht wäggrennt sind und Müeter wo ihri Chinder ins Huus gnoh händ. S'Misstraue isch verschtändlich, schliesslich sind in dere Gegend vor ca. 5 Johr es paar Chinder vo Wisse entfüehrt worde.
Wo'n i denn emol mini Kamera zückt ha, händ alli afo kreische und sind drvo grennt. Ha es paar bösi Blick g'ärntet und e Bueb het mi mit emne Stock welle yschüchtere. "Aha, das händ sie also nid so gärn..." Jä guet, denn halt keini Föteli vo de Lüt, oder nume im Verschteckte.
Ich ha denn in Xeo bi'n ere Familie z'Mittag g'ässe. Seeehr ydrücklich, wie'n e Reis mit dr Zytmaschine! S'Huus isch eifach e Brätterschlag mit emne Wällbläch obedruf. im Garte wacht dr Hund, es wachst s'Gmües, es gackere d'Hüehner und es grunze d'Säuli.
D'Wohnig beschtoht us eim Ruum: zum choche (am offene Füür), ässe, schloofe (ufe emne ufbockte Brätt mit es paar Deckene) und d'Hüehner sind eim au zwüsche de Bei duregsecklet. S'Ässe isch sehr eifach gsi: Mais-Tortillas und so'n e Art Suppe mit irgendwelche grüene Pflanze und emne kochte Ei drin. Isch nid emol so übel gsi. Wo'n i gseh ha, was für unidentifizierbari Tierteili überem Füür g'hange sind, bin i no froh gsi, dass mis Ässe vegetarisch gsi isch. Bim Getränk weiss i nid, um was es sich ghandlet het: heiss, schliimig und im Gschmack undefinierbar. Ich schätz mol, so'n e Art Getreide-Schlabber. Eigentlich will i's jo gar nid wüsse ;-) Aber es isch ufkocht gsi, also bezüglich minere Gsundheit emol nid schlächt. Die hygienische Verhältnis in somene Huus sind natürlich suboptimal, mit so vielne Viecher, so viel Dräck und ohni Strom- oder Wasserversorgig. Ich bi den gspannt gsi, wie mi Verdauigstrakt druf reagiert. Aber ich mues säge: s'erschte mol sit 4 Wuche funktioniert dä wider wie'n er sött - trotz (oder wäge?) de Mahlzyte bi de Ixil-Familie.
Jedefalls isch dä Ufenthalt bi dene sehr arme lüt üsserscht ydrücklich gsi! Sie läbe in eifachschte Verhältnis und ihres Läbe isch unglaublich hart, die schufte dr ganzi Tag.
Nach wytere 3 Schtund Ufschtieg sind mer denn im zweite Dorf, in Cotzol acho. Dört sind d'Reaktione vo dr Bevölkerung praktisch usschliesslich positiv gsi. Am schönschte sind immer d'Reaktione vo de Chinder, die sind so ehrlich, diräkt und sie zeige viel dütlicher was sie empfinde als die Erwachsene.
Zum übernachte händ mer e Ruum für uns gha, wo mer Hängematte ufgschpannt händ. Wo'n i mi probiert ha z'erhole, sind denn natürlich d'Chinder vom Dorf cho yneluege, sie händ alli welle dr "Gringo" gseh. Ich ha denn d'Idee gha, das ich se mit em Fotiapparat chönnt vertriibe. Tja, het voll nid funktioniert! Die Kids händ e Schissfreud gha, händ alli welle fotigrafiert wärde, und nomol, und nomol und nomol. D'Tatsach, dass me d'Föteli uf em Display grad cha aluege, het's natürlich au nid besser gmacht... Aber es isch härzig gsi.
Z'Nacht isch denn wider unter gliiche Umschtänd gsi wie z'Mittag. Au s'Ässe isch s'gliiche gsi, usser dass es zuesätzlich no chli Teigware in dr Suppe gha het, aber hey: al dente, im Fall! Also besser als die mantschige Spaghetti in de meischte Restaurants!
Nach em guete Schloof in dr Hängematte han i denn bin ere andere Familie z'Morge gnosse. S'Ässe isch wieder s'glyche gsi. Schynt also so'n e Art Standard-Menü z'sy. Und denn isch es wider Höger durab und duruf gange, bis mer am Nomittag wider in Nebaj acho sind.
Jo, au das wider es Erläbnis wo nid zu de blödschte Sache ghört, wo'n i je gmacht ha. Guet so!

 

Guatemala

5. Juni 2006

 

la hora oficial

E Kuriosität in Guatemala betrifft d'Uhrzyt. Do het me nämlich in däm Johr zum erschte mol sit 15 Johr wieder d'Zyt uf Summerzyt umgschtellt.
Praktisch die ganzi Bevölkerig findet das bescheuert und gseht kei Sinn drhinter. Ich ha's scho es paarne probiert z'erkläre, aber überzügt sind sie nid. Drby wird's do au mit Summerzyt bereits am achti dunkel - also ich find d'Umschtellig ziemlich sinnvoll. Die meischte Lüt händ au kei Ahnig, dass es in wyte Teil vo dr Wält üblich isch, dass me d'Zyt umschtellt. So sind sie denn au sehr erschtuunt gsi: "¿Ah si, no hay sólo en Guatemala?"
S'blöde isch jetzt nume, dass die Zytumschtellig vo viele Lüt schlicht und eifach ignoriert wird. E grosse Teil vo dr Bevölkerig bruucht die offizielli Zyt eh nid z'kümmere, sie läbe wyter wie vorhär, nach ihrer bishärige Uhrzyt. Folglich weiss me nie, um weli Zyt es sich handlet, wenn me öppis abmacht oder e Zytagob bechunnt: isch das jetzt die umgschtellti Zyt oder die bishärigi?!?
Wo'n i zum Bischpiel in San Pedro ha welle wüsse wenn denn s'ledschte Boot vo Santiago zruggfahrt han i zur Antwort becho, dass es am fünfi sig, aber sie wüss halt au nid, ob am fünfi nach bishäriger Zyt oder am fünfi 'hora oficial'. "Sabe, ahora hay dos horas en Guatemala" (Wissen Sie, im Moment gibt es zwei Uhrzeiten in Guatemala"). Wie wohr, wie wohr!
Und au uf mi Füehrer für d'Wanderig in Nebaj han i wie abgmacht am 07:30 vergäbe gwartet. "¡Ah no, la hora oficial!" het er denn gmeint, wo'n er fascht e Schtund schpöter uftaucht isch...
Dass dört im Hochland d'Zytumschtellig egal isch, han i denn au verschtande, nachdäm i die Dörfli bsuecht ha. Dört schtoht me uf wenn dr Güggel chreiht und goht go schloofe, wenn's dunkel isch. Wär bruucht do scho la hora oficial...?!

 

Guatemala

5. Juni 2006

 

Verchehr im Hochland

S'Verchehrswäse in söttige Länder isch jo immer es intressants Thema. Ganz bsunders dr öffentlichi Verchehr in so abglägene Gebiet wie in dr Region Ixil.
Scho mini erschti Fahrt het mi prägt: im Microbus vo Quiché nach Nebaj. E Microbus isch eifach es Toyota-Büssli. Und wär so eis het, verdient si Läbensunterhalt drmit, dass er Lüt vo A nach B chauffiert.
Nachdäm mi Rucksack uf's Dach bunde worde isch, han i also mit de andere Passagier druf gwartet, dass mer abfahre. Und das passiert denn, wenn dr Fahrer findet, dr Bus sig voll. Und das widerum mues sich nid zwingend mit em Ydruck vo unsereim decke, wenn mir s'Gfüehl chönnte ha, dass s'Büssli voll sig. Mir verwöhnte Mitteleuropäer hege jo irgendwie d'Vorschtellig, dass imene Fahrzüg so viel Lüt Platz finde, wie's Sitplätz het. Das isch natürlich falsch, absolut falsch! Die Büssli händ nämli nume 14 Plätz (exkl. Fahrer), und für das lohnt's sich jo nid z'fahre.
Uf minere erschte Fahrt isch dr hinteri Teil vom Fahrzüg scho mol durch allerlei Gepäck und Ware vom Märt belegt gsi. Und im räschtliche Ruum händ mer uns so sardinebüchsemässig ynezwängt, dass no 3 Lüt meh Platz gha händ, als zu däm Zytpunkt drin gsi sind, wo'n ich fälschlicherwys gmeint ha, dr Bus sig voll. Knapp usserhalb vo dr Ortschaft het denn dr Fahrer no 2 wyteri Lüt gfunde, wo au hätte welle mitfahre. "Tja, scho voll", han i dänkt. "Locker", het dr Fahrer dänkt, und die beide Lüt sind au no zuegschtiege. Aber das isch normal do, es händ alli Verschtändnis drfür, niemer närvt sich, dass jetzt do no 2 meh drzuechöme. D'Mentalität isch glaub viel weniger egoistisch als bi uns. D'Lüt dänke nid, dass es unbequemer wird, sondern, dass halt die andere Lüt au in ihres Dorf müend gfahre wärde.
Und denn hockt me also entstellt in däm Büssli, mit dr Täsche uf em Schoss, irgendwelche fremde Bei zwüsche de Füess und de am Märt erworbene Ziebele vo dr Sitznochberin im Gsicht, und me holperet eso dr Bärg duruf. Z'säge isch no, dass d'Landbevölkerig tendenziell eher es unhygienischers Läbe füehrt als unsereins, es duftet also au nid immer nur nach Roseblüete uf sonere Fahrt. Und dr Landarbeiter uf dr andere Site het halt e harte Tag gha uf em Fäld, sini Machete druckt mer uf e Hüftchnoche, e chli schtaubig und dräckig isch er halt scho worde bim Schaffe, und si Schweiss wird zu mim Schweiss. So zämepfercht und duregschüttlet wird's au bald e chli heiss, do han i mi no glücklich chönne schätze dass die Frau hinter mir zwüschedure e Hueschte-Afall gha het, das git e schön chüehle Nacke...
Als Tüpfli uf em "i" isch denn no die musikalischi Untermalig drzuecho. Em Fahrer sini Lieblings-CD isch e grotteschlächti Dancehit-Compilation gsi. Ich bi mir nid ganz schlüssig worde, ob jetzt Modern Talking schlimmer gsi isch als "There's a party" vo eusem gliebte DJ Bobo... und das am Arsch vo dr Wält...!
Ich ha eigentlich mit ere Halbschtund Fahrt grächnet, wül i eh kei Ahnig gha ha, wie wyt wäg das Nebaj isch. Schliesslich sind's denn volli 2 Schtund gsi. Aber me mues au s'Positive gseh: S'Erläbnis vom Acho isch viel erfreulicher und intensiver wenn me so zämepfercht fahrt!

Sit denn han i no einigi Fahrte meh per Microbus unternoh. Und es isch also immer in däm Stil gsi. Dr Rekord hämer gha mit 24 Lüt in somene Microbus, die umghänkte Chleichinder nid mit ygrächnet. Also, wenn dir wider emol so'ne Toyota Hiace gsehnd, so schtellet euch mol 24 Lüt drin vor...!
Es cha au passiere, dass me irgendwelchi Chinder uf d'Schoss pflanzt bechunnt, e Sack Härdöpfel oder e Chorb mit emne Güggel drin. Find i no speziell.
Ei mol händ mer au s'Resärverad verlore unterwägs, s'Büssli ligt halt e chli tief mit so viel Lüt, und d'Schtroosse sind sälte ebe. Bi jedefalls froh, dass sich d'Fahrer mit em Fahrverhalte vo de überladene Fahrzüg uf de schlächte Bärgschtroosse nie verschätzt händ. Das wär wohl keis schpassigs Gepurzel gsi...

D'Schtroosse im Hochland sind, wie erwähnt, au nid die beschte. Eigentlich verdiene sie die Bezeichnig gar nid. Sie unterscheide sich vom Gebiet näbe de Schtroosse eigentlich einzig dodurch, dass es uf de Schtroosse keini Bäum und Gebüsch het. Immerhin! Es het Schteibröcke bis zun dr Grössi vo Wassermelone und Löcher wo me guet und gärn e unbeliebti Schwiegermueter chönnt verschachere.
Also wenn öpper däm arme Land will Gäld schpände, wieso nid emol für befeschtigti Schtroosse im Hochland? Also ich ha Momänt gha, wo'n i das seeeehr sinnvoll gfunde ha...!

 

Guatemala

5. Juni 2006

 

Kulinaritäte

Was bim Reise jo au immer zu de Bsunderheite ghört, isch s'Ässe.

Mir schmeckt eigentlich die guatemaltekische Cuisine ganz guet, au wenn sie nüt bsunders isch: Bohne, Härdöpfel, Platanos, Eier und Mais-Tortillas mit chronischem Salzmangel sind d'Hauptkomponänte. Und denn git's natürlich au diversi anderi Gmües, Fleisch bzw. hüfig Poulet.
Nachdäm ich während mim Familieufenthalt in Antigua s'eifache guatemaltekische Ässe gnosse ha, bin i sithär meischtens in Restaurants z'Gascht, wo'n e erwyteriti Menücharte füehre. Me wird denn immer wider drzue verfüehrt, mol öppis anders als die lokale Schpiise z'bschtelle. Allerdings isch es eso, dass nid alli lokale Chöch grossi Meischter in dr internationale Chuchi sind.
Wenn aber es Restaurant e internationale Ydruck macht, cha sich's durchus lohne, mol öppis bsunders z'bschtelle. So bin ich zum Bischpiel sehr erfreut gsi, in Xela es feins italienischs Restaurant gfunde z´ha. Mit emne italienische Patrone, mit autentischem Ambiente und italienischem Wy. Und s'Ässe isch ganz fein gsi, wenn au es Spürli weniger italienisch als bi söttige Restaurants in dr Schwiz. Aber Guatemala isch schliesslich au es Spürli wyter ewäg.

Es anders mol han i imene eifache Bistro dr Fehler gmacht und Spaghetti al Pesto bschtellt - die schlächtischte Teigware wo'n i je gha ha! Ich ha jo kei Ahnig gha, was me bi Spaghetti alles cha falsch mache, unglaublich!

Geschter han i uf ere Schpiis-Charte "Fondue" gseh, also es isch Fondue Chinoise gsi. Aber ich ha's denn nid probiert. Stattdesse han i d'"Enchillada suiza" gnoh, het mi wundergnoh, was das schwizerisches isch. Es isch denn eifach e Enchillada gsi mit viel Chäs druf. Aha, suiza! Aber isch fein gsi.

Was mir do ässenstechnisch am beschte passt, sind die feine früsche Frücht! Nid die gschmacklose tüüre Dinger wo me in dr Schwiz cha chaufe, sondern s'gliiche eifach mit Gschmack und quasi gratis: Banane, Papayas, Mangos, Melone, Wassermelone, Orange und Ananäser. Und denn cha me das Züüg au an jedem Egge in Form vo früschpresstem Saft ha oder in jedem Café als Shake mit Milch oder Joghurt. Superb! Do weiss i scho jetzt, dass i das wird vermisse.

Uf was d'Lüt vo do sehr stolz sind, isch ihre Kaffi. Er söll zu de wältbeschte ghöre. Leider isch das wo me vorgsetzt bechunnt meischtens soso-lala bis mittelprächtig. Ich dänk mol, dass sie die beschte Bohne händ, aber kei Ahnig, wie me se richtig röschtet. Aber es git au Ort, wo dr Kaffi würkli super isch, zum Bischpiel in däm Hostal, wo'n i jetzt grad bi. Und drum blyb i grad no 2 Täg länger!

S'schöne bim umereise isch, dass me an jedem Ort wider uf irgendöppis saufeins schtosst: z.B. s'Bananebrot in Antigua, dr Macadamia-Chueche in San Marcos, die Heissi Schoggi Melange in Xela oder d'Rüeblitorte do in Cobán.

Was mi bsunders komisch dunkt, wenn i gang go ässe, isch, dass es praktisch überall meh Restaurants het als Gäscht. Also hüfig bin i dr einzig Gascht imene Lokal während anderi Beize ganz leer sind und die 3 Agschtellte die ganzi Zyt Dümli dreie. D'Arbeits-Chräft sind do halt eifach sehr günschtig, aber ob me mit eim Gascht pro Tag dr Betrieb cha finanziere? Bi Priise vo Fr.5.- für es aschtändigs Menü? Naja, isch do halt eso...

Drfür wird me scho sehr früeh zum Lokal usegheit. Es chunnt also vor, dass me am 20:30 bschtellt, am 20:45 s'Ässe bechunnt, am 21:00 die erschte Schtüehl uf die räschtliche Tisch gschtellt wärde, am 21:15 ungfrogt d'Rächnig chunnt und am 21:20 dr Chällner frogt ob er söll es Taxi bschtelle...

 

Guatemala

5. Juni 2006

 

Erläbnis Bankwäse

Gäld z'bsorge isch jo grundsätzlich nid bsunders schwierig wenn me US-Dollars, Traveler-Cheques, es VISA- und zwei Maestro-Chärtli het. Aber trotzdäm git's immer wider Situatione wo eim überrasche, vor allem wül me sich's us dr Schwiz e chli anders gwöhnt isch.

Zum Bischpiel d'Bancomate. Es het do würkli in fascht jedem Kaff mindeschtens eine. Aber die meischtverbreitete Maestro-Automate akzeptiere keini schwizerische Maestro-Charte. Drfür het's anderi Maschine, wo nume sötte mit VISA funktioniere, und die verweigere mir Zuegriff uf mis VISA-Chärtli, drfür gäbe sie mir gärn Gäld vo dr Maestro-Charte.
Und denn git's no dr manipulierti Bancomat in Antigua. Dä schaffts irgendwie, s'Bankchärtli z'scanne, und denn cha irgend e Gauner (wohrschynlich eine wo bi dere Bank agschtellt isch) es Duplikat vo dere Charte mache, und Gäld bezieh! So isch die einti Schuelkollegin um 6'000 US-Dollar betroge worde, und mi Füehrer vo dr Acetenango-Tour um 1'500 Dollar. Und das ohni öpperem dr PIN z'zeige oder irgendwas falsch z'mache. Unglaublich, oder nid?!
Ha mi mol mit minere Bank in dr Schwiz in Verbindig gsetzt. Sie kenne also die Problem, aber wül Lüt vo innerhalb vo dene Banke beteiligt sind, chunnt me nid drhinter was lauft. S'einzige wo me cha mache, isch regelmässig dr Kontoschtand prüefe und falls nötig sofort s'Chärtli sperre.
Und ich ha immer gmeint d'schwizer Banke sige Räuber...

Scho fascht filmrif isch s'Erläbnis vom Ylöse vomene 50$-Traveler-Cheque in dr Bank vo Nebaj gsi. In dere Bank schynts üblich z'sy, dass d'Chunde nid nochenand sondern mitenand bedient wärde. S'ewige Getippe vo dr Bankagschtellte wird also mehrmols für es paar Minute unterbroche zum de Wünsch vo andere Chunde grächt z'wärde. Zudäm sind zum Ylöse vo däm Cheque 3 Telefonat nötig, sowie d'Hilf vomene Kurier wo irgendwohie goht mi Pass go kopiere und irgendwelchi Formular bsorge. Und schliesslich het sie sogar no d'Schribmaschine us em Schränkli gholt, zum au uf däm Grät no chli in'd Taschte z'haue.
Und nach läppische 55 Minute han i denn mit 3 Formular in de Händ an Schalter dörfe mis Gäld go in Empfang neh. :-)

 

Guatemala

5. Juni 2006

 

¡La Copa!

S'ultimative Thema isch natürlich au do "La Copa Mundial" - D'Fuessball-WM! Egal an welem Ort, egal mit wäm, schpötischtens nach es paar Minute isch s'Gschpröch bi dr "Copa". Au wenn sie international kei grossi Rolle schpiele, sind d'Guatemalteke - wie wohl alli Latinos - extrem fuessballverruckt.
Obwohl d'WM z'Dütschland isch bin i also au do z'mittst drin. Jede Tag schtoht in de Zytige wo und wie sich weli Mannschaft vorbereitet und dr üblichi Tratsch. So het dr Journalischt us Weggis täglich brichtet, was dr Ronaldinho und sini Kumpane grad eso tribe.
Und wenn's denn in es paar Täg losgoht, wird i wohl immer irgendwo e Färnseh finde und e Hufe Lüt, wo sich drumume schare. Nume d'Euphorie um d'Schwizer Mannschaft wird do wohl es bitzeli bescheidener sy...

Guatemala

7. Juni 2006

 

Cobán

Nach wytere sehr holprige Fahrte dur e sehr schöni Landschaft in sehr überladene Fahrzüg bin i in Cobán acho.
Ich bi do nüm ganz so in dr Höchi wie bishär. Es isch also scho es bitzli heisser und d'Moskitos sind scho es bitzli grösser. Wenn ich denn morn in die tieferglägeni Dschungelregion gang, wärde Luftfüechtigkeit, Hitz und d'Moskitos wohl no dütlich grösser.

Do in Cobán han i an mim erschte Tag überhaupt kei Tourischt gseh, was mi denn scho chli irritiert het, schliesslich bin i do wider an emne Ort wo uf dr Landcharte und in de Reisefüehrer drin isch. Ha denn dä Sunntig ganz "tranquilo" verbrocht, mit Umesitze im Park, Zytigläse und Shopping. Zum unter dr yheimische Bevölkerig, wo am heilige Wuchetag jewyls die schöne Sunntigs-Chleider treit, nid schlächt ufzfalle, han i mir denn wider emol d'Schueh lo putze und poliere. Das isch in Guetemala üblich, und es git au in jedem Kaff dutzendi vo Schuehputzer wo im Parque oder uf dr Plaza für 35 Rappe dä Dienscht abiete.
Es isch scho fascht e chleinere Kulturschock, wenn me vo de Hochland-Dörfli dohie chunnt. Es isch zwar au nume es chleises Schtädtli, aber d'Fraue händ keini traditionelle Chleider meh a, alles isch zivilisiert und usserdäm het's es grosses modärns Ychaufszentrum nach amerikanischem Vorbild, wie'n i's in däm Land nonig gseh ha.
Am nöchschte Tag han i denn doch no einigi Touris gseh. Unter andrem han i zwei Schwizerinne troffe, wo im glyche Hostal unterbrocht sind. Das Hostal isch wunderwunderschön, und dütlich edler als mini ledschte. Do wärde d'Zimmer täglich puzt, es het heisses Wasser und sogar WC-Papier! Dr Innehof isch e Oase mit Orchidee, tropischem Gepflänz und umeschwirrende Kolibris. Und s'Ässe isch au sehr guet. Es choschtet halt eifach alles e chli meh, aber me mues sich jo zwüschedure öppis gönne.
Nach ihrem Fürobe händ uns denn die Agschtellte vom Hostal gfrogt, ob mer nid au no mit ihne chli in Usgang wänd. (Natürlich isch die Yladig eher wäge de beide Chicas z'Schtand cho als wäg mir, aber isch jo glych.) Uf jede Fall sind mer denn zu dene 7 Guatemaltecos ins Auto gschtiege und händ uns lo überrasche, wo mer hiegönd. Nach es paar Bier isch denn "Futból" agseit gsi, allerdings nid zum luege, sondern zum schpiele. In ere durchus aschtändige Fuessballhalle isch denn 5 gege 5 gschuttet worde. Ha mi lo überschnuure, dass i au mitmach, trotz eher unpassende Chleider. Es isch sehr schpassig gsi. Bi zwar nach dere Schtund ziemlich uf dr Schnuure gsi, ha Blootere an de Füess gha und zuedäm het mis Team verlore. Aber au wenn i bi wytem nid dr beschti Schpieler uf em Fäld gsi bi, han i doch wenigeschtens eins vo unserne 5 Goal gmacht.
Für am nöchschte Tag händ mer e Tour buecht gha, für das sind denn halt die neue Blootere an de Füess chli blöd gsi. Und au dass mer nochhär nid ins Hostal zrugg-chauffiert worde sind, sondern in irgend es Lokal, isch bezüglich em Früehufschtoh chli suboptimal gsi.
Die beide Guatemaltecos, wo uns wytergschleppt händ, sind ganz glatti Type gsi, und mir händ's no super gha. Dr einti isch vo dr Reception gsi, dr anderi dr Füehrer vo unserer Tour vom nöchschte Tag. Schliesslich händ mer no schtundelang gschwätzt, trunke und tanzt. Vor allem trunke - das söll jo au wichtig sy nach em Sport. Und Schlussändlich sind mer knapp nach em 04:00, nach wytere 12 Liter Bier ins Hostal zrugg. 3 Schtund bevor dr Wecker wider glütet het.
D'Tour am nöchschte Tag isch trotz Schloofmangel, Kater und Blootere ganz guet usecho. Mir sind nach Semuc Champey, dört het's e schöne Wald mit Affe uf de Bäum und e schöne Fluss. D'Bsunderheit isch, dass sich bi däm Fluss natürlichi Pools bildet händ mit türkisfarbigem Wasser und chleine Wasserfäll drzwüsche. E schöne Ort zum go bade und zum sich entkatere. Und aschliessend sind mer no in dr Tropfschteihöhli vo Lanquin go umechlättere.
Natürlich händ's mir 3 SchwizerInne mit eusem Füehrer ganz schpeziell guet gha. Und die andere Lüt vo dr Gruppe händ sich ame gfrogt wohär all die Schprüch chöme.

Zrugg im Hostal het's denn numeno Z'Nacht und s'Bett geh. Aber es isch so witzig, sit em Schüttele dr Kumpel vo sämtliche Hostal-Agschtellte z'sy. Nach em Schulterchlopfe vom Rezeptionischt schnäll in d'Restaurant-Chuchi go Schprüch chlopfe, uf em Wäg zum Zimmer chli schwätze mit däm wo dr Bode putzt und bim Ässe sowieso "Miguel" do und "Miguelito" dört, Handschüttle vo de Chällner, und die fuule Schprüch vom Choch bim Verbylaufe...

Do het's eifach ganz tolli Lüt, und es isch bsunders toll, wenn me se chli cha kennelerne. Europäer trifft me überall, aber d'Guatemaltecos halt nume do.

 

Guatemala

19. Juni 2006

 

Sändepause

So, es isch einiges passiert in dr Zwüschezyt. Ich ha unterdesse Guatemala hinter mir gloh und bi in Honduras. S'Land schynt e chli ufgruumter und zivilisierter z'sy als Guatemala. Regelmässige Räge schynt's do an dr Karibik au nüm z'geh und drum bin i nüm so in de Internetkaffis. Usserdäm bin i momentan immer chli beschäftigt mit Bade, Fuessball-Luege, Parties und Tauche. Ich schrib denn mol wider meh und zeig d'Föteli, wenn's wüescht isch...

Also, nume churz:
In dr Dschungelregion Petén bin i die ydrückliche Mayatempel vo Tikal go aluege, ha mi im Dschungel vo Affe lo abrülle und mi vo Moskitos lo frässe. Und es isch e ziemlich chläbrigi Sauhitz gsi.
Nochhär bin i zur guatemaltekische Karibik-Küschte. Dört isch alles komplett anders als im räschtlich Land: d'Lüt sind schwarz und rede e kuriosi Karibik-Schprooch. Es het viel Rastas und völlig anderi Umgangsforme, es isch wie Jamaica.

Unterdesse bin i uf dr hunduranische Karibik-Insle Utila. Do mach i grad mis "Open Water"-Tauchbrevet, villicht hänk i denn no s'"Advanced" a, schliesslich isch das dr billigschti Ort zum lerne Tauche, und d'Unterwasserwält isch genial! Ich bi do am zweitgröschte Koralleriff vo dr Wält, d'Unterwasserlandschaft haut eim us de Socke, s'Wasser isch türkis und fascht unändlich klar.
An d'Hitz han i mi scho fascht gwöhnt. An söttige Ort sind nid nume gschlosseni Schueh und Fleece-Jagge Balascht im Rucksack, me bruucht eigentlich überhaupt nüt usser de Badhose, em Necessaire und em Portemonnaie. S'Läbe beschtoht hauptsächlich us Bade, Tauche und Parties. Ich gib do also sicher chli meh Gäld us als vorhär in Guate, aber das isch scho rächt so. Do uf dr Insle isch au alles grod nomol langsamer als uf em Feschtland, und denn halt no die viele Fuessballschpiel wo eim zwüsche'n em achti am Morge und am vieri am Nomittag so viel Zyt raube. So gönd d'Täg schnäll verby. Ich blyb wohl no öppe e Wuche do.

Ich bi jetzt mit zwei Israelis unterwägs und me trifft sich au schtändig mit de Lüt wo me scho an andere Ort kenneglernt het. Es gönd halt alli chli an die glyche Ort und me kennt sich unter de Reisende.

D'Schwiz vermiss i also im Momänt härzlich wenig. Höchschtens d'Fuessball-Euphorie! Uf dere Party-Insle bin i fascht dr einzig, wo am achti ufschtoht zum verkateret Schwiz-Togo z'luege. Zum Glück isch denn dr Korea-Match am zwei am Nomittag, denn sind d'Lüt wach.

Also, mues go Z'mittag ässe, und usserdäm het grad e Match agfange...

 

Guatemala

8. Juli 2006

 

Guatemala-Retrospektive

Ha zwar Guatemala scho vor emne Zytli hinter mir gloh, aber wül ich nie meh drüber brichtet ha, hol ich das jetzt no noche.

Nach Cobán bin i also in Nordoschte vo Guatemala wytergreist. D'Schtrooss dörthie isch s'holprigschte wo'n i bis jetzt erläbt ha: mit wassermelone-grosse Schtei und entschprächend tiefe Löcher.
D'Microbus-Fahrt mit 4 Mol umschtriege isch denn so lang gange, dass es in Santa Elena kei Bus meh nach El Remate gha het, wo'n i eigentlich ha ane welle. Glücklicherwys het mi denn öpper die 30 km mit sim Pickup mitgnoh, wie sich's ghört hinde uf dr Ladeflächi. Und so han i au das gängige Verchehrsmittel mol usprobiert.

In dr Dschungelregion Petén isch es ca. 10° heisser als in mine bishärige Reisegebiet, und ziemlich chläbrig-füecht. Statt Avocado-Bäum het's vor allem Kokos-Palme. Usserdäm sind alli Insekte und d'Schpinne öppe 5 Mol grösser als bi uns, und es het au ziemlich viel drvo. Nach Sunneuntergang isch bi de Schtroosselampe dr Bode voll zuedeckt vo 5cm-Chäfer, me lauft denn wie uf Popcorn: knirsch-knirsch...

Bi denn in El Remate e Dschungel-Spaziergang go mache und ha s'Läbe am schöne türkisfarbige Lago Petén gnosse. Im Dschungel het's jo sooo unändlich viel Moskitos gha! Und die händ sich au durch Repellent und langärmligi Chleider nid drvo lo abhalte, mi z'frässe. Drfür han i dr menscheleer Dschungel chönne erkunde, und ha Tucan und Brüllaffe chönne beobachte. Die mache übrigens e sehr yschüchternde Lärm, tönt würkli nid wie Affe sondern eher wie Tiger-Gebrüll.

Schliesslich bin i denn wyter nach Tikal, däm ultimative Highlight vo Guatemala. Uf dr Fahrt dörthie bin i denn wider irgendwo schtecke blibe und ha wider e Mitfahrtglägeheit bruucht. Schliesslich het mi e Armee-Jeep die ledschte 17 km mitgnoh. Es isch immer guet, wenn me die Buebe kennt, wo mit em Sturmgwehr uf em Pickup hocke und immer bös dryluege. Sie sind denn schliesslich sehr fründlich gsi und händ mi bis in Garte vom Hotel chauffiert.
D'Maya-Ruine vo Tikal sind denn sehr ydrücklich gsi. D'Pyramide sind über es grosses Gebiet im Dschungel verteilt. Bi mol z'obe go luege - praktisch ohni anderi Lüt - und denn am nöchschte Morge ab em 4:30, inkl. Sunneufgang. Nid nume d'Tempel, au d'Dschungel-Szenerie isch super gsi. D'Affe (Spider Monkeys) turne eim überem Chopf ume, me ghört d'Grüschkulisse vo de viele Vögel und de Brüllaffe, und me gseht au sehr viel intressanti Viecher wie Papageie, Nasebäre (oder sowas ähnlichs) und ebe d'Affe. Nume e Jaguar oder es Krokodil han i nid z'gseh becho.

Nochhär bin i via Flores an Fluss Rio Dulce, mi go erhole. Ich ha dört e tolli Unterkunft gfunde: e Asammlig vo Hüttli in dr Fluss-/Sumpf-/Dschungellandschaft vom Rio Dulce. Alles super ygrichtet und vo 3 Schwizer uf d'Bei gschtellt und g'managt. WM-bedingt het's au e riesige Färnseh gha, und alles isch gschmückt gsi mit rote Ballön mit em wisse Chrüz. E super Ort zum Fuessball luege!
Dört han i denn au die beide Israelis Kiki und Ariel zum zweite Mol troffe, und sit denn bin ich mit dene beide am umereise.

Nach dr Bootsfahrt dr Fluss abe hän mer d'Karibik und dr Ort Livingston erreicht. Dört isch alles komplett anders als im räschtlich Land: d'Lüt sind schwarz und rede Garífuna, e kuriosi Karibik-Schprooch. Es het viel bekiffti Rastas und es lauft an jedem Egge andauern Bob Marley. Es sind komplett anderi Lüt und völlig anderi Umgangsforme als im räschtliche Guatemala, es isch eher wie Jamaica. Einigi Lüt sind sehr unagnähm ufdringlich und probiere eim schtändig uszneh.

Drum sind mir denn bald wyter Richtig Honduras...

 

Guatemala

9. Juli 2006

 

Honduras-Retrospektive

Au Honduras ligt scho hinter mir, und es git drüber z'brichte...

S'Land schynt im Verglich zu Guatemala chli wyter entwicklet und zivilisierter z'sy. Alles isch ähnlich, aber doch liecht anders: d'Schprooch, s'Schtroossebild, d'Lüt.... Und es git au keini richtige Chicken-Büs. Zwar scho au die alte amerikanische Schuelbüs, aber ohni bunti Bemolig und Schmuck, sondern eifach im originale gälb.
Usserdäm gilt Honduras als DIE Bananerepublik, d'Volkswirtschaft hängt fascht usschliesslich drvo ab.

Als erschts sind mir also uf d'Karibikinsle Utila. Das isch e sehr untypische Ort für Honduras, d'Bevölkerig beschtoht zum gröschte Teil us schwarze Garífuna, und englisch isch genauso verbreitet wie spanisch. Es isch e chleini Insle, ca. 15 km lang. Und dört isch d'Karibik denn würkli so gsi, wie'n i mir se vorgschtellt ha: türkisfarbigs, fascht unändlich klars Wasser, Palmeschtrand und alles isch tranquilo bzw. easy. Utila ligt am zweitgröschte Koralleriff vo dr Wält, und gilt drum als Tauchparadies - und zwar s'billigschte, wie me seit.
Und drum sind mir denn natürlich au go tauche. Ich ha s'Open Water Tauchbrevet gmacht. Das isch superb gsi! Und es isch schwierig z'säge, was s'beschte dra isch: s'Schwäbe im Wasser, d'Unterwasserwält mit de Koralle oder d'Tier. Es isch wie im Aquarium; bunti Fisch in allne Farbe, Forme und Grösse schwimme um eim ume. Und au Meeresschildchrot und Roche han i gseh. Nume für d'Hai isch leider nid grad Saison gsi. Ich ha denn chli Problem gha mit em Druck in mine Stirnhöhle oder so: bim Ufschtiege isch mer immer Bluet us dr Nase in d'Maske gloffe, und ich ha nochhär über e Wuche lang Bluet gschnützt. Aber unterdesse isch alles wider guet, und es het sich definitiv glohnt! Ich ha denn wäge dene Komplikatione uf wyteri Tauchgäng verzichtet. Mach villicht in Nicaragua wider es paar.
Näbscht em Tauche git's uf dr Insle vor allem Nüt-Mache, Parties, Sunneschyn und zu unserer Zyt viel Fuessballmätsch. Und es isch tatsächlich so, wie me's scho am erschte Tag ghört het: wenn me mol dört isch, chunnt me fascht nüm wäg. Au mir sind denn schliesslich fascht 2 Wuche uf Utila blibe und händ d'Fähri erscht bim zweite Alauf verwütscht. Me isch au chuum drzuecho, öppis us em Tag z'mache, bi dene viele Fuessball-Schpiel wo eim zwüsche 8i und 4i so viel Zyt gschtohle händ.
Aber am Schluss han i denn würkli wyter welle, es isch halt e chleini Insle und es isch jede Tag s'glyche: die glyche Bars, die glychi Musig und die glyche Lüt.
Uf dr Rückfahrt zum Feschtland sind mer denn no Züge von'emne bedrückende Ereignis worde. Es het es schwer verletzts/chranks Meitli gha, wo mit dr Fähri ans Feschtland transportiert worde isch. Ich weiss nid, was sie gha het, aber es het gar nid guet usgseh; sie het ziemlich stark us dr Nase und em Muul bluetet, het ghueschtet und gröchlet. Wül sich die arme Lüt kei ordentliche Chranke-Transport chöne leischte, fahrt me halt eifach mit dr normale Fähri. Sie isch also im normale Passagier-Ruum uf dr Bahre gläge, wo wäge de Wälle duurend hi und här knallt isch, und het wohl rächt glitte. Und sie het die anderthalbschtündigi Überfahrt schliesslich nid überläbt, 5 Minute vor dr Akunft isch sie gschtorbe. Es isch sehr tragisch gsi. Und am Hafe händ denn die Aghörige uf ihres Chind gwartet. Erscht wo me dr zuedeckti körper vom Boot treit het, händ sie erfahre, dass sie's nid gschafft het... Tragisch!

Die nöchschti Station isch den Copán Ruinas gsi. Das isch es chleises härzigs Kolonialstädtli mit ere archäologische Maya-Fundstätt in dr Nochberschaft. D'Maya-Ruine sind zwar ganz nätt gsi, aber mit de Erinnerige an Tikal im Hinterchopf halt nume halb so spektakulär.

Uf em Wäg nach Nicaragua händ mer denn in dr Hauptstadt Tegucigalpa no e Zwüschehalt yglegt. D'Stadt bietet usser Lärm, Gschtank und em Verchehrs-Chaos nid sehr viel, isch halt e typischi latinamerikanischi Millionestadt. Aber es het no e Nationalpark in dr Nöchi, und dä sind mer denn go bewandere. Das isch allerdings chli enttüschend gsi: zwar het's e sehr schöne Näbelwald, aber eifach keini Tier drin (usser Moskitos). Und dr aprieseni 40-Meter-Wasserfall händ mer also au nid gfunde.
S'Highlight vom Tag isch wohl d'Panne mit em Bus gsi. Nach es paar Minute Fahrt gits bim Afahre e Knall und es goht nüt meh. Dr Chauffeur und sini Kumpane einige sich bim flueche uf ¨puta madre¨, näme s'Wärkzügchischtli zur Hand und lige mol untere Bus. Nachdäm sie denn die brocheni Atriebswälle näbe'n e Bus glegt händ, wird de Passagier klar, dass DÄ Bus wohl nüm wyter fahrt. Warum dr Chauffeur no 15 Minute unter em Bus ligt und mit Hammer, Zange und Schrubschlüssel hantiert und chlopft, weiss i nid. Aber schliesslich gseht au er mol y, dass es ohni Wälle eifach nid funktioniert, und organisiert e Ersatzbus...
Ebefalls zum Kapitel "Verchehr in Tegucigalpa" ghört unseri Taxifahrt vom Busterminal ins Zentrum. Dr Taxifahrer het s'Prinzip vo dr Einbahnschtrooss nid ganz verschtande und isch vo dr falsche Syte duregfahre. Wül denn die Schtrooss immer änger worde isch, het's bim dritte entgägekommende Auto halt dätscht. Glücklicherwys nume sytlich und nid frontal. Au in däm Fall hilft flueche, und das wär's denn au scho gsi. Hejo, wieso sött me nach em Unfall au ahalte solang s'Auto no fahre cha? Es isch jo nume chli d'Syte ydruckt und dr Spiegel ab...

Ich bi denn no churz chli chrank gsi, was unsere Ufenthalt um e Tag verlängeret het. Aber nochhär sind mer denn ändlich wyter nach Nicaragua...

 

Honduras

10. Juli 2006

 

León & Granada

So, ich bi also jetzt in Nicaragua. Das isch sogar im Verglych zu Guatemala und Honduras es sehr es arms Land - s'zweitärmschte in dr weschtliche Hemisphäre. Das merkt me aber nume zum Teil, vielfach gseht s'Läbe und s'Tribe vo de Lüt ähnlich us wie in mine bishär bereiste Länder. Me merkts aber an de extrem eifache Verhältnis uf em Land, an de überall bruuchte Rosskutsche und an de viele Bättler und Schtroossechinder.
Nicaragua het e Gschicht wo mi fasziniert: d'Unterdrückig durch mehreri Regime von'ere Diktator-Dynastie, dr übli Yfluss vo de USA (wie überall in Zentralamerika), die erfolgrychi Revolution und dr Bürgerchrieg (bis 1990). Und d'Revolution läbt no immer! Sigs in dr Disco oder am Konzärt, die beschti Schtimmig isch wenn die revolutionäre Lieder gschpielt wärde (und sie wärde immer gschpielt!). Und die rot-schwarze Fahne vo de Revolutionäre wäihe in León no immer über dr Stadt.

Unseri erschti Station isch denn au León gsi, d'Stadt vo de revolutionäre Sandinista mit emne schöne Zentrum im Kolonialstil. Mir sind denn scho am erschte Tag prompt an e Kundgäbig vo dr revolutionäre FSLN anegloffe. Mit Fürwärk, Musig und Fahne isch dr Sturz vom Diktator und die erfolgrychi Revolution vo 1979 gfyrt worde. Es isch no e ydrückliche Ablick, und unsereins cha sich wohl nid vorschtelle, was Freyheit für öpper bedütet, wo drfür so lang het müesse kämpfe. "¡Patria libre o muerte!" Anderersyts het sich dr vergöttereti Ortega in de 90er-Johr denn au als nid ganz 100%-ig suber entpuppt - Tja!
Wie au immer, León het mer guet gfalle, trotz dr sichtliche Armuet isch es e schöni Stadt, und es het fascht keini Tourischte. Mir sind dört no amene Live-Konzärt gsi: super Schtimmig. Schad händ mer d'Lieder nid kennt, wär super gsi zum mitgröhle.

Unterdesse sind mer in Granada, dr Konkurränz-Stadt vo León. Do isch es scho touristischer und d'Stadt isch meh useputzt. Drfür het's au viel meh bättlendi Chinder. Aber schön sind sie ebe scho, die Kolonialstädt mit em Zentrale Park, de Palme, de schöne Hüser und Kathedrale!

Morn gön mer denn wohl Richtig Islas de Maíz, wider Insle in dr Karibik wo me cha tauche und schnorchle :-)

 

Nicaragua

21. Juli 2006

 

Islas del Maíz - Corn Islands

So, ich bi vo mim 10-tägige Abschtächer uf die wyt entfärnte Islas del Maíz zrugg. Ha mi vor däm Usflug vo mine israelische Reisekumpane trennt und bi momentan wider meh oder weniger allei unterwägs. D'Trennig het allerdings keini politische Gründ, sondern isch eifach drum, wül ich uf die Insle ha welle, und sie sind diräkt nach Panama. Falls es möglich isch, träffe mer uns nöchschtens in Costa Rica wieder.

D'Reis zu dene Insle isch nid ganz eifach gsi, und sie het zweiehalb Täg duurt. D'Fahrt per Nacht-Chickenbus nach Rama isch no ganz okay gsi. Vo dört git's denn keini Schtroosse meh, wo wyter nach Oschte füehre, dr Fluss isch dr einzig Verchehrswäg. Drum han i dört vom 3 bis am 6i müesse uf es Boot warte und drby e extreeem schlächte mexikanische Film luege. Uf dr Fahrt mit dene offene Schnällboot het me sich denn chönne entscheide, ob me lieber vom heftige Räge durchweicht und uspeitscht will wärde, oder ob me lieber probiert, sich chrampfhaft an ere Blache fescht-z'chlammere, wo eim duurend gege'ne Schädel schloht. Die Bötli sind ebe scho rächt rassig unterwägs - usser natürlich wenn uf halbem Wäg dr Motor kaputt goht, wie das in mim Fall passiert isch. Und als Folg het denn die 70km-Flussfahrt au 5h statt 2h duurt und ich ha die längschti Zyt drmit verbrocht, mi am ene andere Boot fescht-z'chlammere, drmit mir mitgschleppt wärde (Hallo? Keis Seil an Bord?!?).
Bi denn jedefalls doch no nach Bluefields cho. Das isch es ehemaligs Piratenäscht, wo sich sit denn offebar nie würkli wyterentwicklet het: multikulti, düschter, dräckig und mit viele komische Gschtalte. Und wie die isolierte Karibik-Ort in Guatemala und Honduras isch's au do nid typisch zentralamerikanisch sondern kreolisch-karibisch. Ha denn d'Nacht müesse dört verbringe - im schäbigschte Hotel vo minere bishärige Reis.
Am nöchschte Morge bin i denn uf's Boot Richtig Insle. Und das Boot het grockt! S'Meer isch nid würkli ruhig gsi, und d'2m-Wälle händ s'15m-Boot ziemlich heftig gschüttlet. Mit em passende Soundtrack im Ohr han ich d'Fahrt ziemlich gnosse (isch wie Achtibahn aber billiger), währenddäm bim zweite Sturm öppe e Drittel vo de Passagier über dr Reiling ghange sind und "d'Fisch gfüetteret" händ. Aber nach 5h isch es mir no so rächt gsi, wo Land in Sicht cho isch: Big Corn Island.

Gross isch also au die grossi vo dene 2 Inseli nid: in 3-4 Schtund cha me rundume laufe. Näbscht schöne, ziemlich einsame, Sandstränd mit Kokospalme und türkisfarbigem Wasser het's au d'Möglichkeit zum Tauche geh. Und do han i doch glatt drvo profitiert und bi mit emne ziemlich schräge Guatemaltek go d'Riff aluege. Isch guet gsi, au wenn s'Meer no immer ziemlich wild gsi isch und s'Bötli ziemlich chlei. Ha jedefalls erfreut feschtgschtellt, dass Tauche au ohni Nasebluete und Chopfweh goht! :-)

Nach 2 Täg bin i denn wyter uf La Islita oder Little Corn Island. Und die isch denn würkli chlei: chli meh als 1km lang und öppe e halbe Kilometer breit. Es git keini Schtroosse, keini Motorfahrzüg, keis fliessends Wasser und abgseh vo de Generatore (ca. 3h pro Tag) au kei Strom. Drfür isch es DAS karibische Inselparadies mit würklich einsame Palmeschtränd. Usserdäm het's e sehr härzlichi Multikulti-Bevölkerig und Kokosnüss sowie Mangos an de Bäum, am Bode - im Überfluss.
Leider het's ziemlich viel grägnet und ich ha mini Zyt hauptsächlich mit Umehange, Läse und Tauche verbrocht. S'Tauche isch würkli genial gsi! Näbscht schönschte Koralleriff und de übliche bunte Fisch han i riiiiiesigi Krabbe und monschtrööööösi Languschte gseh, sowie Roche und tatsächlich 3 Haifisch. Und obwohl's e chleini Insle mit wenig Tourischte isch, han i au einigi lässigi Lüt troffe. Wenn mer nid s'Bargäld usgange wär, wär i wohl no chli blibe. D'Möglichkeit sich Gäld z'beschaffe git's uf dene Insle nämlig nit.

Ich bi denn also zrugg uf Big Corn Island, und vo dört per Flugi uf Managua - in nur wenige Schtund statt zweiehalb Täg. Allerdings bin i denn dört am Flughafe vo'n ere fründliche Sicherheitsbeamte usenandgnoh worde und ha mis ganze Gepäck müesse usenandbeinle und erkläre. Nach dr erschte Halbschtund han i mi denn drmit abgfunde und ha mi sogar ziemlich amüsiert. Sie het würklich alles welle gseh, und s'meischte sind Sache gsi, wo sie no gar nie gseh het, und sich nid het chönne vorschtelle was es isch. Ich ha denn des langen und breiten alles erklärt und au uf dutzendi vo Froge Uskunft geh über mini Vergangeheit, mini Reiseplän und über s'Läbe in dr Schwiz im allgemeine und im spezielle. Sie het denn e riesigi Freud gha an mim Equipment, an mine Usfüehrige sowie an mine guete Spanischkenntnis. Allerdings isch sie ziemlich verschrocke ab dr Kakerlake, wo sich in mim Rucksack verschteckt gha het und bi dere Glägeheit d'Flucht über e Tisch ergriffe het...

 

Nicaragua

29. Juli 2006

 

Ometepe

Bevor i nach Costa Rica bi, han i z'erscht no welle die grossi Insle Ometepe im grosse Lago de Nicaragua go bsueche. D'Insle beschtoht us 2 Vulkän, wo in dr Mitti zämegwachse sind, dr grösseri isch ca. 1600m hoch, dr chleineri ca. 1300m.
Näbscht em Umehänge und ere Rundi mit em Chickenbus um d'Insle han i wieder emol e Vulkan welle beschtiege. Es isch jo scho es Zytli här gsi, sit i uf eine ufekraxlet bi. Wül ich mi im Nordteil vo dr Insle niedergloh ha, han i beschlosse, dr nöcheri, nördlichi Bärg z'erklimme; das isch denn also dr Vulkan Concepción gsi, 1600m Ufschtieg.
Ich ha denn e superguete und üsserscht sympathische Füehrer gfunde. Uf eigeni Fuscht isch die Wanderig chuum z'mache, schliesslich git's nid würklich Wanderwäg und e Beschilderig scho grad gar nid. Zuedäm het er mir au sehr viel intressanti Viecher und Pflanze chönne zeige, Gschichte über s'Läbe uf dr Insle verzelle und ich han ihn über d'Gschicht und die politischi Situation vo Nicaragua usquetscht.
Währenddäm sind mir in 2 Schtund 1000m dr steili Bärg ufegsecklet, durch e sehr dichte Näbelwald voller Papageie, Kolibris, Schmätterling, Eichhörnli, Chröt und Brüllaffe. Au Pflanze han i ganz kuriosi und intressanti gseh. Unglaublich, was für e Vielfalt vo Flora und Fauna sich uf dere Insle oder sogar in däm Wald entwicklet het!
Wo mer denn us em Wald cho sind, händ mer müesse feschtstelle, dass d'Wättersituation eher schlächt gsi isch: sehr windig und dr Gipfel in de Wolke. Z'gföhrlich zum ganz ufe goh, und usserdäm au nid so lohnenswärt wenn me d'obe kei Ussicht het. So simmer also nume bis 1000m, händ denn no chli abgwartet und sind schliesslich us dr Chüehli wider dure Wald abe in s'hitzige Flachland.
Es isch zwar au ohni Gipfel sehr schön gsi, aber irgendwie het mer d'Rägesaison ebe doch wider e Schtrich durch d'Rächnig gmacht...

 

Nicaragua

10. August 2006

 

Liberia / P.N. Rincón de la Vieja

Dr riesigi Unterschied zwüsche em arme Nicaragua und em relativ wyt entwicklete Costa Rica het sich scho bim Gränzübertritt zeigt. Nach em normal-langwierige Emigrations-Prozedere uf dr nicaraguensische Syte isch d'Immigration uf dr Costa-Rica-Syte grad emol 10 Sekunde lang gange. Zack-Bumm, Schtämpel im Pass - ohni dummi Froge, ohni Formular und ohni zahle.
Und es het sich denn schpöter au beschtätigt, was sich scho am Gränzübergang und uf dr erschte Busfahrt abzeichnet het: Costa Rica isch komplett anders als mini bishär bereiste Länder. Alles isch (relativ) suuber und ordentlich, alles isch organisiert und funktioniert. Au die arme Lüt wohne in Hüser und es git e Mittelstand mit schmucke Hüser und dicke Autos. D'Ticos (=Costaricaner) schyne extrem fründlich, hilfsbereit, offe und gschpröchig z'sy und händ fascht immer es Lächle im Gsicht.
Also alles super do! Usser villicht d'Tatsach dass es meh Tourischte het (vor allem meh Amis, und öppis ganz neus: Familie) und dass alles es guets Stück tüürer isch als im räschtliche Mittelamerika. An de Tourischteort isch alles öppe 2 bis 3 mol so tüür wie z.B. in Guatemala. Aber drfür git's jo do alli 100m e Bank mit funktionierendem Bancomat und me cha au fascht überall mit Kreditcharte oder mit Dollar zahle.

Uf miner Reis vo Ometepe nach Liberia het sich mir es französischs Pärli agschlosse, und isch denn au grad no chli in Liberia blibe. Do ihres Änglisch no einiges schlächter gsi isch als mis (unterdesse leider sehr ramponierte) Französisch, händ mer uns uf spanisch unterhalte, was mir eigentlich viel besser passt als duurend mit allne Reisende änglisch z'rede.
In Liberia het denn grad es 2-wüchigs Festival agfange mit Bars, Restaurants, Discos, Chilbi, Live-Musig, Rodeo... die ganzi Region isch in d'Stadt cho. Das isch denn würkli ganz glatt gsi, au wenn's eim vom viele Bier und vo de Chilbibahne chli drümmlig worde isch und me am nöchschte Tag chli Chopfweh gha het.
Und ich ha denn no Lüt wieder troffe, wo'n i vom Tauche vo dr Littele Corn Island kenn. Dr einte isch denn leider no s'Täschli mit Gäld und em Pass gschtohle worde, und ich ha se denn als Dolmätscher uf em unändliche Poschtelauf zur Polizei und de dutzende zueständige Stelle begleitet.

Am nöchschte Tag bin i denn - chli müed und nid ganz katerfrei - in Parque Nacional Rincón de la Vieja. Dört gäb's wider e Vulkan wo me relativ eifach cha beschtiege. Allerdings het d'Rägezyt e Beschtiegig scho wider verunmöglicht. Dr Räge macht d'Pfad zu Bäch und d'Wolke näme eim d'Ussicht. Es isch ganz kurioses Wätter gsi: jedi Schtund het's öppe 10 Minute heftigschtens gschifft und drzwüsche het d'Sunne gschune.
Und so bin i halt nid uf e Hoger ufe, sondern bi dur e schöni Wald all die vulkanische Dampfquelle, Blubbernde Schlammlöcher, Lagune und Wasserfäll go aluege. Isch jo au schön gsi!

 

Costa Rica

10. August 2006

 

Playa Tamarindo

Es isch unglaublich, ich ha uf minere Reis bishär tatsächlich no nie dr Pazifik gseh! Das han i natürlich müesse ändere, und so bin i an d'Küschte vo dr Halbinsle Nicoya greist.
Als erschti Destination han ich mir Playa Tamarindo usgsuecht. Dört het's zwar sehr viel Touris, vor allem viel amerikanischi Surfer, aber drfür lauft e chli öppis.
Tatsächlich het's ganz aschtändig grossi, brächendi Wälle und dutzendi, wenn nid hunderti vo Surfer. Das isch jo nid eso mini Wält, aber zumindescht han i mit mine "Wavesick"-Klamotte irgendwie ins Bild passt.
Ha trotz em hoche Priisniveau es günschtigs Backpackers' gfunde mit ganz viele glatte Lüt. Aber do ich nid bi go surfe und dr Strand nid bsunders schön gsi isch, han i e Beschäftigung müesse finde. Eigentlich han i dört welle de Leatherback-Schildchrote bim Eierleg-Spektakel go zueluege, aber die händ grad nid Eierleg-Saison. Und so han i halt gmacht, was i in söttige Fäll immer mach: ich bi go tauche!

Und das isch also nid die dümmschti Entscheidig gsi, au wenn's dört es Stück tüürer isch als no in Honduras oder Nicaragua. Ha bi dr Insle Catalina dr definitiv ydrücklichschti vo mine bishärige Tauchgäng gmacht. Dört cha me e steilwandige Canyon durchtauche wo ca. 4m breit isch. Und me isch vo Haifisch (Whitetip Reef Sharks) umgeh. Es isch nid so, dass me eifach es paar gseht, sondern sie sind duurend um eim ume. Es sind zwar keini monschtrös grosse, aber mit bis zu 2m doch ganz aschtändig langi.
S'absolute Highlight isch aber erscht schpöter cho: e riesige Schwarm vo ca. 40-50 Roche (Spotted Eagle Rays). Die händ guet über e Meter Spannwyti und bewege sich synchron - es isch wie e Vogelschwarm. Und do isch me zmittst drin, unglaublich schön! Es het an däm Tauchspot so viel riesigi Fischschwärm, zum Teil au vo grosse Fisch, do wird's plötzlich dunkel und wenn me ufe luegt gseht me numeno Fisch. Fantastisch!
Und denn natürlich no ganz viel anderi faszinierendi Tier-Begegnige, wo aber im Verglych zu de Hai und em Rocheschwarm fascht nid erwähnenswärt sind...

 

Costa Rica

10. August 2006

 

Playa Sámara

Nach em tourischteüberloffene Tamarindo han i denn es Stückli wyter südlich welle mis Glück im Schildchrotebeobachte probiere. In Ostional het's
nämlig grad anderi Schildchröt im Eierlegfieber und die ströme denn glychzytig zu abertuusende an Schtrand und lege ihri Eier. Das Spektakel findet allerdings nume jede Monet, nämlig bi Neumond statt, jewyls 3-4 Nächt. Ich ha denn gmerkt, dass grad Neumond isch, und me het mer gseit, dass sit 2 Nächt d'Schildchrot dr Schtrand stürme. Ich ha also no eine bis 2 Täg Zyt gha, die paar Kilometer nach Ostional zrugg z'lege, was gar nid eifach isch in dere Region per öV. Grad zur Rägezyt isch eh jede Fluss unpassierbar (hey Ticos, bauet doch eifach richtigi Schtrosse und glägentlich es paar Brüggli...!!!) und Busroute entlang dr Küschte git's keini.
Ich bi denn also früeh uf und ha e ziemlige Umwäg gmacht zum in eme Kaff 3h vergäblich uf e Bus nach Ostional z'warte. Wieso dä nie uftaucht isch, het mir au niemer chönne säge, er isch halt eifach nie cho. Denn bin i halt no wyter ins Landesinnere in dr Hoffnig, es gäb vo dört irgend e Bus an'd Küschte. Und tatsächlich het's eine geh wo mi zumindescht in'd Nöchi vo minere Wunschdestination brocht het. Nach wytere 3h uf holprige Schtroosse im klapperige Bus han i müesse feschtstelle, dass me dört nume mit eigenem Auto wyterchunnt, es git nid emol Taxis oder öpper privats wo mi chauffiert hätt. Es isch denn eh grad dunkel worde und ich bi vo dr 9-schtündige Reis zu kaputt gsi für e Nachtexkursion an e unbekannte Ort.
Ha denn also wohl oder übel uf d'Schildchrote verzichtet, bi e Unterkunft go sueche und am nöchschte Morge wyter nach Playa Sámara.

In Playa Sámara bi'n i froh gsi, dass es nid so viel Gringos gha het wie in "Tamagringo", sondern eher Touris us Costa Rica und es paar Europäer. Es het dört au e ganz aschtändige Schtrand gha und ich ha chli mini Rueh gnosse, bi prächtigschtem rägefreiem Wätter.
Bi denn am zweite Tag mit em Velo chli dr Küschte entlang gfahre und ha in Playa Carillo e Traumschtrand gfunde, wo'n i mini Hängematte zwüsche de Kokospalme ha chönne ufhänke...
Und 30m näbe minere Hängematte het's e Bach gha, wo sich tatsächlich ganz aschtändig grossi Krokodil tummlet händ. Das isch zwar (glaub) nid bsunders gföhrlich, aber doch chli erschreckend, wenn me nid drmit rächnet und denn plötzlich so'n es Riesviech im Bach gseht...

 

Costa Rica

10. August 2006

 

La Fortuna / Volcán Arenal

D'Fahrt zum Volcán Arenal isch denn nid in eim Tag machbar gsi - zumindescht nid wenn me het welle usschloofe - was mer e Übernachtig in eme unbedütende Kaff beschert het. Das isch denn aber ganz glatt gsi, wül i dört dr Spanier Pepe wiedertroffe ha, mi Zimmerkumpan us Tamarindo und d'Amerikanerin Alyson, wo'n i in Liberia kenneglernt ha. D'Wält vo de Backpackers isch chlei, me trifft immer wider Lüt wo me vo früehner kennt. Ame nach ere Wuche im nöchschte Kaff, ame nach emne Monet, es paar tuusig Kilometer wyter...
Bi denn mit dene beide nach La Fortuna zum Volcán Arenal wytergreist. Dört git's näbscht em aktive Vulkan (wo me übrigens us Sicherheitsgründ nid cha beschtiege), emne Wasserfall und Tourischte nid bsunders viel z'gseh.
Dr Wasserfall isch tatsächlich ganz schön gsi und s'Bade im schön chüehle Fluss au. Aber dr Vulkan het sich in dr Nacht in de Wulke verschteckt. Das isch chli schad gsi, wül me die rotglüehendi Lava nume in dr Nacht cha gseh. Au bim zweite Alauf isch es denn z'obe bewölkt gsi und mir händ d'Zyt am Ussichtspunkt mit ässe und trinke statt mit Lava beschtuune verbrocht. Das isch au no ganz glatt gsi und ich ha jo scho e besseri Lavaerfahrig in Guatemala gmacht gha.

 

Costa Rica

10. August 2006

 

Sta. Elena & Monteverde

Au in Santa Elena bim Nationalpark Monteverde han i es Wiedergseh gha. Ich bi im glyche Zimmer glandet wie die beide Italienerinne Benedetta und Raffaella, wo'n i vo de erfolglose Versüech vom Lavabeobachte am Arenal kennt ha.
Und so sind mer denn zäme go dr Näbelwald und sini Tier beschtuune. Z'erscht händ mer e Nacht-Tour gmacht, wo's Schlange, Fuultier, Agoutis, Tarantle und viel Insekte z'gseh geh het.
Und au bi Tag isch dr Näbelwald sehr schön und voller Viecher. Näbscht de Brüllaffe, wo me do in Mittelamerika hüfiger gseht als bi uns zB Eichhörnli, het's au Totechopf-Äffli, e Unmängi an schöne bunte Vögel (seeehr viel Kolibris) und viel intressanti Pflanze gha. Zum dr Wald nid nume vom Bode us, sondern au uf dr Höchi vo de Baumchrone chönne gseh, het's im Wald au Hängebrugge wo eim durch'd Baumwipfel füehre.
Die rasanteri Möglichkeit, dr Wald us dr Höchi z'erläbe, isch e sogenannti "Canopy-Tour". Drby hangt me mit emne Gschtältli an ere Rolle wo ziemlich schnäll amene Stahlseil entlangbraust. Die Seil sind bis zu 600m lang und zum Teil fätzt me durch d'Baumchrone duure, zum Teil isch me 30m über de Baumwipfel und flitzt über e wunderschön Näbelwald. Das isch würkli genial! D'Kombination vo Adrenalin und Naturschönheit... Ei Höhepunkt vo dere Tour isch dr "Tarzanschwung" gsi: Me gumpt von ere hoche Plattform und nach emene Stück freie Fall isch s'Seil gschtreckt und me schwingt tarzanmässig amene riesige Baum hängend hie und här...!

 

Costa Rica

22. August 2006

 

San José, Karibik und (fascht) dr ganzi Räscht

Nach Monteverde bin i denn in d'Hauptstadt: nach San José. Dört han i mit mine israelische Reisekumpane Ariel & Kiki abgmacht gha. S'Rendez-vous het denn tatsächlich au klappt, aber es het e chli e bittere Bygschmack gha wül sich die beide deräwäg mitenand verkracht händ, dass sie gar nüm mitenand gschwätzt händ. Trotzdäm hän mer denn es paar Usflüg zäme unternoh, und die beide het's wohl umso meh gfreut wül sie mit mir wieder öpper zum schwätze gha händ.

Als erschts sind mir in Nationalpark Tortuguero an dr Karibikküschte. Mir sind denn schliesslich e ziemlich grossi Gruppe worde, was ich mir jo au nüm so gwöhnt gsi bi. Zuedäm no e Gruppe wo us eim Schwizer und us 5 Israelis beschtande het. Es sind jo keini schlächte Lüt gsi, gar nid. Aber e grossi Gruppe isch halt ziemlich träg, und wenn denn die einte immer koschers Ässe sueche, dr anderi schtundelang um e Rabatt vo 10 Rappe verhandlet und dr dritti andauernd luthals an allem umemotzt, jo denn han i ame scho dänkt dass es ganz guet isch, wenn me allei reist. Aber es isch also nid so schlimm gsi, mir hän's au ganz guet gha.
Scho uf em Wäg nach Tortuguero hän mer uf dr Flussfahrt es fuuls Fuultier, verschiedenschti Affe, Schildchröt und es riesigs Krokodil gseh. Im Nationalpark sälber hän sich denn d'Viecher nid eso welle zeige. Nume es paar Vögel und Affe, aber die zähle scho gar nüm wül me die in Costa Rica fascht uf jedem Baum gseht.
Aber natürlich sind d'Hauptattraktion d'Schildchröt gsi. Und die hän mer in dr Nacht tatsächlich bim Eierlege chönne beobachte, was seeehr ydrücklich gsi isch. Die Schildchröt sind riesig und öppe 150kg schwer. Sie chöme denn us em Meer, schleppe sich über e Strand, buddle es Loch, lege dört über 100 Eier und kämpfe sich denn wider zrugg ins Meer. S'ganze duurt 6 Schtund und isch für die Viecher extrem aschträngend. Sie tüend eim richtig leid, wenn me se so gseht chrampfe.
Wo mer denn wider nach San José zruggcho sind, han i gmeint, ich heig mi ledschti Tag. Die Taxifahrt zum Hotel het also alles in Schatte gschtellt, was ich bishär an risikofreudigem Autofahre erläbt ha. Mit Höchschtgschwindigkeit durch d'Quartier und kei Abchürzig het dr Fahrer usgloh. Drby isch weniger d'Bräms als viel meh s'Gas und d'Huupi zum Ysatz cho. Ich ha glernt, dass me au innerorts cha im 5. Gang fahre, und nid emol bi rote Ample und Stoppschilder isch dr Fahrer ab em Gas. Aber mir sind denn nach 10 Minute Fahrt tatsächlich wohlerhalte acho - 8 Minute vor em zweite Taxi wo wohl chli vernünftiger gfahre isch...

Dr nöchschti Usflug isch zum Rio Pacuare wo mir sind go river-rafte (Klass III-IV, für die wo sich uskenne).
D'Fahrt dörthie isch chli müehsam gsi: erschtens het's 12 extrem bescheuerti Amis im glyche Büsli gha und zweitens het unterwägs s'Büsli e Platte gha was uns e eischtündigi Radwächselpause beschert het.
S'Rafte isch denn e sehr spassigi Aglägeheit gsi. Mir hän e Capitano gha, wo uns ziemlich het lo paddle, und so sind mer öfters nach ere Stromschnälle wider zruggpaddlet und hän uns nomol in Strudel lo zieh, ame 4-5 mol hinterenand. Das het zwar rächti Blotere geh an de Händ, aber isch sauglatt gsi. Und au d'Landschaft isch extraordinär gsi; ame wild und nass, ame ganz ruhig, ame im Wald, ame unter Wasserfäll dure und ame in ere schöne, tiefe Schlucht.

Nach emne gschtohlene Tag mit Nütmache und Shopping han i mi denn definitiv vo de beide Israelis verabschiedet und bi nach Puerto Viejo, au das wider an dr Karibikküschte.
Dört isch es wider so richtig heiss gsi, aber au sehr schön. Es isch e Ort wo au viel Ticos gönd go es Wuchenänd verbringe. Und so han i denn au es paar Ticas und e Tico us San José troffe und ha mit dene d'Nacht duregfeschtet. Usserdäm han i je zum dritte Mol dr Spanier Pepe (Tamarindo, La Fortuna), d'Israeli Shani (Monteverde, S.J.) und dr Ami Yuri (Tamarindo, S.J.) wiedertroffe. Es isch eifach unglaublich, wie viel Mol me de glyche Lüt übere Wäg lauft...!

Als nöchschts han i denn welle im Nationalpark Braulio Carillo go wandere und dört dr Kratersee vom Vulkan Barva go beschtuune.
Zum dört ane cho, bin i in'd Stadt Heredia, wo'n i wohl grad dr einzig Tourischt unter de 80'000 Awesende gsi bi. Drum het's au kei Tourischte-Information gha, aber ganz viel hilfsbereiti Lüt, wo alli öppis komplett anders verzellt händ. Sie hän wohl kei Ahnig gha wele Bus in die Richtig goht. Und so bin i denn am 6i am Morge tatsächlich wie bschtellt und nid abgholt an dere Bushalteschtell gschtande und es isch eifach kei Bus cho. Ich bi denn zrugg in mis Hotel (übrigens es Hotel wo alli andere Gäscht jewyls nume schtundewys buecht händ und nid grad für e ganzi Nacht) mi Grümpel go hole und ha beschlosse statt dr Barva dr höchschti Bärg vo Costa Rica z'beschtiege.

Ich bi denn no am glyche Tag mit 3 Büs bis ins verschloofene Bärgdorf San Gerardo am Fuess vom Cerro Chirripó (3820 müM).
Dört im Hotel han i denn zwei Norwägerinne troffe wo au uf e Hoger hän welle. Ich bi also scho wider in gueter Gsellschaft gsi. Am nöchschte Tag sind denn no zwei Schwizerinne drzuecho. Hm, immer wenn's uf die hoche Bärge goht, bin i in Begleitig vo Schwizer- und Norwägerinne...
Es isch e ziemlich lange und harte Ufschtieg gsi: bis zum Nachtlager 16km und 2000 Höhemeter, am zweite Tag nomol 500 Höhemeter uf 6km. Aber mir händ uns Zyt gnoh und hän au dr schöni Näbelwald, d'Bärglandschaft und s'Vogelgezwitscher gnosse. Schliesslich isch es scho bald dunkel worde, wo mer im Centro Ambientalista uf 3400m acho sind. Es isch denn au sehr schnäll chalt worde und in dr Erschöpfig und em Heisshunger het das schlichte Lagerhuus yladender gwürkt als jedes 5-Stärn-Hotel je zuvor. Und au s'Znacht, wo mer uf em Gas-Chocher gmacht händ isch sooo guet gsi: Spaghetti mit Tomatesauce, Thon und schwarze Bohne. Näbscht de Wulldeckene het au dr Rum schön warm geh, wo'n i im Flachmaa mitgnoh ha. Und nach em Ässe und dr Wärmi isch s'Schloofe s'nöchschte Bedürfnis gsi. Unglaublich, mit wie wenig me cha glücklich sy!
Am nöchschte Tag isch denn am 04:30 Tagwach gsi, dr Gipfel vom Cerro Chirripó het gwartet. Nach emne 2h-Spaziergang mit Chappe und Faserpelz durch die schöni Hochebeni und dr Chlätterpartie am Schluss sind mer d'obe gsi: uf 3820 Meter. Was für es super Gfüehl! D'Sunne isch fürecho und d'Ussicht isch phänomenal gsi. Und nid wie in dr Schwiz wo's immer no es paar höcheri Bärge rundume het, sondern eifach uf em höchschte! :-)
Nach dr Fotosession und em Ytrag ins Gipfelbuech sind mer denn nach ere Schtund wider abegschtiege. Chli under em Gipfel hän mer denn dr Verlockig von ere schöne Wiese im Sunneschyn nid chönne widerschtoh und hän es längers Päuseli gmacht. Dr Drang nach de wärmende Sunneschtrahle und dr Schloofmangel hän schliesslich drzue gfüehrt, dass mer ygschloofe sind - in dr pralle, vertikal schynende Sunne am Mittag uf 3700 Meter. So blöd simmer denn wider. Es het uns natürlich gottsjämmerlich verbrennt. Aber schön isch es gsi!
Mir sind denn nomol e Nacht im Centro Ambientalista blibe und händ uns erholt. Allerdings isch s'Ässe langsam knapp worde und ich ha müesse rationiere dass es längt.
Und am nöchschte Tag isch es denn im Duurräge wider 2000 Meter abwärts gange. Und ich ha mir in San Isidro es guets Hotelzimmer mit warmer Duschi gönnt zum mi vo de Strapaze erhole.

Und denn isch es Zyt gsi zum zrugg go uf San José, ha schliesslich e Flug gha wo'n i uf kei Fall ha welle verpasse...

 

Costa Rica

30. August 2006

 

Abschtächer in d'Schwiz

Also, zum's grad emol vorwäg neh für all die wo's nid gwüsst hän: ich bi ledscht Wuche 5 Täg in dr Schwiz gsi! Dr Grund warum ich mini Reis unterbroche und churz zwei mol übere Atlantik jettet bi, isch wül d'Nathalie, mis Schweschterhärzli, ghürotet het. Und das han i natürlich uf kei Fall dörfe verpasse!
Wäg dr churzfrischtige Buechig vom Flug isch nume no d'Route via USA und London Heathrow möglich gsi, was jo sit de ledschte terroristische Aktivitäte chli umschtändlich worde isch. Jedefalls han i aber d'Immigration in'd USA und all die Security-Checks überschtande und ha au kei Flug verpasst. Für mi Rucksack gilt das allerdings nid, er het 2 Täg länger für d'Reis nach Chlote bruucht.

Mini Zyt in dr Schwiz isch seeehr schnäll verby gange. Näbscht em Jetlag, dr Hochzyt und em Verwöhneloh vo dr Familie isch nüm viel übrig blibe.
Trotzdäm han i no es paar wenigi vo mine liebe Lüt chönne mit minere Gsellschaft beglücke und es paar Bierli, Kaffi, Wy oder Schoggigipfeli zäme chöne gnähmige.
Ich ha natürlich au mol wider richtigs Brot chönne ässe und schwizer Chäs und richtigi Schoggi. Au dr feini Wy han i gnosse und s'Rehschnitzel mit de Spätzli und em Öpfelschtrudel zum Dessert!
Und ändlich emol han i mini Chleider richtig chönne wäsche und tröchne, d'Hälfti vom mim Rucksack han i grad dört gloh und es paar Sache han i neu chönne bsorge. Also eigentlich e perfekte Boxestopp!

Aber jetzt zum Wichtigschte und zum Grund vo mim Schwiz-Intermezzo: Dr Hochzyt!
Es isch wunderschön gsi, und ich ha mi riesig gfreut! Nid nume s'feine Ässe und d'Fiir, sondern au dr Ablick vom Brutpaar isch prächtig gsi. Zu allem ane het d'Sunne gschune und es isch eifach e Freud gsi!
Als Abschluss han i denn im Hotel z'Basel im Mässeturm übernachtet - die definitiv edelschti Unterkunft vo minere Reis. Und au s'Zmorgebuffet isch nid z'verachte gsi!

Unterdesse han i mi vo mine Liebe wider verabschiedet und bi scho wider zrugg in Latinamerika. D'Reis nach Kolumbie isch au wider ziemlich lang gsi, und au do wider mit all dene Schikane in Heathrow und Miami.
Wo sich dr Start in London um anderthalb Schtund verzögeret het, hani scho g'ahnt, dass es in Miami knapp wird. Aber mit dr prioritäre Behandlig und Eskorte an jedere Warteschlange verby het's grad juste uf e Aschlussflug glängt. Mir scho, aber mim Gepäck aschynend nid. Scho wider nid. Aber ich ha's scho g'ahnt gha, und so bin i in Bogotá nid überrascht gsi, wo'n i no kei Rucksack gha ha wo sie s'Gepäckband abgschtellt hän. Jetzt wart i halt no chli, me gwöhnt sich jo langsam dra...

Die 5 Täg in dr Schwiz schyne scho wider wyt entfärnt, scho fascht unwirklich - als wär i gar nie dört gsi sondern nur ufgwacht us emne Traum. Aber ich ha jo es paar Föteli wo bewiese dass i dehei gsi bi - und e fehlende Rucksack ;-)

 

Schweiz

5. September 2006

 

Bogotá

E ganzi Wuche han i schliesslich in Bogotá verbrocht. Eigentlich viel länger als i dänkt ha, aber es het sich halt so ergeh.

Es isch e riesigi Stadt mit irgendöppis zwüsche 7 und 12 Millione Ywohner (je nach Quelle). Im Verglych zu mine bishär bereiste Grossstädt gfallts mer do definitiv am beschte, das isch e super Stadt. Ich bi sehr überrascht wie wyt entwicklet Bogotá isch. Es isch ordentlich und relativ suber, es het e guet funktionierends System vo öffentlichem Verchehr, d'Lüt sind sehr gschäftig, fründlich und glych aaschtändig agleit wie bi uns, und was es do au sehr viel git isch Kultur. So viel Museeä, Theater und Konzärt und au schöni Kafis mit Bilder an de Wänd und Jazz-Musig statt Reggaeton. Das han i in Mittelamerika chuum gseh.
Vor allem d'Altstadt isch sehr schön, in die wyter entfärnte Quartier verirrt me sich besser nid, dört gseht's denn wohl au e chli anders us. Es ghört halt nume e Minderheit zu dr wohlhabende Oberschicht.
Armuet gseht me natürlich au sehr viel. Und Kriminalität git's au gnueg. Pro Joor wärde in de Strosse vo dere Stadt 11'000 Lüt usgraubt, und es het au scho mänge Reisende verwütscht wo'n i atroffe ha. Aber wenn me die wärtvolle Sache im Hostal loht und weiss, wo me nid anesött, denn goht das guet. Dört wo'n ich mi beweg fühl i mi jedefalls sicher, sogar in dr Nacht.

Es het schliesslich 3 Täg duurt bis mis Gepäck acho isch. Ha halt denn es paar Sache müesse go poschte, aber so chli Shopping in Bogotá isch au no ganz glatt.

Nach de erschte 2 Täg imene aschtändige, und für mini Verhältnis zu tüüre Hotel, bin i in es tolls Hostal, wo'n i wider emol öppe es Dutzend lässigi Lüt kenneglernt ha. Es isch au no ganz schön, emol nüm vo 18- bis 30-jährige umzinglet z'sy, sondern eher vo 25- bis 45-jährige. Es het do uf jede Fall e ganz guete Mix und saugueti Lüt.

Ich frog mi grad, was i überhaupt so gmacht ha in de ledschte 7 Täg. D'Zyt isch sehr schnäll umegange. Bi am Afang halt no einiges im Züüg umespaziert, zum d'Stadt chli aluege und ha chlineri Erledigunge gmacht. Denn bin i mol no uf e Ussichtsbärg Monserrate, ins Goldmuseum und natürlich isch viel Zyt (und Gäld) für e Usgang drufgange. Do isch me immer bis Sunneufgang uf dr Gass, und denn isch dr nöchschti Tag au scho fascht gloffe.
Es git e riesigs Usgangsquartier wo me sich ganz guet d'Nächt cha um d'Ohre schloh. Mir sind au emol in so'n ere Schikimiki-Disco gsi, im 41. Stock vomene Wolkechratzer. Dört händ sich denn hauptsächlich die junge us dr stinkriiche Oberschicht vergnüegt und sich s'Kokain grad hufewys ynezoge. Tja, mues jo so sy in Kolumbie...

Am Sunntig Nomittag bin i denn mol wider an e Fuessballmatch. "Mir" händ zwar 4:1 verlore aber es isch glatt gsi, zum au emol e Match in Kolumbie z'gseh. S'Niveau isch allerdings grotteschlächt gsi, öppe so wie in dr schwizer 1.Liga. Und warum dr Schiri erscht nach 105 Minute abpfiffe het, weiss wohl au nume dä wo'n en gschmiert het. Aber 10 vo dene 1000 Polizischte händ en denn beschützt und us em Stadion begleitet. D'Zueschauer sind ziemlich lut, und bösi Komentär über d'Gegespieler und d'Mueter vom Schiri sind bi allne Altersgruppe seeehr verbreitet. Aber d'Lüt sind sehr friedlich gsi - friedlicher als in dr Schwiz.

Geschter bin i denn mol chli Bus gfahre, zum im Städtli Zipaquirá e unterirdischi Kathedrale go aluege. S'Spezielle dra isch, dass das imene Salzbärgwärk isch, und die Kathedralle eigentlich e grossi Grotte im Schteisalz isch. Es isch also alles us Salz, und so schmeckt's denn au wenn me zum Bischpiel d'Wänd abschläckt (für die wo wänd).

In 2 Schtund fahrt mi Bus nach Santa Marta an dr Nordküschte. So, wider emol chli Schtrand und Karibik. Dört isch es denn also wider heiss und chläbrig - e Abwächslig zum chüehle Klima vo Bogotá (2600müM).

Und dört gang i denn wohl au e chli in d'Sierra Nevada de Santa Marta go die "verloreni Stadt" sueche. Ich bi denn also 5 oder 6 Täg unterwägs im Dschungel und in de Bärge. Also kei Panik wenn i mi es Zytli nid mäld!

Colombia

19. September 2006

 

Santa Marta / Taganga

S'erschte erwähnenswärte vo minere Wyterreis betrifft d'Busfahrt. Scho s'Busterminal in Bogotá het klar druf hiedütet, dass in Kolumbie s'Busfahre e dütlich höchere Standard het als ich's bishär kennt ha. Das Terminal isch eher mit emne Flughafe z'verglyche als mit de Busterminals in Mittelamerika. Natürlich choschte denn die Busfahrte au viel viel meh als z.B. d'Holperfahrte in Guatemala. Und do wäre mer scho bi dr Kuriosität vom Billettchaufe: d'Priise sind nämlich verhandelbar. Dr Priis isch zwar scho offiziell, isch au so agschlage und im Internet abrüefbar, aber zur Näbesaison goht das eso: ich säg, dass i es Billett nach Santa Marta will. Denn seit dr Typ am Schalter, dass das 100'000 Pesos choschtet. Druf säg ich widerum, dass mer das viel z'tüür isch und dass i nume 60'000 will zahle. Und denn seit er ohni d'Miene z'verzieh, okay. Und so bechum i denn s'Billet fascht zum halbe Priis (was immer no sehr tüür isch: 33.-).
Dr Bus isch denn au dr komfortableschti gsi, wo'n i je beträte ha: topmodärn, suber, mit ere Beifryheit vo fascht emne Meter, Sitz wo me het chönne wyyyyt abeklappe, und denn natürlich WC, TV und AirCondition. Aber das bruucht's au, wenn me 20 Schtund unterwägs isch. Was die Fritze do in Kolumbie aber nid schnalle, isch dass für die meischte Lüt 18° z'chalt isch für e 20h-Busfahrt. Und drum nähme d'Lüt denn au Wulldeckene mit oder händ Jacke a und zum Teil sogar Chappe und Händsche.
Ich ha ghört, dass no vor es paar Johr Nachtfahrte in Kolumbie sehr gföhrlich gsi sind wäge Überfäll. Unterdesse schynt das aber absolut okay z'sy. Uf dr Strecki nach Santa Marta het's denn au alli 300m e Soldat mit em Sturmgwehr, wo d'Strooss bewacht, und alli 5km stoht e Panzer.

Ich bi denn jedefalls guet usgschloofe in Santa Marta (vo dört chunnt übrigens dr Johan Vonlanthen) acho. Wider an dr Karibik, 34° heiss. Ha mi denn im benochbarte friedliche Fischerdorf
Taganga niedergloh. Das isch denn au mini Heimbasis gsi während mine Abstächer in dr Region.

Die erschti Exkursion, isch dr 6-Tages-Trek zur verlorene Stadt
Ciudad Perdida gsi. Mir sind mit 15 Lüt zwar e sehr grossi Gruppe gsi, aber e glatte Hufe. Und au unsere Füehrer und sini Ghilfe sind super gsi.
D'Wanderig isch zwüschedure no rächt aschträngend gsi, es isch halt ziemlich heiss gsi, hüfig steil und ame sehr pflotschig. Aber d'Tagesetappe sind relativ churz gsi, im Schnitt öppe 5 Schtund. Und me het nid allzuviel müesse schleppe, dr Food isch vo Muultier treit worde. Gschloofe händ mer jewyls in Hängematte, und unseri Füehrer händ superguet kocht für uns.
Und so sind mer 6 Tag lang durch d'Hügellandschaft zoge, meischtens durch e Dschungel. S'Gebiet sig zwar schynts vo Guerilla oder Paramilitär kontrolliert, aber vo däm händ mir nüt mitbecho. E Teil vom Tour-Priis fliesst denn au in dene ihri Kasse, wohl als so'n e Art Schutzgäld. Mir sind denn am 2. Tag e "Kokainfabrik" go aluege. Das isch aber kei Fabrik oder Labor gsi, sondern eifach e Blache-Unterstand im Dschungel, wo'n es alts Mannli us de Kokablätter in dräckige Chübel und Fässer Kokainpaschte härschtellt (mit Chalk, Salz, Benzin, Javel und no irgendemne andere Pulver). Und hin und wider chöme denn die bewaffnete Drogeschmuggler verby und chaufe'n ihm das Züüg ab. Mir händ denn jedefalls dr ganzi Härschtelligsprozäss genauschtens erklärt und demonstriert becho.
Mir sind au no bi Dörfer vo Indígenas verbycho, wo mir ihri Lehm-Palmedach-Hütte händ chönne beschtuune. Mir händ in schöne klare Flüss badet und sind vo Wasserfäll abegschprunge. Trunke hän mer vo de chleine Bächli wo's überall gha het, und wenn mer irgendwo unterwägs e churzi Pause gmacht händ, sind unseri Begleiter schnäll in'd Büsch gschprunge und mit es paar Kilo Orange oder Banane frisch ab de Bäum zruggcho.
Vor dr verlorene Stadt hän mer dr einti Fluss 7 Mol müesse durchwate, und dä isch doch immerhin hüfttief gsi. Und zum Schluss sind die tuusige (würkli!) Schtägetritt zur Ciudad Perdida z'erklimme gsi. Und die sind unglaublich steil, mit Moos bewachse und sehr unglychförmig gsi. Vo dr Stadt sind numeno d'Schtäge, es paar Muure und vieli Terrasse übrig. Isch aber sehr schön.
Wie au immer, die Tour isch definitiv au jede Peso, jede Schweisstropfe und jede Muggeschtich wärt gsi!

Nach 2 Täg Erhole und Material-Retabliere zrugg in Taganga isch es denn uf e zweiti Abstächer: ins Strandparadies vo
Tayrona gange. Das isch nit wyt wäg gsi, dört wo s'5800m hoche Gebirge uf's Meer trifft, dört wo dr Dschungel uf e Sandstrand trifft. Wider emol es karibischs Strandparadies mit klarem Wasser, Palmestränd und Übernachtig in dr Hängematte.
Als erschts han i denn dört mol gmacht, was i an söttige Ort meischtens mach: öppis feins ässe, gärn öppis us em Meer, in däm Fall sind's feini Shrimps gsi.
Nachdäm i denn am schöne einsame Strand bi go schwimme isch es Gwitter ufcho. Ich ha au das sehr gnosse. Isch sehr agnähm gsi und het super passt, wül's dört kei Duschi git. Wo'n i aber zrugg cho bi zu mim Unterstand wo'n i mini Hängematte ufghänkt ha, han i leider müesse feschtstelle, dass alles vollschtändig durchnässt gsi isch: Rucksack, Hängematte und Schloofsack. Tja, bi Sturm und Wolkebruch isch halt so'n e Palmedeckte Pavillion uf emne 10m hoche Fels überem Meer nid soo optimal...
Und öppe 20min schpöter het mir denn mi Mage unmissverschtändlich klargmacht, dass er die feine Shrimps wo'n i vorhär gässe ha, nid will bhalte. Schliesslich han i denn öppe 4 Schtund uf mim Fels verbrocht, im Gwitterräge über em Gländer beugt, am chotze und würge und Galle spucke. Wieder und wieder und wieder. Immerhin isch d'Ussicht phänomenal gsi. Die han i während de erschte paar Würge-Gäng sogar au würkli gnosse, isch jo einiges besser als e durchschnittlichi kolumbianischi WC-Schüssle. Aber denn irgdendwenn han i dä Optimismus verlore und bi mit dr Gsamtsituation nüm so z'friede gsi...
Ich bi denn so froh gsi, wo mi Körper ändlich glaubt het, dass es nach 4 Schtund würge bestimmt keis einzigs Molekül vo dene Shrimps meh in mim Mage het. Und denn bin i erschöpft in mini nassi Hängematte gsunke, ha mi mit mim nasse Schloofsack zuedeckt, und ha dr Schloof vo de Gerächte gschloofe.
Und wo'n i am 5i am Morge ufgwache bi, han i mi wider ganz guet gfüehlt - abgseh vom Hungergfühl, vom Muskelkater in dr Halsmuskulatur und vom üble Gschmack im Muul. Und mini geili Hängematte isch bereits wider troche gsi und mi super High-Tech-Schlofsack au. Ta-taa, Happy-End! :-)
Und so han i denn dä verfluchti Ort wider hinter mir gloh und bi wider zrugg nach Taganga und denn wyter nach Cartagena...

 

Colombia

30 September 2006

 

Cartagena

Cartagena isch e Stadt an dr Karibik mit ere sehr intressante Gschicht vo Kolonialschätz, Eroberige und Pirate. Es isch eigentlich DIE Piratestadt schlächthin! Um d'Altstadt het's mächtigi Feschtigsmuure mit Kanone in alli Himmelsrichtige. Me cha sich d'Pirateschiff grad vorstelle wenn me vo dr Stadtmuur uf d'Karibik useluegt. Es isch denn au no sauglatt gsi, wo'n i an däm Ort dr Film "Pirates Of The Caribbean" wieder gseh ha. Es würkt eifach anders wenn me in so'n ere Stadt isch.
Und sunscht het Cartagena die wohl beschterhalteni Altstadt im Kolonialstil vo Südamerika. Es isch es regelrächts Museum: jedes Huus isch no genau im alte spanische Kolonialstil erhalte. Und das isch würkli sauschön.
Allerdings isch grad d'Altstadt sehr touristisch. Es wimmlet vo riiche Kolumbianer und alles isch extrem übertüürt. Zuedäm chunnt an söttige Ort dr Kontrascht zwüsche riich und arm viel mehr zur Gältig: Bijouterie und Bättler, Glanz und Dräck sind ganz noch binenand. Und denn au all die Type wo eim irgendwelche Ramsch wänd verchaufe.
Ich ha mini Unterkunft im üssere Ring vo dr Altstadt gha. Au dört sind d'Hüser im Kolonialstil, aber es isch nid alles so useputzt, sondern d'Hüser zerfalle langsam. Eigentlich es ziemlich schäbigs Quartier. Es isch aber viel sympathischer und authentischer, wül's keini Tourischtefalle het, sondern eifach s'normale Läbe vo de arme Lüt stattfindet. Und z'obe uf em Platz schpiele d'Fraue mit de Chinder "lueget nid ume, dr Fuchs goht ume" während d'Männer umehocke und s'Fürobebier trinke.

Es isch e schöne Ort, aber das usserhalb vo dr Stadtmuur cha me ignoriere. Und nach 2 Täg han i denn d'Altstadt au gseh gha...

 

Colombia

1. Oktober 2006

 

Medellín

Medellín isch vor allem für s'verflossene Drogekartell vom mächtige Pablo Escobar berüehmt und berüchtigt. Unterdesse isch das allerdings Gschicht, und Medellín isch e modärni, vielsytigi Grossstadt mit pulsierendäm Läbe. Es git dört zwar kei sehenswärti Altstadt, aber trotzdäm isch es e super Ort. D'Lüt sind wohl die fründlichschte vo minere bishärige Reis. Sie sind sehr offe und intressiert. Me het so viel Kontakt mit de intressierte Yheimische, sig's im Park, im Kafi oder im Usgang. Ich ha scho schtundelang mit irgendwelche liebenswürdige Yheimische gschwätzt. Usserdäm het's e genetische Mix zwüsche Indigénas, Wisse und Schwarze, wo die schönschte Mensche hervorbringt, wo me sich cha vorstelle. Und als ob das nid scho gnueg wär, het's au eini vo de höchschte Rate vo Schönheits-Operatione pro Ywohner. Es isch jedefalls es schöns Luege!

Mis Hostal isch eis vo de schöne grosse Hüser gsi im Villequartier, wo die Riiche wohne. Es het dört e riesige Supermarkt, wo's eifach alles git. ALLES! Au schwizer Schoggi, Tilsiter und sogar Gerber-Fondue... Allerdings alles ziemlich tüür. Jedefalls han i immer sälber kocht, statt uswärts go Riis und Poulet ässe. Das isch zwar einiges türer, drfür han i mol wieder wie dehei in dr Schwiz g'ässe. Zum Zmorge han i wieder emol Brot, Anke und Gomfi mit emne Nesquick gha, statt Riis und Bohne. Und mini Späckröschti isch im Hostal also unterdesse legendär, und au dr dekorierti Tomate-Mozarella-Salat mit früschem Basilikum het me niidisch zur Kenntnis gnoh.

Irgendwie han i tatsächlich über e Wuche in dere Stadt und ihrer Umgäbig verbrocht. Ha sunscht eigentlich nid so viel für Grossstädt übrig, aber in Medellín het's mer eifach super gfalle, und es git au so viel z'gseh und z'tue.
Eigentlich isch scho allei d'Metro e Attraktion. Topmodärn, blitzschnäll und viel suuberer und sicherer als unseri schwizer Züg. Und als Näbelinie git's e Gondelbahn wo eine vo de hoche Hügel erschliesst. Isch wie in de Skiferie, aber eifach in ere 2-Mio-Stadt und ohni Schnee.
Am einte Tag bin i am Stadtrand go paraglide. Isch lässig gsi, und mit 32.- sicher au chli günschtiger als z.B. in dr Schwiz. Trotzdäm sicher und mit ere schöne Ussicht uf die 1000m tiefer liegendi Stadt. Näbe'n em schön gmüetliche Landschaft-Gniese händ denn d'Sturzflugmanöver für e guete Adrenalinschub gsorgt; isch no schräg, wenn dr Bode plötzlich über em Gleitschirm und dr Himmel unter de Füess isch...
E wyteri Attraktion isch sicher dr Usgang gsi. Vo Donnschtig bis Sunntig lauft extrem viel, und d'Täg drzwüsche gönd halt für d'Erholig und e Kater druf. Vor allem dr einti Club im Stil vom'ene Western-Saloon isch ganz bsunders gsi. Zwar ganz normali Latino-Musig, aber alles drumume isch extrem schräg gsi: Cowboys, scharfi Tänzerinne und Tänzer, Liliputaner-Show, Michael-Jackson-Imitator, Mister Bean uf dr Grossliinwand, e Clown wo Glacé verchauft und e Chrankeschweschter mit Drinks us dr Sprütze...
Ich bi denn aber au mol no richtig us dr Stadt use. Und zwar zum Städtli Guatapé, wo 2h vo Medellín am ene See vo unglaublicher Schönheit liegt. Eigentlich isch es e ganzi See-Landschaft mit hunderte vo Siteärm, chleine einsame Buchte, grüene Hügel und emne 200m hoche runde Felse wo alles überragt. Bi z'erscht emol als Tagesusflug uf de Felse go d'Ussicht gniesse, und denn het mer die Landschaft so guet gfalle, dass i grad nomol für zwei Täg bi go entspanne in die Region.

 

Colombia

1. Oktober 2006

 

Colombia im allgemeine...

Ich bi jetzt scho fascht 5 Wuche in däm Land. Und wohrschynlich wird i mis 60-tägige Tourischte-Visum fascht usgschöpft ha, bis i usreis.
Es isch do einiges komplett anders als in mine bishär bereiste Länder in Mittelamerika. Zum Bischpiel lauft s'Läbe einiges gregleter und ordentlicher ab. Vor allem d'Städt sind einiges wyter entwicklet, ordentlicher und zivilisierter als i mir das vorgschtellt ha.
Es git aber au es riesigs Gfäll zwüsche Arm und Riich. Die zahlriiche Wohlhabende leischte sich alles und drum git's au überall Ychaufsmöglichkeite vo höchschtem Standard. Aber denn git's au sehr viel extrem armi Lüt wo gar nüt händ, und drzwüsche die "normali" Bevölkerig wo eigentlich au sehr arm isch und in sehr eifache Verhältnis läbt.

Gföhrlich isch es für e Reisende eigentlich nid. Sit chürzlich sind d'Überlandschtroose vo dr Armee gsicheret und sogar d'Nachtfahrte sind keis Risiko meh - abgseh vo es paar wenige Regione. D'Präsenz vo Polizei und Armee isch unglaublich: in de Städt gseht me vo jedem Winkel mindeschtens zwei Uniformierti, und uf em Land hets all paar hundert Meter e Poschte und immer mol wider e Panzer. Trotzdäm git's no einigi Winkel wo me usgraubt wärde cha, aber die git's jo in jedere europäische Grossstadt au.
D'Sicherheitsmassnahme in däm Polizeistaat nähme hüfig au komischi Forme a. Sige's d'Plakatkampagne wo zum Verpetze vo korrupte Beamte uffordere, die unändlich viele Polizeikontrolle oder dr Soldat wo vor dr Busfahrt in Bus chunnt und vo jedem Passagier e Video-Ufzeichnig macht.
Uf em Land git's riesigi Gebiet, wo absoluts Tabu sind. Dört het nid dr Staat d'Kontrolle, sondern d'Guerilla oder d'Paramilitärs. Aber die Regione sind bekannt, und dört het me als Tourischt halt eifach nüt verlore - meischtens.

Und wie'n i au scho brichtet ha, sind d'Lüt do vo de fründlichschte uf däm Planet. Me chunnt viel mit irgendwelche Yheimische in Kontakt und mues denn sehr viel über s'Läbe in dr Schwiz verzelle.

Uf politischer Ebeni lauft einiges falsch in däm schöne Land. Aber das wär jetzt z'viel zum ganau uf das y'zgoh. Und als Tourischt bechunnt me au praktisch kei Durchblick, und d'Lüt do wänd au gar nid drüber rede.

Vo dr Landschaft här isch es es extrem vielsytigs und faszinierends Land. Es git Hochgebirge bis 5800m, es git Dschungel, paradiesischi Karibikschtränd, Hügelgebiet, Seeä und au schöni Städt.

Wie au immer. Es gfallt mer super, und ich blyb wohl no e chli do...

 

Colombia

14. Oktober 2006

 

Manizales

Manizales isch mini nöchschti Station gsi. Das isch eini vo de 3 grössere Städt in dr Kaffi-Region. D'Stadt sälber isch zwar keis Bijou, aber sie liegt spektkulär uf emne Bärgkamm uf 2000m in dr schöne Hügellandschaft. Und grad näbedra throne die hoche, duur-verschneite Bärge. Und genau die "Nevados" (=verschneite) sind au dr Hauptgrund gsi, warum ich nach Manizales gange bi.

S'Hostal isch sehr familiär gsi, es isch eigentlich eifach e grossi Wohnig, e WG gsi. Z'erscht sind mer 2 Gäscht gsi und nochhär meischtens z'dritt. Und so fühlt me sich au eher dehei als imene Hostal, me chocht, luegt DVDs, liest im Wohnzimmer oder schwätzt e chli mit dr sympathische Bsitzerin.

Aber als erschti Priorität han i jo dr Nevado de Ruiz welle erklimme. Das isch nid nume e aktive Vulkan, sondern mit 5300m au mi höchschti Hoger bishär. Allerdings het me grad nid bis ganz ufe chönne, wäg em Schnee und de Dämpf, sondern "nume" bis 5100. Und das gnze isch au gar nid so spektakulär wie's tönt, schliesslich cha me mit em Jeep bis 4700m ufefahre. Allerdings händ's denn die ledschte paar Höhemeter in sich gha! D'Luft dört obe isch so dünn, dass i ohni Akklimatisiere scho ziemlichi Müeh gha ha. Also nach jede 10 Schritt han i e Minute müesse pausiere. Bi dr gringschte Beweging gumpt dr Puls uf 180 und es wird eim schier schwarz vor de Auge. Schliesslich isch denn de Spaziergang bis uf 5100m doch anderthalb Schtund gange. Aber es isch lässig gsi. D'obe han i wider emol chli chönne im Schnee umerutsche und d'Mondlandschaft bi Schneeturm chönne gniesse. D'Temperature sind halt in dere Höchi au in Kolumbie unter Null.

Am nöchschte Tag sind mer denn in Park Recinto del Pensamiento. Dört wird eim vom sehr fründliche Personal die kolumbianischi Pflanzevielfalt erklärt, me bewanderet e Orchidee-Pfad, fahrt mit emne knallbunte Sässelilift über e Näbelwald und lernt viel über e berüehmt "Café de Colombia".
S'Highlight vom Tag isch denn aber öppis ganz anders gsi. Und zwar het's dört grad es Team vom ene kolumbianische Färnsehsänder gha, wo umbedingt es Interview mit uns het welle mache. Natürlich händ mer uns denn lo überschnuure, und so bin i tatsächlich e Minute lang völlig unvorbereitet Red und Antwort gschtande - und das natürlich no uf spanisch. Naja, ha mi glaub nid schlächt gmetzget, aber bi jo extrem nervös gsi. Und am Samschtig druf bin i denn am Färnseh cho, landeswyt. Aber sie händ s'ganze Interview ziemlich zämekürzt, hejo wär intressiert das scho, was e schwizer Tourischt in Kolumbie so tribt?!

Und z'obe sind mer denn in d'Thermalquelle, unseri Haxe im heisse Wasser go strecke und drzue e Piña Colada go trinke.

Und denn het das agfange, wo drzue gfüehrt het, dass i no einigi Täg länger in Manizales blibe bi: ich bi chrank worde. Ha ziemlich hochs Fieber becho mit de übliche Näbe-Effekt wie Apetitlosigkeit, Schwindel, Gliederschmärze und Chraftlosigkeit. Glücklicherwys isch no e Israelin im Hostal gsi, wo mer ame isch go poschte, wo mer Joghurt und Frücht ans Bett brocht het und wo mi nach 2 Täg au zum Dokter gschleppt het. Dört im Spital het me mer gseit, es sig irgend e Virus. Denn han i no e Infusion becho und es Rezäpt für e Sack voller Medikamänt.
S'Fieber isch denn bald mol verschwunde, aber ich bi no sehr lang sehr schwach gsi und vor allem schwindlig.
Und so isch no über e Wuche vergange bis i wider halbwägs fit worde bi und nach insgesamt 12 Täg Manizales wider verloh ha - no immer mit Chopfweh und mit es paar Kilo weniger Fleisch uf de Rippli.

 

Colombia

16. Oktober 2006

 

Salento

Salento isch es Bärgdorf in dr Kaffi-Region, wo ziemlich ruhig und verschloofe isch - zumindescht unter dr Wuche. D'Landschaft isch au do sehr schön. Me isch uf em Land, me wird vo allne Lüt im Dorf fründlich grüesst und au do sind alli üsserscht höflich, härzlich und offe. Nume S'Wätter isch nid so super gsi: sit ich acho bi, het's 3 Täg lang fascht duregschifft.

Trotz dr füechte Witterig bin i denn mol zu dr Finca vom Don Elias gwanderet. Das isch e ganz e chleini Kaffiplantage wo am ene alte Mannli ghört. Und dä kultiviert dört no immer - wie sit eh und je - si Kaffi. Und er het au immer Freud, wenn öpper verbychunnt, und er denn sini chleini Plantage cha zeige und was er mit de g'ärntete Bohne macht.

Und am ene andere nume halbverrägnete Tag han i mi ins Tal Valle de Cocora ufgmacht. Zum dörthie z'cho fahrt me 45min mit emne alte Jeep über holprigi Schtroosse s'Tal duruf. Und es isch also keis Problem, 14 Persone uf so'n e chleine Jeep z'lade. Schliesslich händ jo au 2 uf em Dach platz und 4 schtönd uf dr Stossstange und hange eifach hindedra...
S'Tal isch denn würkli sehr schön gsi, und mir händ e schmucki Wanderig gmacht. D'Spezialität dört sind die riesig grosse sogenannte Wachspalme, eine vo de gröschte Bäum uf Erde. Und au sunscht isch s'grüene Tal, teilwys mit Näbelwald, uf jede Fall e Bsuech wärt. Au wenn's uns denn uf em Rückwäg wieder mol chli verschifft het.

 

Colombia

31. Oktober 2006

 

"In 4 Tagen nach La Paz..."

Puh, ich chum im Momänt überhaupt nid drzue, mini Föteli vo Cali, Popayan, Pitalito und San Agustin ufez'lade...
Ich bi grad am ene Renne: in 4 Täg vo Popayan (Kolumbie) bis nach La Paz (Bolivie). Für die wo im Geografie-Unterricht e Fänschterplatz gha händ: do lige 2 Länder und einigi hundert Kilometer drzwüsche. Ich seckle also soz'säge grad durch Ecuador und Peru, zum in de nöchschte 6 Wuche Bolivie z'bereise und aschliessend nach Chile und Argentinie wyter z'goh. Dr Grund isch, dass es dört im Süde langsam Summer wird, und dä will i uf kei Fall verpasse. Schliesslich will i in Patagonie chli go wandere und trekke. Und wenn's denn im Herbscht (März/April) langsam wider chalt wird, denn chum i zrugg in'd Ande und bereis die übersprungene Länder Ecuador und Peru. Und wohrschynlich gang i bi dere Glägeheit grad nomol zrugg uf Kolumbie. Mä cha halt eifach nid gnueg becho drvo. Aber das hängt denn au no chli vo de Finanze ab. Schliesslich het's no viel Versuechige an mim Wäg, wo zum Teil relativ tüür sind, zum Byschpiel e Antarktis-Exkursion oder so...

Vorgeschter am Morge bin i no in Pasto (Kolumbie) gsi, d'Nacht druf in Quito (Ecuador), jetzt bin i in Lima (Peru) und morn z'Nacht bin i denn in La Paz (Bolivie). Und denn rueh i mi mol e Tag us und mues mi an die neui Höchi vo 3900m gwöhne.
Tatsächlich verbring i momentan mini ganzi Zyt in irgendwelche Büs, chum z'obe irgendwo a, schloof es paar Schtund und am Morge früeh goht's wider uf e Bus. Aber ich ha jo d'Abentüür gsuecht...
Die viele verschiedene Sinnesydrück sind jedefalls enorm. So viel unterschiedlichi Landschafte, Klimas, Lüt und Kulture. Ame weiss i gar nüm in welem Land i eigentlich bi, und mit welere Währig dass i mues zahle. Aber es goht mer super, ich ha immer Ruggewind und Sunneschyn, bi glücklich und voller Freyheit...!

 

Colombia

13. November 2006

 

Cali / San Cipriano

Also e bsunders schöni Stadt isch Cali nid, aber drfür sind au do d'Lüt extrem fründlich, höflich und härzlich. Und Cali het näbscht em Ruef, dass es do die schönschte Fraue git - au do zum ene unglaublich grosse Teil durch plastischi Chirurgie - au dä Ruef, dass d'Parties die beschte sind. Ich bi allerdings nid am ene Wuchenänd do gsi, und drum han i ch vo dr grossartige "Rumba" vo dere Salsa-Hauptstadt nid so viel mitbecho.

Wie gseit het d'Stadt sälber nid eso viel z'biete, und drum bin i denn als Tagesusflug Richtig Pazifikküschte nach San Cipriano. Ich ha dä Usflug mit em Bruce zäme gmacht, er isch e Ami vo dr sältene, nid närvige Sorte. Er isch Archeolog im Ruehestand, gueti 20 Jöhrli älter als ich, und mir sind uns in Medellin s'erschte Mol übere Wäg gloffe, und denn in Salento wider.
S'Dorf San Cipriano ligt irgendwo z'mittst im Dschungel, und es git kei Schtrooss wo dörthie füehrt. Es git aber e Isebahnlinie wo dra verbyfüehrt, und so cha me die ledschte 8 Kilometer bis zum Dorf per Schienefahrzüg zrugglege. Und die Gfährt sind also alles andere als e normali Isebahn; das sind eifach zämezimmereti Holzplattforme mit Rädli wo öppe grad uf d'Gleis passe. Als Atrieb dient e alte Töff wo uf dr Platform befeschtigt isch, und s'Hinterrad uf dr einte Schiene het. Und so heizt me mit dr Höchschtgschwindigkeit vom jewylige Töff uf de Gleis dur e Dschungel. Ame wär's eim lieber, es wär chli langsamer, die Schiene sind nid immer schön grad, und es goht über alti Brugge über Flüss und an kuriose Hüttli vo Yheimische verby. Aber es isch e ganz fätzigi, spassigi Fahrt! Dass me als Tourischt vo de Buebe, wo dä Transportservice betriebe, über's Ohr ghaue wird, verschtoht sich jo vo allei. Mir händ sicher s'fünffache vom Priis für Yheimischi zahlt... Und ei Schtund nachdäm mer im Dorf acho sind, händ mer gseh, dass uf dere Schtrecki tatsächlich no richtigi Züg verchehre (2 pro Tag). Ich bi jedefalls froh, dass während minere Fahrt mit dr Schiene-Seifechischte nid plötzlich eine entgegecho isch!
S'Dorf beschtoht us sehr eifache Hütte, wie gseit git's kei richtigi Schtrooss und au keini Autos. Aber irgendwie isch es eim dört nid eso ghüür. Es isch halt scho eso, dass d'Mehrheit vo dr schwarze Küschtebevölkerig de fremde gegenüber eher mistrauisch und zum Teil au unfründlich isch. Mir sind denn dört chli dur e Wald spaziert, im schöne klare Fluss go bade und händ chli Forälle gässe. Zum uns nid nomol über's Ohr lo haue händ mer denn die 8 Kilometer entlang dr Bahnlinie z'Fuess zrugggleit, das isch grad nomol e schöni Wanderig gsi.
Wo mer denn z'obe wider zrugg in Cali gsi sind, het grad d'Polizei d'Schtrooss abgschperrt wül 20m näbem Hostel eine uf dr Schtrooss verschosse worde isch... Aber das git's jo z'Basel uf em Märtplatz oder z'Züri in dr Langschtrooss glägentlich au.

 

Colombia

13. November 2006

Popayan

Popayan isch e sehr spezielli Stadt, sie isch wie kei anderi in Kolumbie. D'Hüser vo dr Altstadt sind alli schneewyss und in sehr guetem Zuestand, bis ins chleinschte Detail isch dr Kolonialstil bybhalte worde. Es git kei Lüüchtreklame und keini Schaufänschter, nume schneewyssi Hüser mit schwere Holztüre. Vor allem in dr Nacht, wenn d'Pflaschterschtei-Schtroosse leer sind und d'Latärne lüüchte, gseht das umwärfend us!

Ich ha von ere kolumbianische Bekannte, wo'n i an dr Hochzyt vo mim Schweschterhärzli kenneglernt ha, d'Telefonnummere vo ihrer beschte Fründin becho. Sie wohnt in Popayan und so han i denn mol aglüte nachdäm i dört acho bi. Glücklicherwys het sie grad Zyt für mi gha, und so han i die 3 Täg in dere schöne Stadt nid allei oder mit anderne Gringos, sondern mit minere persönliche Reisefüehrerin verbrocht. Das isch natürlich immer super, wenn eim öpper wo d'Stadt kennt, chli umefüehrt, d'Sache zeigt und weiss, wo's alli gastronomische Spezialitäte z'probiere git!
Mir sind an es Comedy-Festival wo grad stattgfunde het, an Konzärt vo klassischer Musig, zu Fründe vo ihre und ins Museum vom ene yheimische Künschtler. Es het sehr viel Kultur und viel Studänte in dere Stadt.
Es het au grad es Rock-/Ska-Konzärt gha, wo'n i dört gsi bi. Und zwar zu Ehre vo däm Studäntefüehrer us Cali wo churz zuvor vo dr Regierig(!) zum Schwiege brocht (=verschosse) worde isch. D'Studänte in Kolumbie kritisiere grad e chli d'Regierig, wül die alles Gäld in Polizeiapparat steckt und alli Gälder für d'Bildig gschtriche wärde. Am Tag nach däm Konzärt - es isch chuum z'glaube - isch denn au dr Studäntefüehrer vo Popayan verschosse ufgfunde worde. Das isch e unglaublich schrecklichi Aglägeheit; offesichtlich wird eifach nid duldet, dass me in däm Land sini Meinig üsseret falls sie sich nid mit dere vo dr Regierig deckt. Natürlich isch aschliessend an allne Fakultäte in dr Stadt d'Höll los gsi; einersyts Truur, anderersyts Fruschtration und au Aggressione. Es het unzähligi wyteri Proteschtveraschtaltige, Konzärt, Trurmärsch aber au Schtroosseschlachte mit dr Polizei geh. Und an de schöne wysse Wänd vo dr Stadt schreye jetzt unzähligi Plakat und Grafittis nach Meinigsfreyheit und Gerächtigkeit. Und um e Ermordeti wird truurt und er wird gehrt: "Los grandes heroes no los silencia ni la muerte"...
Tja, so schön Kolumbie au isch, es lauft ebe bi wytem nid alles wie's sött!

 

Colombia

13. November 2006

Pitalito / San Agustín

Mit dr Hypothek von ere schlooflose Nacht han i mi uf e beschwerlichi Wäg nach Pitalito gmacht. Das isch in ere Region, wo sich in dr Regel keini Tourischte ane-verirre. Dr Grund, wieso ich dörthie gange bi, isch, dass ich d'Milena und d'Camila bi go bsueche. Für die wo das damals nid mitbecho händ: Vor 4 Johr händ mir z'Uschter d´Milena, die damaligi Fründin vo mim Mitbewohner, und d'Camila, ihri 5-jährigi Tochter, für 3 Mönet z'Bsuech gha. Die beide sind denn nochhär zrugg uf Kolumbie, wohne unterdesse in Pitalito, und ebe dört bin ich sie jetzt go bsueche.

D'Gegend zwüsche Popayan und Pitalito isch es Niemandsland wo sich Fuchs, Haas und Guerillero "Guet Nacht" säge. Es isch e wunderschöni Hügellandschaft, aber mit ere schrecklich, sehr schrecklich holprige Schtrooss. Also zwüscheduure han i mi würkli müesse am Sitz feschtchlammere, damit's mi nid im Bus umegschpickt het! Ich ha mi nid bsunders wohl gfüehlt drby, aber irgendwie hani die 6 Schtund überschtande.
Am Busterminal in Pitalito isch mi denn d'Milena mit ihrem Scooter cho abhole und vo denn a han i es paar Täg grandiosi Gaschtfründschaft gnosse. Ich ha mi weder um Unterkunft no um's Ässe müesse kümmere und natürlich bin i au do immer umegfüehrt worde und ha immer e yheimischi Reisefüehrerin an minere Syte gha.

In Pitalito sälber git's genau überhaupt nüt z'gseh. Aber nid allzu wyt drvo entfärnt ligt San Agustín: die bedütendschti archeologischi Fundstätt vo Kolumbie und au sunscht e sehr schöne Ort in ere malerische Landschaft. Und so bin i denn, mit dr chleinere Schweschter vo dr Milena als Reisefüehrerin, San Agustín go bsueche.
Z'erscht sind mer die unzählige Steifigure go aluege, wo San Agustín so berühmt mache. Die sind würkli sehr intressant, und zum Teil au usserordentlich witzig. Aber nach öppe 50 söttige Figure chunnt langsam e gwüssi Sättigung uf, und me schänkt sich denn die räschtliche 116.
Als nöchschts isch e Pferderitt agseit gsi. Ich ha natürlich en alte, störrische Gaul becho, wo no irgend e Verletzig am einte Scheiche gha het. Ich bi jo weder Rit-Wältmeischter no Pferdeflüschterer, und das het denn die ganzi Sach au e chli spannend gmacht. Nach de erschte hundert Meter wo dr Gaul eifach in irgend e Richtig trottet isch, ohni dass mini Interventione au nume dr gringschti Yfluss gha hätte, han i mer dänkt, dass i villicht z'erscht e persönlichi Beziehig zum Ross mues ufbaue. Ich han ihm denn des langen und breiten uf schwyzerdütsch und spanisch erklärt, dass ich si Fründ bi, dass ich keini bsundere Leischtige vo ihm erwart, dass ich ihn entgäge n'em Rotschlag vom Vermieter nid wird mit em Stöckli malträtiere und han ihm zur allgemeine Anöcherig au no es paar Anekdote us mim Läbe verzellt. Vo denn a isch es insofärn besser gange, dass ich d'Richtig ha chönne beschtimme, und mi Gaul het beschtumme, wie schnäll dass es vorwärts goht, oder ob mer grad e Pause mache. Ich hätt eigentlich d'Pause gärn dört gmacht, wo's die feine Brombeeri gha het und wo d'Ussicht so extraordinär gsi isch, aber es isch halt jetzt eifach eso gsi, dass mer Pause dört gmacht händ, wo s'Gras am grüenschte gsi isch.
Trotzdäm isch dä Usritt erfolgrych gsi. Ich ha es paar schöni Ussichtspünkt gseh, und d'Mayra uf ihrem agile, ghorsame Rössli isch für mi au flissig go Brombeeri pflücke.
Aschliessend sind mer denn no per Jeep an e schöne Fluss gfahre. Es het wider emol öppe 28 Lüt uf däm Fahrzüg gha, allei 8 uf em Dach. Ich ha mer's denn stehend uf dr Stossstange bequem gmacht, ha d'Ussicht und dr Staub gnosse.
Bis mer denn wider im Dorf gsi sind, isch scho dunkel gsi und es het keini Jeeps meh nach Pitalito gha. Drum sind mer denn zu dr dritte Schweschter, wo dört am Dorfplatz wohnt, gange. Mir händ dört es feins Z'Nacht becho und au dört chönne übernachte.

Zrugg in Pitalito het's denn bald gheisse, Abschied neh. Mis Visum vo Kolumbie isch grad no 3 Täg gültig gsi, und es isch einewäg Zyt worde, dass i nach 2 Mönet wyterzieh. Dr Abschied isch nid usserordentlich schwer gfalle, aber es isch scho e gfreuti Sach gsi, die beide wiederzgseh - vor allem die Chleini isch halt scho herrlich. Unterdesse 4 Johr älter und sehr rif, aber no immer verschmitzt, schlau, gschwätzig, extrem härzig und au immerno die beschti bim Memory-Schpiele!

 

Colombia

13. November 2006

La Paz (1)

Nach dere lange harte Reis vo Pitalito bis nach Bolivie bin i also nach 4 Täg (drvo 38 Schtund in irgendwelche Büs, Flugis oder Taxis) in La Paz acho.

Das isch e wahnsinnigi Stadt! Scho allei d'Lag isch so speziell: La Paz ligt im ene Talchessel mit steile Felswänd und erstreckt sich vo 3200müM bis an Rand vo däm Chessel uf 4100müM. Rundume sind es paar verschneiti Spitze vo de über 6000m hoche Bärge z'gseh. Au d'Lüt sind ganz anders als in mine bishär bereiste Länder, es het sogar in dr Stadt öppe 50% Indigenas mit ihrne traditionelle Chleider: chleini dicki Fraue mit farbige Röck, komische Hüet, bunte Tüecher und ihrne Chinder uf em Rugge.
An d'Höhelag mues me sich z'erscht emol gwöhne. Am Afang goht eim immer d'Puschte us, wenn me scho nume es paar Stägetritt mues ufe laufe oder e steili Schtrooss. Und au laufe und glychzytig schwätze isch fascht unmöglich. Aber me gwöhnt sich mit dr Zyt langsam dra, und wenn me "Mate de Coca" (Tee us Koka-Blätter) trinkt, cha me sich nach es paar Täg wider relativ normal bewege. Koka-Blätter sind do nid als Droge-Rohstoff verfluecht wie in allne andere Länder, sondern ghöre zum Alltag und wärde konsumiert wie bi uns Pfäffermünztee. Koka hilft würkli, zum sich in dere Höchi normal chöne bewege. Und wenn me in d'Apothek goht zum öppis gege d'Höhechrankheit z'bsorge, mahnt eim dr Apotheker au als erschts, immer schön brav "Mate de Coca" z'trinke.

Ich ha do mit dr Martina abgmacht gha, ere Ängländerin, wo'n i us Nicaragua kenn. Do im Hostal händ mer denn no zwei zwägi Schotte troffe, und mir wärde wohl die nöchschte paar Wuche z'viert durch Bolivie reise.

Vo La Paz us cha me sehr viel Tagesusflüg und Exkursione unterneh: vo Mountainbike-Toure und Wanderige über Exkursione in d'Salzwüeschti, in Dschungel oder an Titicacasee bis zu Bärgtoure uf die verschneite 6000er näbe dr Stadt.

Nachdäm mer uns an d'Höchi gwöhnt händ, isch die erschti Exkursion agschtande: e öppe 5-stündigi Abfahrt per Mountainbike uf dr sogtenannte "Carretera de la muerte", odr uf dütsch "Todesstrasse". Das sig schynts die gföhrlichschti Schtrooss vo dr Wält, jedefalls wenn me's an de Todesopfer vo de Unfäll misst. Ich weiss nid, ob's würkli schtimmt, oder ob me's nume seit, wül's Tourischte azieht, aber die Schtrooss isch tatsächlich ziemlich angschtyflössend. Es isch e Naturschtross, wo uf dr einte Syte e fascht sänkrächti Felswand nach ufe und uf dr andere Syte meischtens e fascht sänkrächti Felswand nach abe het. Tatsächlich goht's uf dere Syte 300 bis 1000 Meter ziemlich grad s'Loch durab. Leitplanke het's natürlich keini und es isch ame au e chli äng für d'Büs und d'Laschtwäge zum Chrüze. Zuedäm isch es kurvig, unübersichtlich und entweder pflotschig oder staubig. S'laufende Johr isch es ziemlich schwarzes, es sind bishär 136 Persone um's Läbe cho. Grad ledscht Auguscht isch e Bus mit 66 Persone s'Loch durab. Aber es sind praktisch keini Mountainbiker umcho, sondern immer Buspassagier und Laschtwage-Chauffeure.
Also, denn händ mer uns mol lo usrüschte - mit würkli guete Mountain-Bikes mit würkli guete Brämse, mit Helm und mit Rägechleider. Und denn isch es abgange, gschtartet sind mer uf 4700müM, uf ere teerte Schtrooss. Leider isch es dört obe nid nume chüehl und näblig gsi, sondern es het tatsächlich no afo rägne. Und d'Rägechleider händ sich als nid wasserdicht erwiese. Nach em ziemlich rassige Teil uf dr teerte Schtrooss isch es denn uf die furchterregendi Naturschtrooss gange. Wäg em Näbel händ mer aber gar nid chönne gseh, wie wyt dass es uf dr lingge Syte abe goht, und so het me sich halt uf's Fahre konzentriert und d'Abfahrt gnosse. Es het nid allzuviel Verchehr gha, und me het de Laschtwäge ganz guet chönne uswyche, aber wenn me zwei het gseh chrüze, het me verschtande, wieso dass es soviel Abschtürz git... Und es het au bi fascht jedere kritische Kurve es Chrüz mit Plastikblueme gha.
Je wyter dass mer cho sind, desto wärmer isch es worde, desto näbelfreyer, trochener und staubiger. Und denn het me langsam au e'n Ahnig becho wie tief de Abhang isch. Aber me het au die wunderschöni Landschaft afo gniesse und die lässigi Abfahrt. Bis mer denn d'unde gsi sind uf 1600müM sind mer alli so richtig dräckig gsi vom Schlamm und Staub und händ ziemlich viel Staub gschluckt. Aber es isch e Heidespass gsi!
Und uf dr Rückfahrt mit em Büssli händ mer erscht so richtig gseh, wie gföhrlich die Schtrecki würkli isch. Bim Chrüze isch s'üssere Fahrzüg nume Zentimeter näbe dr Kante. Und wenn me chli umeluegt, gseht me ziemlich viel Fahrzüügteil und usbrennti Wracks im Tal unde... Scho chli unheimlich!

 

Bolivia

18. November 2006

Copacabana / Isla del Sol

Nach dr erschte Nacht in Copacabana am Titicaca-See händ mer es eher schwierigs Erwache gha. Pisco-Sour isch dr Nationaldrink vo Peru, und dä git's halt au uf dr bolivianische Syte vom Titicaca-See. Und es paar vo dene händ mer denn au müesse probiere. Wo sich denn aber es paar Schtund schpöter no ganz üble Durchfall, Fieber und Gliederschmärze zum Schädelbrumme drzuegsellt händ, isch klar gsi, dass es kei Kater sondern irgend e Läbensmittelvergiftig oder e Mage-Darm-Grippe isch. Jo guet, denn sind halt wider emol es paar Täg im Bett bzw. uf em WC agseit gsi.
Vier Täg schpöter, mit wiederemol es paar Kilo weniger, händ mer uns denn ändlich zu dr Isla del Sol ufgmacht. Abgseh vo de Israelis uf em Boot isch das sehr schön gsi. Dr Titicaca-See isch so gross, er gseht us wie'n es Meer. Es isch fascht wie uf ere griechische Insle, usser dass me uf 3800müM isch. Die Yheimische schaffe uf ihrne Fälder und bringe mit de Esel und de Lamas ihri Härdöpfel ins Dorf. Nid alli gsehnd gärn Tourische und es git tatsächlich au es paar alti Fraueli wo d'Gringos mit Schtei bewärfe... isch uns zum Glück nid passiert.

 

Bolivia

18. November 2006

La Paz (2)

Wieder zrugg in La Paz han i e Tagesusflug zum Valle De La Luna und zum Bärg Chacaltaya gmacht. S'"Mondtal" isch e chleini Wüeschti am Stadtrand mit kuriose Tonschtei-Formatione. Es gseht chli ähnlich us wie dr Bryce-Canyon in de USA, für die wo's kenne.
Viel ufregender isch denn aber dr Chacaltaya gsi. Mit 5393müM e beachtliche Hoger. Und übrigens s'höchschtglägene Skigebiet vo dr Wält - allerdings het's do in de ledschte Johre nie meh gnueg Schnee gha zum dr Skilift z'betriebe, d'Klimaerwärmig isch au do bemerkbar.
Aber d'Beschtiegig isch eigentlich nume e Spaziergang gsi. Mit em Jeep fahrt me bis zu dr Skihütte uf 5100müM und nach ere Halbschtund Ufelaufe, Keuche und Nach-Luft-Japse, isch me uf em verschneite Gipfel uf 5393müM. Jo, d'Luft isch scho rächt dünn uf dere Höchi, aber nach 2 Wuche Akklimatisation isch das ganz guet gange. Und d'Ussicht isch phänomenal gsi: me het die ganzi Hochebeni chönne überblicke, vo La Paz bis zum Titicaca-See, all die andere Schneegipfel rundume und s'Wolkemeer über em Dschungel uf dr andere Syte.
Uf dr Rückfahrt isch denn wider emol dr Bus kaputt gange, und mir händ e öV-Bus müesse charte, aber das isch do jo normal.

 

 

Bolivia

19. November 2006

Huayna Potosí - 6088müM

S'gröschte Abentüür uf minere bishärige Reis isch definitiv d'Beschtiegig vom Huayna Potosí gsi. Dä Bärg isch 6088müM hoch, und das Mol isch es nid nume e Spaziergang gsi! D'Beschtiegig macht me als 3-Tages-Tour, und sie beinhaltet nid nume Gletscherwandere sondern au e grosse Teil Iis-Chlättere...

Als erschts händ mir uns emol lo usrüschte: Schtieg-Iise, Iis-Pickel, Schaleschueh, Gschtältli und warmi Chleider. Und denn isch es per Jeep zum Basislager uf 4800müM gange. Das isch e schöni, guet usgschtatteti Bärghütte gsi, ähnlich wie irgendwo in de schwizer Alpe, usser dass d'Musig us em Radio kei Hudigägeler isch und dass me Mate de Coca trinkt. Aber d'Lag am ene Stausee mit Ussicht uf verschneiti Bärggipfel, die grosse Ässensportione und d'Lüt sind öppe glych wie irgendwo sunscht in de Bärge.
Am Nomittag sind mer denn emol go üebe Iis-Chlättere, schliesslich han ich Flachland-Helvetier no nie Schtiegiise an mine Füess gha. Drum sind mer also zum Gletscher und dört bin i mit em Iispickel e öppe sänkrächti, 8m hochi Iiswand durufklätteret. Das goht erschtuunlich guet und isch sauglatt - wenn au rächt aschträngend!

Denn am nöchschte Tag sind mer bis zum Höhelager uf 5150müM gwanderet. Das isch nid allzu wyt gsi, aber mit dr ganze Usrüschtig, Ässe und de warme Chleider im Rucksack het me scho 12kg Bagage drby gha. Und zwüschedure het me richtig müesse chlättere, was in dere Höchi au es guets Bitzli aschträngender isch. S'Höhelager isch e eifache Blächverschlag gsi mit es paar Matratze. Dört het's denn mol e warmi Suppe geh, und bim Ydunkle sind mer go schloofe.

Aber scho am Mitternacht sind mer wider ufgschtande, händ so ziemlich alli Chleider azoge, wo mer gha händ, Schtiegiise an'd Schueh, Iispickel in'd Hand und los. Mir sind e chleini Gruppe gsi, nume e 3er-Seilschaft: dr Bärgfüehrer, d'Martina und ich. Uf em Gletscher im Dunkle isch es denn ufwärts gange, und das isch zeimlich hart gsi. Es isch immer steiler worde und immer chälter und windiger, zwüschedure sind mer in e Schneesturm cho und denn het's wider ufklärt und me het dr schönschti Stärnehimmel und d'Liechter vo La Paz in dr Färni gseh. Nach ere Schtund händ denn 2 vo unserne 3 Stirnlampe dr Geischt ufgeh, und mir sind mit nume einere Lampe im Dunkle wyter.
Und es isch immer schwieriger worde; jede Schritt isch aschträngender gsi als dr vorhärig. Oberhalb vo 5500müM han i immer meh Müeh gha, gnueg Luft z'becho, dr Puls isch immer schnäller worde und ame bin i numeno torklet, gschtolperet und ha mi probiert mit em Iispickel abzschtütze. Und denn isch die erschti Chlätterpartie cho: e öppe 50m hochi Iiswand vo ca. 70-80º Neigig. Und die z'Erchlättere isch unter dene Umschtänd au einiges härter gsi als bim Üebe am Vortag. Aber irgendwie isch denn au das gange, Stück für Stück... Und nach ere Halbschtund sind mer d'obe gsi. Wenigschtens isch s'Iis hart gsi, dass me mit em Pickel und de Schtiegiise guete Halt gfunde het.
Aber es het viel Subschtanz koschtet, und zum immer schlimmer wärdende Chräfteschwund sind no Schwindel und Übelkeit drzuecho. Trotzdäm händ mer uns no wyterkämpft, bis mer zu dr nöchschte Iiswand cho sind. Mit de Chräft am Ändi und mit praktisch numeno Chlätterpartie vor uns isch es Wytergoh schlicht und eifach nid möglich gsi. Schliesslich händ mer uns druf g'einigt, ufzgeh.
Mir sind also uf 5700müM gsi, am 03:30h in dr chalte Nacht. Am liebschte wär i eifach in Schnee ghockt und hätt uf e Sunneufgang gwartet. Aber das isch kei Option gsi, für das isch es viel z'chalt gsi. Die einzigi Möglichkeit isch also gsi, umzchehre bis zum Höhelager. Und do isch scho bald wider s'nöchschte Hindernis vor uns gsi: genau die Iiswand, wo mer uns vorhär durufkämpft händ. Mit Abseile händ mer die zwar einiges schnäller überwunde als bim ufechlättere, aber in däm Zueschtand isch au das e riesigi Aschträngig gsi. Und denn sind mer alles wider zrugg-gschtapft, bis mer am 06:00 wider in unserem Blächverschlag acho sind. Übelkeit und Schwindel sind zwar bim Abschtieg wieder zrugg gange, aber d'Chräft sind nid eso schnäll wider cho. Jedefalls händ mer uns no 2 Schtund Schloof gönnt, bevor mer mit Vollpackig wider zum Basislager abgschtiege sind.

Es isch würkli sauhart gsi, aber öppis wie'n ich's no nie gmacht ha im mim Läbe. Natürlich isch es e riesigi Enttüschig gsi, dass i's nid bis zum Gipfel gschafft ha. Ich ha sit Tage numeno dä Bärg im Chopf gha und ha dänkt: "Das isch mi 6000er!". Und ich ha mi unändlich druf gfreut, uf em Gipfel dr Sunneufgang z'gseh. Und au wo mi oberhalb vo 5500müM doch no d'Höhechrankheit verwütscht het, han i ums Verrecke uf e Gipfel welle... aber es het halt eifach nid passt.
Nachdäm d'Enttüschig wider chli verschwunde isch, chan i säge dass es sich trotzdäm glohnt het und dass es e wahnsinnigi Erfahrig gsi isch, das z'erläbe. Aber dr Bärg isch halt eifach 390 Meter z'hoch gsi...

 

Bolivia

4. Dezember 2006

 

Uyuni

Do händ mer doch dänkt, mir sige schlau und lönd unseri Tourischte-Visa in La Paz verlängere statt irgendwo in dr Pampa. Schliesslich sind d'Behörde in La Paz zumeindscht es bitzli organisiert, und uf em Land weiss me jo nie. Mini drei britische Reisekumpane händ denn ihre Pass mit em neue Stämpfel es paar Stunde schpöter wider chönne go abhole, während ich es komplizierters Verfahre ha müesse durchlaufe. Als Schwizer bechunnt me nämlich nume 30 Täg Ufenthalt. Wenn me meh will, choschtets. Aber das wär jo no egal gsi, wenn i nume nid Ewigkeite uf mi Pass hätt müesse warte. Schliesslich sind denn die andere scho mol nach Uyuni wytergreist, während ich wyteri 2 Täg uf mi Pass gwartet ha. D'Bürokratie in Bolivie isch unglaublich, so öppis han i no nie gseh. Zum s'Visum verlängere han i an 5 verschiedene Schalter müesse aschtoh; do Dokumänt verifiziere, dört Formular hole, do Formular bringe, dört zahle, und denn do nomol e Schtämpfel hole und schliesslich dr ganzi Hufe am Schalter mit dr ganz lange Schlange abgeh. Und wenn denn dr Pass am nöchschte Tag nid wie verschproche parat isch, intressiert das überhaupt niemer. "Villicht morn" und "Reklamatione am Schalter Nr.11", isch s'einzige gsi, wo'n i em Drache hinter dr Glasschiibe ha chönne entlocke.
Aber irgendwenn han au ich mis rote Büechli mit em wysse Chrüz und em langersehnte Stämpfel zruggbecho, und ha de andere chönne nochereise. Und do han i mir doch für die agnähmi Zugfahrt sogar es 1.-Klass-Billet gleischtet.

Chuum in Uyuni acho, isch es denn au scho uf die 3-tägigi Tour durch d'Wüeschtelandschaft vo Südbolivie gange. Zu unserer Gruppe het sich no e zwäge Irländer und e bescheuerte (aber zum Glück sehr introvertierte) Australier gsellt. Und denn sind mer z'sächst 3 Täg lang imene Jeep durch d'Gegend gfahre, immer wider mol usgschtiege, chli umegwatschlet und händ Föteli gmacht. Hunderti vo Föteli! Ich möcht mi an dere Stell au bi dene entschuldige, wo vo dr Bilderfluet glangwylt wärde. Aber es isch in aller Bescheideheit scho chli e Glanzleischtig vo mir, die 3 Täg uf 32 Föteli z'reduziere...!

Ich will gar nid gross uf die einzelne Ort ygoh, wo mer uf dere Tour bsuecht händ. Es isch eifach einzigartig gsi, fremd wie en andere Planet, unglaublich faszinierendi Landschafte. Für e genaueri Beschriebig fehle schlicht und eifach d'Superlativ. Aber me cha jo zumindescht d'Bilder aluege...
Ganz bsunders isch natürlich dr Salar, die grossi Salzwüeschti: riesig, extrem bländend hell, irgendwie unwirklich, halt eifach e riesige Hufe Salz.
Wyter isch es denn durch anderi Wüeschtelandschafte, zum Teil mit Kakteeä, zum Teil absolut läblosi Wyti. Ame isch me aber au vo hoche Vulkän umzinglet gsi, und Geysir oder Thermalquelle het's au gha. Au ganz speziell sind d'Seeä wo's z'mittst im Nirgendwo het, Seeä mit Flamingos und zum Teil mit ganz kurios farbigem Wasser. Dr einti isch, wenn's windet, knallrot. E'n andere wird ganz grüen (wäge Alge und Mineralie, wo's im Wasser het).

Am Schluss isch denn d'Überfluetig mit fantastische Landschafte wohl eifach z'viel worde. D'Ufnahmefähigkeit isch erschöpft gsi, me isch müed und gsättigt gsi. Uf dr Rückfahrt nach Uyuni het me die umwärfende Landschafte numeno zum Teil wohrgnoh, und scho nume es Föteli z'mache wär bereits z'viel verlangt gsi.

 

Bolivia

4. Dezember 2006

Potosí

Mit ere 6-stündige Busfahrt vo dr eher unagnähmere Sorte sind mer nach Potosí glangt - e 100'000er-Stadt uf über 4000müM. Z'erscht het Potosí e ziemlich schäbige Ydruck gmacht, aber d'Innestadt isch doch ganz schön gsi. Und usserdäm git's dört dr wohrschynlich beschti Schoggichueche vo ganz Südamerika!

Die offizielli Hauptattraktion und au dr einzigi Wirtschaftsfaktor in dr Stadt isch aber dr Bärg mit em Silber und em Zinn. Potosí isch e Bärgbaustadt, und wenn me im Bärg e neui Silber-Adere entdeckt het, findet me kei Handwärker in dr Stadt zum zB e Rohrbruch z'flicke, wül denn alli in dr Mine sind am Silber oder Zinn scheffle.

Mir sind denn natürlich au in d'Mine gange, zum uns das ganze mol a'zluege. D'Bedingige dört sind miserabel bis schrecklich. Es wird no sehr viel vo Hand gschafft, es isch extrem staubig und dräckig. D'Lüftige - falls vorhande - sind sehr bescheide dimensioniert. Dass es pro Johr "nume" 12 Toti git, chan i gar nid glaube, nachdäm i d'Mine gseh ha. S'Gschtei isch sehr brüchig, und d'Sicherigsmasnahme händ nid würklich hochi Priorität. Nid z'vergässe isch au, dass nid nume dr Staub die harti Arbet erschwert, sondern au die dünni Luft uf 4200m - das goht nume mit Kokablätter-Chaue. Scho nume dr Bsuech vo dr Mine isch sehr aschträngend, mir sind öppe 70m klapperigi Leitere ufegschtiege, es paar ängi Stelle het me nume kriechend chönne passiere, und denn ebe all dä Dräck und Staub. Aber wenn me d'Lüt dört gseht schaffe, beklagt me sich nid. Und me chunnt sich als Bsuecher au ziemlich schlächt vor; me macht Föteli während d'Mineure schufte und unter de miserable Bedingige liide. Aber doch profitiere sie vom Tourismus, wo 'ne chli Gäld für besseri Infrastruktur bringt, und d'Bsuecher verteile au Getränk und Kokablätter.
Zum Schluss händ mer denn no s'Dynamit chönne verchlöpfe, wo mer vorhär am Märt kauft händ. E spassigi Sach, aber ebe doch e chli e Tourischtefalle...

 

Bolivia

4. Dezember 2006

Sucre

Wyter nach Sucre isch es denn per Taxi! Das choschtet für e 2-schtündidgi Fahrt au nume 4 Franke pro Person - also easy!
Sucre isch zwar nid so gross wie La Paz und au nid dr Regierigssitz, aber eigentlich die offizielli Hauptstadt. Es isch e wunderschöni, schneewyssi Kolonialstadt, viel wältlicher als die andere bolivianische Städt, e schöne Ort zum Verwyle. Und nach 4 Wuche ändlich mol wider unterhalb vo 3000m z'sy, isch au ganz schön. So händ mer - mir sind übrigens no immer z'vierte unterwägs - au relativ viel Zyt uf unserer tolle Dachterrasse verbrocht oder mit Flaniere und Käfele.

Und wül's uns denn mol wider nach öppis aktivem dürschtet het, sind mer wider uf d'Mountainbikes gschtiege. D'Tour het sich zwar als technisch ziemlich aschpruchsvoll usegschtellt, aber isch super gsi: Flussdurchquerige, Bade bi de 7 (bruune) Wasserfäll und e wunderschöni Landschaft!

Wyter händ mer d'Zyt in Sucre drzue gnutzt, mol wider e chli in Usgang z'goh, sich mit irgendwelche Sache y'zdecke, wo's in de chleinere Ort nid git, feine Wy z'trinke, viel extrem feini Schoggi z'ässe und s'beschte Steak (6 Franke, ca.500g) wo'n i bisher jemols gha ha!!! Lang wird die Marke allerdings chuum verhebe, schliesslich bin i ab Mitti Dezämber bereits in Argentinie. Und dört git's denn numeno söttigi Steaks...! :-)

 

Bolivia

10. Dezember 2006

Tupiza

So, ich bi jetzt sit knapp 7.5 Mönet unterwägs. Und wenn i mini Finanze konsultier, heisst das: Halbzyt! Also wenn i keini extrem grosse Sprüng mach, wird d'Luft im Portemonnaie öppe Juli/Auguscht dünn. Das isch zwar no ziemlich wyt wäg, schynt mer aber im Momänt doch viel z'gli. Aber no isch es jo nid eso wyt, und es isch jo au nid in Schtei gmeisslet, dass i denn tatsächlich mues zruggcho, nume wül mini Ersparnis sich erschöpfe.... "¡Vamos a ver!" ;-)

Unterdesse bin im ene Städtli namens Tupiza. Wider sind eher unagnähmi 12h im ene Bus nötig gsi, zum das Etappeziel z'erreiche, aber me gwöhnt sich langsam an dä Standard.
Tupiza gseht e chli us wie'n es Wildwescht-Städtli: d'Hüser, die staubige, eher leere Schtroose, die rote Bärge im Hintergrund und d'Cowboyhüet in dr Stadt. Und denn händ mer halt au eine uf Cowboy gmacht; händ uns passendi Hüet poschtet und sind uf e 3-tägige (!!!) Pfärde-Usritt. Uf de Spure vo "Butch Cassidy & The Sundance Kid" (für d'Fründe vom Wildweschtfilm: 1969; Paul Newman, Robert Redford) sind mer also durch die südbolivianischi Landschaft gritte. Durch e Landschaft wo meh nach Wildwescht usgseht als dr wildi Weschte sälber. Atemberaubend! Und vor dere Kulisse isch wohl würkli einzig es Ross s'richtige Transportmittel, alles andere würd eifach dr Landschaft nid gerächt wärde.
Im Gegesatz zu minere Pfärde-Erfahrig vo San Agustin, han i dasmol es Ross becho, wo weder alt no lahm gsi isch. E schöni Abwächslig! Nei, es isch e grosse, prächtige, schwarze Hängscht gsi, knapp so hoch wie mini Schultere. Und er het immer welle galoppiere, ha tatsächlich Blotere an dr Hand wül en ständig ha müesse zrugghebe. Er het also zwüschedure würkli sini Spinnerphase gha, wo'n en chuum ha chönne vom Renne abhalte! Aber wenn en denn ändlich ha lo goh und mer galoppiert sind, isch er eifach grossartig gsi - und natürlich dr schnällscht vo allne. Ich bi jo nie e bsundere Rössli-Fründ gsi, aber mit däm Ross im gschtreckte Galopp (en uuuunglaublichi Gschwindigkeit!) über s'sandige Flussbett z'rase, isch schlicht und eifach dr füdleblutt Wahnsinn!!! So berauschend und purs Freyheitsgfüehl. Und denn die Landschaft rundume - wenn au teilwys nume im Tunnelblick... atemberaubend! Durch die rote Bärge mit de Kakteeä, durch d'Flüss, über Fälder und durch chleini Lehmhütte-Dörfli.
Jedefalls händ mer's super gha; mit de Ross, mit de Guides, mit de Chinder vom Dorf wo mer übernachtet händ und natürlich mit enand.
Aber das ganze isch doch au ziemlich schmärzhaft gsi. Mir sind jede Tag 5 bis 6 Schtund im Sattel gsi. Do sind d'Blotere an de Händ nüm erwähnenswärt. Jede Muskel tuet weh, d'Oberschänkel sind vertätscht und am Arsch han i zwei Fläcke, wo'n i effektiv kei Hut meh ha. Aber es isch es definitiv wärt gsi!

 

Bolivia

22. Dezember 2006

 

Salta

Us Bolivie nach Argentinie z'reise isch wider emol e zünftige Kulturschock gsi. Plötzlich isch me us de Ande mit ihrne Indigenas usegrisse und in es schynbar europäischs Land verpflanzt worde. Statt de chleine dicke Fraueli mit ihrne Zöpf und Hüet findet me modärn kleideti Lüt, praktisch alli wysshütig. Sie gsehnd alli us wie Spanier und Italiener, und das sind sie jo eigentlich au. Uf em zentrale Platz wähnt me sich irgendwo in Südeuropa. Es isch suber und s'Läbe funktioniert. Au dr Kaffi isch plötzlich wider sauguet und d'Glace au. Zuedäm het's Ychaufs-Schtroosse mit hunderte vo Läde und mit riesige Supermärkt und Ychaufszentre. Es isch würkli e völlig anderi Wält. Natürlich isch au alles viel türer als in Bolivie, aber drfür bechunnt me alles und d'Qualität isch einiges höcher. Ich ha natürlich dr hochi Läbensstandard in Salta au wider gnosse nach 5 Wuche Bolivie.
Und es herrscht au in Argentinie s'Wiehnachtsfieber. Es vermag mi zwar nid a'zschtecke, aber d'Lüt sind am Shoppe wie d'Wältmeischter. Und währenddäm me in Shorts und T-Shirt durch d'Schtroose schlenderet, ghört me vo allne Syte die kitschigi Wiehnachtsmusig, gseht hunderti vo Tannebäumli, unzähligi Santichläus lache eim a, und in dr Nacht lüchte d'Lämpli in allne Farbe... Dr Wiehnachts-Hype im Summer - no viel schräger als das ganze Theater bi uns einewäg scho isch! Anderersyts isch es scho no es schöns Luege, wenn die knackige Verchäuferinne ihri Wiehnachts-Aktione in Santichlaus-Chäppli und knappschtem Miniröckli präsentiere.

Und ich ha nach 5 Wuche Reise in dr Gruppe au wider chli mini Rueh welle, und Zyt für mi allei, ohni müesse uf anderi z'luege und ohni Kompromiss. So han i mi denn vo mim Grüppli verabschiedet zum es paar Täg uf eigeni Fuscht wyter z'reise. Ich ha also en andere Wäg ygschlage und triff mini Kumpane denn an Wiehnachte an dr chilenische Pazifikküschte wider. Statt wyter südwärts bis nach Mendoza han i also d'Ande wyter nördlich überquert und bi diräkt nach Chile an's Meer. Es paar gmüetlichi Täg mit Strand, Büecher und Fisch - das isch genau das gsi wo'n i ha welle...!

 

Argentina

22. Dezember 2006

dr Norde vo Chile

Ich ha vorhär gar nid gwüsst, wie gross d'Wüeschti Atacama im Norde vo Chile isch. Ich bi unterdesse in dere Region öppe 25h lang Bus gfahre, und me isch immer in dr Wüeschti. S'ganze Land nördlich vo La Serena isch ei riesigi Wüeschti, so breit wie s'Land und über 1000km lang! E sehr faszinierendi, schöni Landschaft, aber nach es paar Schtund het me's denn öppe gseh: nume Sand, Stei, Felse, Kakteä und ab und zue es paar Schtrüücher.

Mini erschti Station isch denn
Antofagasta gsi. Es chleini Stadt, wo's nid viel z'gseh geh het. Aber ich ha's eifach gnosse, sit 3 Mönet wider emol am Meer z'sitze, de Wälle z'lausche und de Pelikan bim Fische zuez'luege.
Vom Standard isch es ähnlich wie in Argentinie, halt eifach alles nomol 50% tüürer. So choschtet mi jetzt e Übernachtig im ene eher schäbige Ort Fr.13.-, gegenüber de Fr.4.- wo'n i in Bolivie no zahlt ha für e Nacht im ene schmucke Hostal.

Ich bi denn gli wyter nach
Caldera; es chleises Fischerdorf 7 Schtunde wyter südlich. Au dört isch rundume nume Wüeschti und im Weschte dr Pazifik. Bi denn dört chli an benachbarti wyssi Sandstrand go us-schpanne. S'Meer isch mer mit 16° aber doch es bitzli z'chalt zum längeri Zyt im Wasser z'sy. Und zuedäm isch es immer sehr windig und gar nid eso warm wie me chönnt meine wenn me d'Wüeschti ume eim ume gseht. Aber es isch definitiv guet gnueg zum es paar friedlichi Täg z'gniesse und es git guete Fisch!

Dr ledschti Zwüschehalt vor Santiago isch denn
La Serena gsi. E schöni Stadt voller Läbe und fründliche Lüt. Han e ganz tolli Unterkunft bin ere härzliche Familie gfunde und au es paar ganz gueti Lüt troffe.
Do han i au zum erschte mol mit Yheimische über e Pinochet, si Tod und sini Diktatur gschwätzt. Wenn me jetzt in däm wyt entwicklete Land umereist, cha me sich chuum vorschtelle dass es vor es paar Johr no unter so'n emne schreckliche Diktator glitte het. Ich ha jedefalls niemer troffe wo'n ihn nid abgrundtief hasst und nid uf dr Schtrooss isch go fiire wo'n er gschtorbe isch. "Pero se fue sin pagar", säge sie do, er sig aber gange ohni sini Rächnig z'zahle. Wie au immer, es isch wohl eifach guet dass er wäg isch.

Vo La Serena us han i e Tagesusflug zum ene Pinguin-Reservat gmacht. In däm
"Reserva Nacional Pingüino Humbold" gits nid nume die chleine, tappige Humbold-Pinguin z'gseh, sondern au dutzendi vo wytere Vögel wie Pelikan, Albatros, und all die andere wo'n i d'Näme nid kenn.
Es het au Seeleue und See-Elefante wo dört umelümmle. Und als Zückerli händ uns zwüschezytlich no zwei Gruppe vo neugierige Delfin uf dr Bootsfahrt begleitet.

 

Chile

13. Januar 2007

 

Santiago / Valparaíso

Churz vor Wiehnachte bin i us em Norde nach Santiago cho. Das isch e erschtuunlich schmucki, ziemlich suuberi und hochentwickleti Grossstadt. Chunnt mer jedefalls ziemlich europäisch vor.
Ich bi am Morge früeh mit em Nachtbus acho, und öppe 10 Minute nach minere Akunft het mir in dr Metro eine s'Portemonnaie gschtohle. Do bin i also tatsächlich doch no Opfer vom ene kriminelle Akt worde - nach 232 Täg reise. Nach Länder wie Guatemala, Honduras und Kolumbie het's mi usgrächnet im höchschtzivilisierte Ort verwütscht... ts-ts-ts. Aber das alte Mannli het sini Sach ganz gschickt gmacht: e vortüschte Schwächeafall in dr Metro, und ich han em wider uf d'Bei gholfe nachdäm er vor mini Füess gheit isch. Und denn han i 5 Sekunde bruucht bis i gluegt ha, ob i's Portemonnaie no im Hosesack ha. Aber bis denn isch d'Metro scho wider abgfahre und s'Mannli isch uf em Perron gschtande, mit mim Portemonnaie in sim Sack... Aber es isch jo nume Gäld gsi - nid emol bsunders viel. Aber es närvt mi trotzdäm, dass er mi übertölplet het...!

Am nöchschte Tag bin i denn bereits wyter nach Valparaíso. Im Bus han i zuefälligerwys dr Alessandro widertroffe. Ihn han i uf dr Wildwescht-Tour in Tupiza kenneglernt und sit Salta nüm gseh. Mir sind denn z'zweite chli d'Stadt go aluege, und nachdäm er zrugg nach Santiago gange isch, han i mi wider mit dr Martina, em Steve und em Billy troffe.
Valparaíso isch zwar au e ziemlich grossi Stadt, aber mit dene ganz viele chleine Hügel mit Ussicht uf's Meer, mit de schöne bunte Hüüser und de schmucke Gässli chunnt's eim viel chleiner vor. Und es isch würkli üsserscht sympathisch.

Unseri Wiehnachte isch super gsi! Definitiv emol öppis anders! Mir händ zwar au es Tannebäumli gha, und es paar chleini Gschänkli het's au geh, aber dr Ort, s'Meer und die hochsummerliche Temperature sind doch eher untypisch gsi.
Am 25. sind mer jedefalls ziemlich arg verkateret ufgschtande, und denn het's grad emol es Champagner-Z'Morge geh. Aschliessend sind mer an Strand - es isch jo so'n e extrem heisse Tag gsi! Natürlich händ mer unses Tannebäumli mitgnoh und händ denn e glatti Foto-Session duregeh - sehr zum Amusement vo de Yheimische.
Wider zrugg in unserem Hostal het uns d'Martina 2 gschtopfti Güggel als Wiehnachtsässe zuebereitet. Und so wär denn au das mit em viele viele feine Ässe an Wiehnachte abghoogt gsi.

Nach Wiehnachte sind denn die beide Schotte wider ihrne eigene Wäg noche, das heisst: zrugg nordwärts nach Perú. D'Martina und ich händ uns entschlosse, bis Neujohr in Valparaíso z'blybe. Schliesslich isch das in Chile DÄ Ort, zum Silveschter z'verbringe. Und au das Johr sind wider anderthalb Millione(!!!) Tourischte für Silveschter nach Valparaíso cho. D'Priise für e Übernachtig schtiege über die Täg jewyls bis uf's achtfache vom Normalpriis.
Unseri Hostal-Bsitzer händ sich während dene Täg chli Ferie gönnt. Schliesslich isch es jo eh scho sit Tage usbuecht gsi, und so het's kei Recepcionischt meh bruucht. Und das isch au no rächt schräg, wenn me imene Hostal 3 Täg lang schturmfrey het!
Vor em Johresändi sind mer no in de Sanddüne nördlich vo Valparaíso go Usrytte. Zur Abwächslig han i mol es guet erzognigs Ross gha, wo immer schön brav gmacht het, was i ha welle. Und galoppiere het's au chönne, am Strand entlang isch das extrem fätzig gsi. Wenn au niemols eso unglaublich schnäll wie dr "Oscuro" in Bolivie...!
Mir händ uns denn sehr guet mit dere Familie, wo die Ross-Toure macht, verschtande, und sie händ uns für e Silveschter zu ihne yglade. Sie händ es wunderschöns, grosses Huus (mit 70 Ross und 50 Chüeh) uf em Hügel mit Super-Ussicht uf's Meer und die ganzi Bucht. Und so händ mer beschlosse, dr Silveschter nid wie d'Sardine in dr Büchse mit de räschtliche 1.5 Millione Tourischte in Valparaíso z'verbringe, sondern mit dene Lüt und ihrne Fründe. Das isch denn zwar nid eso extrem partymässig abgange wie d'unde in dr Stadt, aber mir händ e glatte'n Obe gha mit rund 30 Lüt, grossem Füür, Grilliere und ere Top-Ussicht uf's "gröschte Silveschter-Füürwärk vo Südamerika".

S'Neue Johr isch denn wieder emol liecht verkateret losgange. Mir sind grad zrugg nach Santiago, wül d'Martina am nöchschte Tag in aller Hergottsfrüehi ihre Rückflug nach Nicaragua gha het. Die nöchschte Täg sind denn es ziemlichs Januarloch gsi. Nach em Kater als erschts wider emol e Abschied, denn die bis im März usbuechti Fähri nach Südpatagonie und schliesslich s'Feschtsitze in Santiago und die leidigi Gschicht vom Päckli. Und ledschteri goht folgendermasse....:

S'Mami het mer afangs Dezämber s'Zält und es paar wyteri Campingutensilie poschtlagernd nach Santiago gschickt. Aber au afangs Januar isch das Teil no immer nonig dört acho. In Abetracht vo de vergangene Fiirtig han i dänkt: "jo guet, warte mer doch no es Bitzli." S'Päckli sig sit 2 Wuche bim Zoll am Flughafe vo Santiago, han i denn es paar Täg schpöter dank em Verfolgigsdienscht vo dr schwizer Poscht in Erfahrig brocht. Aber wo denn die chilenischi Poscht au nach ere wytere knappe Wuche das Päckli nid becho het, han i d'Hoffnig ufgeh. Normalerwys sig's nid länger als 5 Täg bim Zoll... Tja, so isch es wohl schlicht und eifach klaut worde, am chilenische Zoll.

Ich ha mer unterdesse es schöns neus Zält kauft und au es Campingmätteli, Chocher, Pfanne und all dr anderi Grümpel wo mer no gfehlt het. Und jetzt chani nach 10 Täg Santiago ändlich verloh! Es isch jo nid eso, dass i die Stadt ghasst hät, aber es git halt eifach soooo viel Ort in däm Land wo viel viel schöner sind. Zum Byschpiel s'Seä-Gebiet, und genau dörthie füehrt mi mini Reis als nöchschts...

 

Chile

28. Januar 2007

 

 

Araucanía: Pucón / P.N. Huerquehue

Schön isch es in dr Region Araucanía! Es het viel schöni blaui Seeä, Hügel, Wälder, Wiese mit grasende Chüeh, Bärge, verschneiti Vulkän und natürlich vieli vo dene schöne Bäum wo dr Region dr Name geh händ: Araukarie.

Ich ha mi denn als erschts mol im Ort
Pucón niedergloh. Das isch es schöns Dorf mit Holzhüser und ligt am ene schöne See. Und bsunders ydrücklich isch dr verschneiti aktivi Vulkan Villarica, wo ständig dampfend über em Dorf thront. Dr Ort isch leider sehr touristisch; näbscht sehr viele Chilene, Argentinier und Brasilianer wimmlets vo Amis, Dütsche, Holläner und Schwizer. Jo, und Israelis het's natürlich au do. Aber es isch trotzdäm schön!
Je südlicher dass me goht, desto meh gschpürt me dr Yfluss vo de Dütsche Ywanderer, wo sich im vorledschte Johrhundert do niedergloh händ. So findet me sehr vieli dütschi Näme (z.B. "Bäckerei Holzapfel"), und au in dr Alltags-Schprooch het's viel Wörter wo eigentlich dütsch sind. So git's in jedem Café "Kuchen" und s'zapfte Bier nennt me "Schop" (vo Schoppen).
Aber es git au es "Hotel Interlaken", es paar schwizer Restaurants, Fondue an jedem Egge und Schoggi sowieso...

Als erschti Aktivität han i denn d'Beschtiegig vom Vulkan
Villarica in Agriff gnoh. Das goht zwar au steil duruf für 5 Schtund uf Schnee und Iis, mit Schtiegyse und Iispickel, aber im Verglych zu andere Toure isch es eigentlich nid meh als e Spaziergang!
Aber d'Ussicht - bsunders bim Sunneufgang - isch phänomenal! Wie immer het's kei einzigi Wolke gha am Himmel - schynbar Top-Bedingige zum Beschtiege vom Vulkan. Schliesslich isch mer s'Wätterglück nid immer hold gsi bi de Vulkän in Mittelamerika. Und tatsächlich het's mer au dasmol e Strich durch d'Rächnig gmacht: dr Wind isch so stark worde, dass mer 2h vor em Gipfel wider händ müesse umchehre. Es het eim dört obe eifach vo de Füess bloose!
Als Troschtpflaschter isch uns denn im Hostel drfür chli Gratis-Bier usgschänkt worde - viel Gratis-Bier...!

Als nöchschts bin i denn uf e 4-tägigi Trekkingtour im
Parque Nacional Huerquehue. Dr Rucksack mit allem Ässe für die 4 Täg isch scho no ziemlich schwer gsi! Eigentlich beängschtigend schwer, wenn i bedänk, dass i no bis 10-tägigi Toure uf miner Wunschlischte ha! Aber das goht denn scho...! Am erschte Tag isch es denn grad emol ziemlich steil duruf - aber mit ere wahnsinnige Ussicht über e nöchschti See und uf e dampfende Villarica. Zuefälligerwys han d'Catherine troffe, e Irländerin wo'n i vom Hostel in La Serena und vo dr Pinguin-Tour kenn. Wieder emol e chleini Wält! Und so bin i am erschte Tag mit ihre chli durch die schöne Wälder um die ruhige Seeli gwanderet. Sie isch aber eini vo dene Tagesusflügler gsi und isch am Nomittag wider zrugg, währenddäm ich tiefer in Nationalpark vordrunge bi. Dört het's denn plötzlich gar keini Lüt meh, und me isch allei in dr Natur, in de Araukariewälder mit de rotchöpfige Spächte und so. Nach 10 Wuche uf em bolivianische Altiplano und in dr Wüeschti Atacama, wo's eifach kei einzige Baum git, han ich's sooo gnosse in dene schöne Wälder! Aber au "Tábanos" het's gha, das sind ziemlich läschtigi Rossbräme. Vo dene het's zur Zyt extrem viel: usserhalb vo dä Wälder chöme sie immer öppe z'sächste uf eim los. Zum Glück sind sie relativ plump, und me cha se guet z'Tod schloh. Am einte Nomittag han i mol 130 Tábanos niedergschtreckt, bis i nach 4 Schtunde wider mit em zähle ufghört ha. S'einte Mol vier uf ei Streich - scho fascht so guet wie s'tapfere Schneiderlein...!
Bim Campiere im Park han i denn dr Ueli und d'Martina troffe, es schwizer Pärli wo uf em gliche Wäg gsi isch. Und so sind mer denn z'dritte wyter. Uf dr andere Syte vom Nationalpark händ uns die Yheimische nid nume e Platz zum Zälte chöne abiete, sondern au es grooosses, chalts Bier und die schönschte Thermalquelle! Isch jedefalls herrlich gsi! Und denn isch es in 2 Täg wider zrugg an Usgangspunkt und nach Pucón.
Mini so oft gflickte Wanderschueh händ bi däm Trek definitiv dr Geischt ufgeh und sind total usenandgheyt. Aber nach 12 Johr isch es viellicht au Zyt worde zum neui chaufe. Und so han i mir denn in Pucón es Paar neui erschtande und erfreu mi sitdäm an de Fortschritt und Errungeschafte, wo d'Wanderschueh-Forschig in de ledschte 12 Johr hervorbrocht het.

Bevor i Pucón wider verloh ha, han i doch no dä trotzendi Vulkan
Villarica welle beschtiege. Ich ha also e zweite Alauf gnoh...
Au das Mol isch dr Himmel wolkelos gsi. Und das Mol het's chuum Wind gha. Und so isch die Expedition au ganz locker über d'Bühni gange. Leider cha me zur Zyt d´Lava im Krater nid gseh blubbere, dr Lavaspiegel ligt grad relativ tief. Aber au ohni Lavasicht isch es es tolls Erläbnis gsi! Und dr Abstieg isch au ganz glatt gsi: uf em Hosebode rutscht me die steile verschneite Häng durab. Und au dasmol het's im Hostel wieder Gratis-Bier geh. Nid als Troschtpflaschter, sondern als... ähm... jo, wieso au nid!?!

 

Chile

28. Januar 2007

 

 

Seeägebiet: Puerto Varas / P.N. Vicente Pérez Rosales

D'Región de los Lagos isch, wie dr Name loht lo vermuete, vor allem durch schöni Seeä prägt. Eigentlich gseht's ziemlich ähnlich us wie in Araucanía. Au do het's verschneiti Vulkän, schöni Wälder, Wiese und Chüeh.

Als Heimbasis han i s'Städtli Puerto Varas usgwählt. Au das Kaff ligt amene schöne See, und dr Nationalpark Vicente Pérez Rosales isch ganz in dr Nöchi. Und in däm Park han i mi nöchschti 3-Tages-Trek plant gha.

Ich ha mi denn mit em Andreas, emene bayrische Zimmermaa - natürlich mit traditioneller dütscher Zimmermaakluft unterwägs - Richtig Nationalpark ufgmacht. Zum an Startpunkt vo dr Wanderig z'glange, händ mer mit emne Boot über e See in e bestimmti Bucht müesse gfahre wärde. Und die asässige Böötler händ es halbs Vermöge drfür welle. Glücklicherwys händ mer denn dört an däm See dr Franzos Nico troffe. Dä het zwar gar nid vor gha, irgend e Trek z'mache. Aber wül mer so geili Sieche sind, händ mer ihn schnäll drvo überzügt gha, mitz'cho. So händ mer dr Priis für d'Überfahrt schliesslich chönne durch 3 teile. Er het zwar sis ganze Gepäck drby gha - einiges zum 3 Täg lang schleppe - aber jä nu.

Und so sind mer denn über e See; zweiehalb Schtund vo unerbittliche Tábanos verfolgt, beläschtigt und gschtoche. Und denn isch es z'Fuess wyter dur e Wald, über chleini, extrem waggligi Holz-Hängebrugge. Hüfig händ sie riesigi Löcher zwüsche de Bodebrätter und keis Gländer gha. Aber es söll jo au es bitz es Abentüür sy...
Mir sind chli schpoot dra gsi, und so isch es scho ziemlich dunkel gsi, bis mer am Zältplatz bi de Thermalquelle acho sind. Aber au do isch s'Thermalbad super gsi - das Mol in Form vo 2 Holz-Badwanne. Denn, unter emne atemberaubende Stärnehimmel het's Lagerfüür, Z'Nacht und schliesslich e ruhegi Nacht mit guetem Schloof geh.
Am zweite Tag het's grägnet. Dr ganz Tag. Nid allzu fescht, aber stetig. Nachdäm mir uns uf Wanderwäg vorwärtsgschafft händ, wo eigentlich meh Bäch als Wäg gsi sind, sind mir bald bim nöchschte Zältplatz acho. Am ene malerische chleine See, bi dr abgschiedene Farm vo dr fründliche Büürin Iris, wo sich über jedes Gschpröch mit Wanderer freut (und ihne gärn as paar Pesos für's Zältle abchnöpft). Aber mir sind froh gsi, dass mer im Unterstand unseri Sache händ chönne tröchne, Schärme gha händ zum Choche und früsches Brot händ chöne chaufe.
Am dritte Tag het d'Sunne wider duredruckt. Und nach chli Räge und chli Sunne sind mer bald wider in dr Zivilisation gsi.

 

Chile

29. Januar 2007

 

 

Päckligschicht: dr ledschti Akt

D´Päckligschicht isch mit em Ufgeh vo dr Hoffnig und dr Abreis us Santiago Mitti Januar nonig abgschlosse gsi...

Es isch unglaublich: nach 42 Täg het die chilenischi Poscht mis Päckli doch no becho! Es isch also doch nid klaut worde, sondern eifach 4 Wuche lang bim Zoll umegläge. Und denn, nachdäm i mir in Santiago es Zält kauft ha, und 900km wyter südlich greist bi, han i's in Santiago chönne go abhole...!!! Tja, voll suboptimal gloffe.
Telefonisch wyterleite oder vo öper anderem lo abhole han i's nid chönne, und so bin i halt wohl oder übel wider emol nach Santiago gfahre. Nid mini Lieblingsstadt!

Mission Päckli: Schnäll mit emne Nachtbus in 12h uf Santiago ufe, Paket bi dr Poscht hole und mit em nöchschte Nachtbus in 12h wider zrugg uf Puerto Varas. Vo dört mis neue chilenische Zält in d'Schwiz schicke. Und abgseh vo viele verschlampte Täg und es paar verlorene Batze isch es, als wär die ganzi Päckligschicht gar nie passiert...

- E N D E –

 

Chile

19. Februar 2007

 

Ushuaia / Tierra del Fuego

Us em Seeägebiet in Chile han i e Flug gnoh nach Ushuaia uf em argentinische Teil vo Füürland. Eigentlich han i d'Reis in färne Süde jo mit em Schiff welle mache, aber die händ irgend e Havarie gha, und so het das ebe nid klappt. Aber mit em Flugi isch das au ganz guet gange und erscht rächt no viel schnäller.

Ushuaia sig die südlichschti Stadt vo dr Wält, säge d'Argentinier. Das stimmt irgendwie au, aber irgendwie ebe doch nid. Es chunnt e chli uf d'Definition vom Begriff "Stadt" a. Es git nämli no es Kaff uf ere chilenische Insle bitzli wyter südlich, aber das isch denn halt kei Stadt sondern es Dorf... Naja, d'Argentinier säge no viel. Es het au bi jedem Gränzübergang do unde es Schild wo druf stoht "Las Malvinas son Argentina" ("Die Falklandinseln sind Argentinien"). Aber sowyt ich mi cha erinnere, händ d'Engländer dr Falklandchrieg gwunne und die Insle sind halt ebe in britischem Bsitz...

Ushuaia isch an sich nüt bsunders schöns. Aber d'Lag am Beagle-Kanal mit de Inseli und de verschneite Bärge rundume isch scho no speziell. S'Klima isch sehr rauh, es isch chüehl und es windet sehr stark. Me cha d'Nöchi zu dr Antarktis würkli gschpüre. Allerdings het, wo'n ich acho bi, d'Sunne gschune und es isch herrlichs T-Shirt-Wätter gsi. Ich ha denn schpöter aber au dr alltäglichi Räge, die schwarze Wolke, dr Schnee und dr unglaublich starki Wind vo Füürland kenneglernt.

Es het sehr viel Tourischte in Ushuaia; Rucksäckler wie au die eher wohlhabendere Tourischte wo mit de Chrüzfahrtsschiff verbychöme oder die wo sich e Usflug in d'Antarktis chönne leischte (2500-5000 US$). Es zieht halt alli a, s'"Endi vo dr Wält" z'gseh.
Für mi het Tierra del Fuego au e ziemlich spezielli Bedütig gha. Ich bi in de ledschte 9 Mönet ständig südwärts greist, immer richtig Füürland. Es isch ständig es Ziel gsi, irgendwo hinter em Horizont. Und denn bin i plötzlich dört... Es isch e Ort, wo mir bsunders bewusst worde isch, was für e Traum ich mir mit dere Reis erfüll. Tja, und was macht me nachdäm sini Träum in Erfüllig gange sind?!? Ich ha mi halt eifach um 180º dreiht, und reis unterdesse nordwärts. Do git's no ganz viel anderi Ort, wo'n i cha apeile und wo genauso e Inbegriff vo mim Reisetraum sind.

Schliesslich bin i e Wuche lang in Ushuaia blibe. Ich ha es paar ganz gueti Lüt troffe und ha es paar Usflüg gmacht.
Dr Pflichtusflug isch e Bootstour uf em Beaglekanal. Das isch dä Meeresarm wo Ushuaia dra ligt. Ich ha die Tour nid wie die meischte andere mit eim vo de grosse Katamaran gmacht, sondern in ere chleine Gruppe uf emene Segelboot. S'Sägle isch genial gsi: dr Wind het peitscht, d'Wälle händ gschprützt und es isch chalt gsi. Genau so sött's jo au sy am Endi vo dr Wält!
Und denn natürlich no dr Nationalpark "Tierra del Fuego", wo me cha entlang vo schöne Buchte, durch Wälder und an Seeä wandere. Me gseht Biberdämm, viel Habichte, Spächte und uuunglaublich viel Chüngel.

D'Wyterreis isch denn wider uf chilenisches Gebiet nach Puerto Natales. Dr Bus het öppe peruanische Standard gha, d'Schtross isch so holperig wie in Bolivie und d'Distanze sind so gross wie in Kolumbie. Nid die beschti Kombination! Schliesslich het die Fahrt denn langi 17 Schtund duurt.
Bi dr Magellan-Schtrooss, wo d'Insle Füürland vom Feschtland trennt, het dr Bus uf d'Fähri müesse - e gueti Glägeheit zum ändlich mol d'Bei z'schtrecke. Dr Wind dört isch so stark gsi, dass es eim würkli schier vo de Füess ghaue het. Und denn immer böig, dass me ständig am torkle isch und effektiv all paar Meter fascht umgheyt. Isch wie bsoffe sy, aber weniger glatt.
Ich bi denn mol uf d'Fähri, wo sie ändlich cho isch, und ha erscht uf dr andere Site gmerkt, dass mi Bus gar nid mit druf gsi isch. Und so bin ich also uf em Feschtland ghockt, während dr Bus mit mim Rucksack no uf Füürland gsi isch. Aber e gueti Schtund schpöter het's denn au mi Bus uf d'Fähri gschafft und d'Reis isch wytergange.

 

Argentina

19. Februar 2007

Puerto Natales / Torres del Paine

Als nöchschts bin i also nach Puerto Natales, s'Sprungbrätt in berüehmt Nationalpark Torres del Paine. Mit em "Paine" isch mer definitiv wider eis vo de grosse Highlights vo minere Reis bevorgschtande. Für mi isch dä Nationalpark jedefalls scho länger e grosse Traum gsi, und s'einte oder andere Bild vo dört het im Büro au mi Bildschirmhintergrund ziert gha.

Am Tag bevor i in Nationalparkark bi, bin i schpontan no go Kajak fahre. Eigentlich han i mit einere abgmacht gha zum Z'Mittagässe, aber denn het uns uf dr Schtrooss eine gfrogt, ob mer nid Luscht heige uf 2 Schtund gratis Kajakfahre. Das isch irgend e Organisator gsi vom ene Abentüür-Kajak-Triathlon-Dingsbums, und dä het welle es paar Föteli mache für sini Flyer und Homepage. Und do het er halt no zwei bruucht wo im ene Kajak uf em Fjord umepaddle. Ich bi jo bishär no nie im ene Kajak ghockt. Und s'iis-chalte Wasser bi ziemlich chüehlem Wätter het mi au nid bsunders agmacht... Aber hejo, Kajakfahre im Fjord bi Puerto Natales mit es paar verschneite Bärge im Hintergrund, wieso au nid?! Isch würkli ganz cool gsi! Das mues i wider emol mache, villicht emol e mehrtägige Kajaktrek in Skandinavie oder sowas...?!

So, jetzt aber zrugg zum Torres del Paine. Dä cha me churz gseit uf zwei Arte durchwandere: entweder e ca. 4-tägige W-förmige Trek oder e 7- bis 9-tägige Circuit, wo s"W" beinhaltet. Es git zwar au Lüt wo nume für ei oder zwei Täg gönd, aber das isch fertige Gugus, do gseht me gar nüt.
Für mich isch natürlich dr grossi Circuito uf em Programm gschtande. Und so han i mi mol uf 9 Täg vorbereitet, und ha min einewäg scho guet gfüllti Rucksack no mit knapp 10kg Food gschtopft. Läck isch das Teil schwer gsi!!! Ich schätz: öppe 25kg, am Afang! Wül's in Puerto Natales weder Polenta no Couscous z'chaufe git, isch 9x Pasta uf em Schpiisplan gschtande. Und wül mer d'Sauce denn definitiv z'schwer gsi isch, het's die Pasta denn ame blutt geh. D'Abwächslig het dodrin beschtande, dass es einisch Macaroni geh het, denn mol Spirale und es anders mol Krawättli.

Wül mini potenzielli Trekkingpartnerin churzfrischtig en andere Wäg ygschlage het und ich in Puerto Natales fascht keini Circuito-Trekkers troffe ha, han i mi mol allei uf e Wäg gmacht. Es het in däm Park immer sehr viel Trekker, und me trifft jo unterwägs au immer zwägi Lüt.

D'Wätterprognose händ mi im Vorfäld no chli skeptisch gschtimmt. Nach eim Tag wächselhaft sind 3 Täg Rägewätter agseit gsi. Aber Wätterprognose in dere Region sind eh unmöglich, wül s'Wätter do immer sehr wächselhaft isch, und hinter jedem Bärg het's wider es eignigs Mikroklima.
Scho am erschte Tag het sich das bewohrheitet: am Afang isch es bewölkt gsi und es het so extrem gschtürmt, dass es eim schier umbloose het. E Schtund schpöter isch dr Himmel mehrheitlich blau gsi, null Wind und d'Sunne het abebrätscht, heiss! Und churz vor Akunft bim erschte Campingplatz het dr Schneefall ygsetzt. Tja, Patagonie: die 4 Johreszyte innerhalb vo eim Nomitag. Me glaubt's nid wenn me's nid sälber erläbt het. Aber während all dere Zyt im Torres del Paine han i würkli extrems Wätterglück gha: meischtens chli Sunne, nume 2 Täg bedeckt und 2 Täg wolklelose blaue Himmel (git's doch dört offiziell gar nid!), grägnet het's nume eis einzigs Mol es bitzli und das nume in dr Nacht.

Nach em erschte Abstächer, uf eim eigentliche Circuito bin i immer chli im gliiche familiäre Kreis unterwägs gsi. Es gönd alli dr glychi Wäg und so het me enand immer wieder z'obe uf em nöchschte Campingplatz atroffe und au uf em Wäg öppedie gseh. Und denn het me z'obe au mol es Wyli oder Bierli zäme gnoh (wird dört zu Wucherpriise verchauft) und me het's guet gha... Mini Lüt sind alles Chilene, Brasilianer, Argentinier und e Spanier gsi. Das het mer au viel besser passt, als englisch-schprochigi Gringos.

Landschaftsmässig isch dä Trek absolut spitzemässig: jede Tag e anderi Landschaft, und immer wider gseht me Sache, wo me numeno cha schtuune. Drum het's halt au fascht nume Landschaftsföteli uf dr Foto-Website. Das isch villicht chli oed, aber schön isch es ebe doch!
Zu de Highlights ghöre sicher d'"Torres", die turmartige Bärgspitze wo am Park dr Name geh händ; die unglaublich bluemige Bluemwiese bim Rio Paine; d'Ussicht uf e riesige Grey-Gletscher und s'donnernde Chalbe vo däm Gletscher in graui Lago Grey; dr Ablick vo de Cuernos über em extrem türkisfarbige Lago Pehoé;..... und und und...

Bsunders cool isch d'Überquerig vom John-Gardner-Pass gsi. Ich ha mi dört extrem uf die vielbeschwärmti Ussicht uf e Grey-Gletscher gfreut und bi drum hochmotiviert und voller Vorfreud und hoche Erwartige gege'n e Sturm s'steile Gröllfäld durufgrennt. Genau über em Pass händ d'Wolke wie'n e Strich ufghört und me het scho vo unde dr blaui Himmel uf dr andere Syte chöne erahne. Und wenn me denn uf d'Passhöchi chunnt, d'Sunne schtrahlt, und unter em stahlblaue Himmel dr riesigi, ydrücklichi Gletscher liegt, denn gheyt eim scho dr Unterchiefer abe... Gletscher sowyt me gseht, vo gaaaaanz links bis gaaaaanz rächts... Das han i würkli s'absolute Highlight vom ganze Trek gfunde!

Am 7. Tag han i em Circuito schpontan no e chleini Extraschlaufe aghänkt. Z'erscht absyts vo de grosse Tourischteschtröm dur e schöni wyti Wieselandschaft und am nöchschte Tag drfür mit all de Tagestusflügler, Oldies, Praliné-Tourischte und Refugio-Schöggeler per Katamaran wider zrugg.

Tja, es het würkli eifach alles passt uf däm Trek! 10 Täg sind's schlussändlich worde, und es isch dr absolut Wahnsinn gsi! :-)

 

Chile

15. März 2007

 

El Calafate

Es isch zwar unterdesse au scho e Monet här, sit i dört gsi bi, aber bi halt e chli wäg gsi vom Fänschter für längeri Zyt.

El Calafate isch e sehr touristische Ort. Es goht wohl jede Argentinie-Reisendi dört verby zum dr groossi Gletscher Perito Moreno go aluege. Drum het's dört denn au viel eher tüüri Restaurants und Touri-Shops. Anderersyts git's denn halt au die riesige feine Steaks, guete Kaffi, huusgmachti Glace und gluschtigi Torte...

Wo'n ich dört gsi bi, het's grad no es Gratis-Openair-Konzärt geh. Irgendwelchi Rockbands, wo'n i zwar nid kennt ha, wo aber in Argentinie schynts ganz gross sind. Ich bi denn mit zwei Schwizer, wo'n i Mitti Januar im Huerquehue-Nationalpark kenneglernt ha, dört chli go d'Sau useloh. Aber für Openair isch es eigentlich scho no rächt chalt gsi in dr Nacht.

Und denn bi natürlich au ich die groossi Attraktion go aluge: dr Perito-Moreno-Gletscher. Dä isch nid nume durch sini Grössi (dopplet so gross wie unsere Aletschgletscher) beydruckend, sondern vor allem wül sis untere Ändi e 60 Meter hochi sänkrächti Iiswand darstellt. Das isch übrigens so hoch wie'n es 20-stöckigs Gebäude, also scho no ydrücklich. Und denn stürze vo dere Wand immer wieder grösseri Iisbrocke in Lago Argentino. Ich ha zwar nume es paar chleini Stückli gseh gheye, aber wenn me s'Donnergrolle drvo ghört, realisiert me, dass au die "chleine" Stückli e Grössi händ vo irgendwas zwüsche Autobus und Eifamiliehüsli. Me verliert dört würkli dr Bezug zu dr Grössi.

 

Argentina

16. März 2007

 

EL Chaltén / P.N. Los Glaciares

Vo El Calafate isch es, wenn me uf dr Charte luegt, au nume e Chatzesprung bis nach El Chaltén. Aber effektiv wärde's denn doch 4 Stunde Busfahrt. Es isch do halt alles chli wyt ewäg vonenand.

El Chaltén isch es ziemlich schrägs Dorf. Es isch erscht 1985 gründet worde, aber wachst in rasantem Tempo. Sehr viel Trekker und Bärgschtyger chöme in dr Hochsaison dohie zum im Nationalpark Los Glaciares ihrne Freyzyt-Aktivitäte z'fröhne. Im Winter schrumpft denn d'Bevölkerig vo 1000 Ywohner wieder uf 200 Seele. Alles het irgendwie no chli Pionier-Charakter, Lüt chöme do use zum e neui Existänz ufbaue; e Bäckerei, es Kaffi, es familiärs Hostal... Aber e Bancomat oder Wächselschtube git's no genausowenig wie'n e Poscht. Näbscht de schöne Holzhüüsli het's sehr viel Baustelle und Rohbaute. D'Schtroosse sind Kies und Sand, und drum het's bi däm ständige starke Wind au immer reichlich Staub in dr Luft und folglich au in de Auge.
Aber mir het's sehr guet gfalle do. Irgendwo im Nirgendwo mit Sicht uf d'Bärge Fitzroy und Cerro Torre. D'Lüt sind wider viel härzlicher als im vom Tourismus verwöhnte El Calafate, und die huusgmachti Schoggi und Glace wo's do git, isch also au nid z'verachte!

Au wenn ich mi in däm komische Dorf so wohl gfühlt ha, han i doch im Nationalpark wider es paar Täg welle go trekke. Und so han i mi wider emol ufgmacht mit mim Rucksack, zum bi blauem Himmel und Sunneschyn die schöne Bärge go beglotze. Und wie scho im P.N. Torres del Paine han i au do reichlich Wätterglück gha. Die beide Vorzeigebärge vo dere Region, dr Cerro Torre und vor allem dr Fitzroy zeige sich nämlich sehr sälte ohni Wolkeschleyer. Drum heisst dr Cerro Fitzroy in dr Indianerschprooch au Chaltén, was "rauchender Berg" bedütet. Wie au immer, ich ha die Höger jedefalls scho am erschte Tag z'gseh becho. Dr zweiti Tag isch denn aber so extrem windig gsi, dass i mi fascht nid zum Zält use getraut ha. Wäg em Wind het's so viel Staub, Sand und sogar Chieselsteinli in dr Luft gha, dass me regelrächt sandgstrahlt worde isch. Und dört, wo am Vortag no e Gletscher und dr Cerro Torre gsi sind, isch numeno e graui Wolkewand gsi. Wo'n i denn aber am dritte Tag dr Chopf zum Zält usegschtreckt ha, isch s'Wätter schlicht perfekt gsi: wolkelos, warm und absolut windstill. Dir chönet wohrschynlich gar nid nochvollzieh, wie schräg das isch. Aber so ganz ohni Wind het me eifach s'Gfüehl, öppis stimmt nid...
Wo'n i uf em Wäg zum Fitzroy gsi bi, isch mer en alte Bekannte entgegecho: dr Andreas, mi bayrische Zimmermaa, Zimmergenosse us Pucón und Trekking-Compañero vo Puerto Varas. Mir sind denn grad mol am Wägrand abghockt und händ enand bis churz vor Sunneuntergang verzellt, was mer so gmacht händ in de ledschte 4 Wuche.
Dr nöchschti Tag het wider mit Wind, Räge und dicke Wolke agfange. Aber vor em Mittag isch d'Sunne vürecho, und ei Gipfel nach em andere het sich zeigt. Wie'n es inszenierts Theater mit em grosse Fitzroy als Hauptdarsteller. Inklusive Rägeboge, bis schliesslich au dr gröschti Bärg mit sine Star-Allüre sich sine ledschte Wolkefätze entledigt het, und sich alli vor em blaue Himmel präsentiert händ. Und das, mini liebe, macht also dr Sir Fitzroy nid jede Tag! D'Bärgschtyger warte meischtens wuchelang uf guets Wätter, ame au über e Monet...! Es isch jedefalls herrlich gsi: sünnele, schtuune und die grosse Kondore beobachte, wo do scho fascht in Masse am Himmel umekurve.
Und vom nöchschte Tag a isch es sehr chalt worde. Ich bi denn im Schneesturm wider zrugg nach El Chaltén, und ha mer dört immer mol wider es Stück Öpfelstrudel und e heissi Schoggi ynezoge. E sehr chalte Altwybersummer isch das gsi!

Als nöchschts han i denn z'Fuess vo El Chaltén über die chilenischi Gränze welle. Das heisst: mit emne Bus an e See wo me mit emne Bötli cha überquere, denn 22km z'Fuess über d'Gränze, bis me wider an e See chunnt. Dört gits 2x pro Wuche es Boot wo eim uf d'Nordsyte bringt. Und vo dört sind's denn nume no es paar wenigi Kilometer bis nach Villa O'Higgins, s'südlichschte Dorf an dr chilenische Carretera Austral.
Am schöne See uf dr argentinische Syte, em Lago del Desierto, han i denn no e Nacht zältet bevor i mit em Boot überegsetzt ha. Uf dr Nordsyte het's es Hüüsli, wo die argentinische Gränzwächter ihres Büro händ. Vo Hand sind dört mini Personalie uf irgendwelchi Notizblätter gschriebe worde, und denn het's mit sehr viel Sorgfalt und Liebi dr Usreisestämpfel in mi Pass geh. Wül dört s'Läbe als Gränzwächter au nid grad dr ultimativ Stress isch (ca. 4 Reisendi pro Tag - zur Hochsaison), quatscht me au e chli mitenand und bechunnt früsch bacheni Brötli mit Kaffi offeriert. Sehr fründlichi Lüt!
Ich ha denn e Schtund vergäblich uf das Ross gwartet, wo'n i es paar Täg vorhär bschtellt ha zum mir s'Gepäck abneh. Und denn han i wohl oder übel mini 30kg Gepäck gschulteret, und ha mi uf e Wäg gmacht... wider emol nach Chile, das Mol z'Fuess.

 

Argentina

17. März 2007

 

Villa O'Higgins

Nach rund 2 Schtund Fuessmarsch han i scho d'Passhöchi erreicht. Dört isch d'Gränze, und es grosses Schild heisst eim in Chile willkomme. Vo dört a het's au an jedem zähnte Baum es Schild mit dr chilenische Flagge, e Hiwys uf die ewige Gränz-Stritigkeite zwüsche Argentinie und Chile. Dr Gränzverlauf in däm Gebiet isch sit Johrzähnte umstritte, und erscht sit 1994 ghört z.B. dr Lago del Desierto offiziell zu Argentinie.

Chli schpöter han i denn irgendwo z'mittst im ene gschpängschtig einsame Wald s'Zält ufgschlage, wo's hunderti Büsch voller Calafate-Beeri gha het. Die ässbare Beeri git's in ganz Patagonie, und d'Legände beseit, dass wär vo dene isst, beschtimmt wider nach Patagonien zrugg goh wird. Naja, wei emol luege...! Ich ha mir jedefalls ziemlich viel drvo pflückt und mer e feine Calafate-Kompott brutzlet.
Am nöchschte Tag han i denn bald dr Lago O'Higgins erreicht, ha bi de Carabineros schön brav mini Yreis gmäldet und ha uf's Boot gwartet. Bim Stäg han i denn die paar verruckte Velofahrer wieder troffe, wo'n i scho uf em Wäg gseh ha. Und bi Süppli, Kaffi und Bisquit het me quatscht und uf's Boot gwartet.
D'Überfahrt isch sehr wild gsi. Hätt nid dänkt, dass es uf eme See so rauh cha sy. S'Boot isch uf de Wälle so fescht umegschlage worde, dass es bim einte vo de Velos sogar dr Stahlrahme verbüült het!
Und öppe in dr Hälfti vo dr Fahrt isch s'Boot nöcher ans Ufer gfahre, und zwei Besatzigsmitglieder händ per Ruederboot e Schachtle zum Buurehof brocht, wo's dört z'mittst im Nirgendwo gha het. Und nach ere Viertelstund sind sie wider zrugg gruederet und händ es paar gschlachteti Schoof mitbrocht.

Churz nach em Ydunkle han i denn s'Dorf Villa O'Higgins erreicht. Und somit han i mi also persönlich drvo überzügt, dass em Kolumbus sini Theorie richtig gsi isch: Wenn me am einte Ändi vo dr Wält (z.B El Chaltén) no wyter goht, chunnt me am andere Ändi vo dr Wält (z.B. Villa O'Higgins) wider use. Und beidi Ort sind definitiv es Ändi vo dr Wält. "Quod erat demonstrandum!"

Wie au immer, ich ha es seeehr gmüetlichs Hostal gfunde. Und schlussändlich sind mer alli zäme wo uns uf em Wäg vo El Chaltén kenneglernt händ, dört glandet und händ's guet gha.
Warum läbe Mensche in Villa O'Higgins? Ehrlich gseit, ich weiss es nid! Es isch scho schön gläge,... aber es git do eifach nüt! Läck, es isch so s'ledschte Kaff! Das isch definitiv s'Ändi vo dr Wält - viel meh als Ushuaia oder irgend e Ort in ere Wüeschti oder im Dschungel. Es het nume es paar Hüüsli, und die 300 Seele wo do läbe, zeige sich au nid uf de Schtroosse. S'Highlight vo dr Wuche isch jewyls, wenn dr Laschtwage chunnt wo Frücht und Gmües bringt. Und rundume git's jo au nid viel, zu dr nöchschte Siedlig sind's über 100km, und das isch nume e Militärposchte. Zum nöchschte Bancomat sind's 219km und zu dr nöchschte Stadt 551km.
Erschlosse isch s'Dorf durch die sogenannti Carretera Austral, die 1350km langi südlichi Färnschtrooss vo Chile. Die Schtross isch unter em Pinochet ab 1976 erbaut worde (mit Hilf vo 10'000 Soldate), und 1997 het d'Carretera Austral schliesslich Villa O'Higgins erreicht. Und do hört jetzt s'chilenische Schtroosenetz uf, bzw. es fangt do a, wenn me vo Süde här chunnt. E Verchehrsverbindig zum isolierte färnschte Süde git's nume per Boot oder über d'Ande via Argentinie.
Und do bin i also an däm südlichschte Punkt vom Schtroossenetz und ha vor, dere unglaublich abgschiedene Carretera Austral entlang Richtig Norde z'reise. Dr Bus fahrt ab Villa O'Higgins nume 2x pro Wuche. Drum und wül's eifach besser passt, han i's mit Autostöpple probiert. Aber nachdäm i 2 Täg(!!!) lang vergäblich am Schtroosserand gwartet ha, han i's vorerscht mol ufgeh und ha doch dr Bus gnoh. Ganzi 3 Autos händ in dere Zyt Villa O'Higgins verloh; 2 sind voll gsi, und dr dritt isch offesichtlich asozial gsi.

 

 

Chile

18. März 2007

 

...por la carretera...

Ich bi denn also per Bus die 220km nach Cochrane gfahre. Dört wo mer mit dr Fähri über e Fjord sind, het's e Militärposchte gha, aber sunscht git's kei Zivilisation: nume Seeä, Hügel, Wälder, verschneiti Bärge, Gletscher... Ach, es isch so wunderschön do! Es isch jo nid eso, dass i in dere Abgschiedeheit chönnt läbe. Aber zum durereise isch es super!
Die Region do (Aysén) isch zweiehalb mol so gross wie d'Schwiz, und es git nume grad 10 Gmeinde! Es wohne in däm ganze Gebiet öppe nume so viel Lüt wie z.B. in Winterthur, und d'Hälfti drvo in dr Hauptstadt Coyhaique. Also die räschtliche 100'000 Quadratkilometer sind quasi menscheleer!

Cochrane isch also mi nöchschti Halt gsi. Es 4000-Seele-Dorf wo do d'Wichtigkeit von ere grössere Stadt het. Nach zweiehalb Wuche han i wider emol e Bancomat gha, Internet und e Supermarkt wo dere Bezeichnig au gerächt wird. Z'obe isch denn au dr Belgier Dirk, dr schnällscht unter de Velofahrer, im Dorf acho, und mir händ es grosses Geköche über em Lagerfüür veraschtaltet.

Nachdäm i mi mit Nahrigsmittel für d'Reis ufmunitioniert ha, het's wider gheisse "dr Finger mache", "hacer dedo" wie me do em Autostöpple seit. Nach 2 Schtund warte han i denn mini erschti Mitfahrglägeheit becho. S'erschte Fahrzüg wo in die gwünschti Richtig gfahre isch und Platz für mi gha het. Es isch e Buur gsi, wo es paar Dutzend Kilometer entfärnt sini Estancia het und mi bis zu dr Abzwygig het chönne mitneh. Dört bin i denn ziemlich ab vom Schuss gsi. Aber für im schlimmschte Fall hätt i jo s'Zält und Ässe für mehreri Täg drby gha. Das isch denn allerdings nid nötig gsi. Chuum het sich dr Staub vom ledschte Fahrzüüg wider glegt gha, isch scho s'nöchschte am Horizont uftaucht. Und so z'mittst im Nirgendwo loht eim jo niemer lo sitze, do müesst me nid emol dr Duume strecke. Und so bin i mit ere Familie us Santiago wyteri rund 100km bis zum nöchschte Dorf gfahre. Dr 8-jährig Samuel het mir denn ziemlich viel Räubergschichte verzellt, und die fründliche Eltere sind wohrschynlich au ganz froh gsi, dass emol öpper anders het müesse zuelose.

Und so bin i denn in
Puerto Guadal am schöne Lago General Carrera acho. Ich bi denn z'erscht emol dr Campingplatz go sueche, aber dä isch absolut verwahrlost gsi: e Kiesgruebe mit metertiefe Baggerspure, ohni Trinkwasser oder Latrine. Im Kies hätt i nidemol d'Hering vom Zält chönne yneschloh.
Ich bi denn in es Hostal - wohl s'einzige im Dorf. Und das isch jo ganz geil gsi: es het usgseh wie'n es alts verlassenes Hotel, wo sit Johre keini Gäscht me gseh het und sini beschte Johr wyt hinter sich het. Es alts Huus am See, verrieglet und verrammlet. Ha denn im Huus näbedra dr Bsitzer gfunde; es alts Mannli vo härzlichschter Fründlichkeit und voller Humor. Natürlich het er allei für mich sis Hostal ufgmacht. Er het mi im erschte Stock durch e langi düschteri Gang mit de gschmacklose Bilder und em usgschtopfte Kondor gfüehrt, zum Zimmer mit dr schönschte Ussicht uf e See. Er het im Schpiissaal s'Tuech vom einte vo de zuedeckte schwere Holztisch wäggnoh, dr Tisch schön deckt und mir e feini währschafti Suppe serviert und e Täller Chirsi zum Dessert. Zur Unterhaltig het er es Kassettli mit Tango-Musig gha, und vor de Fänschter isch d'Sunne über em See untergange. So extrem schräg! Aber mir händ guet quatscht mitenand, und er het mir au einigi Tipps geh zum Autostöpple. Er het eifach alles dra glegt, wie sich's für e stolze Hotelier ghört, dass ich mich füehl wie'n e König.
D'Nacht ganz allei in däm alte schräge Hotel isch fascht e chli gfürchig gsi. Dr knarrendi Bode, die schrecklichi Dekoration und kei anderi Menscheseele im Huus... Ich ha denn jedefalls d'Zimmertüre abgschlosse und ha mer s'Klappmässer uf's Nachttischli glegt... aber ich ha guet gschloofe, und am halbi siebeni het s'alte Mannli im Schpiissaal s'Z'Morge uftischt.
Und no bevor s'Dorf erwacht isch, bin i mit mim Rucksack am Dorfusgang gschtande, und ha uf mini nöchscht Mitfahrglägeheit gwartet. Au do het dr erschti aghalte, wo verbycho isch. Und er het mi in sim grosse, guet gfäderete SUV die 220km bis Villa Cerro Castillo mitgnoh. Wider durch e wunderschöni und abwächsligsriichi Landschaft, verby am Lago General Carrera, über d'Hügel, durch saftig grüeni Wälder und ins breite Tal vom Rio Ibañez.

Es sind no keini 5 Minute vergange sit minere Akunft in
Villa Cerro Castillo, wo mi irgend e Typ uf dr Schtrooss aquatscht het, und mi zum ene Mate yglade het. Mate isch en Art Tee, wo vor allem in Argentinie, Uruguay und Paraguay sehr populär isch, aber au do im Süde vo Chile hufewys trunke wird. Nach em Mate het er mir denn no z'Morge uftischt, und mir händ plauderet... Bis z'obe am nüüni han ich vom Dorf no immer nid meh als die einti Schtrooss gseh gha, und bi no überhaupt nid drzue cho, e Unterkunft z'sueche. Bi nämlig dr ganzi Tag mit ihm, er heisst übrigens Jorge, in dr Gegend ume kutschiert. Z'erscht händ mer si Schwigervater hei chauffiert, über schmali Fäld- und Waldwägli zum ene chleine Hüüsli ca. ei Schtund ewäg im ene Sytetal. Und denn sind mer si Fründ Umberto go bsueche, wo z'hinderscht hinde im ene Tal sis Buurehöfli het. Er läbt dört in absoluter Abgschiedeheit mit sinere Frau und het sini Schoof, Hüehner, Chüeh, sis Gmüesgärtli und es sehr härzigs, aber mit allem notwändige usgschtattete Hüüsli. Wenn me nid es Ross oder e grosse Jeep mit 4-Rad-Atrieb het, chunnt me gar nid dört hindere. Es goht durch Flüss und über steili Höger, bis me zum extrem abglägene Hööfli vom Umberto chunnt.
Dört het's denn natürlich z'erscht wider Mate geh, me het viel plauderet, und denn isch bald z'Mittag uftischt worde. Aschliessend händ mer 500kg Schoofswulle uf e Pickup glade und sind wider zrugg nach Villa Cerro Castillo. Aber nume zum d'Wulle wider ablade und e Fischerruete ypacke. Denn isch es wider wyter zum ene Awäse vom ene riiche Gringo, wo dr Jorge druf ufpasst. Dört sind mer mit em Motorboot uf em private Seeli umekurvt, händ gfischt, und nachdäm mer bim luxuriöse Hüüsli vom Gringo es paar zuesätzlichi Ybruchsicherige montiert händ, sind mer wider zrugg ins Dorf. Und denn bin i ins Hostal.
Am nöchschte Tag bin i denn mit em Jorge und emene Typ wo'n e alte Laschtwage het, zu'n ere Sägerei go Holz hole. Mit dere alte Ruchle vom ene Laschter händ mer über e Schtund gha pro Wäg. Und unterwägs isch au mol no d'Benzinzuefuhr kaputtgange, aber das isch denn schnäll repariert gsi.
Zum Z'Mittag und zum Z'Nacht bin i au wider bi dr Familie vom Jorge zum Ässe yglade gsi. Und s'Schoof wo'n er vom Umberto becho het isch also fein gsi! Ich ha bim Z'Nacht denn wider e wyteri regionali Kuriosität erfahre. Wo'n i "¡Buen provecho!" ("E Guete!") gwunsche ha, händ sich die andere frogend agluegt und händ afo lache. Ob me denn das do nid sägi, han i welle wüsse. "Scho, aber nid vor em Ässe, sondern natürlich nochhär." Und denn han also ich müesse lache...

Die nöchschte 3 Täg han i wider emol trekkend verbrocht. Für das het dr Bärg
Cerro Castillo gueti Glägeheit bote. Das isch e Trek, wo's cha sy, dass me während 3 Täg keinere Menscheseele begägnet. Das isch denn bi mir au so dr Fall gsi, und das passt mer eigentlich besser als die überloffene Nationalpärk wo's sunscht eso git.
Nach emne ganz passable erschte Tag, het's z'obe grägnet gha, es isch sehr chalt worde, und d'Bärge het me wäge de Wolke au nid gseh. In dr Nacht het's denn gschneit, und ich ha in Erwägig zoge, am nöchschte Tag eventuell wider um-z'chehre.
Aber wo'n i mi am Morge ändlich drzue überwunde ha, us em warme Schloofsack z'chrieche, het d'Sunne gschune, und die früsch bepuderete Bärge händ super usgseh. D'Witterigsbedingige sind also guet gsi, aber s'Terrain isch drfür üsserscht müehsam worde: nume Gröll. Loses Gröll in allne Forme und Grösse. Mol rund, mol kantig, mol fuschtgrosse Schotter, mol losi 30kg-Schtei und mol Blöck so gross wie Autos. Und denn e extrem steili Abbruchhalde duruf, wo bi jedem Schritt dr Bode unter de Füess wägrollt, -kippt oder -rutscht. Nid mis Lieblingsterrain!
Aber es isch doch e schöni Tour gsi! Trotz em Gröll. Trotz dr Chälti, wo mer über Nacht sogar die füechte Wanderschueh gfrore het. Trotz em steile Abschtieg und em Durekämpfe durch e wäglose Wald.

Jo, me merkt scho, dass dr Summer langsam verby isch, und es wird langsam aber sicher Herbscht. D'Wälder verfärbe sich gälb-orange-rot, d'Täg wärde merklich chürzer, es wird immer chüehler und d'Uhre händ mer ledscht Wuchenänd au wider uf Winterzyt umgschtellt. Wenigschtens isch d'Zytumschtellig do in Chile vo dr Bevölkerig akzeptiert, S'ledschte Mol (in Guatemala) het me jo denn plötzlich 2 Uhrzyte gha.

Jo, e ganz spezielli Zyt han i gha in Villa Cerro Castillo. Dr Jorge het mi überall hie mitgnoh, und het mir e Yblick in e Region und in es Alltagsläbe geh, wo me als Tourischt normalerwys nid bechunnt. Üsserscht fründlich het mi die ganzi Familie bewirtet, und das ganze natürlich nid zum drfür Gäld verlange, sondern wül's eifach gueti, fründlichi Lüt sind.

Trotzdäm isch es denn Zyt worde, dass i wider es Huus wyter gang. Und so bin i wider emol an Schtrosserand gschtande und ha de Autofahrer mi Duume präsentiert.
Über 3 Schtund han i müesse warte, aber denn händ mi Vater und Sohn im ene uralte Datsun mit modärnschtem Soundsystem die 100km bis Coyhaique mitgnoh.

Coyhaique isch d'Hauptstadt und mit Abstand die gröschti Ortschaft vo dr Region Aysén. Do git's zwei riesigi Supermärkt und jedi Art vo Lade wo me halt so chönnti bruuche. Do han i wider mol tolli Ässware chönne poschte und sit i El Chaltén verloh ha, zum erschte Mol wider Camping-Gas für mi Chocher.
Im Ort gseht me extrem viel Uniforme. Die einte sind vom Militär, aber dr viel grösser Ateil mache d'Schueluniforme us. Alli Teenies vo dr ganze Region chöme dohie in d'Sekundarschuele, zum Teil vo mehrere hundert Kilometer wyt ewäg. In dene chleine Käffer git's halt die Schuele nid, und d'Dischtanze sind riesig.
Ich bi do bin ere sehr fründliche Familie abgschtiege, wo es paar Zimmerli vermietet. Sehr härzlichi Lüt. Im allgemeine sind d'Lüt do extrem fründlich. Alli sind härzlich, intressiert und sehr höflich. Es erinneret mi an Kolumbie.

Wo'n i vorgeschter durch d'Schtroosse gschlenderet bi, het mer plötzlich eine zuegruefe. Es isch dr Dirk gsi, dr verruckti Belgier wo mit em Velo unterwägs isch. Mir sind denn zäme es paar Bier go neh... Es isch immer lässig, alti Bekannti am ene andere Ort wider azträffe und enand z'verzelle, was me erläbt und wär me wo wider troffe het. Wenn me zur glyche Zyt uf dr Carretera Austral unterwägs isch, kennt me enand, und me trifft sich ständig wider.

S'Wätter isch wider wärmer worde. Jetzt isch es e richtige Altwybersummer mit bunte Wälder, blauem Himmel und T-Shirt-Temperature.

Ich bi do in Coyhaique chli schtecke blibe. Dass i per Stöpple vo do an mis nöchschte Etappeziel chum, isch unwohrschynlich. Es isch wyt wäg, ligt für die meischte Fahrzüg nid nid am Wäg und zuedäm het's do meh konkurenzierendi Autostöppler als vorhär. Drum mach i die nöchschti Etappe per Bus. Und dä isch für 4 Täg usbuecht gsi! Das isch ebe kei richtige Bus, sondern halt nume es chleises Büsli.
Aber so han i wenigschtens gnueg Zyt gha zum ändlich wider mini Föteli uf d'Homepage z'lade und zum mi Reisebricht z'schribe. Jetzt händ dir jo wider einiges z'läse, aber es goht wohl au wider es Zytli bis i wider am Nabel vo dr Wält hang und mol wider online bi. Es isch no e wyte Wäg bis Bariloche...

 

Chile

24. April 2007

 

Chile fertig

Wie gseit bin i denn vo Coyhaique usnahmswys mol mit em Bus wyter. Die 220km langi Fahrt het denn zu mim Erschtuune 8h lang duurt, aber d'Carretera Austral isch halt schmal, kurvig, holprig und zum Teil sumpfig. Nördlich vo Coyhaique herrscht es völlig anders Klima als bishär. D'Carretera Austral isch dört nöcher am Meer, also uf dr Weschtsyte vo de Ande. Und do schiffts fascht duurend, was me au an dr sehr üppig grüene Vegetation und am Rägewald gseht.

Grad vor em Ydunkle bin i denn im chleine Dörfli Puyuhuapi am glychnamige Fjord acho. Irgendwie rächt verschloofe, das Kaff. Aber mol wider extrem fründlichi und hilfsbereiti Lüt! Gründet worde isch die Siedlig vo zwei dütsche Brüeder namens Hopperdietzel, und dene ihre Name isch no allgegewärtig im Dorf. D'Hauptschtrooss heisst Calle Otto Uebel, und au dr Baustil isch vielfach europäisch.
Ich ha denn vo Puyuhuapi e Tagesusflug in 30km entfärnt Nationalpark Queulat gmacht. Es sich mol wider nid ganz eifach gsi zum dörthiecho, öffentliche Verchehr git's nid jede Tag. Glücklicherwys han i denn mit de Arbeiter von ere Fischzucht chönne 25km mitfahre, und dr Räscht bin i halt gloffe. D'Wolke sind sehr tief ghange und es het glägentlich gnieslet. Es isch aber trotzdäm e schöne Usflug gsi; dur e menscheleer Rägewald spaziere, Wasserfäll und Gletscher beschtuune. Zum Zrugg-goh han i fascht 3 Schtund am Schtroosserand müesse warte bis mi öpper mitgnoh het, bzw. bis i es paar doofi Amis zwunge ha, mi mitzneh.

Am nöchschte Tag han i insgesamt au wider fünf Schtund mit Autoschtöpple verbrocht. Es het halt eifach kei Verchehr uf dere Schtrooss! Und wenn mi öpper mitgnoh het, isch es meischtens nume es paar Kilometer gsi bis zu dr nöchschte Abzwygig oder bis zu ihrem Buurehof. Aber denn han i mit emne ganz zwäge chilenische Pärli us Valparaíso für 100km chönne mitfahre. Mit dene zwei han i's sauguet gha, und mir händ au hüt no E-Mail-Kontakt.

Im Kaff Santa Lucía bin i denn aber abgschprunge, wül i Richtig Futaleufú ha welle. Ich ha dört also d'Carretera Austral schliesslich verloh. Es isch es tolls Abentüür gsi uf dere Schtrooss, in dere ganz spezielle, abgschiedene Gegend. 900km sind's insgesamt gsi vo Villa O'Higgins bis nach Santa Lucía und ich ha 3 Wuche drfür bruucht (inkl. Trekking). S'Autostöpple, die bsundere Lüt wo me trifft - Reisendi wie au Ahalter oder Yheimischi - die abwächsligsriichi Landschaft und d'Tatsach dass es in dere sehr ländliche Gegend au nid allzu viel Tourischte het, händ die Zyt an dr Carretera Austral zu öppis ganz Speziellem gmacht. Es isch super gsi!

Wyter isch es also nach Futaleufú. Und wül's uf dere Route no viel weniger Verchehr het, han i dr Bus gschnappt, wo denn grad dört ufe gfahre isch. Während em Warte uf e Bus han i denn es paar gueti Lüt troffe: z.B. dr Ami Ben, wo in Puyuhuapi bi dr gliche Famile wie ich untercho isch, oder die 3 spanische Velofahrer, wo'n i sit em Morge 6 Mol gseh ha, wenn entweder sie an mir verbygradlet sind oder ich sie im ene Fahrzüg überholt ha. Wie gseit, me kennt sich gly emol, wenn me zur gliche Zyt uf dr Carretera Austral unterwägs isch.

In Futaleufú han i denn im chleinschte Zimmerli vo minere bishärige Reis übernachtet. Es isch genau so gross gsi wie s'Bett: 2.0m x 0.9m. Und denn no in dr Dachschrägi, aber schtoh het me jo eh niene chönne.
Futaleufú het nid nume e kuriose Name, sondern es isch au wunderschön und het es Schönwätter-Mikroklima! D'Temperature vo über 20° und dr konstanti Sunneschyn sind denn für mi e schöni Abwächslig gsi. Und ich ha jo kei Ahnig gha, dass das für mich dr Afang von ere wuchelange absolut usnahmemässige Schönwätterperiode sy söll. Es isch schliesslich Herbscht in Patagonie.
Ich ha dr schöni, warmi Tag in dere extrem idyllische Gegend mit Spaziere und Sünnele verbrocht. Wül i us mim chleine Chämmerli ha welle uszieh und die 2. Nacht uf em schön glägene Campingplatz am Fluss verbringe, han i dr Bsitzer vo däm Campingplatz müesse sueche. D'Saison isch nämlich eigentlich verby, es het praktisch keini Tourischte, und dr Campingplatz isch scho zue. Mit Umefrooge und Huusiere han i dä Typ nach öppe 2 Schtunde gfunde, und ha an schönschter Laag s'Zält ufgschlage.
Z'Obe han i denn es groosses Füür gmacht und die 3 Spanier hän es paar Kilo Fleisch und es paar Liter Bier brocht. Es sind denn no dr Ami Ben, e Chilen und e Dütschi drzuegschtoosse, und schliesslich händ mer es super Grillfescht gha.

Am nöchschte Tag han i denn zum 6. Mol die chilenisch-argentinischi Gränze überquert und drby Chile ändgültig hinter mir gloh. Wie schad!!! Ich ha insgesamt 80 Täg in däm faszinierende Land verbrocht. Und es isch mer scho chli ans Härz gwachse in dere Zyt. So'n es vielsytigs Land, mit dr schier unändliche Wüeschti Atacama im Norde, mit em rauhe Füürland und dr Antarktis im Süde, em wunderschöne Patagonie, de hoche, verschneyte Ande und em wilde Pazifik...
Jo, ich loh Chile nid gärn zrugg, aber Argentinie het jo genauso viel z'biete. Und usserdäm git's uf dr argentinische Site vo de Ande ändlich mol wider aschtändige Kaffi (in Chile praktisch nume Nescafe) und die groooosse, feine, butterzarte, billige Steaks...!

 

 

Chile

25. April 2007

Bariloche

Vo Bariloche seit me, es sig d'Schwiz vo Südamerika. Es het dört tatsächlich e Schwizer Kolonie (Walliser), es git huusgmachti Schoggi und Fondue-Schtube an jedem Egge, und d'Landschaft mit em See und de Bärge isch halt au e chli ähnlich wie bi uns. Aber eigentlich isch es z'erscht vo Dütsche und Öschtriicher besidlet gsi.
Es isch e sehr touristische Ort, im Summer es Wanderparadies und im Winter es Skigebiet. Und au Ändi März, im Herbscht, wimmlet's no vo Tourischte. Und für d'"Semana Santa", d'Feriewuche vor Oschtere gönd tuusigi vo Argentinier dörthie, und chaufe tonnewys Schoggi-Eier und Oschterhase.
Dr Ort sälber het mir nid bsunders gfalle, es isch halt eifach e touristischi Stadt mit Chalets und Betonblöck. D'Umgäbig gseht aber sehr schön us! Und s'Wätter isch mol wider phänomenal gsi! E perfekte Altwybersummer mit wolkelose Täg über Wuchene und Temperature über 20º.

Am einte Obe händ mer e Stromusfall gha in dr ganze Stadt. Keini Liechter händ meh brennt, keini Ample meh funktioniert, keini Bancomate, Kasse oder Computer. Die ganzi Stadt isch im Dunkle gsi, abgseh vo de Auto-Schynwärfer und de Cherzli in de Restaurants.
Wül mer Hunger gha händ, aber d'Restaurants ohni Strom sehr ygschränkt gsi sind, het's nume ei Lösig geh: Fondue! Vier vo unserem 5er-Grüppli sind eh Schwizer gsi. Und bi son'ere Konstellation in Bariloche mues me sowieso go Fondue ässe. Es isch denn würkli e sehr glatte Obe gsi. Mir sind e Jurassierin, e Unterwalliser, e Franzos und zwei Baselbieter gsi. Und gschwätzt händ mer hauptsächlich spanisch und ame chli französisch. S'Fondue isch denn übrgens scho nid so gsi wie me sich das gwöhnt isch. Halt nid dr richtigi Chäs, und s'Brot isch au nid dr Hit gsi. Aber dr Chopfweh-Wysswy het also genau so gschmeckt wie'n e originale Wallisser Fendant. Jo, isch sauglatt gsi. Und nach em Wy-Schwipps sind mer denn no s'husgmachte Bier vo'n ere örtliche Cervezeria go probiere. "Bier auf Wein...." äh, isch jo gliich!

Schliesslich han i nume grad 4 Schtund gschloofe, wo dr Wecker ab isch. Es isch dr 3-tägig Trek über e
Paso de las Nubes ("Wolkepass") uf em Programm gschtande. Und wäg em Stromusfall und em spontane Fondue-Plausch han i nid emol z'Ässe ykauft gha.
Im Bus zum Usgangspunkt han i dr pakistanischi Ängländer Naweed troffe, und mir händ dr erschti Tag z'zweit in Agriff gnoh. Es riesigs Highlight isch gsi, wo 3 Kondore zu uns gfloge sind, und im Tiefflug für e Viertelschtund über unsere Chöpf kreist sind. Dr gröschti het gege 3m (!!!) Spannwyti gha, und isch mehreri Mol weniger als 10m entfärnt über eusi Chöpf gfloge. Es Rieseviech! Do wird's gard churz dunkel bim Überflug und me ghört d'Luft um d'Flügel pfyffe. Isch sehr ydrücklich gsi, scho fascht angschtyflössend. Aber do mir jo nid tot usgseh händ und glaub au nid wie Aas gschmeckt händ, het kei Gfohr beschtande.
S'Wätter het an däm Bärg mol churz eine uf wüescht gmacht. D'Wolke sind cho, und wo mir bim Refugio Otto Meiling acho sind, het's gschneyt. S'Ässe in dere Bärghütte isch sensationell gsi! Wie im beschte Restaurant in Bariloche! Und es isch halt au sooo gmüetlich in so'n ere Hütte wenn's dusse schneyt und windet! Unterdesse sind d'Nächt halt scho sehr chalt - dört obe einiges unter null. Ich bi jedefalls froh gsi, han i im Refugio gschloofe und nid zältet.
Am nöchschte Tag bin i allei wyter über e Pass. Es isch e wolkelose ruhige Tag gsi, und es het es paar Gletscher und e schöni Ussicht vom Pass z'gseh geh. Ich bi mol wider keim Mensch begägnet, und au uf em schön glägene Campingplatz het's kei Seele gha.
Dr dritti Tag isch extrem sumpfig gsi, e groosse Teil im chnöcheltiefe Matsch. Dr Rägewald isch scho schön, aber es isch halt chli müehsam, wül ziemlich viel hartnäckige Bambus dr Wäg versperrt und me zuesätzlich chräfteraubend unter ca. 30 umgheyte Bäum mues undedure chrieche und über ca. 50 drüberschtiege. Grad s'Undedurechrieche in Kombination mit em Sumpf... Aber die tüüri Bootsfahrt zrugg uf Bariloche isch drfür wider sehr schön gsi - bi däm Prachtswätter ganz bsunders!

Das viele Getrekke in de ledschte Mönet het mer ärnschthaft d'Chnüü ramponiert. Vor allem s'Gwicht und die steile Abschtieg. Drum han ich nume no ei ledschte Trek in Patagonie welle mache. Ich ha's irgendwie langsam au chli gseh. Ich find's zwar unändlich schön do, aber ich bi langsam chli müed vom trekke.

Ich ha mi nach em Paso de las Nubes 2 Täg in Bariloche erholt, und ha mer denn als ledschti Expedition d'
Nahuel Huapi Traverse vorgnoh. Das isch e 5-tägigi Tour, wo me jedi Nacht cha im ene Refugio übernachte. So cha me sich s'Schleppe vo Zält, Chocher und vielem Ässe spare. Aber drfür isch s'Terrain nid so eifach. Die dritti Tagesetappe isch usschliesslich Trekker mit gueter Bärgerfahrig vorbehalte, wül's dört keini markierti Wäg git und's Chlätterpartie beinhaltet.
Ich ha mi denn mit em Pakistani Naweed und mit ere Ängländerin namens Maria uf e Wäg gmacht.
S'Wätter isch mol wider schlicht perfekt gsi, und d'Wälder sind in bluetroter Herbschtpracht gschtande. Es isch ame scho no hart gsi, immer so steil ufe un abe. Über ei Bärgchetti nach dr andere, und meischtens über loses Gröll. Aber d'Landschaft, d'Ussicht und s'Wätter sind schlicht wahnsinnig gsi. Und ich ha de Trek wohrschynlich au chli meh gnosse als anderi, wül i gwüsst ha, dass es mi ledschte isch.
D'Refugios sind scho nid so super gsi wie s'Otto Meiling vom ledschte Trek und s'Ässe scho grad gar nid. Aber trotzdäm sind's heimeligi warmi Unterkünft, wo me e schöne Obe verbringt. Und sie sind au immer wunderschön gläge, am ene chleine Seeli, vo hohe Bärge umgeh.
Am erschte'n Obe händ mer im Refugio Frey dr Ami Nick troffe. Er het sich uns agschlosse, und mir sind es guets 4er-Grüppli gsi. Am zweite Tag sind mer im ene iis-chalte Bärgseeli churz(!) go bade. Und z'obe grad nomol im ene andere See. S'Wasser isch jo sooooo chalt gsi.
Und denn isch d'Froog im Ruum gschtande, ob mer die schwierigi 3. Tagesetappe mache, oder ob mer ins Tal zrugg gönd. Es het Lüt gha, wo beruhigt händ, es sig nid so schwierig, und es het au anderi Lüt gha, wo verzellt händ, wie krass dass es sig. Unter andere ei Bärgfüehrer wo gseit het, dass er die Etappe sälber nid macht, wül's steile Chlätterstück eifach z'gföhrlich isch. Ich bi z'obe denn dä Bärg mol go aluege, und han en als machbar ygschtueft. Schliesslich sind am dritte Tag dr Naweed und ich wyter ufwärts, d'Maria isch s'Tal durab, s'nöchschte Tal wider duruf zum uns im Refugio Italia wider z'träffe, und dr Nick isch us Zytgründ zrugg uf Bariloche.
Und die dritti Tagesetappe het sich als dr beschti Part vo däm Trek entpuppt. Es isch nid ganz ohne gsi, aber nid so krass wie gwüssi Lüt verzellt händ. Zwar scho extrem steil, me het müesse chlättere, und falls me gheyt, gheyt me tief. Aber s'Chlättere het Spass gmacht, me het immer guete Halt gfunde, und dr Wäg isch eigentlich au guet markiert gsi. Ich ha mi denn chli ufgregt über die Panikmache. Schliesslich het mi dä sogenannt Bärgfüehrer fascht um e bescht Teil vo dere Gegend brocht. Dä Schisshaas!
Es isch also e super Tag gsi mit schönem Wätter, mit phänomenaler 360º-Ussicht, Aberutsche uf em Schneefäld, Durekämpfe durch Dickicht und am Schluss nomol e müehsame 350m-Ufstieg zum Refugio Italia, wo d'Maria bereits uf uns gwartet het. Bier!!!
Am vierte Tag sind mer also wider z'dritt unterwägs gsi. Es het wider zwei hochi, extrem steili Gröllbärge im Wäg gha. Aber d'Ussicht isch au do wider spektakulär gsi.
Am ledschte Tag händ mer denn usgschloofe, sind gmüetlich ins Tal spaziert, sind churz bin ere chleine Bierbrauerei hangeblibe und nochhär mit em Bus zrugg uf Bariloche.

Dört mol wider dusche, rasiere, d'Wösch zum wäsche bringe und in Usgang dr abgschlosseni Trek go begiesse.

Und mit em Ändi vo dere Tour wär mini Zyt in Patagonie abgschlosse. 12 Wuche sind's gsi sit dr Akunft im chilenische Pucón. E traumhafti Zyt! Aber es isch au guet, wider chli in wärmeri Gefilde z'zieh. Zrugg in Norde...

 

Argentina

26. April 2007

Intermezzo: "Der Praliné-Tourist"

Man trifft ihn häufig an hier in Patagonien. Eigentlich in ganz Chile und Argentinien und unterdessen auch in Teilen Perus und Ecuadors: den Praliné-Touristen (englisch: chocolate box tourist; spanisch: turista bombón).

Der Praliné-Tourist, wie ich diese bestimmte Spezies von Reisenden nenne, unterscheidet sich deutlich vom Rucksäckler (englisch: backpacker; spanisch: mochilero). Während letzterer für einen meist längeren Zeitraum mit bescheidenem Budget unterwegs ist, reist der Praliné-Tourist in der Regel nur für wenige Tage oder Wochen und wirft mit Geld meist geradezu um sich. Häufig tritt er in Scharen auf; dekoriert mit buntem Sonnenhut und stets sichtbar getragener Foto- oder Videokamera. Zu Dutzenden ergiessen sie sich aus Bussen in die Innenstädte, manchmal überfallen sie eine Stadt sogar zu hunderten von einem Kreuzfahrtsschiff aus.
Der Praliné-Tourist sucht stets jene Orte auf, an welchen Souvenirs, Mahlzeiten, Uebernachtungen, Exkursionen und dergleichen am teuersten erworben werden können. Selbst mit seiner vollprofesionellen Ausrüstung wirkt er oft unbeholfen. Mit der teuersten Trekkingausrüstung bewandert er auf seinem einstündigen Spaziergang gerade mal den einfachsten Teil des flachsten Wanderweges. Die GoreTex-Jacke hat er bloss gekauft, weil ihn der hohe Preis beeindruckt hat. Bei nasser Witterung zieht er den hoteleigenen Wellnesbereich dem Nationalpark vor.

Auf den Rucksäckler wirkt der Praliné-Tourist oftmals störend. Vor allem in Gebieten, wo letzterer scharenweise auftritt, sieht der Rucksäckler seinen Lebensraum bedroht. Seine spontane Art und Weise des Reisens wird verunmöglicht, da durch das massenhafte Auftreten des Praliné-Touristen Reservationen und Vorausbuchungen von Unterkünften und Verkehrsmittel bis zu Wochen im Voraus zwingend nötig werden.
Wo der Praliné-Tourist hinströmt, weichen die einfachen und günstigen Comedores und Hostels den prunkvollen 5-Sterne-Etablissements. Plastikstühle verschwinden, weisse Tischtücher tauchen auf. Massenlager verschwinden, Suiten werden eingerichtet.
Wo's vor wenigen Jahren noch einsame Waldpfade gab, führt heute eine asphaltierte Strasse in den Nationalpark. Wo man kürzlich noch den rotköpfigen patagonischen Specht hämmern hörte, dröhnen heute die Reisecars, welche den Praliné-Touristen zu hunderten ins Zentrum des Nationalparks chauffieren. Der Genuss des Panoramas am Aussichtspunkt nach 5 Stunden Wanderung wird einem verdorben durch die Ankunft des Touristenbusses, welcher 2 bis 3 Tonnen Praliné-Touristen ablädt. In gewissen Orten wird der Praliné-Tourist unterdessen überall hin gekarrt: auf die hohen Gipfel, in die einsamen Buchten und auf die entferntesten Gletscher.
Eine "Pralinisierung", wie sie in Costa Rica, Patagonien, Cusco etc. bereits stattgefunden hat, droht ganz Lateinamerika einzunehmen. Heutzutage muss man an gewissen Orten mehrere Tage lang trekken, um in Gebiete vorzodringen, wo der Praliné-Tourist noch nicht hinkommt. Viele der schönsten Orte haben durch die "Pralinisierung" Charme und Schönheit eingebüsst. Wahre Perlen zu finden wird immer schwieriger. Aber es gibt sie noch: Naturschönheiten ohne asphaltierte Zufahrtsstrassen ohne Restaurant und ohne Souvenirladen, authentische Ortschaften ohne Touristenmeile, ohne Lederwarengeschäfte, englische Schilder in den Strassen und ohne Restaurants mit 4-sprachiger Menükarte.

Die Natur ist wunderschön hier im Süden von Südamerika, trotzdem freut sich der Rucksäckler, danach wieder weg von den grossen Touristenströmen zu kommen. Raus aus Disneyland, wieder zurück nach Lateinamerika! Wieder an authentische Orte wie z.B. Salta, wieder zurück in Länder wie Bolivien oder Kolumbien....

 

Argentina

27. April 2007

Mendoza

Ich bi mit dr Maria zäme nach Mendoza greist, und unterwägs händ mer dr Ben widertroffe, wo'n ich us Futaleufú kenn. Es isch schön, mol wider in ere richtige Stadt z'sy. Nöime wo s'Läbe pulsiert. Es isch e schöni grüeni Stadt, es het viel Pärk, und jedi Strooss isch e'n Allee. Mendoza isch scho es guets bitzli wärmer als Bariloche. Ich bi froh, bin i nid im Summer do, denn mues es unerträglich sy.
D'Landschaft isch öschtlich vo Mendoza topfebe, und weschtlich erhebe sich die verschneyte Ande mit em höchschte Bärg vo dr weschtliche Hemisphäre, em Aconcagua (6962müM). Und die hoche Gìpfel gsehnd also scho sackstark us, wie sich sich vo dr wyte Ebeni abhebe.

Nach emne Tag Umehange und Spaziere in dr Stadt und ihrne Pärk, isch e Velotour uf em Programm gschtande. Mir sind z'vierte gsi, und mir händ uns am Stadtrand Velos gmietet zum drmit es paar Wychällereye go bsueche. Das isch sehr intressant gsi, au sehr fein, und zum Schluss s'Zruggfahre scho fascht abentüürlich. Au d'Landschaft isch schön gsi mit de herbschtliche Allee und de verschneyte Ande im Hintergrund. Uf jede Fall e gueti Art, es paar schöni Bodegas z'besichtige und Wy z'deguschtiere. Bi all däm Wy, em Velofahre und em Sunneschyn mues me nume ufpasse, dass me nid uströchnet...

River-Rafting händ mer am nöchschte Tag gmacht. Ich ha's aber chli enttüschend gfunde, wül das Rafting wo'n i in Costa Rica gmacht ha, viel besser gsi isch. Es het das mol eifach z'wenig Wasser gha im Fluss. Und drum isch es mir zu gemächlich zue und här gange. Aber es isch halt Herbscht, im Früehlig mit em Schmelzwasser mues das schynts e ganz krasse Fluss sy... Aber guet, chli Böötlifahre in ere schöne Landschaft isch jo au ganz nätt!

 

 

Argentina

28. April 2007

De Ande entlang vo San Juan bis Salta

Als nöchschts händ mer nach Barreal welle. Das isch es chleises Dörfli am Fuess vo de Ande. Me het uns gseit, dass es dört sehr schön sig. Es isch aber nid ganz eifach gsi, dörthie z'cho. Wo mer in dr nöchschtgrössere Stadt San Juan acho sind, hän mer erfahre, dass es grad keini Büs nach Barreal git. Aber dr Jorge fahri immer mol wider mit sim Kombi dört ufe... Und do han i doch däm Jorge mol aglüte, und tatsächlich händ mer denn am nöchschte Tag die wyti Fahrt durch d'Wüeschti ufe in'd Bärge chönne mache. Nach knapp 8 Schtund sind mer denn in Barreal acho. Es ligt halt scho nid grad am Wäg.
Es isch en Oase im ene Hochtal zwüsche de höchschte Gipfel vo de Ande (Aconcagua, 6962m) und dr vorglagerete Präkordillere. Rundume isch e Wüeschti mit kuriose Felsformatione in allne Farbe. Aber s'Dorf isch sehr grüen, und jedi Schtrooss isch e'n Allee mit Pappele, Wyde oder Oepfelbäum. Trotz dr Höhelaag und obwohl's Herbscht isch und d'Pappele ihri gälbe Blätter langsam verliere, isch es no immer heiss gsi dört im argentinische Norde. Am Tag gege 30º, in dr Nacht chüehli 12º.
Mir händ dört e sehr ruhigi Zyt verbrocht. Mir sind in de Hügel vo dr Präkordillere go wandere oder sind go rytte. Leider het's nid klappt, zum s'grosse Observatorium go bsueche, wo's dört in dr Nöchi het. Die händ grad wichtigi Forschigs-Delegatione z'Bsuech gha. Aber au ohni Teleskop isch dr Stärnehimmel dört obe in dr trochene Luft klarer als irgendwo sunscht.
Es sind sehr schöni 3 Täg gsi in Barreal, wyt wäg vom Räscht vo dr Wält und ohni anderi Tourischte.

Wyter isch es de Ande entlang nordwärts gange, durch e Hufe vo chleine Dörfli und schöne Landschafte. Via Tucumán sind mer nach Tafí del Valle. Au das isch es chleises Dörfli in de Hügel. Das Mol aber umgeh vo grüene Hügel. Und das Mol e sehr populäri Wuchenänd-Destination für vieli Argentinier us dr Region.
Dört sind mer chürzeri Wanderige go mache in de grüene Hügel, wo's Dorf umgäbe.

Und denn sind nach Quilmes, d'Ruine vo de gliichnamige Indios go aluege. Dä Stamm het dr Invasion vo de Inkas chönne trotze, isch aber denn churz schpöter vo de Spanier usgrottet worde. Tja, immer die gliiche Gschichte mit de Spanier... Und hützutags isch drfür s'argentinische Nationalbier nach däm Stamm benannt. Cerveza Quilmes, "¡Salud!"
D'Ruine beschtönd nume us rekonstruierte Steimuure in ere Wüeschti am Fuess vo de Ande. Näbscht Sand und Stei het's ganz viel Riesekakteeä und zwei Lamas für d'Tourischte.
Mir sind per Bus und Pickup bis zu de Ruine gfahre, händ eusi Rucksäck hinter es paar grosse Kakteeä versteckt und sind in dr Mittagshitz d'Ruine go erkunde. Nachdäm sich das erschöpft het, sind mir uf e nöchscht Bärg kraxlet, und ich bi fascht uf e Schlange trampt. Die isch aber genauso verschrocke wie ich und het sich zischend zwüsche de Schtei verchroche.
Dr wyteri Wäg bis zur nöchschgrössere Ortschaft händ mer per Auto zruggglegt. Es fründlichs dütsches Pärli het uns bis Cafayate mitgnoh.

Cafayate isch es schmucks, chleises Städtli, zwar au ziemlich touristisch, aber d'Lag bi de Bärge, umgeh vo Räbe und Kakteeä isch sehr schön. Eigentlich händ mer vo dört eifach mit em Bus abe uf Salta welle. Aber wo uns dr Pedro sini Tagestour für weniger als e halbe Priis abote het, händ mer zuegschlage und sind per Touri-Büsli durch all die winzige, härzige Dörfli und durch atemberaubendi Wüeschte-Landschafte mit kuriose Felsformatione gfahre. Mir sind e'n alti Bodega go bsueche, s'malerische Dörfli Cachi und denn schliesslich durch e Rägewald und d'Wüeschti abe nach Salta.

In Salta bin i jo scho mol gsi. Und zwar Mitti Dezämber, nachdäm i Bolivie hinter mir gloh ha. Es isch schön gsi, wider zrugg z'sy. Ich lieb die Stadt!
Es isch aber rächt schräg gsi, dass mini Ydrück, wo'n i im Dezämber becho ha, jetzt absolut anders gsi sind. Nach Bolivie isch mir damals dä Ort so extrem europäisch und wältlich vorcho. Jetzt aber, nachdäm i im würkli mitteleuropäische Patagonie gsi bi, isch mer Salta sehr andin oder bolivianisch vorcho. Es het sehr viel dunkelhütigi indigena-stämmigi Lüt und au vermehrt Armuet und Bättler. Und im Dezämber sind mer d'Priise do in Salta jo so extrem tüür vorcho, aber eigentlich isch es eine vo de billigschte Ort, wo'n i in Argentinie gsi bi.
Und fascht hätt i die köschtliche "salteñas" vergässe! So bezeichnet me nid nume d'Ywohnerinne vo dere Stadt, sondern au die feine Empanadas (gfüllti Teigtäsche). Und die trage au in Bolivie die Bezeichnig wo uf ihri Härkunft hiwiest. Ich bi würkli gärn in Salta, es isch so'n e lebändigi Stadt mit tuusige vo Lüt in de Schtroosse, mit Fuessgängerzone und emene Usgangs-Quartier, wo me jede'n Obe gueti Live-Musig findet und au s'feine Bier namens "Salta".

Ich ha mi ändlich vo mim unnütze Balascht trennt. Patagonie ligt hinter mir, und mini Chnüü flehe mi a, vo wytere Trekkingtoure abzgseh. Drum verzicht i vo jetzt a druf, mini Camping- und Trekking-Usrüschtig mit mir umezschleppe. Das het es ziemlich grosses Päckli geh, und mi Rucksack isch jetzt so chlei und liecht wie no nie. Fascht 10 Kilo han i hei gschickt! Allerdings isch dört au es ganzes Kilo "Dulce de Leche" drby. Das isch die caramelisierti Kondänsmilch, wo in Chile und Argentinie dr Status vom National-Brotufschtrich het. Aber au in jedere Torte, in Bisquits, im Schoggigipfeli und uf em Bananesplit findet me das chläbrige süesse Züüg. Ich ha nach zögerlichem Yschtieg mit dr Zyt e Sucht entwicklet, wo'n i meischtens numeno mit emne 250g-Dösli und emne Löffel cha befriedige. Es Läbe ohni "Dulce de Leche" - unvorstellbar!

Und denn het's wider emol gheisse: Abschied neh. D'Maria isch wyter nordwärts nach Bolivie, und ich bi Richtig Südoschte nach Buenos Aires. Sit em Trek uf dr Nahuel Huapi Traverse sind mer z'zweite unterwägs gsi. Villicht schaffe mer's jo, uns irgendwo in Bolivie oder Peru wider z'träffe.

 

Argentina

9. Mai 2007

 

Buenos Aires

Dass d'Luft dört gar nid eso guet isch wie dr Name Buenos Aires verspricht, han i scho gwüsst gha. Aber drfür dass es so'n e riesigi Stadt mit so viel Verchehr isch, han i's gar nid so schlimm gfunde.
Buenos Aires isch sehr europäisch, es chönnt em Aschyn a au irgendwo in Italie oder Spanie sy. Und das wo mir unter mediterranem Lebensstil verschtönd, isch in Buenos Aires no viel extremer. Zum Bischpiel dass dr Obe sehr schpoot afoht: Z'Nacht gässe wird zwüsche 23h und Mitternacht, in Usgang goht me meischtens erscht nach em 3 am Morge und wenn's es Wuchenänd isch, chöme denn d'Lüt au erscht nach em nöchschte Mittag vom Usgang hei. Und unter dr Wuche schloofe glaub d'Argentinier eifach sehr wenig.
Kulinarisch gseh isch me in "BsAs" au ganz guet bedient, näbscht de übliche riesige feine Steaks git's au ganz viel gueti Pizzas und Pasta, oder für zwüschedure Empanadas. Me trinkt au do sehr viel Mate, und im krasse Gegesatz zu Chile git's do an jedem Egge sehr guete Kaffi.

Grad am zweite Tag vo mim Ufenthalt bin i an e Fuessballmatch. Die legendäre Boca Juniors händ in dr Copa Libertadores - em Pendent zu dr europäische Champions League - gege'ne bolivianische Verein Bolívar gschpielt. Dr Match isch leider nid im Boca-Stadion gsi (als Schtroof für Krawall) und drum au bi wytem nid usverchauft. Aber trotzdäm isch e super Atmosphäre gsi, dört singt ebe nid nume d'Fankurve sondern s'ganze Stadion. S'Niveau vom Schpiel isch zwar no wyt wäg vo dr Champions League gsi. Ich würd eher säge: dr Schwizer Superleague ebebürtig, aber villicht han i nach eim Johr reise au eifach d'Bezüg verlore... Boca het denn jedefalls 7-0 gwunne und alli sind happy gsi.
S'alte Hafequertier La Boca isch eins vo de Armeviertel vo dr Stadt. Aber es het dört au e sehr schöne Egge mit schmucke Schtroosse und viele bunt agmoolte Hüüser. Z'wyt ewäg vo dem für d'Tourischte ufgmotzte Egge sött me sich als Gringo allerdings nid in La Boca verirre. Es isch würkli es arms Quartier, und dört wo d'Hüser nüm schön bunt sind, fallt me als Gringo ziemlich uf.

Es anders bsunders Quertier isch San Telmo. Es isch so öppis wie dr früehnerig Stadtchärn und het viel schöni alti Hüser. Am ene Sunntignomittag isch dört rächt viel los. Es het e Künschtler-Märt und au e groosse Antiquitäte-Märt, wo zum Teil chli zum Ramsch- und Flohmärt usartet. Es wird Musig gschpielt in de Schtroosse, und wäm grad drnoch isch, tanzt Tango drzue. Sicherlich au alles für e Tourismus, aber es het doch au viel Argentinier.

Oder denn git's no s'elegante Viertel La Recoleta, wo zu dere Zyt entstande isch, wo Argentinie zu de riichschte Länder vo dr Wält ghört het und Buenos Aires "Paris vo Südamerika" gnennt worde isch. In däm Viertel het's au e bsundere Friedhof, wo eis Mausoleum näbe'nem nöchschte stoht. Es isch wie'n e chleises Dorf - eifach mit Mausoleä statt Hüüser. D'Hauptatraktion isch dört s'Grab vo dr Eva "Evita" Perón. Naja, also ich weiss nid, warum alli Lüt das Grab wänd gseh. Es isch würkli nid spektakulär.

8 Täg bin i schliesslich in Buenos Aires blibe. Bsunders viel han i eigentlich nid gmacht in dere Zyt. Hauptsächlich bin i in dr riesige Stadt umespaziert. Und glägentlich bin i arg verkateret gsi.
Als nöchschts bin i denn über e bruun Rio de la Plata nach Uruguay übere. Bi dr Usreis han i mi 8. argentinisch Schtämpel in Pass becho, und das dörft wohl dr ledschti argentinischi sy.

Argentina

10. Mai 2007

 

Uruguay

Mini Gschicht vo Uruguay isch schnäll verzellt. Es isch es chleises Land, und es git (glaub) au nid so viel z'gseh. Ich bi denn nume 3 Täg dört gsi, was däm Land sicher nid gerächt wird. Aber me cha jo au nid schtändig in jedem Kaff hangeblybe...

Vo Argentinie här bin i z'erscht im schöne Städtli Colonia gschtrandet. Nomes est Omen, tatsächlich e ganz schöne Stadtchärn im Kolonialstil - das Mol sind's zur Abwächslig emol d'Portugiese gsi und nid d'Spanier, wo do ihre Yfluss gha händ. Jojo, isch würkli ganz nätt. Aber nach es paar Schtund het me's denn scho gseh.

Also bald wyter in d'Hauptstadt Montevideo. Mit anderthalb Millione Ywohner (fascht d'Hälfti vo Uruguay) eigentlich e richtigi Grossstadt, aber viel z'gseh git's au dört nid. Und ich ha mi also grad überhaupt nüm in Südamerika gfüehlt; es git dört fascht meh blondi und hellhütigi Lüt als dunkli.

Uffallend isch, dass d'Uruguayaner no viel meh Mate (so'n e Art Tee, wo me mit emne Metallröhrli us emne spezielle Gfäss trinkt) trinke als d'Argentinier. Au in de Schtroosse, im Bus, im Auto, unterwägs z'Fuess,... die händ ständig ihre Mate in dr Hand und e Thermosfläsche unter em Arm. Vieli trage au schtändig ihre Läder-Tornischter mit sich, wo sie ihri Thermos und s'Mate-Equipment grad drby händ. Rächt schräg!

 

Uruguay

11. Mai 2007

 

Florianópolis

Ich ha jo eigentlich nie vor gha, Brasile richtig z'bereise. Für das Land allei bruucht me glaub scho öppe 3 bis 4 Mönet, es isch soooo gross. Ich ha mi aber entschlosse, uf em vo Wäg Uruguay zu de mächtige Iguazú-Wasserfäll, durch Brasilie durezfahre und mol no e Abstächer ans Meer z'mache.

Und so han i in Montevideo dr Bus nach Florianópolis gschnappt. Mit 22 Schtunde mol wider e längeri Busfahrt. Isch aber sehr komfortabel gsi, ha kei Sitznochber gha und drum ganz viel Platz. Dr Stuttgarter Max, wo'n i in Colonia troffe ha, isch au im glyche Bus gsi, und au er isch nach "Floripa". Und wül es Bett in dr Jugi gliich tüür isch wie'n es Apartement, händ mer unseri eigeni Wohnig gha für 2 Täg.
Florianópolis isch e grossi Stadt wo hauptsächlich vom Tourismus läbt. Es ligt uf ere Insle grad vor dr Küschte, und dört het's ganz viel schöni Stränd, viel Hotels, Apartements, Bars und s'übliche Schaiawaia, wo zu soneme grosse Badeferienort halt eifach drzueghört. D'Saison isch aber au do scho fascht verby, und drum het's au nüm viel Lüt. Aber warm isch es no gsi. 30° sind e schöni Abwächslig gsi zu dr eher chüehlere Zyt wyter südlich. Dr Atlantik isch au no schön warm (und au nid zu warm!) gsi, e perfekte Tag am Strand!
Aber ich bi mir au fascht e chli verlore vorcho an däm neue Ort. Do bin i also uf e Tag genau sit eim Johr unterwägs, und plötzlich verschtand i d'Lüt nüm. Portugiesisch! Läck, das isch jo kei Schprooch! Und au wenn me guet spanisch cha, verschtoht me also vom Portugiesische nid würkli viel - je nach Dialäkt überhauptnüt. Und die verschtönd au nid viel vom Spanische, also d'Verständigung isch plötzlich ufwändiger worde. Aber in somene Tourischteort chöne viel Lüt änglisch, und so isch es denn au wider gange.

 

Brazil

12. Mai 2007

 

Foz do Iguaçu

Die zweiti Station in Brasilie isch Foz do Iguaçu gsi. D'Stadt bi de riesige Iguazú-Wasserfäll. Dört befindet sich au grad s'Dreyländeregg Brasilie-Argentinie-Paraguay. D'Wasserfäll befinde sich uf dr Gränze zwüsche Argentinie und Brasilie.
Wo'n i acho bi, het's grad afo rägne. Tropische Räge, es isch ziemlich warm gsi. Aber de Räge het eifach nid ufghört, au am nöchschte Tag nid. Und denn isch es chalt worde. E richtige Chälteybruch, mir sind also mit Faserpelz, Chappe und Händsche umegloffe. Normalerwys het's dört zu dere Johreszyt 25º-30º.

Wül ich die tolle Waserfäll bi Sunneschyn ha welle gseh, han i z'erscht e Tagesusflug in die paraguayanischi Stadt Ciudad del Este gmacht. Die isch grad uf dr andere Syte vo dr Brugg, und wenn me mit em städtische Bus übere goht, haltet me am Zoll nid emol a, und mues dr Pass gar nid zeige. Dr Grund wieso me in die Stadt goht, isch Shopping. Es git dört alli Elektronische Grät und au Chleider zu Spottpriise. Drum gönd dört au jede Tag tuusigi vo Brasilianer und Argentinier go poschte. Me cha sich das wie'n e Mediamarkt vorstelle: Kameras, Computer, Telefon, Stereoalage, Autoradios, Handys, LCD-Fernseh, Mischpult, Föhn, Mikrowälle, Stromgitarre, Friteuse,... es git eifach alles. ALLES! Und alles sehr günschtig, ich würd säge: öppe halb so tüür wie bi uns. Es git uf dr Schtrooss au allerlei Ramsch z'chaufe, gfällschti Produkt und Elektrogrät wo denn halt eifach nid funktioniere. Aber das Züüg us de Ychaufs-Gallerie isch meischtens ächt und funktioniert.
Ich ha mer denn tatsächlich au e neui Kamera kauft. Die wo'n i gha ha, isch innerlich verschmutzt, und drum han i immer irgendwelchi Fläcke uf de Föteli gha. Das isch extrem närvig, versaut eim die schöne Bilder, und d'Optik reinige cha me schynts do nid. Jetzt bin i jedefalls wider usgrüschtet und cha Föteli vom blaue Himmel mache ohni Fläcke und Schtrieme.

Am Nomittag bin i denn s'Wasserchraftwärk Itaipú go aluege. Es isch s'gröschte vo dr Wält - zumindescht bis dr 3-Schluchtedamm in China sini maximali Produktionsleischtig erreicht. Und es isch tatsächlich RIEEEEEESIG! Es Wasserchraftwärk wo so viel Strom produziert wie 12-14 Atomchraftwärk. Dr Staudamm isch 7.7km lang und 196m hoch. Es isch eifach alles riesig gross! Für die wo sich chli uskenne: d'Fallrohr zu de Turbine händ 10.6m Durchmässer, d'Grössi vo dr Generatorehalle isch 970m x 100m x 110m...

Dr dritti Tag isch denn ändlich sunnig gsi. Zwar no immer unter 20º, aber wenigschtens sunnig. Die Glägeheit han i gnutzt, zum d'Iguazú-Fäll vo dr argentinische Site us go aluege. Das isch s'mächtigschte wo unsere Planet an Sache Wasserfäll z'biete het. Und me mues es glaub eifach sälber gseh und ghört ha, zum e richtige Ydruck drvo z´becho. 2.7km breit und 75m hoch sind sie, und wül's vorhär 2 Täg grägnet het, sind au es paar tuusig Kubikmeter Wasser jedi Sekunde s'Loch durab. Wieder emol e Ort wo eim bim Beschriibe d'Superlativ usgönd. Drum probier i's gar nid erscht, gönd doch eifach mol sälber go luege. Es lohnt sich also!
Und wenn me's richtig macht, wird me bi däm Bsuech au ziemlich nass. Es het so'n e extremi Gischt, dass me au in reichlicher Entfärnig so richtig pflotschnass wird. Mir händ denn au no e churzi Tour gmacht, wo me mit emne ziemlich guet motorisierte Boot unter de Wasserfäll umekurvt. Sehr spassig und e wyteri ydrücklichi Perspektive vo de Wasserfäll. Dass me dodrby genauso nass wird wie z.B. bim Dusche, Schnorchle oder Unterwasser-Schachspiele, verschtoht sich vo sälber. In wyser Vorussicht han i trocheni Chleider mitgnoh, und ha drum nid dr Räscht vom Tag müesse schlottere. Aber ich dänk, dass bi de übliche 30º die Duschi e willkommeni Abchüehlig isch.
Am vierte Tag händ mir denn das ganze Spektakel no vo dr brasilianische Site agluegt, wo en anderi, mindeschtens so ydrücklichi Perspektive bietet. Eigentlich han i mir vorgnoh, mi nid wider voll lo durchnässe. Aber ich ha däm Schtäg, wo z'mittst in'd Gischt usegfüehrt het, nid chönne widerschtoh, und so bin i halt wider triefend nass zruggcho. Aber am beschte isch es halt scho, wenn me ganz noch dra isch!

 

Brazil

4. Juni 2007

 

Paraguay

Zwüsche de Iguazú-Wassefäll, wo'n i gsi bi, und Bolivie, wo'n i ane ha welle, liegt Paraguay. Es Land, wo die meischte nid viel drüber wüsse, es Land, wo keini grosse Schlagzyle macht. Ich mues ygeschtoh, dass i mir au nid würklich viel Zyt gnoh ha zum das Land besser kenne z'lerne. Ich bi eifach in 3 Täg duurezoge.

Ich ha's sehr agnähm gfunde, wider im ene Land z'sy, wo nid alles peinlich suuber und ordentlich isch. Nöime, wo in de Schtroosse allerlei Food, Getränk und Ramsch verchauft wird, wo's nach Fritieröl schmeckt und me an jedem Egge billigs Ässe bechunnt. Wo ghuupt wird in de Schtroosse und's nach Dieselrauch schtinkt. Wider zrugg im "richtige" Südamerika!
Und nach mim Brasilie-Abschtächer han i mi au wider mit de Lüt chönne uf Spanisch unterhalte. Au wenn de Paraguayos mol öpper sött bybringe, dass me im Spanische s'"R" rollt und nid so usschpricht wie'n e Amerikaner. Aber guet...!

Dr einzigi Halt wo'n i gmacht ha, isch d'Hauptstadt Asunción gsi. In dr Innestadt isch überhaupt nid viel los gsi. Viel weniger als rund um's Busterminal, wo'n ich mini Unterkunft gha ha. Öppe 4 Restaurants het's gha, und es paar wenigi Lüt in de Schtroosse. Aber das isch villicht dr örtlichi Samschtignomittags-Effekt gsi. Nachdäm i mir im Tourischte-Büro ha lo säge, dass grad alli Museeä und Sehenswürdigkeite zue gmacht händ, und au am Sunntig und am Mäntig (Nationalfyrtig) zue blyybe, bin i chli ziellos in de Schtroosse umegwatschlet und ha diversi Kaffi und Fruchtsäft trunke. Tja viel z'tue het's würkli nid geh dört.
Mi Bus nach Santa Cruz (Bolivie) isch erscht am Sunntig z'Obe gafahre, und so han i au no dr ganz Sunntig müesse z'Tod schloh. Und au denn isch nid viel los gsi im Stadtzentrum. Es Spektakel isch allerdings gsi, wo bim Intenetkaffi, wo'n i gsi bi, plötzlich Rauch ydrunge isch, und denn d'Füürwehr mit Blauliecht vorgfahre isch, mit ca. 10 Polizischte und dr örtlichi Press im Schlepptau. Nachdäm sie s'halbe Lokal usenand gnoh, aber schlicht und eifach keis Füür entdeckt händ, sind denn alli wider abmarschiert.

Für mini Busfahrt nach Santa Cruz isch offiziell e Fahrtduur vo 24 Schtund veraschlagt gsi. D'Fahrt füehrt durch e praktisch unbewohnti Chaco, es tropisches Savanne-Tiefland. Wie'n i erfahre ha, chunnt's au öppedie vor, dass me unterwägs stecke blybt, und d'Reis bis zu 3 Täg duurt. Aber das isch glaub eher zur Rägezyt dr Fall. Ich ha mi denn bim Chauf vom Billett au mol erkundet, um was für e Bus es sich denn handlet. "Buen bus, semicama!", het me mir gseit, e Liegebus. Ich bi wohl chli verwöhnt nach de Superbüs in Chile, Argentinie, Uruguay und Brasilie. Aber ich ha scho fascht müesse lache, wo'n i dr Bus gseh ha. Es isch tatsächlich e bolivianische Bus gsi, und nüm dr Jüngscht. D'Sitz händ sich um höchschtens 5° lo neige und d'Beifreyheit isch öppe zwei Handbreitene gsi. "Buenaventura" (="Gutes Abenteuer") isch vorne uf em Bus gschtande. "So wird's wohl sy...", han i dänkt, "Jä guet, wenn's guet goht, sind's jo nume 24 Schtund!"
Es het offebar nid viel anderi Fahrgäscht gha, und so han i ghofft, dass d'Sitz näbe, vor und hinter mir frey blybe. Denn sind zwei typisch bolivianischi Huet&Zopf-Fraue ygschtiege; ca. 1.50m gross, 1.50m breit und 1.50m dick. "Wenn eini vo dene näb mir sitzt, denn bin i tot bevor mir überhaupt im Chaco sind", isch es mer dur e Chopf. Die erschti het sich durch d'Sitzreihe an mir verbydruckt und hinter mir uf die beide Sitz quetscht. Die anderi het d'Reihe vor mir beaschprucht. "Puh, nid ganz so schlimm!" Aber die vor mir het denn natürlich d'Sitz müesse abeklappe, damit si cha schnuufe, und wenn ich mi Sitz abklappt ha, het die hinter mir afo röchle. Also doch nid ganz optimal. Aber glücklicherwys isch dr Sitz näb mir frey blibe und so han i chönne anelige, wenigschtens so guet wie das uf 1.20m Längi und 40cm Breiti möglich isch. Do händ's die churzgwachsene Indigenas scho eifacher. Nachdäm das Fraueli hinter mir mol ygschloofe isch, hani ganz heimlifeiss mini beide Sitz au abeklappt (es sind würkli nume 5° gsi), und ha schliesslich gar nid schlächt gschloofe.
Am Morge am 3:00 händ mer irgendwo aghalte und sind gweckt worde: paraguayanischi Usreiseformalitäte. Mir sind zwar no hunderti Kilometer vo dr Gränze wäg gsi, aber wyterhinde im Chaco git's nüt und niemer. Und drum isch dr ledschti Poschte vo dr Immigración halt z'mittst im Land. S'Büro vo de Gränzbeamte isch glychzytig au ihres Schloofzimmer gsi. Do sind mer also z'mittst in dr Nacht vor däm Hüttli Schlange gschtande und ein nach em andere in dä Ruum. Dört het's drei Bett gha, in zweie drvo sind irgendwelchi Type in de Unterhose gläge, dr dritti het sich e Trainer azoge, isch ziemlch verpennt am Pult ghockt und het nach de übliche 3 Frooge dr Usreisestämpel in Pass druckt. Naja, wenigschtens händ sie für e Nachtbus s'Büro ufgmacht, und mir händ nid bis am Morge müesse warte.
Denn isch es wider wyter: wider e halbwägs bequemi Position finde, warte bis s'Fraueli hintedra schlooft, d'Sitz abeklappe und Schööfli zelle.
Es isch 8:00 gsi, wo mir erneut gweckt worde sind: Gränze, bolivianischi Yreiseformalitäte. Und dört het's eso usgseh: z'mittst im einsamschte Chaco, e Barriere, es Hüttli mit bolivianischer Fahne, es dicks Huet&Zopf-Fraueli wo Gäld gwächslet het und es dicks Huet&Zopf-Fraueli wo früsche Orangesaft verchauft het. Bolivie! Und so han i mis Gäld gwächslet, mi bolivianisch Yreisestämpfel gholt und mer e früschpresste bolivianische Orangesaft ynezoge. Denn händ mer unses Z'Morgepäckli becho (Schoggidrink, Saft und 5 verschiedeni Sorte trocheni Bisquits) und wyter isch d'Fahrt durch e bolivianischi Chaco. Das Unterland isch völlig anders als das Bolivie wo'n ich vor emne halbe Johr gseh ha. Do isch es viel grüener, tropischer, fruchtbarer als uf dr Hochebeni. Au do beschtoht d'Bevölkerig fascht nume us Indigenas, aber die do schtinke nid eso wie die vom Altiplano.
Jedefalls sind mer ganz guet vorwärts cho, und nach nume 21 Schtund Fahrt sind mer in Santa Cruz ygfahre.

 

Paraguay

5. Juni 2007

 

Santa Cruz

Santa Cruz isch mit anderthalb Millione Ywohner die gröschti Stadt vo Bolivie. Trotzdäm isch s'Stadtzentrum überschaubar und eigentlich sehr schön. Es glycht eher en ere Chleistadt. D'Stadt schynt einiges entwickleter und modärner als d'Städt uf em Altiplano, wo'n i vo mim ledschte Bsuech in Bolivie kenn. Es isch scho richtig kosmopolitisch, aber trotzdäm definitiv Bolivie!
Ich ha ganz vergässe, wie günchtig in däm Land alles isch. Während mi d'Übernachtig im brasilianische Foz do Iguaçu no Fr.13.- koschtet het, zahl i do no Fr.4.50. Und au s'Klima isch mit de heisse Täg und de laue Nächt sehr agnähm. Es isch jdefalls schön, wider zrugg z'sy!

Trotzdäm bin i gly wyter. Schliesslich het's in Santa Cruz sälber doch nid so viel z'gseh. Und usserdäm isch d'Maria, mini Reise-Compañera us Argentinie, grad in Cochabamba gsi, und das sind jo nume läppischi 10 Schtund Busfahrt.

 

Bolivia

6. Juni 2007

 

Cochabamba & Torotoro

Au Cochabamba isch e Grossstadt. Aber usser em gröschte Open-Air-Märt vo Südamerika und dr gröschte Jesus-Statue vo dr Wält (1m höcher als die in Rio de Janeiro) git d'Stadt sälber nid viel här.

Drum bin i, nachdäm i mi wider dr Maria agschlosse ha, uf nach
Torotoro. Das isch es chleises Dörfli mit em glychnamige Nationalpark rundume. Es het zur Trochezyt grad zwei Mol pro Wuche e Bus dörthie, vo Novämber bis Februar erreicht me das Dorf einzig mit emne mehrtägige Fuessmarsch. Als die einzige Gringos sind mir denn mit 30 Indigenas in däm Bus über Stock und Stei, über wyti Strecke im Flussbett durch malerischi Landschafte nach Torotoro gfahre.
D'Lüt in däm Dörfli sind überus fründlich, und es het extrem viel Chinder. Als Gringos sind mer dört ziemlich ufgfalle. Grad als Blondine und lange Glatzchopf wird me vo allne intressiert gmuschteret, und vor allem d'Chinder sind ständig am luege und kichere.
Do uf em Land isch alles nomol viel günschtiger als sunscht in Bolivie: d'Unterkunft het uns Fr.2.50 koschtet, und es Z'Nacht inklusiv Suppe bechunnt me für Fr.1.-. Warms Wasser git's do halt nid - und au chalts het's nid immer. Me läbt halt do sehr bescheide.
Mir sind denn mit eme Yheimische go Dinosaurierspure aluege, wo's in dere Gegend in Unmänge git. Sie sind erstuunlich guet erhalte und es het ganz viel verschiedeni Type. Dr gröschti Fuessabdruck isch ca. 1.50m lang. Aschliessend sind mer e Tropfschteihöhli go aluege. Das het sich als einiges abentürlicher usegschtellt als erwartet. Es het kei Liecht gha, isch sehr glitschig gsi, und vor allem het's einigi Passage gha, wo me sich im Dunkle het müesse abseile, abe rutsche oder am Seil ufechlättere. Und au die änge Passage sind krass gsi; an einere Stell isch es so äng gis, dass me nid emol dr Chopf het chönne dreihe. Und es unterirdisches Seeli het's no gha mit blinde Fisch.
Dr nöchschti Usflug isch zun ere schöne tiefe Schlucht gange, mit Papageie, Wasserfäll und emne schöne Ort zum Plansche. Es isch jo e sooo ne heisse Tag gsi.

Und denn händ mer wider dr Bus gschnappt, zrugg nach Cochabamba, und vo dört nach 2 Täg wyter nach La Paz.

 

Bolivia

7. Juni 2007

 

La Paz (3)

Nach La Paz zrugg z'cho, isch fascht wie heicho! Es isch zwar e chli anders als wo'n i vor emne halbe Johr do gsi bi. Vor allem isch es chälter. In dr Nacht und am Morge früeh gheye d'Temperature unter e Gfrierpunkt. Was für e Kontrascht zu dr Hitz in Santa Cruz oder Torotoro. Aber au e riesige Kontrascht zu dr starke Nomittagssunne, wo eim au im T-Shirt loht lo schwitze.

Au mi Verdauigstrakt het gmerkt, dass i wider in Bolivie bi. Nach em wytgehend bakteriefreye Ässe in Chile und Argentinie, isch mi Körper wohl wider sensibler worde, und het über es paar Wuche wider müesse lerne, wie me mit dene Bazille umgoht. Unterdesse funktioniert alles fascht wider wie's sött, und ich gniess wider s'feine versüüchte Ässe wo uf dr Schtross und an de Märt verchauft wird.

Mir händ nid viel gmacht in La Paz. Nach emne Tag Shopping sind mer scho wider wyter: über d'Cordillera Real nach Rurrenabaque im bolivianische Dschungel.

 

Bolivia

8. Juni 2007

 

Rurrenabaque: Dschungel & Pampas

Zum vo La Paz s' 3600m tiefer glägene Rurrenabaque z'erreiche, muess me irgendwie dr hochi Bärgkamm Cordillera Real überquere. Das cha me entweder mit em Flugzüg mache oder per Bus. Bi dr Bus-Variante füehrt dr Wäg allerdings die berüchtigti "Todesschtross" durab, die gföhrlichschti Schtross vo dr Wält. Ich ha das vor 5 Mönet mit em Mountainbike gmacht, was nid allzu gföhrlich isch. Aber mit emne öffentliche Bus kriege mi keini 10 Ross dört abe! D'Kombination vo bsoffene Chauffeure, klapprige Büs mit schlächte Brämse und ere instabile Lehmschtrooss entlang vomene schier unändlich tiefe Abgrund find i nid sehr yladend. Au d'Tradition dass vom 96-prozäntige(!!!) Alkohol ei Schluck für "Pachamama" (Mueter Ärde) gopferet wird, es paar Gütsch bruucht wärde, zum die vier Räder z'sägne und dr Räscht in dr Chehle vom müede Chauffeur verschwindet, macht das ganze Unternähme nid sicherer. 260 Läbe het die Schtrooss allei im vergangene Johr gforderet, es sind es paar Büs s'Loch durab... Ich ha mir jedefalls e 65$-Flug gleischtet und es Läbe gschpart.

Nach 50 Minute sind mer uf dr Graspischte im Dschungel glandet: tropischi Hitz, viel Grüen und e Flughafe chleiner als mängi Tramhaltestell. Rurrenabaque isch schön, wenn au sehr touristisch - um nid z'säge sehr israelisch. Es git wohl öppe 30 Abieter vo Toure in Dschungel und in d'Pampas. Drum chöme d'Tourischte dohie, drum sind au mir dohie cho.
S'Städtli isch vo grüen überwucherete Hügel umgeh und uf dr einte Site ligt dr breiti bruuni Fluss Rio Beni. In de Schtroosse wimmlet's vo Töff und Töffli, es het viel Palme, Banane-Schtuude, und au Stärnfrücht hänge an de Bäum.

Wo mer unseri 2-tägegi Dschungel-Tour agfange händ, het unglücklicherwys grad s'Wätter umgschlage: es isch rägnerisch worde und dütlich chüehler. Mir sind denn als 4er-Grüppli (natürlich mit 2 Israelis) dr Rio Beni duruf bis mir nach knapp 4 Schtund unses Dschungel-Camp erreicht händ. Es isch e Holzhütte gsi mit Palmedach und Moskitonetz in de Fänschter und über dä Bett. Zum Glück, die het me würklich bruucht!
Uf unsere 3 Spaziergäng het uns unsere Füehrer vor allem viel über die spezielle Pflanze vom Dschungel erklärt und zeigt. Aber mir händ au e Siedlig vo Indigenas bsuecht und Affe, viel Papageie, Schmätterling, Agoutis und vor allem Moskitos gseh. Dr Jaguar het nume sini Fuessabdrück welle priisgeh, aber villicht isch das jo au besser eso. Sehr sumpfig isch es übrigens gsi. Aber definitiv faszinierend isch er, dr Dschungel!

Nach em ne Zwüschetag zur Erholig und zum Wäsche sind 3 Täg in de Pampas uf em Programm gschtande. Das isch es Flachland wo näbscht Savanne vor allem us Sumpf- und Flusslandschafte beschtoht.
Vo unserer Agentur sind mer 3 Gruppe gsi, ca. 35 Lüt im Ganze. Drvo sind 31 Israelis gsi, 4 Brite und ich. wenigschtens sind in unserer 10er-Gruppe alli Non-Israelis zämegfasst worde plus 5 Israelis vo dr agnähme Sorte.
Nach ere fascht 4-schtündige, extrem holprige Fahrt sind mer uf e Fluss Rio Yacuma umgschtiege. Per Motorbötli hän mer nach wytere 2 Schtund unses Camp erreicht. Abgseh drvo dass mer das mit de beide andere üsserscht lärmige rein-israelische Gruppe händ müesse teile, isch es ganz nätt gsi. Es het sogar Duschene gha, und mir sind vorzüglich bechocht worde.
An de nöchschte beide Täg sind mir vor allem viel uf em Fluss umekurvt oder durch e Sumpf gschtieflet. Immer uf dr Suechi nach spektakuläre Viecher. In dr Nacht sind mir mit Taschelampe in Busch go lüchte, und wenn's rot zruggglüchtet het, denn sind das d'Auge vo de Alligatore gsi. Mir händ aber au einigi vo dene Kaimane bi Tagesliecht gseh, drunter au grösseri 3m-Exemplar.
Speziell isch au d'Schlangesuechi gsi. In Gummischtiefel wo 3 Nummere z'chlei gsi sind, sind mir im chnüütiefe Sumpf umegschtieflet zum im Schilf oder in de Büsch irgendwo e Anakonda ufzschpüre. Das isch mit bis zu 9m Längi und ziemlich dickem Körper die gröschti Schlangenart wo git's. D'Haupterschwernis bi dere Tätigkeit sind gsi: Erschtens dass me immer wider e Handbreiti tiefer im Sumpf ygsunke isch, als d'Gummischtifel hoch sind, und sich denn d'Schtiefel bis zum Rand mit ere schwarze Suppe gfüllt händ. Zweitens d'Moskitowolke, wo eim ständig begleitet het und wo bi jedem Schritt um 10 wyteri Bluetsuger gwachse isch. Und drittens dass sich wäge'n em churze Chälteybruch (25º statt 35º) d'Schlange nid händ welle zeige. Schliesslich händ mer kei mächtigi Anakonda z'gseh becho, aber drfür e 1.5m langi Kobra. Die armi Schlange het sich denn jede vo dr Gruppe dörfe um e Hals hänge zum für es paar Schlangejäger-Föteli z'posiere. Das arme Viech isch schliesslich ziemlich groggy gsi, vo däm viele Umereiche und Halszämedrucke. Aber d'Kobra isch denn wider freyglohworde und het sich im schwarze Sumpf hoffentlich vo de Strapaze chönne erhole!
Als wyteri Aktivitäte sind s'Bade mit de rosarote Flussdelfin und Pirañafische agseit gsi. Hm, Bade und denn Pirañas, sind das nid zwei Sache wo sich sozsäge bysse?!? Unsere Füehrer het gseit, dass es an däm Ort weder Pirañas no Alligatore heig, und so sind mer tatsächlich go bade. Die rosarote Flussdelfin händ sich leider nume us dr Färni zeigt, und so händ mer halt e chli allei planscht.
S'Fische vo de Pirañas het denn nid allzu wyt wäg vom Badeort stattgfunde, aber offesichtlich bysse d'Pirañas keini Mensche, oder nume wenn sie Bluet schmecke. Mir sind jedefalls verschont blibe. Was allerdings nid heisst, dass mir d'Pirañas au verschont händ. Aber die gierige Fleischfrässer händ uns öppe es Kilo Rindsflisch vo de Fischerhögge gfrässe, ohni dass mer se händ chönne fange! Aber es bitzli Erfolg händ mer doch gha: 5 Stück händ mer us em Fluss zoge und aschliessend frittiert zum Z'Mittag verschpise. Es isch zwar nid würkli viel Fleisch dra an emne Piraña, aber es isch also usgschproche fein gsi!
Die räschtliche Highlights vo de Pampas sind die unzählige spezielle Vogelarte, Totechopf-, Kapuziner- und Brüllaffe sowie die unglaubliche Sunne-Uf- und -untergäng gsi.

Zrugg in Rurrenabaque isch es als erschts drum gange, dass mer uns eine vo de umkämpfte Plätz im ene Flugzügli nach La Paz sichere. Het schynbar guet klappt - allerdings nume schynbar. Wo mer 2 Schtund vor Abflug bi dr Airline atanzt sind, händ mer müesse erfahre, dass unseri Reservierige irgendwie us em System verschwunde sind. Verschlampt, heisst das! Und es het alles Schimpfe nüt gnützt, mir händ uf d'Wartelischte müesse. Das heisst: druf hoffe, dass zwei anderi Passagier nid uftauche. Unglaublicherwys isch das denn tatsächlich dr Fall gsi, und mir händ's doch no uf La Paz gschafft.
D'Ussicht während em Flug isch super gsi! Dr Übergang vom Dschungel-Flachland zu dr über 6000m hoche Andekordillere und s'Hochland uf dr andere Syte isch phänomenal. Uf dr einte Syte gseht me bis zum Titicacasee in dr Färni, uf dr andere dr Bärg Huayna Potosí. Dä ydrücklich 6-Tuusiger wo'n ich vor emne halbe Johr z'beschtyge versuecht ha. Dr Unbezwingbari. Sogar mit em Flugzüg isch mir d'Höchi vo sim Gipfel verwehrt blibe. Er isch so hoch, dass mer nid drüber gfloge sind, sondern uf niedriger Höchi knapp dra verby...

 

Bolivia

9. Juni 2007

 

vierhundertsibzig

S'Konto isch fascht leer, dr Rückflug isch buecht, d'Täg vo minere Reiserei sind zählt: 470 wärde's schliesslich sy! 402 drvo liege hinter mir, 68 blybe mer no. Dr Countdown lauft...!
Am 17. Auguscht wird i also in Basel yfliege, mir wider es Dehei und vor allem e Gäldquelle müesse sueche. Also, stellet scho mol s'Bier in Chüehlschrank und leget dr "Stutz für d'Notschliifi" für mi bereit! ;-)

 

 

20. Juni 2007

 

Titicacasee

Puno uf dr peruanische Syte vom Titicacasee isch nid würkli e Juwel. Aber e Absprungpunkt zu de Inseli und de chleine Dörfli wo's dört z'bsueche git.

Es het mer graut vor em Bsuech vo de schwimmende Insle
Uros; e Tourischtefalle sonderglyche mit hunderte vo Touris jede Tag, Rucksäckler wie au Praliné-Tourischte. Aber wägloh han i die spezielli Attraktion denn doch nid welle. Und ich ha's au sehr intressant gfunde. S'Volk vo de Uros, wo's scho vor de Inka geh het, baut sich die Inseli sälber. Und agfange het's dodrmit, dass sich das Volk vo de chriegerische Inka het welle verbärge. Baumaterial für d'Insle isch s'Totora-Schilf, wo's im Titikakasee hufewys git. Die Schilfrohr sind au Baumaterial für ihri Hüüsli, Boot, Matte, Möbel und dr weichi Teil vo däm Schilf wird u gässe.
Aber touristisch isch es ebe scho. Und die Ygeborene versueche allerlei Kunschthandwärk (und Ramsch) an die viele Bsuecher z'verchaufe. Aber s'beschte isch dr Bleischtifthandel. Und zwar wärde de Tourischte in Puno hufewys Bleischtift verchauft, wo me denn de arme Chinder uf de Insle, wo in dr Schuel chuum Schriibmaterial händ, söll schänke. Das isch wohl ursprünglich e gueti Idee gsi, aber unterdesse zu'n ere Farce worde. Wenn i ahnimm, dass jede fünfti vo de schätzigswys 500 tägliche Tourischte es 6er-Päckli Bleischtift chauft, git das JEDE TAG 600 Bleischtift für die arme Chinder uf dene Insle. Und sooo viel Chinder git's dört au wider nid. Und zuedäm gönd sie nachdäm sie 10i sind, sowieso in Puno uf em Feschtland in d'Schuel. Drum gäbe denn d'Chinder die Bleischtift ihre Eltere, und die verchaufe se in Puno wider de Tourischte. So goht das!
Aber wenigschtens wird die riesigi Tourischtemasse guet uf die zahlriiche Inseli verteilt, so dass es nid meh als eis bis zwei Grüppli glichzytig uf ere Insle het.

Als nöchschti Station han i mir e Ort usgsuecht, wo vom Tourismus bishär wytgehend verschont blibe isch: s'Dorf
Llachón uf dr Halbinsle Capachica. Ich bi widerum per Boot gange, s'glyche Boot wo au die eher vo Tourischte bsuchti Insle Amantani agfahre het. Und näbe es paar Touris und em ne Hufe Yheimische wo nach Amantani sind, bin i dr einzig Passagier nach Llachón gsi. Churz vor dr Akunft isch denn dr Capitano zu mir cho, und het mer verzellt, dass mer doch nid nach Llachón fahre, wül ich dr einzig bi, wo dört ane will. Und denn het er mir e Unterkunft bi sinere Familie welle ufschwätze. Nach ca. 10 Minute diskutiere han ich ihn denn aber chönne drzue bringe dass er mi doch irgendwo uf dr Halbinsle absetzt.
Wo'n i an Land gange bi, han i kei Ahnig gha, wo'n i eigentlich genau bi. Aber es het Schoof, Säu und au es paar Lehmhüüsli mit Schilfrohrdächer gha. Ich ha mi denn mol zwüsche dene Viecher dure dr wäglos Hoger ufekämft. Es isch zwar nid wyt ufe gange, aber das isch halt mit em schwere Rucksack uf 3850müM doch puuschteraubend. Nach 10 Minute han i denn e Bueb troffe, wo'n i ha chönne frooge, ob er e Familie kennt, wo me cha übernachte. Und er het mi zum Don Tomás gschickt. Dr Tomás het sogar es usgschproche schöns Cabaña gha, härzig mit Totora-Yrichtig und Blick uf e Titicacasee für grad emol Fr.6.-. Und so han i als einzige Gringo dr Nomittag im authentische Dorf und am Ufer vom riesige silbrigblaue Titicacasee verbrocht. Me läbt dört no sehr eifach und traditionsverbunde. D'Fraue und Meitli trage die traditionelle Trachte mit de kuriose bunte Hüet, sie hüete d'Schoof während d'Männer uf em Fäld schaffe oder gönd go fische. Schtroosse git's dört keini, nume Wäg und Trampelpfad. D'Lüt sind zum gröschte Teil fründlich, aber es chönne nid alli spanisch. Natürlich bin i wider emol ziemlich ufgfalle als lange Gringo. Zum Teil het's au Lüt gha, wo mir z'verschoh geh händ, dass mini Awäseheit nid bsunders gschätzt wird. Ich verschtand zwar kei Quechua, aber es isch ziemlich offesichtlich gsi, dass es sich eher um Beschimfige ghandlet het als um e Willkommensgruess.
Zum am nöchschte Tag wider zrugg in'd Zivilisation z'glange, han i es Büssli müesse neh, wül's nume 2x pro Wuche es Boot nach Puno het. Bim Warte uf e Bus han i de Huet&Zopf-Mädels bim Volleyballschpiele chönne zueluege. Und das han i ziemlich schräg gfunde. Mit ihrne traditionelle Röck und zum Teil mit de bunte Hüet händ sie gschpielt. Aber mit Sport-Trikots mit Ruggenummere. Und ihre schwarze lange Zöpf sind umegfloge.
D'Fahrt im Büssli het denn Erinnerige an Guatemala gweckt: wider emol mit 21 andere Lüt imene Toyotabüssli zämepfercht. Und natürlich alles dicki Indigenas mit ihrem Körpergruch wo nid unbedingt an Roseduft erinneret. Und au in däm Büssli händ offesichtlich nid alli mini Awäseheit gschätzt. Aber es isch jo villicht gar nid schlächt, au mol Opfer vo Rassismus z'sy. Das isch j au e Erfahrig...

 

Perú

21. Juni 2007

 

Cusco / Machu Picchu

Cusco isch d'Hauptstadt vom Inka-Imperium gsi. Und no immer gseht me Spure us dere Zyt in dr ganze Stadt. Vor allem die alte Steimuure wo no immer s'Fundamänt vo praktisch jedem Huus in dr Innestadt bilde. Und uf dene alte Muure händ denn d'Spanier ihri au sehr schöne Kolonialbaute drufgschtellt. Cusco isch also würklich e sehr, sehr schöni Stadt, sicher eini vo de 5 schönschte vo minere Reis.
Aber wäge dene schöne Baute, wäge dr intressante Gschicht und wäge dr Nöchi zu dr lang vergässene Inkastadt Machu Picchu isch Cusco halt bi allne Tourischte sehr beliebt. Es gilt als d'Gringo-Hauptstadt vo Südamerika. Drum han i bi minere Akunft am 05:30 am Sunntigmorge d'Gunscht vo dr Schtund grad gnutzt zum die schöne Gasse menscheleer und vor allem gringoleer z'bewandere.

Wo'n i am Nomittag die in Fuessmarschdistanz liegende archäologische Stättene
Saqsayhuamán und Qenqo bsuecht ha, bin i mit es paar Peruaner ins Gschpröch cho. Also eigentlich het's drmit agfange, dass mi eine zu'n ere Tour het welle überschnuure, ich dankend abglehnt ha, und er mi schliesslich zum ene Bier yglaade het. Das ganze het sich denn so wyterentwicklet, dass zum einte Bier no e ganze Huffe wyteri drzuecho sind und i schliesslich dr ganzi Obe mit 5 Peruaner umegsumpft bi. Statt in Gringo-City mit andere Backpackers in tüüre Touri-Spunte Bier z'trinke, bin i also mit dene Peruaner in versteckti Chäller abegschtiege, wo me für je 20 Rappe es grooooosses Glas Chicha bechunnt. Das isch es typisch peruanisches fermentierts Maisgetränk, Bier-Ersatz us dr Inka-Zyt.

Trotzdäm bin i am nöchschte Tag bi Zyte uf und ha mi ufgmacht ins "heilige Tal" vo de Inkas. Z'erscht mit em Bus nach Pisaq, dört es paar ziemlich umfangsrychi Inkaruine go aluege. Denn wyter uf e nöchscht Bus nach Ollantaytambo und dört zur Abwächslig mol wider es paar Inkaruine go aluege. Z'Obe uf e Zug nach Aguas Calientes, em Dorf am Fuess vom berüehmte Machu Picchu. Und dört han i d'Nacht verbrocht.
Am 04:45 bin i denn scho wider ufgschtande. Zum de grosse Tourischtemasse wenigschtens halbwägs chönne entcho, mues me früeh sy. Ich bi denn bereits am 5i als dritte bim Billetschalter für e Bus abgschtande, und bald het sich hinter mir die langi Schlange bildet. Es sind wohl öppe 150 Lüt gsi, wo dört 2 Schtund vor Sunneufgang ahgschtande sind. Ich ha's denn natürlich uf e erschte Bus gschafft, und bi am 6i als eine vo de erschte zu de no menscheleere Ruine.
Ich ha's tatsächlich ziemlich ydrücklich gfunde. Die alte Inkas händ scho no einiges druf gha. D'Baukunscht, d'Grössi vo dere Inkastadt und dr astronomischi Hintergrund sind beydruckend. Aber s'faszinierendschte han ich d'Lag gfunde: uf emne Sattel hoch über em Tal, zwüsche de Bärge Machu Picchu und Huayna Picchu in ere sehr schöne Bärglandschaft.
Wo denn langsam meh Lüt ynegschtrömt sind, bin i uf e Bärg Huayna Picchu gflüchtet. Vo dört hoch obe isch d'Ussichicht uf d'Inkastadt und die umliegendi Landschft absolut sensationell. Und wül's so schön und unbevölkeret gsi isch, bin i anderthalb Schtund dört obe blibe - bis d'Masse cho sind. Aschliessend bin i nomol chli durch die mehrheitlich leere Ruine gschlenderet (es sind jo jetzt alli uf em Huayna Picchu obe gsi). Und wo am 11i die unglaubliche Menschemasse, wo mit em Zug vo Cusco acho sind, d'Ruine überschwemmt händ, han i mi us em Staub gmacht... Zrugg abe nach Aguas Calientes und vo dört mit em Zug nach Cusco.
Bemerkenswärt find i no d'Art wie dr Zug s'Gfäll abe in d'Stadt Cusco überwindet: nämlig im Zick-Zack. Aber nid mit Kurve, sondern richtigs Zick-Zack: ahalte, Weiche umstelle, ruckwärts, ahalte, Weiche umstelle, vorwärts, ahalte, Weiche umstelle.... und so wyter, bis me d'unde im Tal isch. Au e Möglichkeit.

 

Perú

22. Juni 2007

 

Arequipa / Colca Canyon

Arequipa gilt als die wyssi Stadt, und viel Lüt händ mir vo ihrer Schönheit vorgschwärmt. Ich bi denn allerdings chli enttüscht gsi. Es het scho es paar nätti wyssi Kolonialstilhüser, und d'Plaza de Armas isch ganz schmuck. Aber us de Socke haue het's mi also nid welle. Do han i einigi viel schöneri Städt gseh. Und DIE absolut unschlagbari wyssi Stadt isch no immer Popayan in Kolumbie!
Aber es het wenigschtens nid ganz so viel Gringos wie in Cusco. Und me cha sich am Märt die arg verlöcherete Hose lo flicke, für nume 70 Rappe.

Nachdäm ich uf em Machu Picchu dr pakistanischi Ängländer Naweed, mi Trekkingpartner us Bariloche, wider troffe ha, händ mer beschlosse, dass mer zäme dr
Colca Canyon bi Arequipa gönd go bsueche.
Das isch die zweittiefschti Schlucht vo dr Ärde, dopplet so tief wie dr Grand Canyon. Und usserdäm bekannt für d'Kondore wo me dört cha beobachte.
Im nochhinein mues i aber zuegeh, dass i au do es bitzli meh erwartet ha. Unsere 3-Tages-Trekk isch zwar ganz nätt gsi, mir händ e glatti Gruppe und e sehr sympathische Guide gha. Aber dr Canyon isch also dütlich weniger ydrücklich als dr Grand Canyon in de USA. Und dass i wohl niemeh e Kondor so nooch wird gseh, wie damals in Bariloche, han i scho im vorus gwüsst gha.

 

Perú

23. Juni 2007

 

Nazca & Huacachina

Die nöchscht Station isch Nazca gsi. Das isch dört wo's die mysteriöse Linie und die groosse Figure het, wo die alti Nazca-Kultur mol in Wüeschtebode zeichnet het. Dört wo em Erich von Däniken sini Usserirdische glandet sy sölle. Abgseh vo dene Zeichnige in dr Wüeschti git's dört allerdings nid viel z'gseh.
Ich bi denn mit emne Öschtriicher und ere Peruanerin zum Flugplatz pilgeret, mir händ uns e vertrauenswürdige Pilot und e vertrauenswürdigi Cessna usgsuecht und denn sind mer e Halbstund über dr Wüeschti umekurvt. Jäwohl, Kurve het dr Pilot ganz viel gmacht - vor allem sehr ängi, damit me d'Figure am Wüeschtebode au schön gseht. Isch jedefalls guet gsi, dass das vor em Z'Morge gsi isch; mit leerem Mage het me nüt zum s'Chotztüütli z'fülle...

Wyter nordwärts, immer durch die wyti Wüeschti, bin i nochhär nach
Huacachina. Das isch e chleini Oase. E ächti Oase! Z'Mittst vo sehr hoche Sanddüne het's e Teich mit Dattelpalme und es paar Hüser rundume. Es isch wie in dr Sahara. Faszinierend!
Grad nach minere Akunft bin i denn mit emne Sandbuggy durch d'Wüeschti gheizt. E super Kombination vo schöner Dünelandschaft und Adrenalinkick! Das isch wie Achtibahn, aber nid an Schiene bunde. Und es bitzli staubiger. Die Düne sind zum Teil sehr hoch und seeeehr steil gsi! Und als wär das nid scho spassig gnueg, händ mir no 5 Mol uf ere hoche Düne e Zwüschehalt gmacht zum Sandboarde. Das isch wie Snowboarde aber halt ebe uf em Sand statt im Schnee. Dass Schnee und Sand ziemlich unterschiedlichi mechsanischi Eigeschafte händ, üsseret sich denn bim Versuech, uf emene Brätt stehend e Düne abezrutsche. Ehrlich gseit: es funktioniert nid würkli. Me sinkt y, het 10 Kilo Sand uf em Brätt, löst ständig Sandlawine us und wenn me mol diagonal d'Düne abegleitet, cha me nid schtüüre. Chlättverschluss um Turnschueh isch halt kei feschti Bindig, und Sand isch halt au kei Schnee. Aber flexibel wie'n i bi, han i denn umgschtellt und bi eifach büüchlings chopfsvora uf em Brätt dr Hang durab. Und das goht ab wie's Bisiwätter... rapido!
Natürlich het me denn kilowys Sand in de Hosesäck, in de Schueh, in de Ohre, im Buuchnabel, in de Bruschthoor. Schpööter isch s'Hotelzimmer voller Sand, s'Bett und dr Rucksack. Aber das ghört sich so!

 

Perú

3. Juli 2007

 

Lima

Lima het kei bsunders guete Ruef, und drum han ich mir überlegt, ob i überhaupt Zyt söll ufwände zum die Stadt go aluege. Ich han ere denn schliesslich doch e Chance geh, und han e Zwüschestopp yglegt. Aber im Nochhinein mues i säge, dass i nüt verpasst hätt, wenn i's grad usgloh hätt. ich ha's zwar nid so übel und gföhrlich gfunde wie die meischte andere Reisende, aber es isch halt eifach nüt bsunders. Nume e riesigi Stadt, wo's usser es paar Chirche und ere schöne Plaza de Armas nüt z'geh git. Nachdäm i an eim Tag 15km durch fascht die ganzi Stadt gloffe bi, han i mi scho wider ufgmacht zum nöchschte Ort.

 

Perú

4. Juli 2007

 

Cordillera Blanca

D'Cordillera Blanca isch e sehr schöne Teil vom peruanische Hochland. Es het vieli verschneiti Sächstuusiger, unzähligi türkisfarbigi Bärgseeli und chleini Dörfli. Wie au Patagonie isch es es absoluts Paradies für Bärgschtieger und Trekker. Für mi isch es chli schräg, do z'sy. Ich wird vo dere Landschaft und ihre Trekkingmöglichkeite azoge, aber das Mol mach ich bi däm Getrekke gar nid mit. D'Chnüü wänd nüm, und ich ha au absolut kei Usrüschtig meh, sit i nach Patagonie alles heigschickt, verchauft und verschänkt ha. Nid emol d'Wanderschueh han i meh drby. Und jetzt schtand i do z'mittst in dr hoch-andine Traumlandschaft und weiss nid was mache. Ich chum mer fascht chli fehl am Platz vor. Damit i nid ständig all die Trekkers und Tour-Agebot aluege mues ohni chönne mitmache, han i mi gar nid erscht im Hauptort Huaraz niedergloh, sondern bi diräkt wyter ins chleine Dorf Caraz. Dört het's fascht keini Tourischte, aber me cha es paar sehr schöni chürzeri Usflüg und Tageswanderige mache.
Ich bi denn chli go spaziere und ha chleineri Wanderige gmacht. Und wül i's doch nid ganz ha chönne lo sy, han i mir mol no es Zält, Mätteli und Schloofsack gmietet und bi für 2 Täg zu dr wunderschöne Laguna Parón uf 4200müM. Sehr idyllisch isch es dört obe; e türkisfarbigs Seeli mit ydrückliche, verschneyte Bärge rundume. Am Tag isch es in dr Sunne sehr heiss, aber wenn sie untergoht gheye d'Temperature innerhalb vo wenige Schtunde unter Null. Mit emne warme Schloofsack isch das aber keis Problem. Und ich ha wider emol gmerkt: mit em Zält in de Bärge isch es halt eifach am schönschte!

 

Perú

5. Juli 2007

 

Trujillo

Eigentlich han i mi scho chli uf d'Küschte bi Trujillo gfreut; uf e warmi Norde, uf Sunneschyn und Strand. Aber au in Trujillo isch es grad Winter. Das heisst zwar nid, dass es chalt isch, gar nid. Aber es schynt eifach nie d'Sunne. Dr Himmel isch jede Tag grau, vom Morge bis z'Obe. Ich find's irgendwie bedrückend, e ganze Tag d'Sunne nid z'gseh.

D'Stadt Trujillo isch überhaupt nüt bsunders. Und die einzige Attraktione sind es paar archäologischi Stätte us dr Prä-Inka-Zyt. Trotz minere allmähliche Sättigung vo Ruine han i e ganztägigi Tour gmacht, zum die Ort go aluege. Und es isch zu mim eigene Erschtuune doch no ganz intressant gsi. Es het Ruine vo zwei verschiedene Prä-Inka-Kulture dört in dr Nochberschaft. Im Gegesatz zu de Steihüfe vo de Inka und de Linie vo de Nazca het sich's dasmol um Lehmhüfe ghandlet. Lehmhüfe, wo früehner Pyramide mit Molereie oder grossi Tempel gsi sind. Sogar e ganzi Stadt us Lehm het me gfunde, 20 Quadratkilometer gross.

Nochdäm dä kulturell-historischi Teil abghooggt gsi isch, het mi au nüt me in Trujillo ghalte, und ich bi wyter in nördlichschti Norde, zum ändlich mol wider d'Kombination vo Strand und Sunneschyn chönne gniesse.

 

Perú

6. Juli 2007

 

Punta Sal / Tumbes

Wo'n i am 5i am Morge in irgend emne Kaff an dr Panamericana us em Bus usgschtiege bi, han i sofort gwüsst, dass i gfunde ha, was i gsuecht ha! Es isch zwar no dunkel gsi, und s'menscheleere Kaff het au nid grad wie s'Paradies usgseh. Aber dr warmi Wind vo knapp 20º und s'Salz in dr Luft händ ziemlich uf summerlichs Badevergnüege hiedütet.
E Schtund schpöter bin i denn in Punta Sal acho. E leeri Schtrooss mit es paar leere Hotels und leere Bungalows, drhinter dr leeri Schtrand und dr wyti Pazifik, drüber d'Sunne und dr blaui Himmel. Das isch am Morge früeh so gsi und het sich au über e Nomittag bis z'Obe nid würklich gänderet. Es isch definitiv grad nid Saison. Und abgseh vo de Wuchenänd isch do praktisch niemer z'Gascht. Mir isch es no so rächt gsi. Ich ha'n es schmucks Zimmer im ene schmucke Hospedaje diräkt am Schtrand gha. Und dä 3km langi Sandschtrand han i mit 3 bis 5 andere Lüt müesse teile.
Mis Läbe het sich für 3 Täg reduziert uf Sünnele, Plansche, Ässe, Schloofe und Läse. Und die Aktivitäte händ sich - abgseh von emne churze Spaziergang am Strand - uf sehr begränztem Ruum abgschpielt. Es isch gsi wie "Mikado": jo nüt bewege!

Aber nach 3 Täg han i erschtuunlicherwys doch au chli gnueg gha vom Fuul-Sy. Und so bin i wyter nach Tumbes, dr nördlichschte Stadt vo Peru. Die 80km sind für e Bus offebar z'viel gsi. Er het unterwägs dr Geischt ufgeh. Aber bald isch dr nöchschti verbycho, wo uns Gschtrandeti ufgablet und nach Tumbes brocht het.
Ich bi vor 8 Mönet scho mol churz do gsi. Und scho denn han i gmerkt, dass es in däm Städtli absolut nüt z'tue oder z'gseh git. Und drum gang i, sobald i morn mini Kontaktlinse becho ha, wyter nach Ecuador. Ich ha nämlig dr Fehler gmacht, dass i in miner Langwyli neui Linse poschtet ha. Und das heisst do halt: bschtelle und 2 Täg warte...

 

 

Perú

16. Juli 2007

 

Zaruma

Mini erschti Station in Ecuador isch s'Dorf Zaruma gsi. Das isch es chleises Dorf in ere schöne Hügellandschaft, wo dr Ruef het, dass d'Lüt sehr fründlich und d'Fraue sehr schön sind. Und ich mues säge: beides isch absolut wohr! Es isch mer sofort ufgfalle, dass es in dere Gegend so ganz extrem anders isch als in Peru! D'Schtroosse sind suber, meh gseht kei Armuet, keini düschtere Gschtalte und es het au meh hellhütigi Lüt als an de andere Ort. Das ligt dodra, dass Zaruma e Goldgräberort isch. Es het es paar Goldmine, und die händ scho vor über hundert Johr Lüt vo Nordamerika und Europa aglockt. Und s'Gold beschert em Dorf offesichtlich au meh Riichtum als anderne Gegende. D'Hüüser im Dorf gsehn würklich au so us, wie me sich es Goldgräberstädtli vorstellt: schöni Holzhüüser wo eim meh an wilde Weschte erinnere als an Spanie.

Zuefälligerwys isch an däm Tag wo'n i acho bi, grad s'alljährliche Dorffescht gschtiege, ha also mol guets Timing gha. Bi mim erschte Erkundigs-Spaziergang durchs Dorf bin i bi paar Yheimische hangeblibe, und mit dene bin i denn z'obe au ans groosse Dorffescht. D'Lüt sind würkli ganz anders do! Während me z.B. in Peru immer mues ufpasse, wenn me mit Yheimische unterwägs isch, dass sie eim nid wänd usneh oder über's Ohr haue, mues me sich do in Zaruma fascht heftig wehre, dass me nid alles vo de Yheimische zahlt bechunnt. Es sind würkli extrem fründlichi Lüt mit ganz vernünftige Asichte vo dr Wält!

 

Ecuador

17. Juli 2007

 

Vilcabamba

Nachdäm i weder im Norde vo Peru, no in Zaruma irgendwelchi anderi Gringos atroffe ha, han i nüt drgege gha, wider emol es paar anderi Reisendi z'träffe. S'idyllische Bärgdörfli Vilcabamba isch bi Tourischte ziemlich beliebt, und drum bin i als nöchschts dörthie.

Also allzuviel Touris het's au dört nid gha, aber doch gnueg, dass me mol mit es paarne ins Gschpröch chunnt. All die wo'n i kenneglernt ha, sind Lüt wo dört hangeblibe sind: Lüt wo sich dört es Hüüsli oder a Buurehof kauft händ, e dütsche Zimmermaa wo uf sinere Wanderschaft sit es paar Mönet dört schafft oder eifach Rucksäckler wo nüm wäg wänd. Und ich cha's irgendwie scho nochvollzieh; es isch extrem schön dört! Agnähms Klima, schöni Hügel und Bärge mit grüene Wiese wo schwarz-wyss tschäggeti "Fribourger-Chüeh" grase... also wenn's nid all die Bananeschtuude und die schier unändlich viele Orange und Zitrone an de Bäum hätt, chönnt's fascht in dr Schwiz sy. Au s'Dörfli sälber isch sehr schön, und die Yheimische sind sehr fründlich.

Ich bi denn aber nach 2 Täg Umespaziere, Käffele und Plaudere wider wyter. Bevor s'Dorf au mi fesslet und i nüm ewäg chumm...

 

Ecuador

18. Juli 2007

 

Cuenca

Au uf dr Fahrt nach Cuenca isch d'Bärglandshaft sehr schön blibe. Also dr ganzi Süde vo Ecuador, entland vo dr Ande-Kordillere isch würklich usgschproche schön!
Am Afang het's mi gschtört dass im chleine Ecuador (wo aber doch öppe so grooss isch wie Italie) d'Distanze so churz sind, dass me keini Nachtbüs cha neh. Me reist also immer dur e Tag und verliert so e Tag. Aber d'Landschaft isch drfür so schön, dass me ganz gärn bi Tagesliecht reist und drby cha die hoche Hügel und die tiefe Täler beschtuune.

Au Cuenca isch e ziemlich schöni und suuberi Stadt mit pfläschterete Schtroosse und Kolonialstilhüüser. Und do fallt mer doch uf, dass do d'Taxifahrer eim grad uf Ahieb dr richtigi Priis verlange. Nid eso wie in Peru wo 9 vo 10 Taxifahrer z'erscht probiere, eim s'dreifache abzchnöpfe.

Grad näb mim Hostal het's es kolumbianischs Kaffi gha, wo'n i mir mol wider Spezialitäte us dr Region vo Medellín ha chönne z'Gmüet füehre. Erschtuunlich, wieviel Erinnerige mit Ässe oder ere beschtimmte Biermarke zämehänge!
E halbe Block wyter het's es schwizer Kaffi gha, wo me au Älplermagrone, Rösti oder Fondue cha ha. Es het allgemein ziemlich viel schwizer Lokalitäte in Ecuador, und in Cuenca han i au einigi Schwizer atroffe. Unter anderem e ziemlich schräge aber sehr sympathische Bieler vo jensyts vom Röstigrabe. Bi ziemlich viel mit umeghange und ha mol wider dr hoffnigslos Versuech unternoh, mis Französisch ufzbessre - ich ha denn schliesslich wider uf spanisch gwächslet.

 

Ecuador

19. Juli 2007

 

Alausí

Dr Grund wieso, dass i nach Alausí bi, isch die spektakuläri Zugsfahrt über die sogenannti Tüfelsnase "Nariz del Diablo". Zum die schöni Ussicht rundume chönne z'gniesse, hockt me bi dere Zugsfahrt am beschte uf's Dach. Aber sit vor es paar Mönet zwei Japaner abegheyt sind, isch das leider nüm möglich.

Wo'n i am Morge zum Bahnhof gange bi, han i müesse feschtstelle, dass grad gschtreikt wird, und dass es drum also kei Zug het. Tja, schad, es söll e schöni Zugsfahrt sy. Aber das cha halt scho mol passiere am ene Fritig dr 13.
Dr nöchschti Zug wär gemäss Fahrplan am Sunntig gfahre. Aber wül me jo eh nid weiss, ob denn wider gschtreikt wird, han i nid welle 2 Täg warte, sondern bi wyter Richtig Baños.

 

Ecuador

20. Juli 2007

 

Baños

Baños isch dr touristischti Ort in Ecuador, wo'n i bishär gseh ha. Es isch halt sehr schön gläge, het Thermalquelle und e 5000m hoche Vulkan näbedra, und usserdäm cha me go bike, rafte, wandere, rite, fische und alles wo d'Tourischte sunscht no gärn mache.
Dr Vulkan Tungurahua isch aktiv, und isch in de ledschte Johr grad in ere ziemlich heftige Phase. Ledschte Auguscht sind bin ere groosse Eruption es paar Lüt umcho, Lavaschtröm händ die einti Zuefahrtschtroos nach Baños komplett zerstört und die zweiti teilwys. Die isch au hüt nonig richtig gflickt. Aber momentan beschtoht grad kei Gfohr.

Ich ha leider chli Wätterpäch gha in Baños, es het immer chli gschifft. Zwar het ame au wider d'Sunne gschune, aber immer wider het's grägnet. Und so han i - bequem wie'n i unterdesse worde bi - uf die plante Wanderige und Spaziergäng verzichtet und bi nach 2 Rägetäg wytgehend unverrichteter Dinge wider abgreist.

 

Ecuador

21. Juli 2007

 

Latacunga

D'Region um e Vulkan Cotopaxi ladet für viel Usflüg, Toure, Bärgbeschtygige und anderi Aktivitäte y. Zum minere chürzliche Lethargie chli entgege z'würke, han i denn e Tour zum Cotopaxi gmacht. Allerdings han i nid d'Beschtygig vom 5897m hoche, aktive Vulkan in Agriff gnoh, sondern ha nume e eitägigi Schöggeler-Tour gmacht. Die isch nume bis uf 4800m, und s'meischte drvo per Jeep. Sooo speziell isch die Tour denn au nid gsi, aber ich ha zwei Holländerinne kenneglernt, und mit dene bin i am nöchschte Tag denn wider uf e andere Tagesusflug.
Dä zweiti Usflug isch durch schöni Hügellandschaft zum Bilderbuech-Kratersee Quilotoa. Vom Kraterrand sind mer bis zum See abespaziert, händ dört e Ananas gschlachtet und sind per Muultier wider bis zum Kraterrand ufe gritte.
D'Rückfahrt nach Latacunga isch denn scho fascht chli abentüürlich worde, mit Hardcore-Hagelschturm, kaputter Autobatterie, schtoosse vom Jeep bis zum nöchschte Abhang und am Schluss händ mer doch müess e Bus neh. Aber es isch trotzdäm ganz glatt gsi!

 

Ecuador

13. August 2007

 

Quito

Nach dr eher ruhige Zyt in Ecuador isch für Quito wider emol e chli Party agseit gsi. Ich ha mis Hostel nid in dr schöne aber usgschtorbene Altstadt gha, sondern im Usgangsquartier wo me au "Gringolandia" chönnt nenne. Dört reiht sich eis Backpacker's Hostal ans andere und sunscht het's eifach Bars, Discos, Restaurants und no meh Bars Discos und Restaurants.

Zwüsche Usgang, Schloofe, Ässe und Kater han i mi mol no um e Abschtächer uf d'Galápagos-Insle müesse kümmere. Eigentlich han i e 4-Tages-Bootstour welle mache, wo zwüsche de verschiedene Insle umekurvt, und denn sunscht no chli uf ere Insle blyybe zum e chli sy, s'gniesse und go tauche. Dummerwys isch Juli und Auguscht grad übelschti Hochsaison. Das heisst, dass vieli Sache usbuecht sind, und was es no het isch es guets Stückli tüürer als sunscht. Es isch denn schliesslich so gsi, dass es numeno tüüri 8-Tages-Toure (1500$) gha het. Und ich ha weder so viel Zyt, no so viel Gäld welle inveschtiere. Schliesslich summiere sich Flug, Nationalpark-Ytritt und 2 Täg Tauche allei au scho uf rund 800$. Am Schluss han i denn nume s'Flugbillett poschtet, zum mi denn sälbschtändig chli uf de Insle durez'schloh.

Und die räschtliche 2 Täg in Quito sind denn zum gröschte Teil wider em wilde Partyläbe zum Opfer gfalle...

 

Ecuador

14. August 2007

 

Galápagos

Die erschti Insle uf de Galápagos isch Santa Cruz gsi. Das isch so quasi d'Hauptinsle. Dört wo's e Flughafe het, und wo me im Hauptort Puerto Ayora die meischte Tourveraschtalter und Tauchshops findet. Aber es isch bi wytem weniger vo Touris überschwemmt, als ich das befürchtet ha. D'Praliné-Tourischte sind uf ihrne Luxus-Bootstoure, und die paar Ecuadorianer, Backpacker, Hinzes und Kunzes, wo's het, sind dur e Tag au alli irgendwo unterwägs. Wo'n i also acho bi, isch es quasi usgschtorbe gsi. Ohni Problem han i e Unterkunft gfunde, und mit dr Dütsche Kirsten es Reisegschpänli mit ähnliche Vorschtellige drvo, wie me de Archipel chönnti erkunde.
Vo May bis Oktober isch leider Nieselsaison. Das heisst, d'Sunne zeigt sich nid immer, hüfig isch es grau und es nieslet. Aber für e Sunnebrand längt's trotzdäm, und es isch au agnähm warm.

Bereits bim Umespaziere im Dorf Puerto Ayora gseht me die erschte Echse uf em Trottoir, die bekannte Darwin-Finke, unzähligi Pelikan wo uf de Bäum schloofe und Seelöie wo im Wasser umekurve.

Am nöchschte Tag händ mer zwei Halbtagestoure gmacht; die einti zum ene vorglagerete Inseli und die zweiti ins näblige Hochland vo Santa Cruz. Bim Schnorchle han i vieli grossi bunti Fisch und e Wasserschildchrot gseh, und vom Land us es paar Hai und unzähligi Meerechse. S'Bsundere uf de Galápagos sind definitiv d'Tier. Es het so viel so spezielli Viecher! Und die meischte Arte chöme nume dört vor, meischtens au nume uf einere vo de viele Insle. Und ganz speziell isch halt, dass die Tier praktisch kei Angscht vo de Mensche händ und drum bis uf Armlängi an ein ane chöme.
Im Hochland tummle sich die viele Galápagos-Rieseschlidchrote. Und die sind würklich riesig! Bis über 1m Panzerlängi und es Gwicht vo über 250kg händ die. Die ältischte sind über 150 Johr alt. Au bi de Rieseschildchrote het's uf jedere Insle ei eigeni Unterart, wo sich unabhängig vo de andere wyterentwicklet het.

Am Tag druf bin i denn zum erschte Mol sit emne Johr wider go tauche. Es isch zwar sehr tüür do, aber es lohnt sich uf jede Fall! Während me an de meischte andere Ort immer mol wider es speziells Tier erschpäht, gseht me uf de Galápagos bi jedem Tauchgang es Dutzend vo bsundere Viecher! Bereits bim Uftriebs-Check, wo me in ere Bucht in seichtem Wasser macht, chöme die neugierige Seelöie cho luege. Und mit dene cha me denn würklich umeschpiele. Sauglatt, im Fall! Und denn bim Tauche het's no meh Seelöie, Wissspitze-Riffhai zu Dutzende, tolli verschiedeni Roche, Wasserschildchrote und natürlich all die luschtige, bunte, kuriose Fisch und Pflanze wo's halt so git. Au die riesige Fischschwärm find i beydruckend. Do wird's regelrächt dunkel um eim ume oder es glitzeret überall vo silbrige Fischli. Im Verglych zu mine bishärige Taucherfahrige in dr Karibik isch do halt eifach d'Sichtwyti mit rund 12m eher schwach. Und s'Wasser isch mit 17º-20º arschchalt. Während i in dr Karibik in de Badhose bi go tauche, schlotteret me do au mit emne 7mm-Neopren-Azug. Aber schöööön isch es!!!

Als nöchschts bin i uf d'Nochbersinsle Isabela. Das isch zwar die gröschti Insle, aber wül's keis würklichs Schtroossenetz git, cha me nume dr Südzipfel erkunde. Dr riesigi Räschte isch unberüehrti und au unberüehrbari Wildnis. S'einzige Dörfli wo's het isch Puerto Villamil, und das isch jo soooo tranquilo! Chlei und nid würklich touristisch.
Es het e schöne Sandstrand mit verschpielte Seelöie, Meerechse, Pelikan und Fuessball schpielende yheimische Chinder. Und ame chöme d'Blaufuesstölpel verby zum Ässe, was es sehr spektakulärs Schauspiel isch! Blaufuesstölpel sind ganz witzigi Wasservögel, wo's au nume uf de Galápagos git. Und die händ tatsächlich knallbunti blaui Füess. Jedefalls chunnt denn e riesige Schwarm vo dene, also hunderti! Sie kurve über dr Bucht ume und denn stürze sie sich alli glychzytig ins Wasser zum Fisch frässe. Es gseht us wie e krasse Kollektiv-Suizid, wenn sie alli mit- und nochenand zum Sturzflug asetze und chopfsvora im Meer verschwinde. Und bi dere Glägeheit chöme denn no es paar Dutzend Pelikan und Fregattvögel drzue, wo bim groosse Frässe au wänd mitmache. Und nach ere Halbschtund Flugakrobatik, Chöpfler und Geschnatter isch dr ganzi Spuk verby und d'Tölpel verschwinde wider.

Mir händ uf Isabela au no zwei Toure gmacht. Die einti het uns per Jeep in d'Nieselzone und aschliessend per Pfärd zum Vulkan Sierra Negra gfüehrt. Dört obe schynt wider d'Sunne und es isch e richtigi Sauhitz. D'Landschaft isch typisch vulkanisch, mondähnlich und praktisch ohni Vegetation. Und dr riesig Krater isch au sehr ydrücklich, es isch dr zweitgröschti vo dr Wält.
Die zweiti Tour het uns uf s'chleine Nochberinseli Tintoreras gfüehrt. Dört git's - wie überall - schier unändlich viel Meerechse, wo uf de Schtei umelümmle, und e Seelöiekolonie. Im Wasser gseht me wider Wissspitze-Riffhai und bim Schnorchle Seelöie, Wasserschildchrote, Pinguin und vieli Fischli. Wo me au hiegoht, es het eifach überall vo dene spezielle Viecher.

Nach 3 Täg händ mer s'Boot gnoh wider zrugg nach Santa Cruz. Dört bin i nomol chli go tauche, und wider isch es ähnlich spektakulär gsi wie bi de ledschte mol.

Dr nöchschti Tagesusflug het uns uf d'Insle Bartolomé gfüehrt. Au die Insle cha ihre vulkanische Ursprung nid verlügne: die kargi Landschaft, die kuriose Farbe und Forme... E schöni Insle! Aber Tier git's nid viel bsunderi z'gseh. Zumindescht nid an Land. Drfür umso meh im Wasser. Am einte Strand wimmlets vo Riffhai, me gseht jewyls nume e Schatte im Wasser und d'Flosse mit de wysse Spitze wo zum Wasser useluege. Und s'Schnorchle isch sensationell! Näbscht dr tolle Unterwasserlandschaft und de bunte Fisch han i e Wasserschildchrot gseh, wo sich grad verpflegt het, e Pinguin uf Fischfang, es paar Hai und Seelöie. Und das alles innerhalb vo 20 Minute. Mit em einte Hai bin i öppe 5 Minute mitgschwumme. Und plötzlich isch us em Nüt e Seelöi ins Wasser gschprunge und het em Hai in d'Schwanzflosse bisse. Und denn isch dr Hai ab wie'n e Rakete und dr Seelöi hintedry. Normalerwys schpiele die junge Seelöie so unterenand; sie schnappe sich gegesytig an de Flosse und jage enande hintenoche. Dä Seelöi het halt mol mit emne Hai welle schpiele, aber dä het offebar weniger inträsse gha. Es isch unglaublich wie flink und gschickt sich Seelöie und au d'Pinguin im Wasser chöne bewege. An Land sind die jo so unbeholfe und tappig.

Als ledschte Usflug sind mer uf d'Insle Floreana. Au dört isch wider Schnorchle uf em Programm gschtande - und au do sind wider emol d'Seelöie im Mittelpunkt gschtande. Es isch sogar die beschti Seelöie-Show gsi vo allne. Z'zweite sind sie gsi, händ enand in d'Flosse bisse, enand gjagt oder eifach Freud gha an de eigene Luftblöterli, wo sie gmacht händ. Aber au uns Schnorchler händ sie neugierig umschwumme, sind uf uns zuegschosse zum im ledschte Momänt doch no uszwyche oder sind eifach bis zu 30cm noch ane cho zum eim us dr Nöchi ins Gsicht z'luege. Unglaublich witzig!

E Landspaziergang het's natürlich au no geh. Näbscht em Strand und emne Museum vo dr Familie Wittmer, de einzige Siedler, wo's bis hüt uf dere Insle usghalte händ, sind mer nomol Seelöie go bsueche. Das mol aber an Land. Und au das isch super gsi! Z'mittst in de Seelöie het me chönne am Strand hocke und se beobachte, was übrigens sehr unterhaltend isch. Die sind jo so zuetraulich, dass me mues ufpasse, dass sie eim nid berüehre, sunscht wird nämlig s'Obermotz-Männli aggresiv. Dä het sini rund 15 Wybli, und wenn do irgendöpper nach eim vo sine Wybli schmeckt, denn wird er agressiv - egal ob das e Seelöi-Rival oder e Mensch isch. Und so'n e Seelöiebiss vom 250kg-Obermotz isch glaub no unagnähm.

Am nöchschte Tag isch es denn zrugg gange uf's Feschtland. 12 Täg bin i uf de Galápagos-Insle gsi. Das isch wohl meh Zyt als dr Durchschnittstourischt het, aber es hätt wie immer doch au es bitzeli meh dörfe sy...

 

Ecuador

15. August 2007

 

Puerto López / Montañita

Wider zrugg uf em ecuadorianische Feschtland, sind mer grad an dr Pazifikküschte blibe. Und zwar sind mer z'erscht nach Puerto López. Das isch es nid würklich schöns Dorf, wo's eigentlich absolut nüt z'gseh git, usser das zur Zyt grad d'Buckelwal vor dr Küschte umekurve. Und die sind mer go aluege, drum sind mer dörthie gange.
Und mir händ se au z'gseh becho. Zwar meischtens würklich nume dr Buckel oder e Flosse. Und meischtens au nume us ere Distanz vo über 20m. D'Boot dörfe ebe nid nöcher als 100m ane, was i ganz guet find. Und wenn denn d'Wal kei Luscht händ, nöcher zum Boot z'choh, isch d'Distanz ebe scho riesig. Au uf Kapriole und krassi Uftauchmanöver händ sie an däm Tag eher weniger Luscht gha. Aber scho dr Ablick vom Buckel oder von ere Schwanzflosse isch ydrücklich und loht eim d'Gsamtgrössi vo somene riesige Wal erahne.

Mini ledschti Station in Ecuador isch
Montañita gsi, wo ebefalls an dr Pazifikküschte ligt. Das isch dä Surfer-, Backpacker-, Party-, und Kiffer-Hotspot in Ecuador. Es sind zwar nume grad 2 Blocks, wo s'touristische Zentrum mit Hostals, Bars, Restaurants und Surfshops bilde. Aber dört isch scho alles uf Schaiwaia trimmt. Und wül mir grad am ene Samschtig acho sind, isch d'Musig 24 Schtund gloffe. Und wül jedi Bar will die lutischti sy, isch dr Lärmpegel ziemlich hoch.
Trotzdäm händ mer's 2 Täg extrem "tranquilo" gha. Eigentlich isch es einzig drum gange, in welere Reihefolg Ässe, Schloofe, Piña Colada und Hängematte söll abgwächslet wärde.

Und denn han ich langsam aber sicher wyter nordwärts müesse, dass i bi Zyte nach Kolumbie chum und mi verfluechte Rückflug nid verpass...

 

Ecuador

16. August 2007

 

dr Räscht

Jo, nach Montañita betracht ich mini Reis eigentlich als beändet. Dr Räscht isch quasi Heimwäg. Aber au dr Heimwäg isch jo nid nüt...

Mit Zwüschehalt zum übernachte in Santo Domingo und Ipiales bin i denn mol in Popayán in Kolumbie acho. Dört han i mi wider mit dr Alejandra, minere "Tourischte-Füehrerin" troffe, wo mi scho vor 9 Mönet in Popayán umegfüehrt het. Die wyssi Stadt isch immerno glych schön - usser dass es jetzt immer mol wider Grafittis und Protescht-Plakat an de wysse Wänd het. Wie scho vor 9 Mönet sind d'Studänte uf Chriegsfuess. Über Monate händ Professore und Studänte in ganz Kolumbie gschtreikt. Me mues sich das mol vorschtelle, dass im ganze (riesige) Land über mehreri Mönet jedi öffentlichi Uni gschlosse isch, us Protescht gege d'Landesregierig. Brocht het's allerdings nid allzu viel, vor einere Woche isch dr Uni-Betrieb wieder ufgnoh worde.

Und denn isch es wyter zu minere ledschte Station in Südamerika, wo vor langer Zyt scho mini erschti gsi isch: Santa Fé de Bogotá.
Viel han i dört au nüm gmacht. Ich ha mir eifach nomol das welle ynezieh, wo's dehei denn nüm git. Und zwar soviel wie ynemag! Zum erschte isch das dr feini kolumbianischi "Café Juan Valdez"; zum Z'Morge, zum Z'Nüni, zum Z'Mittag, zum Z'Vieri und zum Z'Nacht. Und denn natürlich all die geile Fruchtsäft, wo'n i beschtimmt seeeehr vermisse wird. Alles "normale" Züüg han i grad emol ignoriert. Wär will denn scho Orangesaft, Zitrone-, Mandarine-, Erdbeer-, Brombeer-, Pfirsich-, Aprikose- oder Rüeblisaft? Nei zum Abschied numeno s'Exotische! Und zwar nid nume altbekannti Fruchtsäft wie Ananas, Mango, Maracuyá, Papaya, Melone oder Kokusnuss, sondern so Frücht wo me bi uns nid emol kennt: Lulo, Tomate de Arbol, Feijoa, Guayaba und Guanábana! Nid mit gfülltem Buuch ins Flugzüüg z'schtyge wär schlicht und eifach falsch!

Apropos Buuch und Flugzüüg.... Do han i doch no e Anekdote zum Schluss. Wo'n i am Flughafe in Bogotá am Gate druf gwartet ha, bis me cha yschtiege, isch e jungi, hübschi Kolumbianerin uf mi zuecho. Die erschti Froog wo sie mir gschtellt het, isch denn gsi, ob ich ihre mi Pass cha zeige. Das han i chli schräg gfunde. Schliesslich froge die Chicas sunscht ame eher won i här bi, was i do mach oder ob i verhürotet bi. Aber sie het sich denn als Polizischtin vo dr Drogefahndig usgwyse, und so han i ihre natürlich mi Pass geh. Sie het mir denn au e Unmängi vo Frooge gschtellt: über mis Gepäck, wie lang und wenn i wo gsi bi, mis Geburtsdatum, was i so mach und allerlei andere Quatsch. Obwohl i bereitwillig Uskunft geh ha, han i's offebar nid gschafft, mi vo jeglichem Verdacht z'befreye. Ich bi als Drogekurier verdächtigt worde! Und do het au es charmants Lächle nüt gnützt. Schliesslich han ich 10 Minute vor dr offizielle Abflugzyt dr Warteruum bim Gate müesse verloh, und dere Señorita in es Büro vo dr Drogefahndig folge. Dört han i no es Formular müesse usfülle und denn händ sie mir dr Buuch gröntgt! Ich ha denn dere Lady vorhär no dr Deal vorgschlage, dass ich d'Röntgebilder darf mitneh, falls sie keini verschluckte Drogepäckli finde. Aber sie isch leider nid druf ygange. Und tatsächlich het's halt nume s Z'Mittag, viel kolumbianbische Kaffi und Fruchtsäft in mim Buuch gha. Und als ledschte han i denn doch au no ins Flugi dörfe, wo schliesslich mit 20-minütiger Verschpötig mit Destination Barcelona in kolumbianisch Nachthimmel gschtartet isch...

 

Colombia

17. August 2007

 

Fertig!

So, fertig luschtig! S'Reisli isch verby, ich bi wider zrugg im Land vo Schoggi, Chäs und Bankgheimnis.

13 Länder han i bereist, und 45 Stämpel händ sich drby im Pass zämetreit.
470 Täg bin i ewäg gsi, drvo rund 1150 Schtund (entspricht 48 Täg) unterwägs in irgendwelche Büs, Boot, Züg, Flugzüg und sunschtige Vehikel…

 

Schweiz